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Managed Services: Die wichtigsten Fragen – ehrlich und vollständig beantwortet

Inhaltsverzeichnis

Veröffentlicht: 30. August 2026 · Lesezeit: ca. 13 Minuten

„Wir haben das bisher immer selbst geregelt – und es hat funktioniert.“ Diesen Satz hören wir in Beratungsgesprächen regelmäßig. Und er stimmt ja auch: Viele Betriebe kommen jahrelang gut durch, flicken hier und da, vertrauen auf einen zuverlässigen Mitarbeiter, der „sich mit IT auskennt“. Was dabei selten mitgedacht wird: Dieser eine Mitarbeiter wird krank, kündigt oder ist im Urlaub – genau dann, wenn der Server streikt. Aktuell zeigt sich das Risiko besonders deutlich: Im August wurden hochriskante Sicherheitslücken in TeamViewer sowie in weit verbreiteten Drucksystemen wie PaperCut öffentlich bekannt – Schwachstellen, die sofortiges Handeln erfordern, aber in vielen Betrieben tagelang unbemerkt bleiben. Wer seine IT-Betreuung strukturiert hat, reagiert innerhalb von Stunden. Wer sie improvisiert, reagiert zu spät.

Managed Services – also die dauerhafte, vertraglich geregelte IT-Betreuung durch einen externen Dienstleister – sind für viele Unternehmen keine Frage des Ob mehr, sondern des Wie. Der IT-Fachkräftemangel in Deutschland hat längst auch den Mittelstand erreicht: Über 137.000 offene IT-Stellen (Bitkom 2024) können schlicht nicht besetzt werden. Gleichzeitig wächst der Druck durch Cyberangriffe, Compliance-Anforderungen und technische Komplexität.

Trotzdem zögern viele Inhaber und Geschäftsführer – oft aus gutem Grund. Denn die Angebote auf dem Markt sind unübersichtlich, Vertragsbedingungen schwer vergleichbar, und was ein MSP-Paket wirklich enthält, erschließt sich erst beim genauen Lesen des Kleingedruckten. Wer blind unterschreibt, erlebt Überraschungen – meist in Form von Zusatzkosten oder enttäuschten Erwartungen.

Dieser Artikel beantwortet die fünf Fragen, die uns in der Praxis am häufigsten gestellt werden: Was sind Managed Services genau? Was kosten sie wirklich? Was regelt der Vertrag – und was nicht? Welche DSGVO-Pflichten entstehen? Und wann lohnt sich das Modell überhaupt? Konkret, ohne Fachjargon, mit klaren Empfehlungen.

KennzahlWertQuelle
Offene IT-Fachkräftestellen in Deutschland137.000+Bitkom 2024
Unternehmen, die Cloud-Computing als wettbewerbsrelevant einschätzen78 %Bitkom/KPMG Cloud Monitor 2024
Deutsche Unternehmen von digitaler Sabotage betroffen oder vermutlich betroffen73 %Bitkom 2024/2025
Anteil der KMU an allen deutschen Unternehmen99,2 %Destatis 2024

Warum das Thema so viele Fragen aufwirft

Warum das Thema so viele Fragen aufwirft – Managed Services

Managed Services ist einer jener Begriffe, bei dem jeder Anbieter etwas anderes meint. Der eine versteht darunter reines Monitoring, der nächste ein Rundum-sorglos-Paket inklusive Helpdesk und Cloud-Verwaltung. Diese Unklarheit ist kein Zufall – der Markt ist fragmentiert, Leistungsbausteine werden individuell geschnürt, und Standarddefinitionen fehlen weitgehend.

In der Praxis führt das zu konkreten Problemen: Unternehmen vergleichen Angebote, die gar nicht vergleichbar sind. Ein Angebot für 299 Euro im Monat und eines für 799 Euro können nahezu identische oder fundamental unterschiedliche Leistungen enthalten – je nachdem, was der Anbieter unter „Wartung“ und „Support“ versteht. Wer das nicht prüft, zahlt entweder zu viel oder erhält zu wenig.

Hinzu kommt ein strukturelles Misstrauen: Viele Inhaber befürchten, die Kontrolle über ihre IT abzugeben. Dieser Einwand ist berechtigt – und er lässt sich durch kluge Vertragsgestaltung lösen. Aber er muss ausgesprochen und adressiert werden, bevor ein Vertrag unterzeichnet wird.

Ein Handwerksbetrieb aus unserer Region hat uns genau das berichtet: Er hatte drei Jahre lang einen Managed-Services-Vertrag, der auf dem Papier gut klang – in der Praxis aber bedeutete, dass jede Softwareinstallation extra berechnet wurde und der Vor-Ort-Support nur gegen Aufpreis galt. Was er gebraucht hätte, stand schlicht nicht im Vertrag.

  • Lassen Sie sich vor der Angebotseinholung eine klare Leistungsdefinition schriftlich vorlegen.
  • Fragen Sie explizit: Was ist nicht im Paket enthalten?
  • Vergleichen Sie nur Angebote mit identischer Leistungstiefe – sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.
  • Nutzen Sie die IT-Förderberatung der TTG GmbH, um Ihren tatsächlichen Bedarf vorab zu strukturieren.

Wer die Fragen stellt, bevor er unterschreibt, hat hinterher deutlich weniger Erklärungsbedarf – gegenüber dem Anbieter und gegenüber sich selbst.

Was sind Managed Services eigentlich – und was nicht?

Die meistgestellte Frage in unseren Erstgesprächen lautet sinngemäß: „Ist das nicht einfach Outsourcing?“ Die Antwort: Es gibt eine Überschneidung, aber auch einen wesentlichen Unterschied. Klassisches IT-Outsourcing bedeutet oft, dass ein Dienstleister auf Zuruf tätig wird – reaktiv, wenn etwas kaputt ist. Managed Services funktionieren anders: Der Dienstleister übernimmt dauerhaft definierte IT-Aufgaben, überwacht Systeme aktiv und wird tätig, bevor Probleme sichtbar werden.

Konkret kann das bedeuten: Patch-Management, Monitoring von Servern und Netzwerken, Backup-Überwachung, Endpoint-Schutz, Helpdesk für Mitarbeitende, Cloud-Administration und Lizenzmanagement. Was davon im Vertrag steht, hängt vom gewählten Paket und vom Anbieter ab – deshalb ist die genaue Leistungsbeschreibung so wichtig.

Was Managed Services ausdrücklich nicht sind: ein Versprechen, dass nichts passiert. Ausfälle, Sicherheitsvorfälle und menschliche Fehler bleiben möglich. Der Unterschied liegt in der Reaktionsgeschwindigkeit und in der Fähigkeit, Probleme früh zu erkennen – nicht darin, dass sie nie auftreten.

Ein weiterer häufiger Irrtum: „Mit Managed Services gebe ich die Kontrolle ab.“ Seriöse Anbieter liefern regelmäßige Berichte, transparente Dokumentation und klar definierte Eskalationswege. Sie sind Dienstleister, keine Eigentümer Ihrer IT.

  • Lassen Sie sich den genauen Leistungsumfang in einer Leistungsbeschreibung (nicht nur im Anschreiben) bestätigen.
  • Fragen Sie nach Monitoring-Reports – wie oft erhalten Sie eine Übersicht über den Systemzustand?
  • Klären Sie, wer bei einem Vorfall die erste Ansprechperson ist und wie die Eskalation läuft.
  • Informieren Sie sich über die Managed Services der TTG GmbH – als konkretes Vergleichsbeispiel für strukturierte Leistungspakete.

Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten MSP-Vertrag liegt oft nicht in den großen Schlagwörtern, sondern in den Details: Wer darf was entscheiden? Wer informiert wen – und wann?

Technisch gesehen: Was passiert bei mir im Hintergrund?

Viele Unternehmer wollen verstehen, was ein Managed Services Provider technisch tut – ohne selbst IT-Experte zu sein. Das ist eine vollkommen berechtigte Frage, denn wer einen Dienstleister bezahlt, sollte grob nachvollziehen können, was er für sein Geld bekommt.

Im Kern arbeiten MSPs mit sogenannten RMM-Systemen (Remote Monitoring and Management). Das sind Softwareplattformen, die auf Ihren Geräten – Servern, PCs, Notebooks – kleine Agenten installieren, die kontinuierlich Statusdaten liefern: Festplattenauslastung, Arbeitsspeicher, Verfügbarkeit von Diensten, Patch-Status. Der Anbieter sieht diese Daten zentral und kann reagieren, noch bevor Sie ein Problem bemerken.

Parallel dazu laufen in der Regel: automatisierte Patch-Verteilung (Sicherheitsupdates werden eingespielt, ohne dass jemand beim Rechner sitzen muss), Backup-Monitoring (ist die letzte Sicherung tatsächlich erfolgreich gelaufen?) und Virenschutz-Management. Bei erweiterten Paketen kommen SIEM-Systeme hinzu – also Sicherheitsinformationen aus verschiedenen Quellen werden gebündelt ausgewertet.

Was das für Sie bedeutet: Ihre Mitarbeitenden merken von diesem Hintergrundbetrieb meist nichts. Kein Techniker sitzt täglich im Büro – der Dienstleister ist trotzdem präsent. Wenn etwas auffällt, kommt eine Benachrichtigung, und der Anbieter handelt gemäß SLA.

  • Fragen Sie, welche RMM-Plattform der Anbieter nutzt – seriöse MSPs nennen das offen.
  • Lassen Sie erklären, welche Daten der Agent erhebt und wo diese gespeichert werden.
  • Klären Sie, ob Patches automatisch eingespielt oder erst nach Freigabe durch Sie ausgerollt werden.
  • Bestehen Sie auf Backup-Monitoring mit Nachweis: Nicht nur „wir machen Backups“, sondern „wir prüfen täglich, ob das Backup erfolgreich war“.

Mehr Informationen zu technischen Schutzmaßnahmen, die auch förderfähig sein können, finden Sie bei den Geförderten IT-Sicherheitslösungen der TTG GmbH sowie in den Empfehlungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Was kosten Managed Services wirklich – inklusive der versteckten Posten?

Was kosten Managed Services wirklich – inklusive der versteckten Posten? – TTG GmbH Dingelstädt

Die Kostenfrage ist die sensibelste – und die, bei der am meisten verschwiegen wird. Pauschalpreise nennen wir hier bewusst nicht, weil sie ohne Kenntnis Ihrer konkreten IT-Umgebung schlicht irreführend wären. Was wir stattdessen tun: die typischen Kostenposten transparent machen, die in Standardangeboten gerne fehlen.

Der monatliche Grundpreis deckt in der Regel ab: Monitoring, Basis-Patching, Helpdesk (oft mit Stundenkontingent), Virenschutz. Was häufig extra kostet:

  • Vor-Ort-Einsätze: Remote-Support ist im Paket, der Techniker im Büro nicht – oder nur bis zu einer bestimmten Stundenanzahl.
  • Projektarbeiten: Migrationen, neue Systeme einrichten, Server tauschen – das ist kein laufender Betrieb und wird separat berechnet.
  • Softwarelizenzen: Viele MSPs verwalten Ihre Lizenzen, kaufen sie aber auf Ihre Rechnung. Die Lizenzkosten stehen nicht im Monatspreis.
  • Notfalleinsätze außerhalb der Servicezeiten: Was passiert nachts oder am Wochenende – und zu welchem Satz?
  • Onboarding: Die Ersteinrichtung des Monitorings, die Inventarisierung Ihrer Geräte – einmalig, aber oft mehrere Hundert bis Tausend Euro.

Hinzu kommt aktuell ein konkreter Prüfpunkt: Microsoft hat ab Juli 2026 mehrere M365-Pläne verteuert und gleichzeitig Sicherheitsfunktionen in Basispläne integriert. Wenn Ihr MSP-Vertrag auf einem bestimmten M365-Plan aufbaut und Add-ons enthält, die nun im Basisplan enthalten sind, zahlen Sie möglicherweise doppelt. Das sollten Sie beim nächsten Renewal explizit ansprechen.

Unsere Empfehlung: Machen Sie vor jedem Anbietervergleich einen ehrlichen TCO-Check (Total Cost of Ownership). Addieren Sie Ihre heutigen IT-Kosten: Personalzeit für IT-Themen, Ausfallzeiten und deren Kosten, Lizenzausgaben, externe Dienstleister auf Zuruf. Viele MSPs bieten diesen Check kostenlos an – nutzen Sie das Angebot, bevor Sie ein Angebot vergleichen. Und lassen Sie sich die Laufzeit und Kündigungsfristen des Vertrags genau erklären; gängig sind 24 Monate mit dreimonatiger Frist. Kürzere Laufzeiten sind verhandelbar, wenn Sie Ihre Situation kennen. Detaillierte Informationen zur ISO/IEC 27001-Zertifizierung und zu Qualitätsstandards finden Sie unter ISO/IEC 27001 zertifiziert – TTG GmbH.

DSGVO, Haftung und Verträge: Was gilt wirklich?

„Wenn mein IT-Dienstleister Daten meiner Kunden verwaltet – muss ich dann irgendetwas unterschreiben?“ Ja, und das ist keine Bürokratie, sondern Pflicht. Wer Managed Services nutzt und dabei personenbezogene Daten verarbeitet werden (z. B. Kundendaten, E-Mails, Personalakten in der Cloud), braucht zwingend einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO.

Dieser Vertrag regelt, welche Daten der Dienstleister zu welchem Zweck verarbeitet, wo die Daten gespeichert werden und welche technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOMs) der Anbieter umsetzt. Fehlt der AVV, sind Sie als Verantwortlicher haftbar – nicht der Dienstleister.

Ein hartnäckiger Mythos: „Wenn die Daten in Deutschland liegen, bin ich auf der sicheren Seite.“ Serverstandort ist ein Faktor, aber kein Freifahrtschein. Entscheidend ist, wer Zugriff auf die Daten hat – auch Muttergesellschaften oder Subdienstleister in Drittländern können unter US-amerikanisches Recht fallen und damit DSGVO-relevant sein.

Aktuell verschärft sich der Druck durch die aktive Durchsetzung der NIS2-Richtlinie. Übergangsfristen sind ausgelaufen; wer unter NIS2 fällt (u. a. bestimmte Branchen ab einer bestimmten Größe), muss Meldepflichten, Sicherheitsanforderungen und Risikomanagementmaßnahmen nachweisen können. Ein guter MSP kann dabei helfen – aber nur, wenn das explizit im Vertrag steht.

  • Verlangen Sie vor Vertragsschluss den AVV – ohne Wenn und Aber.
  • Prüfen Sie, ob und wo Subdienstleister eingesetzt werden und ob diese ebenfalls DSGVO-konform sind.
  • Fragen Sie Ihren MSP, ob er NIS2-Compliance-Support anbietet oder ob das extra beauftragt werden muss.
  • Lassen Sie die TOMs des Anbieters von jemandem lesen, der die DSGVO kennt – Ihr Datenschutzbeauftragter oder ein externer Berater.

Weiterführende Orientierung bietet die BAFA – Bundesförderung Wirtschaft und Mittelstand, die auch Beratungsförderung für Datenschutz- und Compliance-Themen umfasst. Förderung der IT-Infrastruktur können Sie außerdem über IT-Infrastruktur mit Förderung realisieren – TTG GmbH anfragen.

Wann lohnt sich das Modell – und wann nicht?

Managed Services sind kein Allheilmittel. Für manche Betriebe ist das Modell die richtige Antwort auf echte Probleme – für andere ist es schlicht überdimensioniert oder nicht zum Reifegrad der eigenen IT passend. Die ehrliche Frage lautet: Was brauchen Sie wirklich?

Ein konkreter Fall aus unserer Region: Ein Maschinenbauer mit rund 30 Mitarbeitern und einem gewachsenen IT-System hat jahrelang gut mit einem freiberuflichen Techniker gearbeitet, der einmal pro Woche vorbeikam. Als dieser Techniker sich selbständig machte und seinen Kundenstamm verkleinerte, entstand plötzlich eine Lücke. Der Betrieb hatte weder Dokumentation seiner Systeme noch einen definierten Notfallkontakt. Ein Managed-Services-Vertrag löste das Problem – nicht weil er billiger war, sondern weil er Verlässlichkeit und Dokumentation mitbrachte.

Auf der anderen Seite: Ein Steuerberatungsbüro mit drei Mitarbeitern und standardisierter Software braucht möglicherweise kein Vollpaket. Hier reicht ein klar definierter Service-Level mit Reaktionszeiten und einem Jahreswartungsvertrag – ohne monatlichen Monitoring-Overhead.

SituationEmpfehlungWarum
Kein festes IT-Personal, 10–80 MitarbeiterManaged Services sinnvollVerlässliche Betreuung ohne Personalrisiko
Standardsoftware, wenig Komplexität, < 5 MitarbeiterWartungsvertrag reicht oftManaged-Services-Overhead nicht verhältnismäßig
NIS2-pflichtige BrancheManaged Services mit Compliance-BausteinMeldepflichten und Nachweispflichten brauchen Struktur
Eigene IT-Abteilung vorhandenCo-Managed IT prüfenEntlastung bei Spezialthemen, nicht Ersatz

Als Beratungsgespräch unverbindlich anfragen können Sie auch direkt klären, welches Modell zu Ihrem Betrieb passt. Die TTG GmbH begleitet Unternehmen in Nordthüringen seit über 25 Jahren als IT-Partner – ISO/IEC 27001-zertifiziert und mit dem Anspruch, maßgeschneiderte Lösungen zu empfehlen, nicht Standard-Pakete zu verkaufen. Orientierung zum Thema Qualitätsstandards im MSP-Bereich bietet auch der Bitkom-Leitfaden zu Cloud-Services und Managed Services.

Das Wichtigste auf einen Blick

Wer die Fragen aus diesem Artikel mitnimmt, ist gut vorbereitet – egal ob er Managed Services zum ersten Mal evaluiert oder einen bestehenden Vertrag überprüfen möchte. Hier die fünf Kernaussagen im Überblick:

  1. Leistung zuerst definieren, dann Preise vergleichen. Managed Services-Angebote sind nur vergleichbar, wenn der Leistungsumfang identisch ist. Was nicht im Vertrag steht, ist nicht vereinbart – und wird extra berechnet.
  2. SLA konkret verhandeln. Reaktionszeiten je Störungsklasse (kritisch, hoch, normal), Verfügbarkeits-SLA in Prozent und Eskalationswege gehören schriftlich in den Vertrag. Mindestens 99,5 % Verfügbarkeit sollten Sie als Zielwert einfordern.
  3. AVV ist Pflicht, nicht Option. Wenn personenbezogene Daten fließen – und das tun sie fast immer – brauchen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO Art. 28. Kein AVV bedeutet: Ihr Risiko, nicht das des Anbieters.
  4. Sicherheit ist kein Add-on. Managed Security Services sollten Kernbestandteil des Pakets sein, nicht nachträglich aufgepfropft – gerade angesichts der aktiven NIS2-Durchsetzung und der Tatsache, dass 73 % der deutschen Unternehmen bereits von digitaler Sabotage betroffen waren oder sein könnten.
  5. Skalierbarkeit vertraglich sichern. Ihr Betrieb wächst oder schrumpft. Der Managed-Services-Vertrag muss das abbilden können – nach oben wie nach unten – ohne Sie in Kostenfallen zu treiben.

Wer diese fünf Punkte bei der nächsten Anbieterauswahl oder Vertragsverlängerung konsequent abarbeitet, trifft eine fundierte Entscheidung. Und wer unsicher ist, wie die eigene IT-Situation einzuordnen ist, sollte das Gespräch suchen – bevor der Vertrag unterschrieben ist, nicht danach. Weiterführende Informationen zu Fördermöglichkeiten, etwa über die Thüringer Aufbaubank – Förderprogramme (InnoInvest läuft bis 2029, bis zu 50.000 € Förderung pro Vorhaben), können helfen, Investitionen in Managed Services teilweise zu refinanzieren.

Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt

  1. Erfassen Sie Ihre aktuellen IT-Kosten ehrlich: Personalzeit für IT-Themen, Ausfallzeiten, externe Dienstleister, Lizenzen – addieren Sie alles zu einer realen Ist-Zahl.
  2. Definieren Sie Ihren Mindestbedarf schriftlich: Welche Systeme müssen laufen, welche Reaktionszeiten sind akzeptabel, welche Daten sind besonders schützenswert?
  3. Fragen Sie jeden Anbieter explizit: Was ist nicht im Paket enthalten? Lassen Sie sich die Ausschlüsse schriftlich bestätigen.
  4. Prüfen Sie, ob Ihr Unternehmen unter NIS2 fällt – und ob der Anbieter Compliance-Unterstützung im Leistungsumfang hat oder separat berechnet.
  5. Verlangen Sie den Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) vor Vertragsunterzeichnung – kein Managed-Services-Vertrag ohne AVV.
  6. Verhandeln Sie SLA-Kennzahlen konkret: Reaktionszeit kritisch (< 1 Stunde), Verfügbarkeit (≥ 99,5 %), Eskalationsweg – alles schriftlich im Vertrag.
  7. Prüfen Sie Ihre M365-Add-on-Verträge auf Redundanz zu den ab Juli 2026 integrierten Basisfunktionen – identifizieren Sie Doppelkosten vor dem nächsten Renewal.
  8. Sprechen Sie mit einem regionalen IT-Partner über einen kostenlosen TCO-Check, bevor Sie Angebote vergleichen – das schafft die Grundlage für einen fairen Vergleich.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis Managed Services bei uns laufen?

Das hängt von der Größe und Komplexität Ihrer IT-Umgebung ab. In der Praxis rechnen wir mit zwei bis sechs Wochen für das Onboarding: Inventarisierung aller Geräte, Installation der Monitoring-Agenten, Einrichtung der Kommunikationswege und Übergabe an den Helpdesk. Je besser Ihre IT dokumentiert ist, desto schneller geht es. Fehlende Dokumentation kostet Zeit – und oft auch Geld beim Onboarding.

Was passiert, wenn wir mit dem Anbieter unzufrieden sind?

Das ist eine Frage, die vor Vertragsunterzeichnung gestellt werden muss. Achten Sie auf Kündigungsfristen (typisch: drei Monate zum Vertragsende), auf Übergabepflichten im Vertrag (der Anbieter muss Dokumentation und Zugangsdaten herausgeben) und auf Datenmigrations-Regelungen. Wer diese Punkte vorab klärt, ist nicht erpressbar – wer es nicht tut, hängt im Zweifel fest.

Kann ich Managed Services staatlich fördern lassen?

Teilweise ja. Das InnoInvest-Programm der Thüringer Aufbaubank (EFRE, läuft bis 2029) fördert Digitalisierungsinvestitionen mit bis zu 50.000 Euro – bei einer Mindestinvestition von 30.000 Euro. Wichtig: Der Antrag muss vor Projektbeginn gestellt und genehmigt sein. Die BAFA-KI-Beratungsförderung deckt bis zu 80 % der Kosten für KI-bezogene Beratung ab. Die TTG GmbH unterstützt Sie bei der Prüfung förderfähiger Maßnahmen.

Verlieren wir die Kontrolle über unsere IT, wenn ein externer Dienstleister alles verwaltet?

Nein – wenn der Vertrag sauber aufgesetzt ist. Seriöse Anbieter liefern regelmäßige Berichte, dokumentieren alle Änderungen und holen bei wesentlichen Entscheidungen Ihre Freigabe ein. Sie bleiben Eigentümer aller Daten und Systeme. Die Kontrolle geht nicht verloren – sie verlagert sich von der operativen Umsetzung auf die Steuerung des Dienstleisters. Das erfordert von Ihrer Seite klare Erwartungen und regelmäßige Kommunikation.

Reicht ein einfacher Wartungsvertrag nicht aus?

Für sehr kleine Betriebe mit standardisierter Software: möglicherweise ja. Sobald Sie jedoch sensible Kundendaten verarbeiten, unter Compliance-Anforderungen fallen oder auf IT-Verfügbarkeit angewiesen sind, um Ihr Kerngeschäft zu betreiben, stoßen reine Wartungsverträge schnell an Grenzen. Der entscheidende Unterschied: Wartungsverträge sind reaktiv – Managed Services sind proaktiv und dokumentiert.

Über den Autor
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.

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