Microsoft 365 richtig einsetzen: Die Checkliste für Ihren sicheren Betrieb
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Veröffentlicht: 16. Juni 2026 · Lesezeit: ca. 13 Minuten
Es ist Montagmorgen. Der Disponent öffnet seinen Laptop, um die Tourenpläne für den Tag abzustimmen – doch Teams zeigt keine Verbindung, die gemeinsame Dateiablage ist nicht erreichbar, und eine Kollegin aus der Disposition kann sich nicht anmelden. Die Lieferfahrzeuge stehen bereit, aber die Kommunikation steht still. Nach zwanzig Minuten Fehlersuche stellt sich heraus: Eine Lizenz ist abgelaufen, weil niemand den automatischen Verlängerungsprozess im Blick hatte.
Solche Situationen entstehen nicht durch technisches Versagen – sie entstehen durch fehlende Prozesse. Wer mehrere Nutzerkonten verwaltet, Daten in der Cloud ablegt und täglich auf gemeinsame Kalender und Dokumente angewiesen ist, braucht mehr als eine funktionierende Internetverbindung. Er braucht einen klaren Stand darüber, was konfiguriert ist, wer Zugriff hat und was im Ernstfall greift.
Genau hier setzt diese Checkliste an: nicht als theoretische Übung, sondern als praktischer Wegweiser für den laufenden Betrieb.
Microsoft 365 ist für viele Unternehmen heute das Herzstück der digitalen Infrastruktur – von E-Mail und Kalender über gemeinsame Dateiablage bis hin zu Videokonferenzen und automatisierten Workflows. Doch zwischen „eingerichtet“ und „sicher und effizient betrieben“ klafft in der Praxis oft eine erhebliche Lücke.
Laut dem Bitkom Cloud Report 2025 nutzen bereits 90 % der deutschen Unternehmen Cloud-Anwendungen – und fast zwei Drittel geben an, ohne Cloud-Lösungen nicht mehr arbeitsfähig zu sein. Gleichzeitig zeigen Audits und Beratungsgespräche immer wieder: Grundlegende Sicherheitseinstellungen sind nicht aktiviert, Lizenzen werden nicht konsequent verwaltet, und Verantwortlichkeiten sind unklar. Das ist kein Vorwurf, sondern eine typische Wachstumslücke – die aber konkrete Risiken birgt.
Dieser Artikel gibt Ihnen eine strukturierte Checkliste mit acht Prüfpunkten an die Hand. Sie erfahren, was organisatorisch und technisch auf dem Fundament stehen muss, wie Sie Sicherheit und Datenschutz absichern und wie Sie den Betrieb dauerhaft im Griff behalten – inklusive klarer Empfehlung, was sofort, was in 30 Tagen und was langfristig angegangen werden sollte.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Anteil dt. Unternehmen, die Cloud-Anwendungen nutzen | 90 % | Bitkom Cloud Report 2025 |
| Anteil IT-Anwendungen, die aus der Cloud betrieben werden | 47 % (2024: 38 %) | Bitkom Cloud Report 2025 |
| Kleine Unternehmen, die veraltete Office-Versionen (2016/2019) einsetzen | 70 % | Intra2net KMU-Studie 2024 |
| Unternehmen, die ihre Cloud-Strategie wegen US-Politik überdenken | 50 % | Bitkom Cloud Report 2025 |
Was auf dem Spiel steht – und warum diese Microsoft 365 Checkliste jetzt zählt
Viele Unternehmen betreiben Microsoft 365 seit Monaten oder Jahren – und haben dabei nie systematisch geprüft, ob die Konfiguration noch zum aktuellen Betrieb passt. Mitarbeiter kommen und gehen, Rollen ändern sich, neue Geräte werden angebunden. Was einmal sauber eingerichtet war, wächst mit der Zeit in eine unübersichtliche Struktur hinein.
Laut der Intra2net KMU-Studie 2024 setzen noch 70 % der kleinen Unternehmen in Deutschland auf veraltete Office-Versionen – Office 2016 ist mit 37 % die am häufigsten eingesetzte Version. Das bedeutet: Fehlende Sicherheitsupdates, keine Integration mit modernen Cloud-Diensten und mittelfristig das Ende des Supports. Für Unternehmen, die täglich auf ihre IT angewiesen sind, ist das ein ernstes Betriebsrisiko.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Transportunternehmen aus der Region Dingelstädt arbeitete bis zur Beratung durch die Microsoft 365 Einführung & Betreuung – TTG GmbH noch mit lokalen Office-Installationen aus dem Jahr 2016 – ohne zentrale Benutzerverwaltung, ohne Cloud-Backup, ohne Mehrfaktor-Authentifizierung. Die Migration auf Microsoft 365 Business Standard dauerte weniger als einen halben Arbeitstag, brachte aber sofort messbare Verbesserungen in der täglichen Zusammenarbeit.
Was steht auf dem Spiel, wenn diese Prüfpunkte nicht erfüllt sind?
- Datenverlust durch fehlende oder falsch konfigurierte Backups
- Unbefugter Zugriff durch schwache oder nicht gesicherte Konten
- DSGVO-Verstöße durch unkontrollierte Datenweitergabe
- Produktionsausfälle durch abgelaufene Lizenzen oder falsch konfigurierte Dienste
- Unnötige Lizenzkosten durch nicht gepflegte Nutzerverwaltung
Die gute Nachricht: Die meisten dieser Risiken lassen sich mit wenigen gezielten Maßnahmen deutlich reduzieren. Die folgende Checkliste zeigt Ihnen strukturiert, wo Sie ansetzen müssen.
Prüfpunkt 1 & 2: Lizenzen kennen, Zuständigkeiten klären
Bevor Sie technische Einstellungen prüfen, brauchen Sie organisatorische Klarheit – denn ohne die stimmt keine technische Lösung dauerhaft. Zwei Fragen stehen am Anfang: Welche Lizenzen haben Sie, und wer ist verantwortlich?
Prüfpunkt 1: Lizenzübersicht und -pflege. Laut Bitkom Cloud Report 2025 nutzen 90 % der deutschen Unternehmen Cloud-Anwendungen – doch viele wissen nicht genau, welche Lizenzen aktiv sind und wer sie nutzt. Microsoft 365 bietet verschiedene Pläne (Business Basic, Standard, Premium, Apps for Business), die sich erheblich in Funktionsumfang und Preis unterscheiden. Ab dem 1. Juli nächsten Jahres steigen die Preise: Business Basic um 25 %, Business Standard um 12 %. Wer jetzt seinen Lizenzstand optimiert, spart dauerhaft.
Handlungsempfehlungen zu Prüfpunkt 1:
- Exportieren Sie die aktuelle Nutzerliste aus dem Microsoft 365 Admin Center
- Markieren Sie inaktive Konten (ausgeschiedene Mitarbeiter, ungenutzte Postfächer)
- Vergleichen Sie gebuchte Lizenzen mit dem tatsächlichen Funktionsbedarf je Nutzer
- Prüfen Sie, ob Business Premium für sicherheitskritische Rollen sinnvoll ist
Prüfpunkt 2: Klare IT-Verantwortlichkeit. In vielen Betrieben ist die Frage „Wer ist unser Microsoft-365-Admin?“ nicht eindeutig beantwortet. Oder es gibt mehrere globale Admins – was ein unnötiges Sicherheitsrisiko darstellt. Das BSI empfiehlt für sicheres Cloud Computing ausdrücklich, Admin-Rechte nach dem Minimalprinzip zu vergeben – also nur so viel wie nötig.
Handlungsempfehlungen zu Prüfpunkt 2:
- Legen Sie eine namentlich benannte Person als Haupt-Admin fest
- Reduzieren Sie die Anzahl globaler Admins auf das absolut notwendige Minimum
- Dokumentieren Sie, wer welche Admin-Rolle hat und warum
- Schreiben Sie fest, wer im Urlaubs- oder Krankheitsfall als Vertretung einspringt
Für mehr Informationen zur professionellen Betreuung empfehlen wir: IT-Sicherheit für Microsoft 365 – TTG GmbH.
Prüfpunkt 3 & 4: Technische Mindestanforderungen für einen stabilen Microsoft 365 Betrieb
Ist die organisatorische Basis gelegt, geht es an die Technik. Zwei Bereiche sind hier besonders kritisch: die Anmeldungssicherheit und die Datensicherung. Beide klingen selbstverständlich – sind in der Praxis aber erschreckend häufig lückenhaft konfiguriert.
Prüfpunkt 3: Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA) für alle Nutzer. Kompromittierte Anmeldedaten sind der häufigste Einstiegsweg für Cyberangriffe auf Cloud-Umgebungen. Laut Microsoft werden über 99 % der Kontoübernahmen durch aktivierte MFA verhindert. Dennoch ist MFA in vielen kleinen Betrieben nur für einzelne Rollen aktiviert – oder gar nicht. Seit dem Update der Microsoft 365 Plattformdokumentation ist die MFA-Pflicht für Administratoren technisch erzwungen; für reguläre Nutzer ist sie jedoch weiterhin konfigurierbar.
Handlungsempfehlungen zu Prüfpunkt 3:
- Aktivieren Sie MFA für alle Nutzerkonten – nicht nur für Admins
- Nutzen Sie die Microsoft Authenticator App statt SMS als zweiten Faktor
- Prüfen Sie im Admin Center unter „Sicherheit → Authentifizierungsrichtlinien“ den aktuellen Status
- Schulen Sie Ihre Mitarbeiter kurz zur Nutzung – der Aufwand beträgt maximal 15 Minuten pro Person
Prüfpunkt 4: Backup und Datensicherung. Ein weit verbreiteter Irrtum: Microsoft 365 sichert Ihre Daten automatisch. Das stimmt nur bedingt. Microsoft schützt die Infrastruktur, nicht Ihre Inhalte vor versehentlichem Löschen, böswilligem Handeln oder Ransomware. Der Papierkorb hat begrenzte Aufbewahrungsfristen – danach sind Daten unwiederbringlich verloren.
Handlungsempfehlungen zu Prüfpunkt 4:
- Setzen Sie eine externe Backup-Lösung für Exchange Online, SharePoint und Teams ein
- Prüfen Sie Aufbewahrungsrichtlinien im Microsoft 365 Compliance Center
- Testen Sie mindestens einmal pro Quartal, ob eine Wiederherstellung tatsächlich funktioniert
- Dokumentieren Sie Recovery-Ziele: Wie viel Datenverlust ist akzeptabel? Wie lange darf eine Wiederherstellung dauern?
Beide Punkte gehören zur technischen Grundabsicherung, die die TTG GmbH als ISO/IEC 27001 zertifizierter IT-Dienstleister in jedem Kundenprojekt als Mindeststandard empfiehlt.
Prüfpunkt 5 & 6: Sicherheit und Datenschutz systematisch absichern
Sicherheit und Datenschutz sind keine einmaligen Projektziele – sie sind laufende Betriebsanforderungen. Zwei Prüfpunkte stehen hier im Mittelpunkt: die Zugriffssteuerung auf Daten und die DSGVO-konforme Konfiguration der Plattform.
Prüfpunkt 5: Zugriffsrechte und Freigaben kontrollieren. In Microsoft 365 lassen sich Dateien mit wenigen Klicks extern freigeben – per Link, per Gasteinladung oder über öffentliche Teams-Kanäle. Das ist praktisch, wird aber oft zum unkontrollierten Datenleck. Laut Bitkom Cloud Report 2025 halten 78 % der deutschen Unternehmen Deutschland für zu abhängig von US-Cloud-Anbietern – und 50 % überdenken ihre Cloud-Strategie. Wer externe Freigaben nicht steuert, verstärkt dieses Risiko unnötig.
| Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Dateien werden regelmäßig extern geteilt | Freigabe auf „Personen mit Link + Ablaufdatum“ beschränken | Verhindert dauerhafte, unkontrollierte Zugriffe |
| Gäste arbeiten in Teams mit | Gastzugang aktivieren, aber auf bestimmte Kanäle begrenzen | Minimiert Zugriff auf interne Kommunikation |
| Alle Mitarbeiter haben gleichartige Zugriffsrechte | Rollenbasierte Zugriffssteuerung (RBAC) einrichten | Minimalprinzip schützt vor internen Fehlern |
Prüfpunkt 6: DSGVO-Konfiguration prüfen. Microsoft 365 kann DSGVO-konform betrieben werden – aber nur, wenn die richtigen Einstellungen aktiv sind. Dazu gehören Datenverarbeitungsverträge (AVV mit Microsoft), die Nutzung europäischer Rechenzentren und die korrekte Konfiguration von Aufbewahrungsrichtlinien. Seit November letzten Jahres bietet Microsoft seine Pakete auch ohne Teams an – was Unternehmen mehr Wahlfreiheit bei der Produktgestaltung gibt.
- Prüfen Sie, ob ein gültiger Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit Microsoft vorliegt
- Stellen Sie im Admin Center sicher, dass Datenspeicherung auf EU-Rechenzentren beschränkt ist
- Aktivieren Sie Aufbewahrungsrichtlinien für E-Mails und Dokumente gemäß gesetzlicher Fristen
- Dokumentieren Sie diese Konfiguration für Ihr Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten
Weitere Unterstützung bei der DSGVO-konformen IT-Infrastruktur finden Sie unter IT-Infrastruktur & Cloud-Migration – TTG GmbH.
Prüfpunkt 7 & 8: Laufende Kontrolle und Dokumentation als Dauerbetrieb
Wer Microsoft 365 einmal sauber einrichtet und dann nicht mehr anschaut, hat in zwölf Monaten wieder offene Flanken. Laufende Kontrolle ist kein Luxus – sie ist Betriebshygiene. Zwei abschließende Prüfpunkte sichern den Dauerbetrieb ab.
Prüfpunkt 7: Regelmäßige Sicherheitsüberprüfung nutzen. Microsoft stellt mit dem „Sicherheitsbewertung“ (Secure Score) im Microsoft 365 Defender-Portal ein kostenloses Werkzeug bereit, das Ihnen genau zeigt, wo Ihre Konfiguration Lücken hat – mit konkreten Handlungsempfehlungen, priorisiert nach Risiko. Viele Unternehmen kennen dieses Tool nicht oder haben es noch nie geöffnet. Dabei liefert es in wenigen Minuten einen vollständigen Überblick. Laut Bitkom Cloud Report 2025 steigt der Anteil cloudbasierter IT-Anwendungen rasant – ohne begleitende Kontrolle wächst damit auch die Angriffsfläche.
- Rufen Sie den Microsoft Secure Score unter security.microsoft.com regelmäßig auf
- Legen Sie einen monatlichen Termin (30 Minuten) zur Überprüfung im Kalender an
- Priorisieren Sie die drei Maßnahmen mit dem höchsten Punktgewinn als nächste Aufgaben
- Binden Sie Ihren IT-Dienstleister in die Auswertung ein, wenn Maßnahmen technisches Know-how erfordern
Prüfpunkt 8: Dokumentation auf aktuellem Stand halten. Wer ist Admin? Welche Lizenzen laufen wann aus? Welche Drittanbieter-Apps sind angebunden? Ohne schriftliche Dokumentation ist Ihr Unternehmen im Notfall, beim Personalwechsel oder bei einer externen Prüfung aufgeschmissen. Unserer Erfahrung nach fehlt diese Dokumentation in der Mehrzahl der kleinen Betriebe vollständig – oder sie existiert, ist aber veraltet.
- Erstellen Sie ein einfaches „IT-Handbuch“ mit Zugangsdaten (sicher verwahrt), Lizenzen, Verantwortlichkeiten
- Halten Sie eine Liste aller angebundenen Apps und Integrationen aktuell
- Dokumentieren Sie Änderungen an der Konfiguration mit Datum und Grund
- Speichern Sie dieses Dokument nicht ausschließlich in Microsoft 365 – ein lokales oder verschlüsseltes externes Backup ist sinnvoll
Die Über 25 Jahre IT-Erfahrung der TTG GmbH zeigen: Unternehmen, die diese beiden Prüfpunkte konsequent umsetzen, reduzieren ihren Aufwand bei IT-Störungen erheblich – weil Ursachen schneller identifiziert und behoben werden können.
Was tun, wenn ein Punkt der Microsoft 365 Checkliste nicht erfüllt ist? Priorisierung nach Risiko
Nicht jede Lücke in der Checkliste ist gleich kritisch. Wer versucht, alles auf einmal zu lösen, scheitert oft an Kapazität – und lässt dabei die wirklich wichtigen Punkte liegen. Priorisierung nach Risiko ist der entscheidende Erfolgsfaktor.
Sofort handeln (Risiko: hoch): Fehlende MFA, inaktive Nutzerkonten mit aktiven Lizenzen, fehlende Datensicherung und fehlende Auftragsverarbeitungsverträge sind keine „irgendwann“-Aufgaben. Hier besteht unmittelbares Risiko für Datenverlust, Cyberangriffe oder DSGVO-Bußgelder. Diese Punkte sollten innerhalb von sieben Tagen adressiert werden.
In 30 Tagen angehen (Risiko: mittel): Unklare Zugriffsrechte, fehlende Dokumentation und veraltete Lizenzkonfigurationen sind wichtig, aber nicht akut. Planen Sie hier konkrete Termine ein, statt auf einen „ruhigeren Moment“ zu warten – der kommt erfahrungsgemäß nicht.
Langfristig optimieren (Risiko: niedrig bis mittel): Rollenbasierte Zugriffssteuerung, regelmäßige Secure-Score-Auswertung und die Integration weiterer Sicherheitsfunktionen aus Business Premium sind langfristige Verbesserungen, die den Betrieb professionalisieren.
Wenn Sie sich beim Lesen dieser Abschnitte unsicher waren, was bei Ihnen zutrifft – das ist ein klares Signal. Viele Betriebe in Nordthüringen und dem Eichsfeld haben schlicht keine interne IT-Kapazität, um diese Prüfungen regelmäßig selbst durchzuführen. Das ist kein Versäumnis, sondern Realität.
Als ISO/IEC 27001-zertifizierter IT-Partner mit über 25 Jahren Erfahrung in der Region – von Dingelstädt bis ins Südniedersächsische – kennt die TTG GmbH diese Ausgangssituation aus zahlreichen Projekten. Wir bieten eine strukturierte Erstanalyse, priorisieren gemeinsam mit Ihnen und begleiten die Umsetzung so, dass Ihr Tagesgeschäft nicht beeinträchtigt wird. Eine Orientierung zu empfohlenen Mindeststandards bietet auch das BSI – Sicheres Cloud Computing.
Sprechen Sie uns an: Microsoft 365 Beratung anfragen – ohne Obligatorium, ohne Verkaufsdruck.
Zusammenfassung: Was sofort, was in 30 Tagen, was langfristig
Alle acht Prüfpunkte auf einmal umzusetzen ist weder realistisch noch notwendig. Was zählt, ist ein klarer Zeitplan – mit den richtigen Prioritäten. Hier ist die Kurzfassung für Ihren Schreibtisch:
Sofort – diese Woche:
- MFA für alle Nutzer aktivieren (Aufwand: ca. 1–2 Stunden)
- Inaktive Konten und ungenutzte Lizenzen deaktivieren (Aufwand: ca. 30 Minuten)
- Vorhandensein eines AVV mit Microsoft prüfen (Aufwand: 10 Minuten)
In 30 Tagen – geplant und strukturiert:
- Externe Backup-Lösung für Microsoft 365 einrichten oder überprüfen
- Admin-Verantwortlichkeiten schriftlich festhalten
- Erste Secure-Score-Auswertung durchführen und Top-3-Maßnahmen ableiten
- Externe Freigaben überprüfen und Richtlinie definieren
Langfristig – kontinuierlich:
- Monatliche Sicherheitsbewertung im Defender-Portal als festen Termin verankern
- Dokumentation laufend aktuell halten
- Lizenzplan mit Business-Premium-Optionen bewerten, insbesondere für sicherheitskritische Rollen
- IT-Schulungen für Mitarbeiter in den Jahresplan aufnehmen
Microsoft 365 ist eine leistungsfähige Plattform – aber ihre Stärke entfaltet sich nur dann vollständig, wenn die Konfiguration zum Betrieb passt, Verantwortlichkeiten klar sind und Sicherheitseinstellungen aktiv gepflegt werden. Laut dem Bitkom Cloud Report 2025 sind bereits 47 % aller IT-Anwendungen in der deutschen Wirtschaft cloudbasiert – Tendenz stark steigend. Der Abstand zwischen Unternehmen, die ihre Cloud-Umgebung aktiv steuern, und solchen, die nur reagieren, wird größer.
Diese Checkliste ist Ihr Einstieg in die aktive Steuerung. Nicht weil ein Audit droht – sondern weil Ihr Unternehmen es verdient, auf einem stabilen digitalen Fundament zu stehen.
Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt
- Exportieren Sie Ihre aktuelle Nutzerliste aus dem Microsoft 365 Admin Center und markieren Sie inaktive Konten.
- Aktivieren Sie die Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA) für alle Nutzerkonten – nicht nur für Admins.
- Prüfen Sie, ob ein gültiger Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit Microsoft vorliegt und ob EU-Rechenzentren als Datenspeicherort konfiguriert sind.
- Stellen Sie sicher, dass eine externe Backup-Lösung für Ihre Microsoft-365-Daten (Exchange, SharePoint, Teams) aktiv und getestet ist.
- Reduzieren Sie die Anzahl globaler Admins auf das notwendige Minimum und legen Sie eine Vertretungsregelung fest.
- Überprüfen Sie externe Dateifreigaben und setzen Sie Ablaufdaten oder Berechtigungsbeschränkungen, wo nötig.
- Rufen Sie den Microsoft Secure Score unter security.microsoft.com auf und notieren Sie Ihre drei dringlichsten Maßnahmen.
- Dokumentieren Sie Admin-Zugänge, Lizenzen und Verantwortlichkeiten in einem sicher gespeicherten IT-Handbuch.
Häufig gestellte Fragen
Ist Microsoft 365 wirklich DSGVO-konform einsetzbar?
Ja – aber nur mit der richtigen Konfiguration. Entscheidend sind ein gültiger Auftragsverarbeitungsvertrag mit Microsoft, die Speicherung in europäischen Rechenzentren und korrekt eingestellte Aufbewahrungsrichtlinien. Microsoft stellt all diese Werkzeuge bereit, aktiviert sie aber nicht automatisch. Wer die Einstellungen nie geprüft hat, betreibt die Plattform möglicherweise nicht vollständig rechtskonform – ohne es zu wissen. Eine gezielte Prüfung der Datenschutzkonfiguration lohnt sich daher in jedem Fall.
Brauchen wir wirklich eine externe Backup-Lösung, wenn wir Microsoft 365 nutzen?
Ja. Microsoft schützt die Infrastruktur, nicht Ihre Inhalte. Versehentlich gelöschte E-Mails oder Dokumente sind nach Ablauf der Papierkorb-Frist (standardmäßig 30 Tage) unwiederbringlich weg. Ransomware kann Dateien in SharePoint verschlüsseln, bevor eine Gegenmaßnahme greift. Externe Backup-Lösungen für Microsoft 365 sind heute günstig und einfach zu betreiben – der monatliche Aufwand beträgt nach Einrichtung wenige Minuten.
Was kostet Microsoft 365 – und lohnt sich ein Upgrade auf Business Premium?
Microsoft 365 Business Standard ist ab 12,50 € pro Nutzer und Monat verfügbar. Business Premium liegt höher, enthält aber Microsoft Defender for Business und Microsoft Entra ID P1 – Sicherheitsfunktionen, die früher nur großen Unternehmen vorbehalten waren. Für Betriebe, die täglich mit sensiblen Daten arbeiten oder besondere Compliance-Anforderungen haben, ist der Aufpreis unserer Einschätzung nach sehr gut investiert. Ein gezielter Lizenzvergleich hilft, die passende Stufe zu wählen.
Wie lange dauert eine vollständige Überprüfung unserer Microsoft-365-Konfiguration?
Eine strukturierte Erstkontrolle der wichtigsten Sicherheits- und Compliance-Einstellungen dauert erfahrungsgemäß zwei bis vier Stunden – abhängig von der Anzahl der Nutzer und der Komplexität der bisherigen Konfiguration. Viele Punkte aus dieser Checkliste lassen sich in einem einzigen Arbeitsvormittag abarbeiten. Was länger dauert, sind die nachgelagerten Maßnahmen – aber auch die lassen sich gut planen und schrittweise umsetzen.
Was passiert, wenn wir weiterhin veraltete Office-Versionen nutzen, statt auf Microsoft 365 umzusteigen?
Office 2016 erhält keine Sicherheitsupdates mehr und verliert damit schrittweise den Schutz vor aktuellen Bedrohungen. Laut Intra2net KMU-Studie 2024 ist dies noch in 37 % aller kleinen Betriebe die Standardinstallation. Ohne aktuelle Updates steigt das Risiko erfolgreicher Angriffe erheblich. Zudem entfallen moderne Kollaborationsfunktionen, die Effizienz und Zusammenarbeit im Alltag spürbar verbessern. Der Umstieg ist weniger aufwändig als oft befürchtet – und lässt sich mit der richtigen Begleitung reibungslos gestalten.
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.
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