Windows 10 läuft aus – was ungepatchte Systeme wirklich kosten
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Veröffentlicht: 12. August 2026 · Lesezeit: ca. 14 Minuten
Microsofts August-Patchday hat kürzlich rund 400 Sicherheitslücken in Windows, Azure und Office geschlossen – darunter mehrere kritisch eingestufte, über die Angreifer System-Rechte erlangen können. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die nordkoreanische Lazarus-Gruppe eine Windows-Treiberlücke aktiv ausnutzt und dabei auch europäische Unternehmen ins Visier nimmt (Golem, August 2026). Wer diesen Patch-Stand nicht hat, steht einer wachsenden Angriffswelle schutzlos gegenüber.
Für Betriebe, die noch Windows 10 einsetzen, ist das mehr als eine Schlagzeile: Seit Oktober 2025 stellt Microsoft keine kostenlosen Sicherheits-Updates mehr bereit. Wer kein kostenpflichtiges Extended Security Update (ESU) gebucht hat, erhält auch den August-Patchday nicht. Die Lücken bleiben offen – Monat für Monat.
Die entscheidende Frage lautet nicht, ob etwas passiert, sondern was Sie jetzt konkret tun. Dieser Ratgeber gibt Ihnen eine ehrliche Einschätzung der Risiken und einen klaren Fahrplan.
Windows 10 End-of-Life ist seit dem 14. Oktober 2025 keine abstrakte Zukunftsplanung mehr, sondern gelebter Alltag in vielen Büros. Microsoft liefert keine kostenlosen Sicherheits-Updates mehr aus – wer trotzdem weiterläuft, akkumuliert monatlich ungeschlossene Schwachstellen. Das BSI verzeichnete im letzten Lagebericht durchschnittlich 119 neue IT-Schwachstellen pro Tag – ein Anstieg von rund 24 % gegenüber dem Vorjahr.
Für kleine und mittlere Betriebe ist das ein strukturelles Risiko: Anders als Konzerne mit dedizierten IT-Abteilungen bemerken viele Inhaber das Problem erst dann, wenn ein Vorfall bereits eingetreten ist. Verschlüsselte Daten, ausgefallene Maschinen, eine Cyberversicherung, die nicht zahlt – das sind keine Worst-Case-Szenarien, sondern Konsequenzen, die sich aus dem Weiterbetrieb ungepatchter Systeme logisch ergeben.
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Fehler Betriebe beim Umgang mit dem Supportende machen, wie Sie Ihren Gerätepark systematisch bewerten, was ESU wirklich kostet und – besonders wichtig – wie Sie die Haftungs- und Versicherungsfrage für sich klären. Am Ende finden Sie eine Checkliste mit sofort umsetzbaren Schritten.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Windows-10-Marktanteil unter Desktop-Betriebssystemen in Deutschland (Ende 2024) | 78,45 % | Security-Insider / WDR, Nov. 2024 |
| Neue IT-Schwachstellen pro Tag (BSI-Berichtszeitraum) | Ø 119 / Tag (+24 % ggü. Vorjahr) | BSI-Lagebericht 2025 |
| ESU-Kosten ab Jahr 1 (Microsoft Extended Security Updates) | ca. 61 USD pro Gerät / Jahr (Preis verdoppelt sich jährlich) | Microsoft, Okt. 2025 |
| Anteil Ransomware-Angriffe gegen KMU (von 950 registrierten Fällen) | 80 % | BSI-Lagebericht 2025 |
Was passiert, wenn der Support-Ablauf einfach ignoriert wird?
Viele Betriebe laufen derzeit noch mit Windows 10 – und merken zunächst nichts. Die Maschinen starten, die Anwendungen öffnen sich, die Mitarbeiter arbeiten wie gewohnt. Genau das ist das Problem: Das Risiko ist unsichtbar, bis es sich plötzlich materialisiert.
Was sich im Hintergrund verändert, ist die Angriffsfläche. Mit dem Windows 10 End-of-Life stellt Microsoft keine kostenlosen Patches mehr bereit. Jede Schwachstelle, die danach entdeckt wird, bleibt auf ungepatchten Systemen dauerhaft offen – es sei denn, Sie haben das kostenpflichtige ESU-Programm gebucht. Im August haben Sicherheitsforscher dokumentiert, dass aktiv ausgenutzte Lücken in Windows-Treibern auch europäische Unternehmen treffen (heise Security, August 2026). Systeme ohne aktuellen Patch-Stand sind das leichteste Ziel.
Dazu kommt ein rechtliches und versicherungstechnisches Risiko, das viele unterschätzen: Wer als Geschäftsführer wissentlich mit nicht mehr unterstützten Systemen arbeitet, läuft Gefahr, dass die Cyberversicherung im Schadensfall die Leistung verweigert. Die meisten Policen enthalten Klauseln zum „Stand der Technik“ – und Windows 10 ohne Patches oder ESU erfüllt diesen Standard spätestens seit dem Support-Ende nicht mehr.
Konkret drohen bei einem Vorfall auf ungepatchten Systemen:
- Ausfall der Betriebsabläufe durch Ransomware-Verschlüsselung
- Datenverlust mit möglicher DSGVO-Meldepflicht an die Aufsichtsbehörde
- Ablehnung des Versicherungsanspruchs wegen veralteter IT-Infrastruktur
- Persönliche Haftung des Geschäftsführers bei nachweisbarer Fahrlässigkeit
- Reputationsschaden gegenüber Kunden und Geschäftspartnern
Unsere Erfahrung aus der IT-Infrastruktur & Gerätebetreuung – TTG GmbH zeigt: Ein strukturiertes Geräteinventar ist der erste Schritt, um zu verstehen, wie viele Systeme im eigenen Unternehmen überhaupt betroffen sind. Heilbad Heiligenstadt und das gesamte Eichsfeld sind Regionen, in denen viele Betriebe mit gewachsener, heterogener IT-Landschaft arbeiten – genau hier zahlt sich eine klare Bestandsaufnahme am meisten aus.
Die häufigsten Missverständnisse rund um das Supportende
Wenn Betriebe das Windows 10 End-of-Life ansprechen, begegnen wir immer wieder denselben Annahmen – die meisten davon sind gefährlich falsch.
„Unser Antivirusprogramm schützt uns trotzdem.“ Das stimmt nur bedingt. Ein Antivirusprogramm erkennt bekannte Schadprogramme – aber es kann keine Schwachstellen im Betriebssystem schließen. Wer keine Patches erhält, hat strukturelle Lücken im System, durch die Angreifer eindringen können, bevor der Virenscanner überhaupt reagiert.
„Wir haben eine Firewall – das reicht.“ Eine Firewall schützt den Netzwerkperimeter. Angriffe über manipulierte E-Mail-Anhänge, kompromittierte Webseiten oder USB-Geräte umgehen sie vollständig. Das BSI weist in seinen Empfehlungen für sichere Clients ausdrücklich darauf hin, dass Endpoint-Sicherheit und Patch-Management zusammenwirken müssen.
„Windows 10 End-of-Life betrifft uns erst, wenn wir angegriffen werden.“ Falsch – es betrifft Sie schon jetzt. Denn viele Zertifizierungsaudits, Ausschreibungen und Lieferketten-Anforderungen von Großkunden verlangen einen nachweisbaren aktuellen Patch-Stand. Wer das nicht liefern kann, verliert Aufträge, bevor ein Angriff überhaupt stattfindet.
„ESU ist die günstige Lösung auf Dauer.“ Das ist ein Rechenirrtum. ESU kostet im ersten Jahr ca. 61 USD pro Gerät – der Preis verdoppelt sich jährlich. Bei zehn Geräten und drei Jahren ESU-Laufzeit können Sie leicht 2.000–3.000 EUR investieren, ohne dass sich die Hardware verbessert. Neue Hardware mit Windows 11 amortisiert sich in vielen Fällen schneller als gedacht.
- Prüfen Sie Ihre Cyberversicherungspolice auf Klauseln zum „Stand der Technik“
- Fragen Sie Ihren Versicherer schriftlich, ob Windows 10 ohne ESU noch versichert ist
- Verlassen Sie sich nicht allein auf Antivirus oder Firewall als Ersatz für Patches
- Rechnen Sie ESU-Kosten über alle drei Jahre durch – nicht nur für Jahr 1
- Prüfen Sie Kundenverträge und Ausschreibungen auf IT-Sicherheitsanforderungen
Unsere IT-Dienstleistungen der TTG GmbH umfassen auch die Bewertung Ihres aktuellen Sicherheitsstatus – damit Sie wissen, wo Sie wirklich stehen, bevor ein Vorfall das beantwortet.
Schritt für Schritt: So bewerten Sie Ihren Gerätepark systematisch
Bevor Sie entscheiden, welche Geräte upgradefähig sind, welche ausgetauscht werden und welche übergangsweise per ESU gesichert werden, brauchen Sie eine belastbare Bestandsaufnahme. Ohne diese Grundlage ist jede Entscheidung ein Schuss ins Blaue.
Schritt 1: Inventur der vorhandenen Geräte. Erfassen Sie alle PCs und Laptops im Betrieb mit Hersteller, Baujahr und aktuellem Betriebssystem. Ein einfaches Tabellenblatt genügt als Startpunkt.
Schritt 2: Kompatibilitätsprüfung für Windows 11. Microsoft stellt das Tool „PC Health Check“ kostenlos bereit. Es prüft pro Gerät, ob TPM 2.0 vorhanden ist, ob der Prozessor der erforderlichen Generation angehört (Intel 8. Gen+ / AMD Zen 2+) und ob genügend RAM vorhanden ist. Das Tool läuft in wenigen Minuten durch – planen Sie einen Nachmittag für einen mittleren Gerätepark ein.
Schritt 3: Geräte in drei Kategorien einteilen.
| Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Gerät erfüllt Windows-11-Anforderungen | In-Place-Upgrade (kostenlos) | Kein Datenverlust, geringer Aufwand (1–2 Std.), bestehende Lizenz gilt |
| Gerät nicht kompatibel, aber kritisch im Einsatz | ESU als Übergang + Austausch planen | Zeitpuffer für Budgetplanung, max. bis Oktober 2028 |
| Gerät nicht kompatibel, nicht betriebskritisch | Sofort abschalten oder ersetzen | Jedes ungepatchte Gerät im Netz ist ein Einfallstor für alle anderen |
Schritt 4: Branchensoftware vorab prüfen. Bevor Sie ein Upgrade durchführen, verifizieren Sie beim Softwarehersteller, ob Ihr ERP, Ihre Branchenlösung oder Ihre Spezialsoftware unter Windows 11 läuft. Das ist der häufigste Engpass – und er ist lösbar, wenn man ihn rechtzeitig angeht.
Schritt 5: Rollout planen. Starten Sie mit unkritischen Geräten, lernen Sie dabei und rollen Sie dann strukturiert aus. So vermeiden Sie Ausfälle im Tagesbetrieb.
- PC Health Check auf allen Geräten ausführen und Ergebnisse dokumentieren
- Geräteliste nach den drei Kategorien sortieren
- Softwarekompatibilität für Windows 11 bei jedem Hersteller schriftlich bestätigen lassen
- Rollout-Reihenfolge festlegen – unkritische Systeme zuerst
- Backup vor jedem Upgrade vollständig prüfen und testen
Als ISO/IEC 27001 zertifizierter IT-Dienstleister – TTG GmbH begleiten wir diesen Prozess von der Inventur bis zum abgeschlossenen Rollout – mit Dokumentation, die auch Ihrem Versicherer standhalten.
TPM 2.0, Prozessor-Generation und Co.: Was technisch wirklich zählt
Windows 10 End-of-Life zwingt viele Inhaber erstmals dazu, sich mit Hardware-Anforderungen auseinanderzusetzen, die bisher nur IT-Fachleute interessiert haben. Hier die wesentlichen Punkte – ohne Fachchinesisch.
TPM 2.0 – das entscheidende Kriterium. TPM steht für „Trusted Platform Module“ – ein kleiner Sicherheitschip, der kryptografische Schlüssel sicher speichert. Windows 11 verlangt TPM 2.0 als Pflichtvoraussetzung. PCs, die vor 2016 gebaut wurden, haben diesen Chip häufig nicht oder nur in einer älteren Version. Das PC-Health-Check-Tool zeigt Ihnen das sofort an.
Prozessor-Generation. Intel-Prozessoren ab der 8. Generation (Core i5-8xxx, i7-8xxx und neuer) sind in der Regel kompatibel. Ältere Chips – etwa ein Core i5-7xxx – unterstützen Windows 11 offiziell nicht. Bei AMD gilt: Zen-2-Architektur und neuer (Ryzen 3000er-Serie aufwärts) sind kompatibel.
RAM und Speicher. Windows 11 benötigt mindestens 4 GB RAM und 64 GB Speicherplatz. Das ist bei den meisten Geräten der letzten fünf Jahre erfüllt – aber bei älteren Thin Clients oder Bürorechnern mit 2 GB RAM ein Ausschlusskriterium.
Was ist mit Geräten, die die Anforderungen knapp nicht erfüllen? Theoretisch gibt es inoffizielle Wege, Windows 11 auf nicht freigegebener Hardware zu installieren. Wir raten davon ab: Microsoft schließt Sicherheits-Updates für solche Installationen ausdrücklich aus. Das wäre Windows 10 End-of-Life unter anderem Namen.
- TPM-2.0-Status jedes Geräts mit PC Health Check oder im BIOS prüfen
- Prozessor-Generation über Systemsteuerung → System → Gerätespezifikationen ablesen
- Geräte mit Intel 7. Gen oder älter für Austausch vormerken
- Keine inoffiziellen Windows-11-Installationen auf nicht kompatibler Hardware durchführen
- BIOS-/UEFI-Einstellungen auf TPM-Aktivierung prüfen – manchmal ist es nur deaktiviert, nicht fehlend
Gerade bei Geräten mit deaktiviertem TPM lässt sich das Problem manchmal mit einem einzigen BIOS-Eintrag lösen. Mehr dazu und zur sicheren Geräteverwaltung finden Sie unter Sichere Hardware-Verwaltung für KMU – TTG GmbH.
Was Migration kostet – und was der Aufschub kostet
Über Kosten wird bei diesem Thema oft unklar gesprochen. Hier sind konkrete Zahlen, damit Sie vergleichen können.
Kosten einer Migration auf Windows 11:
- In-Place-Upgrade auf einem kompatiblen Gerät: 0 EUR Lizenzkosten (bestehende Windows-10-Lizenz gilt), Arbeitsaufwand ca. 1–2 Stunden pro Gerät
- Neues Business-Gerät mit Windows 11 Pro: ab ca. 500–800 EUR (Mini-PC) bis 1.200 EUR (Business-Laptop), je nach Anforderungen
- Professionelle Begleitung durch einen IT-Dienstleister: variiert je nach Geräteanzahl und Branchensoftware-Komplexität
Kosten des ESU-Programms: Das erste Jahr kostet ca. 61 USD pro Gerät. Im zweiten Jahr verdoppelt sich der Preis – also rund 122 USD. Im dritten und letzten Jahr nochmals: rund 244 USD. Für zehn Geräte über drei Jahre ESU-Laufzeit summiert sich das auf über 4.000 USD – ohne dass die Hardware besser oder die Situation dauerhaft gelöst wird. ESU ist eine Brücke, kein Fundament.
Kosten eines Vorfalls: Das ist die Zahl, die selten offen ausgesprochen wird. Ransomware-Angriffe kosteten betroffene KMU im Schnitt mehrere Zehntausend Euro – durch Ausfallzeiten, Datenwiederherstellung, externe IT-Forensik und ggf. Lösegeldzahlungen. Hinzu kommen DSGVO-Bußgelder bei Datenverlust und der Reputationsschaden bei Kunden.
Noch konkreter: Wenn Ihre Cyberversicherung die Schadensregulierung verweigert, weil Sie auf einem ungepatchten Windows-10-System gearbeitet haben, tragen Sie den gesamten Schaden selbst. Das ist kein theoretisches Szenario – Versicherer prüfen das zunehmend genau.
- ESU-Gesamtkosten über alle drei Jahre und alle betroffenen Geräte durchrechnen
- Gesamtkosten der ESU-Option gegen Neubeschaffung gegenüberstellen
- Cyberversicherungspolice auf Anforderungen an den Patch-Stand prüfen
- Budgetplanung für Hardware-Refresh über 12–24 Monate strecken – das ist realistisch umsetzbar
Mehr zur langfristigen Partnerschaft finden Sie unter Über TTG GmbH – Ihr IT-Partner seit über 25 Jahren. Erfahrungsgemäß ist ein geplanter Hardware-Refresh günstiger als ein ungeplanter Notfallkauf nach einem Vorfall.
Was gut funktioniert: Erfahrungen aus der Praxis
Ein Handwerksbetrieb aus unserer Region – acht Mitarbeiter, drei Büro-PCs, eine Branchensoftware für Aufmaß und Kalkulation – kam im Frühjahr mit einer konkreten Frage zu uns: „Müssen wir wirklich alle Geräte tauschen, oder reicht ESU für den Moment?“ Die Antwort war differenziert.
Zwei der drei PCs erfüllten nach der PC-Health-Check-Analyse alle Windows-11-Anforderungen. Das In-Place-Upgrade ließ sich an einem Nachmittag durchführen. Der dritte PC – ein älteres Modell ohne TPM 2.0 – war der einzige Rechner, auf dem die Kalkulations-Software lief. Hier empfahlen wir ESU als befristete Brücke und setzten parallel einen Hardware-Refresh auf die Roadmap für das nächste Quartal. Gleichzeitig prüften wir, ob die Netzwerk-Backup-Routine funktioniert – denn der SMB-File-History-Fehler (behoben mit KB5120249, August 2026) hatte bei ESU-Teilnehmern gezeigt, dass automatische Backups auf Netzlaufwerke still scheitern können.
Ergebnis: Zwei Geräte sicher auf Windows 11, ein Gerät mit ESU und konkretem Ausstiegsdatum, funktionierende Datensicherung – und eine Dokumentation, die dem Versicherer vorgelegt werden konnte. Kein Betriebsausfall, keine Panik, keine überstürzten Ausgaben.
Das Vorgehen folgt dem, was der Bitkom zur digitalen Infrastruktur in KMU empfiehlt: schrittweise Migration statt Big-Bang-Wechsel, mit klarer Priorisierung nach Kritikalität und Kompatibilität.
Als ISO/IEC 27001-zertifizierter IT-Partner mit über 25 Jahren Erfahrung in der Region begleiten wir solche Projekte von der ersten Inventur bis zur abgeschlossenen Dokumentation. Der Unterschied zu einem generischen IT-Anbieter: Wir kennen die Branchensoftware-Landschaft vor Ort und wissen, welche Lösungen in welchen Betriebstypen eingesetzt werden.
- Windows-10-End-of-Life-Status im Betrieb gemeinsam mit einem Fachpartner bewerten lassen
- Backup-Konfiguration aktiv testen – nicht darauf vertrauen, dass Automatismen laufen
- ESU nur mit festem Ausstiegsdatum einsetzen, nicht als Dauerlösung
- Dokumentation des Gerätestatus für Versicherung und Audits aktuell halten
Sprechen Sie uns direkt an: Hardware-Migration jetzt planen lassen.
Drei Schritte, die Sie noch diese Woche angehen können
Windows 10 End-of-Life ist kein Problem, das sich von allein löst. Aber es ist auch kein Problem, das Sie überfordert – wenn Sie strukturiert vorgehen. Hier sind drei Schritte, die Sie ohne externe Hilfe sofort beginnen können.
Schritt 1: Bestandsaufnahme in einer Stunde. Öffnen Sie auf jedem Windows-10-Gerät das Tool „PC Health Check“ (kostenloser Download von Microsoft) und notieren Sie, welche Geräte kompatibel sind und welche nicht. Das Ergebnis ist Ihre Entscheidungsgrundlage für alles Weitere. Kein IT-Fachwissen erforderlich – das Tool gibt klare Ja/Nein-Antworten.
Schritt 2: Versicherungspolice aufschlagen. Suchen Sie in Ihrer Cyberversicherungspolice nach Begriffen wie „Stand der Technik“, „Sicherheitsupdates“ oder „Patch-Management“. Wenn Sie unsicher sind, was die Klauseln bedeuten, fragen Sie Ihren Versicherungsmakler schriftlich, ob Windows 10 ohne ESU oder aktuellem Patch-Stand noch versichert ist. Diese Antwort brauchen Sie auf Papier.
Schritt 3: Softwarekompatibilität klären. Kontaktieren Sie den Hersteller Ihrer wichtigsten Branchensoftware und fragen Sie schriftlich, ob diese unter Windows 11 läuft und ob ein Update oder eine neue Version erforderlich ist. Das ist häufig der kritische Pfad – und er lässt sich nur durch frühzeitige Anfrage verkürzen.
Diese drei Schritte brauchen keinen IT-Dienstleister – aber sie schaffen die Grundlage, auf der ein IT-Fachpartner dann schnell und zielgerichtet helfen kann. Wer diese Hausaufgaben gemacht hat, spart bei der Umsetzung Zeit und Geld.
- PC Health Check auf allen Geräten ausführen und Liste erstellen (Aufwand: 1 Stunde)
- Cyberversicherungspolice auf Patch-Stand-Anforderungen prüfen
- Versicherer schriftlich zur Deckung bei Windows-10-Betrieb befragen
- Softwarehersteller zu Windows-11-Kompatibilität kontaktieren
- ESU-Kosten für nicht kompatible Geräte über drei Jahre kalkulieren
- Rollout-Zeitplan für kompatible Geräte festlegen – erste Upgrades noch im laufenden Quartal
Wenn Sie nach diesen drei Schritten wissen möchten, wie Sie Ihren spezifischen Gerätepark am effizientesten migrieren, stehen wir bereit. Windows 10 End-of-Life ist ein lösbares Problem – mit der richtigen Reihenfolge.
Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt
- Führen Sie das kostenlose Tool „PC Health Check“ von Microsoft auf allen Windows-10-Geräten aus und dokumentieren Sie das Ergebnis (kompatibel / nicht kompatibel).
- Teilen Sie Ihren Gerätepark in drei Kategorien ein: sofort upgradefähig, ESU-Übergang nötig, sofort ersetzen.
- Prüfen Sie Ihre Cyberversicherungspolice auf Klauseln zu „Stand der Technik“ und „Sicherheitsupdates“ – und fragen Sie Ihren Versicherer schriftlich zur aktuellen Deckungssituation.
- Kontaktieren Sie Ihre Softwarehersteller (ERP, Branchensoftware) und lassen Sie sich schriftlich bestätigen, ob die jeweilige Anwendung unter Windows 11 läuft.
- Starten Sie das In-Place-Upgrade auf kompatiblen Geräten – kostenfrei mit bestehender Lizenz, ca. 1–2 Stunden pro Gerät; führen Sie vorher ein vollständiges Backup durch.
- Buchen Sie ESU nur für Geräte mit zwingendem Bedarf und setzen Sie ein festes Ausstiegsdatum (spätestens Oktober 2028) mit konkreter Austausch-Budgetplanung.
- Testen Sie Ihre Backup-Routine aktiv – prüfen Sie insbesondere, ob Backups auf Netzlaufwerke tatsächlich vollständig ankommen.
- Legen Sie ein aktuelles Asset-Register an (Gerät, Betriebssystem, Patch-Stand, ESU-Status) und halten Sie es für Versicherung und Audits aktuell.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich wirklich alle Windows-10-PCs sofort ersetzen?
Nicht zwingend – und nicht alle auf einmal. Geräte, die die Windows-11-Anforderungen erfüllen (TPM 2.0, aktuelle Prozessor-Generation), können per kostenlosem In-Place-Upgrade aktualisiert werden. Für nicht kompatible Geräte gibt es das ESU-Programm als befristete Übergangslösung bis Oktober 2028. Wichtig ist, dass Sie wissen, welche Geräte in welche Kategorie fallen – dafür brauchen Sie eine Bestandsaufnahme, keine überstürzten Käufe.
Zahlt meine Cyberversicherung noch, wenn ich Windows 10 ohne ESU betreibe?
Das ist das Kernrisiko, das viele Inhaber unterschätzen. Die meisten Cyberversicherungen enthalten Klauseln, die voraussetzen, dass Sie den „Stand der Technik“ einhalten – dazu gehört ein aktueller Patch-Stand. Windows 10 ohne ESU erfüllt diesen Standard seit dem Support-Ende nicht mehr. Ob Ihre konkrete Police das abdeckt oder ausschließt, müssen Sie direkt mit Ihrem Versicherer klären – am besten schriftlich und bevor ein Vorfall eintritt.
Was kostet ESU wirklich – und lohnt es sich?
Das erste ESU-Jahr kostet ca. 61 USD pro Gerät. Im zweiten Jahr verdoppelt sich der Preis, im dritten nochmals. Bei mehreren Geräten über drei Jahre summiert sich das schnell auf einen Betrag, für den Sie bereits neue Hardware bekommen hätten. ESU lohnt sich als kurze Überbrückung für einzelne kritische Systeme – nicht als flächendeckende Dauerlösung. Rechnen Sie die Gesamtkosten über alle drei Jahre durch, bevor Sie entscheiden.
Wie lange dauert die Migration auf Windows 11 im laufenden Betrieb?
Ein In-Place-Upgrade auf einem kompatiblen Gerät dauert etwa 1–2 Stunden – inklusive Vorbereitung und Nachkonfiguration. Für einen Betrieb mit zehn Geräten ist das bei guter Planung und einem schrittweisen Rollout ohne nennenswerte Betriebsunterbrechung machbar. Der kritische Faktor ist nicht das Upgrade selbst, sondern die vorgelagerte Prüfung der Branchensoftware-Kompatibilität. Planen Sie dafür ausreichend Vorlaufzeit ein.
Was ist, wenn meine wichtige Branchensoftware nicht unter Windows 11 läuft?
Das ist ein häufiger, aber lösbarer Engpass. Viele Hersteller haben ihre Software inzwischen für Windows 11 freigegeben oder bieten Updates an. Kontaktieren Sie den Anbieter schriftlich und lassen Sie sich die Kompatibilität bestätigen. Wenn ein Update nötig ist, planen Sie das in den Rollout ein. Nur wenn der Hersteller Windows 11 dauerhaft nicht unterstützt, bleibt ESU als Übergang – mit dem klaren Ziel, rechtzeitig auf eine unterstützte Alternative zu wechseln.
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.
Kontakt aufnehmen · Über TTG GmbH
Wissen Sie heute mit Sicherheit, ob Ihre Cyberversicherung im Schadensfall zahlt – oder läuft auf einem Ihrer PCs noch ungepatchtes Windows 10?
IT-Infrastruktur sicher modernisieren
Veraltete Hardware kostet Zeit und Geld. Die TTG GmbH plant und realisiert Ihre IT-Migration – ohne Produktionsausfälle, für KMU in Nordthüringen und Eichsfeld.