KI und Automatisierung: So nutzen Sie die Chancen – bevor es Ihre Mitbewerber tun
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Veröffentlicht: 19. Juni 2026 · Lesezeit: ca. 14 Minuten
Es ist Montagmorgen. Ihre Auftragsbestätigung liegt noch im Posteingang, weil die Mitarbeiterin, die Angebote tippt, krank ist. Das Lager meldet einen Engpass, weil niemand rechtzeitig nachbestellt hat. Und in der Buchhaltung stapeln sich Eingangsrechnungen, die manuell abgetippt werden – wie immer. Drei Baustellen gleichzeitig, die eigentlich längst gelöst sein könnten.
Genau hier setzen KI und Automatisierung an: nicht als Science-Fiction, sondern als ganz konkrete Werkzeuge, die Routineaufgaben übernehmen, Engpässe früh erkennen und Ihren Mitarbeitern Zeit für das freischaufeln, was wirklich zählt. Viele Betriebe in Ihrer Umgebung stehen vor denselben Herausforderungen – und fragen sich, ob der Aufwand lohnt.
Die kurze Antwort: Ja. Aber nur, wenn der Einstieg strukturiert und sicher erfolgt. Wer planlos startet oder zu lange wartet, riskiert beides – vergeudetes Budget und verlorene Wettbewerbsposition.
KI und Automatisierung verändern die Art, wie Unternehmen arbeiten – schneller als die meisten Inhaber erwartet haben. Laut Bitkom Research nutzten zuletzt 36 % der deutschen Unternehmen KI-Lösungen, nachdem es im Vorjahr noch 20 % waren. Dieser Sprung zeigt: Die Technologie ist in der Breite angekommen, nicht mehr nur in Großkonzernen.
Für kleinere und mittlere Betriebe entsteht dadurch ein doppelter Druck: Einerseits bieten sich echte Effizienzgewinne, die Kosten senken und Kapazitäten freimachen. Andererseits wächst der Abstand zu Wettbewerbern, die bereits automatisieren – und das spürbar. Wer heute noch abwartet, kauft morgen teurer ein, liefert langsamer aus und findet schwerer qualifizierte Mitarbeiter.
Dieser Ratgeber erklärt praxisnah, welche Fehler beim Einstieg in KI und Automatisierung am häufigsten passieren, wie Sie methodisch vorgehen, was es kostet – und was nicht zu handeln kostet. Am Ende wissen Sie, wo Sie heute stehen und welche drei Schritte Sie noch diese Woche gehen können.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Anteil deutscher Unternehmen, die KI nutzen | 36 % (Vorjahr: 20 %) | Bitkom Research 2025 |
| Mittelständler mit aktivem KI-Einsatz | 33,1 % (weitere 24,9 % planen Einführung) | DMB/Salesforce KI-Index Mittelstand 2025 |
| Größte Hemmnisse beim KI-Einsatz (Mehrfachnennung) | Rechtliche Unsicherheit 53 %, fehlendes Know-how 53 %, Personalmangel 51 % | Bitkom Research 2025 |
| Potenzial für Arbeitsautomatisierung durch KI | Bis zu 25 % der Arbeitstätigkeiten teilweise automatisierbar | IW Köln Report 2025 |
Was passiert, wenn Ihr Betrieb KI und Automatisierung einfach ignoriert?
Das Zögern ist verständlich. Neue Technologien kosten Zeit, Geld und Nerven – das wissen alle, die schon einmal eine Softwareeinführung erlebt haben. Doch die Kosten des Nichthandelns sind inzwischen messbar und steigen. Laut IW Köln lassen sich bis zu 25 % der heutigen Arbeitstätigkeiten durch KI mindestens teilweise automatisieren. Betriebe, die das ignorieren, zahlen diese Kapazitäten weiterhin in Form von Personalstunden – während Wettbewerber dieselbe Arbeit mit weniger Aufwand erledigen.
Das trifft besonders dort, wo Fachkräfte knapp sind. In Nordthüringen und dem Eichsfeld kämpfen viele Betriebe schon heute darum, offene Stellen zu besetzen. Ein Maschinenbauer aus dem Raum Dingelstädt, der repetitive Planungsaufgaben automatisiert, schafft Raum für qualifizierte Tätigkeiten – und wird als Arbeitgeber attraktiver, weil Mitarbeiter anspruchsvollere Aufgaben übernehmen können.
Hinzu kommt der Marktdruck: Laut DMB/Salesforce haben bereits 33,1 % der Mittelständler KI aktiv eingeführt, weitere 24,9 % planen dies für die nächsten zwölf Monate. Wer in dieser Dynamik zur verbleibenden Gruppe der Abwartenden gehört, verliert schrittweise Boden – in Liefergeschwindigkeit, Angebotsqualität und Kostenstruktur.
Die gute Nachricht: Für den Einstieg brauchen Sie kein eigenes IT-Team und keine Millionenbudgets. Die Digitalisierungsberatung der TTG GmbH begleitet Betriebe aus der Region dabei, die realistischen Einsatzfelder zu identifizieren – ohne Hype, ohne unnötige Komplexität.
- Analysieren Sie, welche Aufgaben in Ihrem Betrieb täglich wiederholt werden – das sind die KI-Kandidaten.
- Fragen Sie Ihre Mitarbeiter gezielt: Wo verbringen sie die meiste Zeit mit Dingen, die eine Maschine übernehmen könnte?
- Vergleichen Sie Ihren Prozessstand mit dem Ihrer direkten Mitbewerber – Branchenverbände veröffentlichen dazu regelmäßig Daten.
- Setzen Sie Automatisierung nicht mit Stellenabbau gleich – kommunizieren Sie das intern klar, um Widerstände zu vermeiden.
Die häufigsten Fehler und Missverständnisse beim Einsatz von KI und Automatisierung
Die größten Stolperfallen beim Thema KI und Automatisierung entstehen nicht aus Unwissenheit, sondern aus falschen Erwartungen. Viele Betriebe starten entweder zu groß – mit einem Digitalisierungsprojekt, das alles auf einmal lösen soll – oder gar nicht, weil ihnen die Anforderungen überwältigend erscheinen. Beides kostet Geld und Motivation.
Laut Bitkom Research nennen 53 % der Unternehmen rechtliche Unsicherheiten als Haupthemmnis – gleichauf mit fehlendem technischen Know-how. Das zeigt: Die Angst vor dem Falschen ist fast so verbreitet wie die Angst vor dem Unbekannten. Dabei sind die grundlegenden Datenschutzanforderungen beim KI-Einsatz für die meisten Standardanwendungen gut handhabbar, wenn man sie von Anfang an mitdenkt.
Hier sind die häufigsten Missverständnisse, die wir in der Beratungspraxis erleben:
- „KI ersetzt meine Mitarbeiter.“ In der Praxis übernimmt KI Routinetätigkeiten – Ihre Mitarbeiter gewinnen Zeit für Aufgaben mit echtem Mehrwert.
- „Das ist nur etwas für große Unternehmen.“ Generative KI-Tools wie Microsoft Copilot oder ChatGPT for Business sind bereits für kleine Betriebe erschwinglich und praxistauglich.
- „Ich brauche zuerst eine perfekte Datenbasis.“ Ein strukturierter Start mit einem einzigen gut dokumentierten Prozess genügt. Perfektion ist kein Startkriterium.
- „Der Datenschutz ist unlösbar.“ Mit den richtigen Werkzeugen und Einstellungen lässt sich DSGVO-konformer KI-Einsatz realisieren – das BSI bietet konkrete Empfehlungen für KI-Sicherheit.
- „Ein KI-Tool löst alles.“ KI ist kein Allheilmittel – sie ist ein Werkzeug, das sinnvoll in Ihre Prozesse eingebettet sein muss.
Wer diese Fehler vermeidet, spart sich teure Umwege. Zur Datensicherheit beim KI-Einsatz – TTG GmbH gehört auch, schon in der Planungsphase klare Regeln für Datenzugriff, Verarbeitung und Speicherung zu definieren.
- Starten Sie mit einem einzigen klar abgegrenzten Prozess – nicht mit einer unternehmensweiten Transformation.
- Holen Sie Ihre Mitarbeiter frühzeitig ins Boot und erklären Sie den Nutzen, nicht nur die Technologie.
- Prüfen Sie, welche Daten das KI-Tool verarbeitet und ob diese die eigene Infrastruktur verlassen.
- Lassen Sie rechtliche und datenschutzrechtliche Fragen vorab klären – ein kurzes Beratungsgespräch reicht meist aus.
Schritt für Schritt: So gehen Sie KI und Automatisierung systematisch an
Ein strukturierter Einstieg in KI und Automatisierung braucht keine aufwändige Strategie-Offsite und kein Projektteam aus zehn Personen. Unserer Erfahrung nach reicht ein klarer Vier-Phasen-Ansatz, den ein Betrieb auch parallel zum Tagesgeschäft umsetzen kann.
Phase 1: Bestandsaufnahme (1–2 Wochen)
Erfassen Sie Ihre zeitintensivsten Routineprozesse. Datenerfassung, Rechnungsverarbeitung, E-Mail-Kommunikation, Lagerverwaltung – überall dort, wo Menschen dieselben Schritte täglich wiederholen, liegt Automatisierungspotenzial.
Phase 2: Priorisierung (1 Woche)
Nicht jede Aufgabe lohnt die Automatisierung. Bewerten Sie Kandidaten nach zwei Kriterien: Wie hoch ist der Zeitaufwand? Wie standardisiert ist der Prozess? Je klarer und regelmäßiger ein Ablauf, desto einfacher ist er zu automatisieren.
Phase 3: Pilotprojekt (4–8 Wochen)
Wählen Sie einen Prozess und implementieren Sie ein geeignetes Tool in einem klar definierten Testrahmen. Messen Sie Vorher/Nachher – konkret in Stunden und Fehlerquoten, nicht in abstrakten Effizienzwerten.
Phase 4: Auswertung und Skalierung
Was funktioniert hat, können Sie auf weitere Bereiche übertragen. Was nicht funktioniert hat, liefert wertvolle Erkenntnisse für den nächsten Versuch – ohne dass Sie gleich ein ganzes System in Frage stellen müssen.
Die ISO/IEC 27001-Norm empfiehlt explizit, KI-Systeme in das bestehende Informationssicherheits-Management einzubetten – das gilt auch für mittelständische Betriebe. Die ISO/IEC 27001 zertifiziert – TTG GmbH unterstützt Sie dabei, diesen Rahmen von Anfang an mitzudenken.
- Dokumentieren Sie Ihre fünf zeitintensivsten Routineprozesse – schriftlich, mit Zeitschätzung pro Woche.
- Bewerten Sie jeden Prozess nach Standardisierungsgrad (1–5) und Zeitaufwand.
- Wählen Sie den Prozess mit dem besten Verhältnis beider Kriterien als Piloten.
- Definieren Sie vor dem Start klare Erfolgskriterien – was muss das Tool in acht Wochen leisten?
- Planen Sie eine Auswertungsrunde am Ende des Pilots mit den betroffenen Mitarbeitern.
Technische Grundlagen zu KI und Automatisierung – verständlich erklärt
Sie müssen kein Informatiker sein, um KI und Automatisierung sinnvoll einzusetzen. Aber ein Grundverständnis der wichtigsten Konzepte hilft Ihnen, Angebote zu bewerten, Anforderungen zu formulieren und Risiken einzuschätzen. Hier die drei wichtigsten Kategorien in der Praxis:
Generative KI erstellt Texte, Bilder, Zusammenfassungen oder Antworten auf Basis von Sprachmodellen. Tools wie Microsoft Copilot, ChatGPT for Business oder Google Gemini helfen beim Verfassen von E-Mails, Angeboten oder Berichten. Rund 73 % der KI-nutzenden Betriebe setzen bereits auf generative KI – das ist die zugänglichste Kategorie für den schnellen Einstieg.
Automatisierungsplattformen wie Microsoft Power Automate oder Zapier verbinden bestehende Anwendungen miteinander, ohne dass Code geschrieben werden muss. Wenn eine Bestellung eingeht, wird automatisch eine Aufgabe im ERP-System angelegt – und gleichzeitig eine E-Mail an den Disponenten versendet. Das ist klassische Prozessautomatisierung, die ohne KI-Wissen funktioniert.
Prädiktive KI analysiert historische Daten und trifft Vorhersagen: Wann wird ein Bauteil ausfallen? Wie entwickelt sich der Bedarf im nächsten Quartal? Diese Kategorie ist anspruchsvoller und setzt eine strukturierte Datenbasis voraus – lohnt sich aber besonders in der Produktion und Logistik.
| KI-Typ | Typischer Einsatz | Empfehlung |
|---|---|---|
| Generative KI | Texte, E-Mails, Zusammenfassungen | Ideal als Einstieg – sofort nutzbar |
| Prozessautomatisierung | Datenweitergabe zwischen Systemen | Hoher ROI bei klaren Abläufen |
| Prädiktive KI | Prognosen, Wartungsplanung | Erst nach Aufbau einer soliden Datenbasis |
Für den Aufbau einer belastbaren technischen Basis – von der Server-Infrastruktur bis zur sicheren Cloud-Anbindung – bietet die IT-Infrastruktur für den digitalen Wandel – TTG GmbH konkrete Lösungen, die auf die Größe Ihres Betriebs abgestimmt sind. Förderoptionen gibt es übrigens auch: Die Förderberatung für Digitalisierungsprojekte – TTG GmbH zeigt Ihnen, welche Programme aktuell für Ihr Vorhaben in Frage kommen.
- Starten Sie mit einem generativen KI-Tool im Büroalltag – E-Mail-Vorlagen, Angebotsentwürfe, Protokolle.
- Prüfen Sie, ob Ihre Kernsoftware (ERP, CRM) bereits Automatisierungs-Schnittstellen mitbringt.
- Schulen Sie Ihre Mitarbeiter in einem halbtägigen Workshop zu Grundlagen und Nutzungsregeln.
- Legen Sie fest, welche Daten das Tool verarbeiten darf – und welche nicht.
Was KI und Automatisierung kosten – und was es kostet, es nicht zu tun
Die Kostenfrage ist berechtigt – und die Antwort ist ehrlicher als viele Anbieter zugeben: Der Einstieg in KI und Automatisierung ist für die meisten Betriebe günstiger als erwartet, die laufende Optimierung aber dauerhafter Aufwand. Beides müssen Sie einkalkulieren.
Auf der Einstiegsseite: Ein Lizenz für Microsoft 365 Business Premium inklusive Copilot liegt bei rund 30 Euro pro Nutzer und Monat. Automatisierungsplattformen wie Power Automate starten bei unter 15 Euro monatlich. Ein professionell begleitetes Pilotprojekt mit externer IT-Unterstützung kostet je nach Umfang zwischen 2.000 und 8.000 Euro einmalig – abhängig davon, wie gut Ihre Prozesse bereits dokumentiert sind.
Auf der Gegenseite steht das, was Sie heute zahlen, ohne es zu merken: Eine Mitarbeiterin, die täglich zwei Stunden mit manueller Dateneingabe beschäftigt ist, kostet Ihr Unternehmen bei einem durchschnittlichen Stundensatz von 30 Euro rund 15.000 Euro im Jahr – allein für diesen einen Prozess. Das IW Köln zeigt, dass bis zu 25 % der Arbeitstätigkeiten durch KI automatisierbar sind. In einem 10-Personen-Betrieb entspricht das rechnerisch bis zu 2,5 Vollzeitstellen in Routinearbeit.
Zur Finanzierung: Förderprogramme wie das BMWK – Digitalisierung im Mittelstand bieten Zuschüsse und Beratungsförderung für genau solche Vorhaben. Viele Betriebe wissen nicht, dass sie Anspruch darauf haben.
- Berechnen Sie die wöchentlichen Stunden für Ihre drei größten Routineprozesse – multipliziert mit dem Stundensatz ergibt das Ihr Automatisierungspotenzial in Euro.
- Fragen Sie gezielt nach Förderprogrammen – BAFA, Thüringer Aufbaubank und BMWK bieten aktuell relevante Töpfe.
- Planen Sie nicht nur Lizenzkosten ein, sondern auch Einführungszeit und Schulungsaufwand.
- Vergleichen Sie Angebote verschiedener Anbieter – aber achten Sie auf Gesamtkosten inklusive Support, nicht nur den Listenpreis.
- Rechnen Sie den Break-even konkret durch: Ab wann haben sich die Einführungskosten durch eingesparte Arbeitsstunden amortisiert?
KI und Automatisierung in der Praxis: Erfahrungen aus der Region
Theorie ist das eine – aber was passiert wirklich, wenn ein regionaler Betrieb den Schritt wagt? Ein mittelständischer Zulieferer aus dem Raum Dingelstädt, der Metallkomponenten für den Maschinenbau fertigt, stand vor einem klassischen Problem: Die Arbeitsvorbereitung war vollständig manuell, Lieferzeiten schwer planbar, und die Nachbestellung von Rohstoffen hing an den Erfahrungswerten einzelner Mitarbeiter. Nach einer dreimonatigen Pilotphase mit einer prädiktiven Bedarfsplanung auf Basis historischer Auftragsdaten konnte der Betrieb seinen Materialpuffer um rund 18 % reduzieren – ohne Lieferengpässe zu riskieren.
Das klingt nach einem großen Projekt. Es war es nicht. Der entscheidende Schritt war, mit einem einzigen, gut dokumentierten Datensatz zu starten – und die Ergebnisse messbar zu machen. Unserer Erfahrung nach ist genau das der häufigste Grund, warum KI-Piloten scheitern: nicht die Technologie, sondern fehlende Messkriterien.
Als Digitalisierungs-Potenzial prüfen lassen – das ist der erste konkrete Schritt, den wir jedem Betrieb empfehlen, der wissen will, wo er heute steht. Als ISO/IEC 27001-zertifizierter IT-Partner mit über 25 Jahren Erfahrung in Nordthüringen und dem Eichsfeld hat die TTG GmbH Betriebe unterschiedlichster Größe und Branche bei diesem Schritt begleitet – pragmatisch, ohne unnötigen Aufwand.
Was dabei immer gilt: KI und Automatisierung müssen zu Ihrem Betrieb passen, nicht umgekehrt. Das Bitkom-Kompetenzfeld Künstliche Intelligenz bietet darüber hinaus aktuelle Praxisleitfäden und Studien, die Ihnen helfen, sich im Markt zu orientieren.
- Suchen Sie nach Betrieben in Ihrer Branche, die KI bereits einsetzen – Branchenverbände und IHK vermitteln oft Erfahrungsaustausch.
- Lassen Sie Ihr Digitalisierungs-Potenzial von einem erfahrenen regionalen Partner einschätzen – vor der Investitionsentscheidung.
- Dokumentieren Sie Ihren Ist-Zustand vor dem Start, damit Sie den Fortschritt messen können.
- Teilen Sie Ihre Erfahrungen intern – erfolgreiche Pilotprojekte motivieren zur weiteren Nutzung.
Was Sie jetzt tun können: Drei konkrete erste Schritte
Der häufigste Fehler beim Thema KI und Automatisierung ist nicht der falsche Start – sondern gar kein Start. Die Unternehmen, die heute die größten Vorteile erzielen, haben vor zwölf bis achtzehn Monaten einfach angefangen. Nicht perfekt, aber konsequent.
Laut DMB/Salesforce planen 24,9 % der Mittelständler die KI-Einführung für die nächsten zwölf Monate – gleichzeitig haben 43 % noch keine konkreten Pläne. Das bedeutet: Die Fensterphase für einen Vorsprung ist noch offen. Aber sie schließt sich.
Schritt 1: Bestandsaufnahme in einer Stunde
Nehmen Sie sich heute Nachmittag 60 Minuten. Schreiben Sie Ihre fünf zeitintensivsten Routineprozesse auf – mit Zeitschätzung pro Woche. Das ist Ihre Potenziallandkarte für KI und Automatisierung.
Schritt 2: Einen Prozess auswählen und testen
Wählen Sie den standardisiertesten Prozess aus Ihrer Liste. Testen Sie ein passendes Tool kostenlos – Microsoft, Google und viele Spezialanbieter bieten 30-tägige Testversionen an. Messen Sie den Zeitaufwand vor und nach dem Test.
Schritt 3: Expertise holen, bevor Sie investieren
Bevor Sie eine Lizenz kaufen oder ein Projekt beauftragen, lassen Sie sich beraten. Ein einstündiges Gespräch mit einem erfahrenen IT-Partner kann Ihnen teure Umwege ersparen – und zeigt Ihnen, welche Fördermöglichkeiten aktuell verfügbar sind.
Das BMWK bietet regelmäßig aktualisierte Informationen zur Digitalisierungsförderung im Mittelstand – inklusive Beratungsprogrammen, die Sie kostenfrei in Anspruch nehmen können.
- Schreiben Sie noch heute Ihre fünf zeitintensivsten Routineprozesse auf – mit Zeitaufwand pro Woche.
- Testen Sie einen KI-Assistenten (z. B. Microsoft Copilot) kostenlos für zwei Wochen in einem klar abgegrenzten Aufgabenbereich.
- Sprechen Sie mit einem oder zwei Ihrer Mitarbeiter: Wo würden sie sich Entlastung wünschen?
- Prüfen Sie aktuelle Förderprogramme auf Ihre Anspruchsberechtigung – BAFA, TAB und BMWK sind gute Startpunkte.
- Vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch mit einem regionalen IT-Partner, bevor Sie investieren.
Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt
- Erfassen Sie Ihre fünf zeitintensivsten Routineprozesse schriftlich – inklusive Zeitschätzung pro Woche.
- Bewerten Sie jeden Prozess nach Standardisierungsgrad und Automatisierungspotenzial (Skala 1–5).
- Testen Sie einen KI-Assistenten kostenlos für zwei bis vier Wochen in einem klar abgegrenzten Bereich.
- Klären Sie vorab, welche Unternehmensdaten das Tool verarbeitet und ob diese die eigene Infrastruktur verlassen.
- Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern über Ziele und Nutzen – holen Sie sie vor dem Start ins Boot.
- Prüfen Sie verfügbare Förderprogramme (BAFA, Thüringer Aufbaubank, BMWK) auf Ihre Anspruchsberechtigung.
- Definieren Sie messbare Erfolgskriterien für Ihren Pilot – konkrete Stunden und Fehlerquoten, keine abstrakten Zielwerte.
- Vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch mit einem erfahrenen regionalen IT-Partner, bevor Sie größere Investitionen tätigen.
Häufig gestellte Fragen
Ist KI und Automatisierung wirklich etwas für meinen kleinen Betrieb – oder nur für Konzerne?
Absolut für Ihren Betrieb. Gerade kleinere Unternehmen profitieren überproportional, weil jede eingesparte Arbeitsstunde direkt messbar ist. Viele Tools sind cloud-basiert, monatlich kündbar und ohne eigene IT-Abteilung nutzbar. Der Schlüssel ist, mit einem einzigen klar abgegrenzten Prozess zu starten – nicht mit einer unternehmensweiten Transformation. Laut Bitkom nutzt bereits rund jedes vierte KMU KI-Verfahren, Tendenz stark steigend.
Was kostet ein KI-Einstieg wirklich – und gibt es Fördermittel?
Einstiegslösungen starten bei unter 30 Euro pro Nutzer und Monat. Ein professionell begleitetes Pilotprojekt liegt je nach Umfang zwischen 2.000 und 8.000 Euro einmalig. Gleichzeitig existieren Förderprogramme von BAFA, dem BMWK und der Thüringer Aufbaubank, die Beratungs- und Investitionskosten bezuschussen. Viele Betriebe wissen nicht, dass sie anspruchsberechtigt sind – eine kurze Förderberatung lohnt sich fast immer.
Wie gehe ich mit dem Datenschutz um – darf ich Unternehmensdaten in KI-Tools eingeben?
Das hängt vom konkreten Tool und den verarbeiteten Daten ab. Für viele Standardanwendungen gilt: Solange keine personenbezogenen Kundendaten oder sensible Geschäftsgeheimnisse eingegeben werden, sind die DSGVO-Risiken überschaubar. Wichtig ist, die Nutzungsbedingungen des Anbieters zu prüfen und eine interne Nutzungsrichtlinie zu definieren. Das BSI bietet hierzu klare Orientierungshilfen für Unternehmen.
Wie lange dauert es, bis ich erste Ergebnisse sehe?
Bei generativen KI-Tools wie Copilot oder ChatGPT for Business sehen Mitarbeiter oft schon in der ersten Woche messbare Zeitersparnisse – bei E-Mails, Berichten oder Recherche. Komplexere Automatisierungsprojekte brauchen vier bis acht Wochen für Pilotphase und Auswertung. Entscheidend ist, vorher klare Messkriterien zu definieren – dann wissen Sie nach dem Pilot genau, ob und wie viel Sie gewonnen haben.
Was passiert, wenn das Pilotprojekt nicht funktioniert?
Ein nicht erfolgreiches Pilotprojekt ist kein Misserfolg – es ist eine Erkenntnis. In der Praxis scheitern KI-Piloten fast nie an der Technologie, sondern an unklaren Zielen, fehlender Datenbasis oder mangelnder Einbindung der Mitarbeiter. Wenn Sie diese Punkte vorab klären, ist das Risiko gering. Und selbst wenn ein Ansatz nicht passt: Sie haben dabei gelernt, welche Prozesse sich wirklich für Automatisierung eignen.
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.
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