Managed Services: Die 5 Fragen, die Geschäftsführer vor der Entscheidung stellen sollten
Inhaltsverzeichnis
Veröffentlicht: 23. August 2026 · Lesezeit: ca. 13 Minuten
Selber kümmern oder auslagern – diese Frage stellt sich früher oder später in jedem wachsenden Betrieb. Vielleicht hat Ihr bisheriger IT-Verantwortlicher das Haus verlassen. Vielleicht häufen sich Probleme, die niemand im Team wirklich lösen kann. Oder ein Kollege aus der Branche schwärmt von seinem Managed-Services-Vertrag, während Sie sich fragen, ob das für Ihren Betrieb genauso funktioniert.
Die Entscheidung ist selten eindeutig. Auf der einen Seite steht der Wunsch nach Planbarkeit und Entlastung. Auf der anderen Seite die Unsicherheit: Was bekomme ich wirklich, was kostet es tatsächlich, und was passiert, wenn es mal nicht klappt? Viele Angebote klingen ähnlich – bis man sie genauer liest. Dann zeigen sich die Unterschiede in Reaktionszeiten, Ausschlüssen und Preisklauseln, die bei Vertragsschluss gern übersehen werden.
Dieser Artikel hilft Ihnen, die richtigen Fragen zu stellen – bevor Sie unterschreiben.
Managed Services – also die dauerhafte Auslagerung definierter IT-Leistungen an einen externen Dienstleister gegen eine monatliche Pauschale – klingen verlockend einfach. Ein fester Ansprechpartner, eine feste Rechnung, kein Überraschungsaufwand. In der Praxis entscheidet aber nicht das Modell, sondern der Vertrag darüber, ob das Versprechen hält.
Der Markt wächst – und mit ihm die Anbietervielfalt. Was fehlt, ist die Perspektive des Einkäufers: Welche Fragen muss ich als Geschäftsführer stellen? Wie erkenne ich einen schwachen SLA? Und wann ist Managed Services tatsächlich die bessere Wahl gegenüber einem Inhouse-Ansatz oder einem klassischen IT-Dienstleister auf Zuruf? 61 % der Unternehmen, die IT auslagern, nennen fehlende interne Expertise als Hauptgrund – ein struktureller Trend, kein Modethema (Bitkom 2025).
Die folgenden sieben Abschnitte beantworten die fünf Fragen, die in unseren Beratungsgesprächen am häufigsten kommen – ehrlich, ohne Fachbegriffe als Selbstzweck, und mit konkreten Empfehlungen, die Sie sofort anwenden können.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Unternehmen, die fehlende interne IT-Expertise als Hauptmotiv für Managed Services nennen | 61 % | Bitkom 2025 |
| Deutsche Unternehmen, die Cloud Computing als wichtig für ihre Wettbewerbsfähigkeit einstufen | 78 % | Bitkom Cloud Monitor 2024 |
| Unternehmen (≥ 10 Beschäftigte) in Deutschland, die Cloud-Computing-Lösungen nutzen | 59 % | Statistisches Bundesamt / Eurostat 2024 |
| Befragte, die Datenhoheit als zentrale Anforderung an Cloud-/MSP-Dienste nennen | 76 % | Bitkom Cloud Monitor 2024 |
Warum das Thema so viele Fragen aufwirft
Managed Services ist kein einheitliches Produkt. Zwei Angebote mit demselben Namen können sich inhaltlich so stark unterscheiden wie ein Vollkasko-Vertrag und eine Haftpflicht auf dem Papier. Genau das erzeugt Unsicherheit – und sorgt dafür, dass viele Betriebe die Entscheidung immer wieder aufschieben.
Hinzu kommt: Der Markt ist intransparent. Anbieter kommunizieren selten, was nicht im Paket enthalten ist. Reaktionszeiten klingen gut, bis man merkt, dass sie für kritische Systeme anders gelten als für Standardanfragen. Und Pauschalpreise entpuppen sich oft als Basis, auf die Add-ons wie EDR-Schutz, E-Mail-Security oder Offsite-Backup separat aufgeschlagen werden.
Ein Handwerksbetrieb aus unserer Region hat das auf die harte Tour gelernt: Nach einem Serverausfall stellte sich heraus, dass die vereinbarte Reaktionszeit von vier Stunden ausschließlich für Remote-Support galt. Der Vor-Ort-Einsatz kostete extra – und war im Ernstfall die einzig wirksame Option. Solche Lücken entstehen nicht durch Böswilligkeit, sondern weil beim Vertragsabschluss keine konkreten Fragen gestellt wurden.
Bevor Sie überhaupt ein Angebot einholen, lohnt sich deshalb eine eigene Bestandsaufnahme: Welche Systeme müssen zwingend verfügbar sein? Welche Prozesse hängen davon ab? Wer im Unternehmen ist heute für IT-Entscheidungen verantwortlich?
- Dokumentieren Sie alle produktionskritischen Systeme und deren Abhängigkeiten.
- Legen Sie fest, welche Ausfallzeit Sie sich maximal leisten können (RTO – Recovery Time Objective).
- Prüfen Sie, welche internen IT-Kompetenzen vorhanden sind und welche dauerhaft fehlen.
- Fordern Sie beim Anbieter einen kostenlosen TCO-Check (Total Cost of Ownership) an – viele seriöse Dienstleister bieten das an.
- Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und vergleichen Sie nicht den Preis, sondern den Leistungsumfang.
Wenn Sie dabei Unterstützung wünschen, hilft Ihnen die IT-Förderberatung der TTG GmbH dabei, Ihren Bedarf strukturiert zu erfassen – und die richtigen Fragen an jeden Anbieter zu stellen.
Was Managed Services wirklich leistet – und was nicht
Die häufigste Frage in unseren Gesprächen lautet sinngemäß: „Bin ich mit Managed Services dann komplett raus aus dem Thema IT?“ Die ehrliche Antwort: nein – aber deutlich weiter raus als heute.
Ein gutes MSP-Modell übernimmt den laufenden Betrieb, das Monitoring, Sicherheitsupdates und den First-Level-Support. Was es nicht ersetzt, sind strategische IT-Entscheidungen: Welche Software soll eingeführt werden? Wie soll die IT in drei Jahren aussehen? Wer hat Zugriffsrechte auf welche Daten? Diese Fragen bleiben unternehmerische Verantwortung – auch wenn ein Managed-Services-Anbieter dabei beraten kann.
Konkret bedeutet das: Sie geben operative Aufgaben ab, behalten aber die Steuerung. Gut aufgestellte Anbieter machen das transparent durch regelmäßige Service-Reviews – monatlich oder quartalsweise – auf Basis der im SLA definierten Kennzahlen.
Was ein Managed-Services-Vertrag mindestens enthalten sollte:
- Klare Benennung aller erfassten Systemkomponenten (nicht „Ihre IT“, sondern konkrete Geräte, Server, Applikationen).
- Getrennte Angaben zu Reaktionszeit (erste Rückmeldung) und Wiederherstellungszeit (System wieder produktiv).
- Supportkanäle mit Erreichbarkeitszeiten – und was außerhalb dieser Zeiten gilt.
- Eskalationsstufen: Was passiert, wenn Remote-Support nicht reicht?
- Berichtspflichten: Welche Kennzahlen liefert der Anbieter, wie oft und in welchem Format?
Aktuelle Entwicklungen machen einen klar definierten Scope noch wichtiger. Im August wurden kritische Sicherheitslücken in Microsoft SharePoint und VMware vCenter bekannt, vor denen die US-Sicherheitsbehörde CISA warnte. Für Unternehmen mit Microsoft-365-Umgebungen bestand unmittelbarer Handlungsbedarf – wer einen MSP-Vertrag mit klar definiertem Patch-Management hatte, war in solchen Situationen klar im Vorteil.
Mehr zu konkreten Leistungsbestandteilen finden Sie in der Übersicht der Managed Services der TTG GmbH.
Monitoring, Patching, Backup: Was technisch tatsächlich passiert
Viele Geschäftsführer wissen, dass Managed Services „irgendwas mit Überwachung und Updates“ umfasst – aber nicht, was das technisch bedeutet und warum es relevant ist. Hier eine praxisnahe Erklärung ohne Fachchinesisch.
Monitoring heißt: Ein System beobachtet rund um die Uhr, ob Ihre Server, Netzwerkkomponenten und Endgeräte fehlerfrei arbeiten. Weicht ein Wert vom Normalbereich ab – etwa eine ungewöhnlich hohe CPU-Auslastung oder ein Festplattenstand, der auf Ausfall zusteuert – schlägt das System Alarm. Im Idealfall reagiert der Dienstleister, bevor Sie ein Problem überhaupt bemerken.
Patch-Management bedeutet, dass Sicherheitsupdates für Betriebssysteme, Anwendungen und Firmware regelmäßig und kontrolliert eingespielt werden. Das klingt selbstverständlich – ist es in der Praxis aber nicht. Kürzlich wurde bekannt, dass Windows 11 im sogenannten Eco-Modus unbemerkt GPU-Treiber von Arbeitsplatzrechnern löschen kann – ein Verhalten, das IT-Verantwortliche kennen und bei Bedarf gezielt deaktivieren sollten. In einem strukturierten MSP-Betrieb ist das Teil des Standard-Workflows.
Backup ist mehr als eine tägliche Kopie. Ein professionelles Konzept folgt der 3-2-1-Regel: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außerhalb des Standorts (Offsite). Beim nächsten Anbietervergleich sollten Sie konkret fragen:
- Wie oft wird gesichert, und wie schnell kann eine Wiederherstellung erfolgen?
- Wird das Backup regelmäßig auf Wiederherstellbarkeit getestet – nicht nur gespeichert?
- Liegt die Offsite-Kopie in einem deutschen Rechenzentrum?
- Ist das Backup im Grundpaket enthalten oder ein kostenpflichtiges Add-on?
- Was passiert mit Ihren Daten bei Vertragsende?
Geförderte IT-Sicherheitslösungen, die Monitoring und Backup kombinieren, finden Sie im Bereich der Geförderten IT-Sicherheitslösungen der TTG GmbH. Ergänzend empfiehlt das BSI in seinem IT-Grundschutz für KMU explizit die Kombination aus Monitoring, Patch-Management und geprüftem Backup als Mindeststandard.
Was Managed Services wirklich kostet – und wo Risiken stecken
Konkrete Preise nennt kein seriöser Anbieter pauschal – zu unterschiedlich sind Infrastrukturgröße, Branche und Anforderungen. Was wir sagen können: Das Preismodell ist genauso wichtig wie der Preis selbst.
Die zwei verbreitetsten Modelle sind die Abrechnung pro User (alle Geräte eines Mitarbeiters sind abgedeckt) und die Abrechnung pro Device (jedes Gerät wird einzeln berechnet). Welches günstiger ist, hängt davon ab, ob Ihre Mitarbeiter mit einem oder mehreren Geräten arbeiten. Für Büroarbeitsplätze mit einem PC ist oft das Device-Modell günstiger; für Außendienstmitarbeiter mit Laptop, Smartphone und Tablet schneidet das User-Modell besser ab.
Die eigentliche Kostenfalle liegt selten im Grundpreis:
- Add-ons wie EDR (Endpoint Detection and Response), E-Mail-Filterung oder Offsite-Backup werden häufig separat berechnet – bestehen Sie auf einer vollständigen Aufschlüsselung aller Zusatzleistungen.
- Onsite-Einsätze können extra kosten, wenn der Vertrag nur Remote-Support vorsieht.
- Preisanpassungsklauseln ermöglichen Erhöhungen nach Ablauf einer Laufzeit – lesen Sie diese Passagen genau.
- Exit-Kosten entstehen, wenn Sie den Anbieter wechseln wollen: Datenmigration, Übergabeaufwand und Kündigungsfristen summieren sich.
Zur Finanzierung lohnt ein Blick auf aktive Förderprogramme. Das Thüringer Förderprogramm InnoInvest (Thüringer Aufbaubank / EFRE, laufend bis 2029) unterstützt Digitalisierungsvorhaben mit bis zu 50.000 € – bei einer Mindestinvestition von 30.000 €. Wichtig: Der Antrag muss zwingend vor Projektbeginn gestellt werden. Für technologieintensive Projekte bietet das ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) Förderquoten von 25–45 % bis 310.000 €. Details zu beiden Programmen finden Sie direkt bei der Thüringer Aufbaubank – Förderprogramme.
Unsere Erfahrung zeigt: Wer ausschließlich auf den Monatspreis schaut, unterschreibt oft den teureren Vertrag. Der günstigste Anbieter wird kostspielig, sobald der erste Vor-Ort-Einsatz außerhalb des Scopes fällig wird. Schauen Sie auf den ISO/IEC 27001 zertifizierten Standard der TTG GmbH als Orientierung, welche Qualitätsnachweise ein seriöser Anbieter mitbringen sollte.
DSGVO, NIS2 und Datenschutz: Was Sie als Auftraggeber verantworten
Ein hartnäckiger Irrglaube: „Wenn der MSP meine Daten verwaltet, ist er auch für den Datenschutz verantwortlich.“ Das stimmt so nicht. Die Auftragsdatenverarbeitung (ADV) nach DSGVO legt fest: Die Verantwortung für den rechtmäßigen Umgang mit personenbezogenen Daten verbleibt bei Ihnen als Auftraggeber – unabhängig davon, wer die Daten technisch verarbeitet.
Was das konkret bedeutet:
- Schließen Sie mit jedem Managed-Services-Anbieter, der Zugang zu personenbezogenen Daten hat, einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO ab – schriftlich, vor Aufnahme der Tätigkeit.
- Klären Sie den Speicherort: Daten müssen in EU-/EWR-Rechenzentren oder bei nachgewiesener Konformität (z. B. EU-US Data Privacy Framework) verarbeitet werden.
- Fordern Sie Zugriffsprotokolle und Nachweise darüber, wer wann auf Ihre Systeme zugegriffen hat.
- Regeln Sie Exit-Szenarien: Was passiert mit Ihren Daten bei Vertragsende? Wie erfolgt die Übergabe, und in welchem Format?
Zusätzlich rückt die NIS2-Richtlinie in den Fokus. Sie weitet die Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen aus und gilt ab einer bestimmten Betriebsgröße auch für KMU – insbesondere in kritischen Sektoren wie Gesundheit, Energie oder Logistik. Wenn Ihr Unternehmen unter NIS2 fällt, muss der Managed-Services-Vertrag explizit regeln, wie der Anbieter Sie bei Meldepflichten und Dokumentationspflichten unterstützt.
Auch der EU AI Act gewinnt an Praxisrelevanz: Setzen Sie KI-gestützte Tools ein – etwa für Kundenkommunikation oder Prozessautomatisierung – sollte geprüft werden, welche Risikokategorie diese Systeme haben und welche Dokumentationspflichten sich daraus ergeben. Hier hilft die BAFA – Bundesförderung Wirtschaft und Mittelstand mit einer KI-Beratungsförderung von bis zu 80 % für KMU weiter.
Mehr zur rechtskonformen IT-Infrastruktur: IT-Infrastruktur mit Förderung realisieren – TTG GmbH.
Wann der klassische IT-Dienstleister die bessere Wahl bleibt
Managed Services ist kein Allheilmittel – und für manche Betriebe auch schlicht nicht das richtige Modell. Die Frage „Brauche ich das überhaupt?“ verdient eine ehrliche Antwort statt automatische Zustimmung.
| Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Unter 5 Mitarbeiter, 3–4 Geräte, kaum Serverlandschaft | Klassischer IT-Dienstleister auf Abruf | Pauschalvertrag rechnet sich oft erst ab einer gewissen Infrastrukturgröße |
| Starkes internes IT-Know-how vorhanden | Co-Managed IT (Teilauslagerung) | Spezialisierte Leistungen auslagern, Steuerung behalten |
| Wachstumsphase mit wechselnden Anforderungen | Managed Services mit modularem Scope | Flexibel skalierbar, ohne jedes Mal neu zu verhandeln |
| Regulierte Branche mit hohem Datenschutzbedarf | Managed Services mit DSGVO-/NIS2-Scope | Compliance-Anforderungen vertraglich absichern |
Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Arztpraxis in Leinefelde-Worbis betrieb jahrelang ihre IT über einen lokalen Einzeldienstleister – mit gutem Ergebnis. Als die Praxis wuchs, ein zweites Standort dazukam und plötzlich Telematikinfrastruktur, DSGVO-Dokumentation und Backup in einem Atemzug geregelt werden mussten, reichte dieses Modell nicht mehr aus. Der Wechsel zu einem strukturierten Managed-Services-Modell war sinnvoll – nicht weil der alte Ansatz schlecht war, sondern weil die Anforderungen gewachsen sind.
Als ISO/IEC 27001-zertifizierter IT-Partner mit über 25 Jahren Erfahrung sehen wir in der Praxis regelmäßig, dass der richtige Zeitpunkt für Managed Services weniger mit Unternehmensgröße zu tun hat als mit dem Moment, in dem IT-Themen anfangen, Managementkapazität zu binden. Sobald Sie als Geschäftsführer selbst an IT-Problemen hängen, ist das ein verlässliches Signal.
Weiterführende Orientierung bietet der Bitkom-Leitfaden zu Managed Services – unabhängig und kostenlos zugänglich.
Wenn Sie konkret prüfen möchten, welches Modell zu Ihrem Betrieb passt: Beratungsgespräch unverbindlich anfragen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Wer Managed Services sachlich bewertet, findet darin ein leistungsfähiges Modell – aber kein Selbstläufer. Fünf Punkte, die Sie mitnehmen sollten:
- Bestandsaufnahme vor Angebotseinholung: Wer nicht weiß, was er hat, kann nicht beurteilen, was er braucht. Dokumentieren Sie Systeme, Prozesse und Abhängigkeiten, bevor Sie mit Anbietern sprechen.
- SLA-Begriffe präzise prüfen: Reaktionszeit und Wiederherstellungszeit sind zwei verschiedene Dinge. Ein SLA, der nur ersteres definiert, lässt Ihnen im Ernstfall keine Planungssicherheit.
- Preismodell vollständig aufschlüsseln lassen: Grundpreis, Add-ons, Onsite-Einsätze und Exit-Kosten gehören alle auf den Tisch – Pauschalangebote ohne Detaillierung sind kein gutes Zeichen.
- Datenschutz und Compliance vertraglich verankern: AVV nach DSGVO, Speicherort, NIS2-Pflichten und – sofern relevant – EU AI Act müssen explizit im Scope stehen, nicht in der Fußnote.
- Leistung messen statt vertrauen: Vereinbaren Sie monatliche oder quartalsweise Service-Reviews auf Basis konkreter KPIs. Managed Services ohne regelmäßiges Reporting ist keine Partnerschaft, sondern eine Hoffnung.
Managed Services funktioniert dann am besten, wenn beide Seiten wissen, was vereinbart ist – und wenn der Anbieter bereit ist, Verantwortung auch messbar zu übernehmen. Wer das bei einem Anbieter nicht einfordern kann, sollte den Anbieter wechseln, bevor er unterschreibt.
Fördermittel können den Einstieg erleichtern: InnoInvest (TAB/EFRE) und das ZIM sind aktive Programme, bei denen der Antrag zwingend vor Projektstart gestellt werden muss. Wer KI-Beratung einschließt, kann zusätzlich die BAFA KI-Beratungsförderung nutzen. Die Kombination aus richtiger Lösung und passender Förderung ist kein Zufall – sie braucht Vorbereitung.
Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt
- Erfassen Sie alle produktionskritischen Systeme, Geräte und Softwareanwendungen in einer Liste – vollständig, bevor Sie ein Angebot einholen.
- Legen Sie schriftlich fest, wie lange Ihr Betrieb maximal ohne zentrale IT-Systeme arbeiten kann (Recovery Time Objective).
- Fordern Sie bei jedem Anbieter eine vollständige Leistungsaufschlüsselung an – Grundpaket und alle optionalen Add-ons getrennt ausgewiesen.
- Prüfen Sie den SLA-Entwurf auf zwei Begriffe: Reaktionszeit und Wiederherstellungszeit – beide müssen konkret und separat definiert sein.
- Klären Sie Speicherort, Zugriffsprotokollierung und Exit-Klauseln schriftlich, bevor Sie den Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO unterzeichnen.
- Prüfen Sie, ob Ihr Vorhaben unter InnoInvest (TAB/EFRE) oder ZIM förderfähig ist – und stellen Sie den Antrag vor Projektbeginn.
- Vereinbaren Sie im Vertrag quartalsweise Service-Reviews mit definierten KPIs – und halten Sie daran fest.
- Sprechen Sie einen unabhängigen IT-Berater an, wenn Sie unsicher sind, welches Modell (Vollauslagerung, Co-Managed IT, klassischer Dienstleister) zu Ihrem Betrieb passt.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Einführung von Managed Services in einem mittleren Betrieb?
Der technische Onboarding-Prozess dauert in der Regel zwischen zwei und sechs Wochen – abhängig davon, wie gut die bestehende Infrastruktur dokumentiert ist. Der größte Zeitfresser ist nicht die Technik, sondern die Bestandsaufnahme. Unternehmen, die ihre Systeme bereits sauber dokumentiert haben, kommen deutlich schneller ans Ziel. Mit einem strukturierten Einführungsplan und einem erfahrenen Anbieter bleibt der laufende Betrieb während der Umstellung weitgehend störungsfrei.
Kann ich einzelne Bereiche auslagern und andere behalten?
Ja – das sogenannte Co-Managed-IT-Modell ist für viele Betriebe die sinnvollste Lösung. Sie lagern beispielsweise nur Backup, Monitoring und Security aus, behalten aber die Steuerung interner Systeme selbst. Das funktioniert gut, wenn intern solides Basis-Know-how vorhanden ist, aber für spezialisierte Themen die Kapazität oder Expertise fehlt. Wichtig: Auch beim Teilmodell brauchen Sie einen klaren Scope-Vertrag, der Verantwortlichkeiten eindeutig trennt.
Was passiert, wenn mein Managed-Services-Anbieter insolvent wird?
Dieses Szenario wird selten besprochen, ist aber real. Schützen Sie sich durch Exit-Klauseln im Vertrag: Alle Daten müssen in einem standardisierten Format herausgegeben werden, Zugangsdaten zu Systemen und Portalen müssen vollständig dokumentiert sein. Vermeiden Sie proprietäre Lösungen, aus denen ein Wechsel technisch schwierig ist. Ein guter Anbieter hat kein Problem damit, solche Klauseln zu unterzeichnen – ein schlechter wird ausweichen.
Ist Managed Services auch für Betriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern sinnvoll?
Nicht automatisch. Bei sehr kleinen Infrastrukturen rechnet sich ein Pauschalvertrag häufig nicht gegenüber einem Dienstleister auf Abruf. Der entscheidende Faktor ist nicht die Mitarbeiterzahl, sondern die Kritikalität der IT: Ein Betrieb mit fünf Mitarbeitern, dessen gesamte Kundenkommunikation und Produktion digital läuft, hat einen anderen Schutzbedarf als ein Büro mit wenigen Arbeitsplätzen. Lassen Sie sich beraten – TTG GmbH hilft Ihnen bei der Einschätzung.
Welche Förderprogramme gelten aktuell für die Einführung von Managed Services?
Aktuell aktiv sind InnoInvest (Thüringer Aufbaubank/EFRE, bis 2029, max. 50.000 €, Mindestinvestition 30.000 €), das ZIM (bis 310.000 €, 25–45 % Förderquote) und die BAFA KI-Beratungsförderung (bis 80 % Zuschuss). Alle Programme gelten das Vorabantragsprinzip: Der Antrag muss genehmigt sein, bevor das Projekt startet. Eingestellte Programme wie der Digitalbonus Thüringen oder Digital Jetzt stehen nicht mehr zur Verfügung.
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.
Kontakt aufnehmen · Über TTG GmbH
Wissen Sie heute, wie lange Ihr Betrieb im Ernstfall ohne zentrale IT-Systeme arbeiten kann – und wer innerhalb welcher Zeit reagiert?
Fördermittel für Ihre IT sichern
Viele KMU verschenken Fördermittel, weil sie die Programme nicht kennen. Die TTG GmbH prüft kostenlos, welche Zuschüsse für Ihr Unternehmen in Thüringen möglich sind.