Backup und Recovery im Handwerk: 8-Punkte-Checkliste für sichere Datensicherung
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Veröffentlicht: 27. Mai 2026 · Lesezeit: ca. 13 Minuten
Es ist Dienstagmorgen, kurz nach sieben. Ihr Meister öffnet den Laptop, um die Aufmaße vom Vortag in die Abrechnungssoftware einzupflegen. Der Bildschirm bleibt dunkel. Der PC startet neu – und wieder. Beim dritten Versuch erscheint eine Fehlermeldung. Die Festplatte ist weg. Nicht „langsam“, nicht „etwas komisch“ – weg.
Drei laufende Bauprojekte, Lieferscheine der vergangenen Wochen, Angebote für Neukunden, die DATEV-Schnittstelle zur Steuerberatung: alles auf diesem einen Gerät. Das letzte Backup? Irgendwann im vergangenen Monat, manuell auf eine externe Festplatte – die seitdem im Büroschrank liegt.
Diese Situation ist kein Worst-Case-Szenario aus dem Lehrbuch. Sie passiert in Handwerksbetrieben regelmäßig. Nicht weil die Inhaber leichtsinnig wären – sondern weil das Thema Backup und Recovery im Tagesgeschäft schlicht untergeht. Die folgende Checkliste hilft Ihnen, genau das zu ändern.
Backup und Recovery im Handwerk ist kein rein technisches Thema – es ist eine unternehmerische Grundsatzentscheidung. Wer heute keine verlässliche Datensicherung hat, riskiert morgen Stillstand: fehlende Auftragsunterlagen, gesperrte Buchhaltungsdaten oder verlorene Kundenkontakte. Gerade in handwerklichen Betrieben, wo eine Handvoll Mitarbeiter das gesamte operative Wissen eines Unternehmens tragen, ist der Schaden bei einem Datenverlust oft schwerer zu beheben als in größeren Organisationen.
Laut BSI-Lagebericht 2024 richten sich 80 % aller angezeigten Cyberangriffe gegen kleine und mittlere Unternehmen. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie, dass 72 % der deutschen KMU nie oder kaum prüfen, ob ihre gesicherten Daten tatsächlich wiederhergestellt werden können. Das bedeutet: Viele Betriebe glauben, sie seien abgesichert – ohne es je wirklich getestet zu haben.
Dieser Artikel bietet Ihnen eine strukturierte 8-Punkte-Checkliste, die Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Prüfpunkte führt – von der organisatorischen Grundlage über technische Mindeststandards bis hin zur laufenden Kontrolle. Am Ende wissen Sie genau, wo Ihr Betrieb gut aufgestellt ist und wo noch Handlungsbedarf besteht.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| KMU, die Backups nie oder kaum auf Wiederherstellbarkeit prüfen | 72 % | DATA REVERSE Studie 2025 |
| Cyberangriffe, die sich gegen KMU richten | 80 % | BSI-Lagebericht 2024 |
| Unternehmen, die hybride Backup-Lösungen (Cloud + On-Premises) nutzen | 59 % | DATA REVERSE Studie 2025 |
| Unternehmen, die schnelle Recovery glauben vs. tatsächlich schaffen | 60 % glauben es – nur 35 % schaffen es | Unified Backup Survey / SANS Institute 2025 |
Was auf dem Spiel steht: Warum Backup und Recovery im Handwerk so kritisch ist
Handwerksbetriebe arbeiten mit einer Vielzahl digitaler Daten: Aufmaße, Angebote, Rechnungen, Lieferscheine, Mitarbeiterzeiterfassung, Lohnunterlagen und Kommunikation mit Kunden und Lieferanten. All diese Informationen sind betriebskritisch – und in vielen Betrieben nur an einem einzigen Ort gespeichert. Fällt dieser Ort aus, steht die gesamte Verwaltung still.
Laut BSI – Empfehlungen zur Datensicherung richten sich 80 % aller gemeldeten Cyberangriffe gegen kleine und mittlere Unternehmen. Hinzu kommt: Im BSI-Lagebericht 2024 wurden täglich durchschnittlich 309.000 neue Schadprogramm-Varianten registriert – rund 26 % mehr als im Vorjahr. Handwerksbetriebe sind keine Ausnahme, auch wenn viele Inhaber das anders einschätzen.
Ein Beispiel aus der Region: Ein Sanitärbetrieb aus Dingelstädt verlor nach einem Festplattendefekt alle Auftragsunterlagen der laufenden Woche – nicht durch Hacker, sondern durch schlichte Hardware-Alterung. Das letzte Backup war über drei Wochen alt. Die Rekonstruktion kostete mehrere Arbeitstage und ein handfestes Problem mit einem Gewerbekunden, der auf seine Rechnung wartete.
Für eine solide IT-Infrastruktur & Datensicherung – TTG GmbH braucht es keine Großunternehmens-IT. Aber es braucht einen klaren Plan – und die Bereitschaft, diesen einmal aufzusetzen und regelmäßig zu prüfen.
- Identifizieren Sie alle Geräte und Systeme, auf denen Unternehmensdaten liegen.
- Klären Sie, welche Daten bei einem Verlust existenzbedrohend wären.
- Prüfen Sie, ob aktuell überhaupt eine automatisierte Sicherung stattfindet.
- Schätzen Sie ab, wie viele Stunden Ausfall Ihr Betrieb verkraften kann – und wie viele nicht.

Prüfpunkt 1 & 2: Organisatorische Grundlagen für Backup und Recovery im Handwerk
Bevor Sie in Technik investieren, brauchen Sie Klarheit über zwei grundlegende Fragen: Wer ist in Ihrem Betrieb verantwortlich für die Datensicherung – und welche Daten müssen überhaupt gesichert werden? Ohne klare Antworten auf diese Fragen verpufft jede technische Lösung.
Prüfpunkt 1: Gibt es eine benannte Verantwortlichkeit?
In vielen Handwerksbetrieben ist das Thema Backup „irgendwie Chefsache“ – was in der Praxis bedeutet: Es ist niemandes Sache. Laut DATA REVERSE Studie 2025 führen zwar 77 % der deutschen KMU mindestens wöchentlich Backups durch, aber ob diese Backups wirklich funktionieren, prüft kaum jemand systematisch. Benennen Sie eine konkrete Person – das kann der Inhaber selbst sein, ein Büroleiter oder ein externer IT-Dienstleister –, die für die Datensicherung zuständig ist und diese Verantwortung auch wirklich wahrnimmt.
Prüfpunkt 2: Ist klar, welche Daten schützenswert sind?
Nicht jede Datei ist gleich kritisch. Erstellen Sie eine einfache Übersicht: Wo liegen Ihre Auftragsdaten, wo die Lohnunterlagen, wo die Buchhaltung? Welche Software-Datenbanken müssen gesichert werden? Oft vergessen Betriebe lokale Installations- oder Konfigurationsdateien von Branchensoftware – diese sind im Ernstfall genauso schwer zu rekonstruieren wie Kundendaten.
Eine professionelle Backup & Datensicherung durch die TTG GmbH beginnt genau hier: mit einer strukturierten Bestandsaufnahme, bevor die erste technische Maßnahme greift.
- Benennen Sie schriftlich, wer für Backup und Recovery verantwortlich ist.
- Erstellen Sie eine Liste aller datentragenden Systeme in Ihrem Betrieb.
- Priorisieren Sie: Welche Daten müssen innerhalb von Stunden verfügbar sein, welche innerhalb von Tagen?
- Halten Sie fest, welche Branchensoftware welche Datenbanken oder Konfigurationsdateien nutzt.
- Vereinbaren Sie schriftlich, wer im Notfall wen kontaktiert – intern und extern.
Prüfpunkt 3 & 4: Technische Mindestanforderungen an Ihr Backup-System
Sobald die organisatorischen Grundlagen stehen, geht es an die Technik. Zwei Prinzipien sind dabei für jeden Handwerksbetrieb unverzichtbar – unabhängig von Größe und Budget.
Prüfpunkt 3: Folgen Sie der 3-2-1-Regel?
Die 3-2-1-Regel ist der anerkannte Mindeststandard für Datensicherung: drei Kopien Ihrer Daten, auf zwei verschiedenen Medientypen, davon eine Kopie außerhalb Ihres Betriebsgebäudes. Wer nur eine externe Festplatte im Büroschrank hat, erfüllt diesen Standard nicht. Die BSI – Empfehlungen zur Datensicherung empfehlen diesen Ansatz ausdrücklich für Unternehmen jeder Größe. Laut DATA REVERSE Studie 2025 setzen bereits 59 % der befragten KMU auf hybride Backup-Lösungen aus Cloud und lokalem Speicher – ein deutliches Signal, dass sich dieser Ansatz in der Praxis bewährt.
Prüfpunkt 4: Sind Backups automatisiert und verschlüsselt?
Manuelle Backups scheitern regelmäßig – nicht an bösen Absichten, sondern an Alltagsstress. Wer das Backup manuell anstoßen muss, vergisst es. Automatisierte Lösungen wie Veeam – Backup & Disaster Recovery sichern Ihre Daten nach einem festen Zeitplan, ohne dass jemand daran denken muss. Ebenso wichtig: Verschlüsselung. Ein unverschlüsseltes Backup auf einer gestohlenen externen Festplatte ist ein offenes Datenschutzproblem – und ein potenzieller DSGVO-Verstoß.
| Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Nur lokales NAS oder externe Festplatte | Ergänzen Sie Cloud-Backup | Schutz vor Brand, Diebstahl, lokalem Hardwarefehler |
| Nur Cloud-Backup | Lokalen Snapshot ergänzen | Schnellere Wiederherstellung großer Datenmengen |
| Backup vorhanden, aber manuell | Automatisierung einrichten | Manuell = vergessen; Zuverlässigkeit nur durch Automatik |
| Backup nicht verschlüsselt | Verschlüsselung aktivieren | DSGVO-Konformität und Schutz bei physischem Diebstahl |
- Prüfen Sie, ob Ihre aktuelle Lösung die 3-2-1-Regel erfüllt.
- Stellen Sie sicher, dass Backups vollautomatisch nach einem festen Zeitplan laufen.
- Aktivieren Sie Verschlüsselung für alle Backup-Medien und Cloud-Speicher.
- Hinterlegen Sie Zugangsdaten und Wiederherstellungsschlüssel sicher und getrennt von den Backups.
Prüfpunkt 5 & 6: Sicherheit und Datenschutz in der Backup-Strategie

Ein Backup, das selbst zum Angriffsziel wird, schützt Sie nicht. Genau das ist der aktuelle Trend: Ransomware-Betreiber nehmen laut Mandiant M-Trends gezielt die Backup-Infrastruktur ins Visier, bevor sie andere Daten verschlüsseln – um sicherzustellen, dass Opfer keine Wahl haben als zu zahlen. Gleichzeitig zeigt der Verizon Data Breach Investigations Report 2025, dass 64 % der Ransomware-Opfer, die nicht zahlten, starke Backup- und Recovery-Maßnahmen als Grund nannten. Gute Backups zahlen sich also aus – aber nur, wenn sie selbst geschützt sind.
Prüfpunkt 5: Sind Ihre Backups vor Ransomware geschützt?
Sogenannte „immutable Backups“ – unveränderliche Sicherungskopien, die nach der Erstellung nicht mehr überschrieben oder gelöscht werden können – sind heute der Goldstandard. Achten Sie darauf, dass mindestens eine Backup-Kopie von Ihrem Produktivsystem getrennt und schreibgeschützt aufbewahrt wird. Netzwerklaufwerke, die dauerhaft am PC hängen, sind kein sicheres Backup – sie sind ebenfalls verschlüsselbar.
Prüfpunkt 6: Ist Ihr Backup DSGVO-konform?
Kundendaten, Mitarbeiterdaten, Lieferanteninformationen – all das unterliegt der DSGVO. Wenn Sie Backups in der Cloud ablegen, müssen Sie sicherstellen, dass der Anbieter Server innerhalb der EU betreibt und einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) anbietet. Viele günstige Cloud-Lösungen erfüllen diese Anforderung nicht. Überprüfen Sie das aktiv – nicht erst im Prüfungsfall. Unterstützung bei der datenschutzkonformen Backup-Gestaltung bieten die Managed Services der TTG GmbH.
- Prüfen Sie, ob mindestens eine Backup-Kopie schreibgeschützt (immutable) ist.
- Stellen Sie sicher, dass Backup-Medien nicht dauerhaft mit dem Produktivsystem verbunden sind.
- Fordern Sie von Ihrem Cloud-Anbieter den Nachweis eines EU-Serverstandorts an.
- Schließen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit Ihrem Backup-Anbieter ab.
- Dokumentieren Sie, welche personenbezogenen Daten in Ihren Backups enthalten sind.
Prüfpunkt 7 & 8: Laufende Kontrolle und Dokumentation der Datensicherung
Die häufigste Schwachstelle in der Praxis ist nicht das Backup selbst – es ist die fehlende Kontrolle. Laut DATA REVERSE Studie 2025 prüfen 72 % der deutschen KMU nie oder selten, ob ihre gesicherten Daten tatsächlich wiederherstellbar sind. Ein Backup, das nicht getestet wurde, ist ein Backup, dem Sie nicht vertrauen sollten.
Prüfpunkt 7: Testen Sie Ihre Wiederherstellung regelmäßig?
Ein Recovery-Test ist einfacher, als die meisten Inhaber vermuten. Sie brauchen dafür keine vollständige Systemwiederherstellung zu simulieren – es reicht, regelmäßig einzelne Dateien oder Datenbankeinträge aus dem Backup zurückzuspielen und zu prüfen, ob sie vollständig und lesbar sind. Unsere Erfahrung zeigt: Wer das einmal im Quartal macht, entdeckt Lücken – bevor sie im Ernstfall zum Problem werden. Laut dem Unified Backup Survey Report 2025 glauben über 60 % der Unternehmen, sich innerhalb weniger Stunden erholen zu können – tatsächlich schaffen das nur 35 %. Diese Lücke entsteht fast immer durch fehlende Tests.
Prüfpunkt 8: Ist Ihr Notfallplan dokumentiert?
Im Ernstfall ist niemand ruhig und klar. Deshalb brauchen Sie einen schriftlichen Wiederherstellungsplan – kurz, konkret, von jedem lesbar. Wer macht was? In welcher Reihenfolge werden Systeme wiederhergestellt? Wo liegt der Recovery-Schlüssel? Diese Informationen müssen auch dann verfügbar sein, wenn Ihr Hauptsystem nicht erreichbar ist – also ausgedruckt oder in einem separaten, sicheren Speicherort. Unterstützung beim Aufbau eines strukturierten Notfallplans bietet Ihr IT-Systemhaus in Nordthüringen – TTG GmbH.
- Planen Sie mindestens einmal pro Quartal einen dokumentierten Recovery-Test ein.
- Halten Sie Testergebnisse schriftlich fest – Datum, getestete Daten, Ergebnis.
- Erstellen Sie einen einseitigen Notfallplan mit klaren Schritten und Zuständigkeiten.
- Hinterlegen Sie den Notfallplan analog (ausgedruckt) an einem definierten Ort im Büro.
- Überprüfen Sie den Plan nach jeder größeren Systemänderung auf Aktualität.
Was tun, wenn ein Punkt nicht erfüllt ist? Priorisierung nach Risiko
Wenn Sie die acht Prüfpunkte durchgegangen sind und dabei Lücken entdeckt haben, gehört das zur Normalität – nicht zur Ausnahme. Wichtig ist jetzt die richtige Reihenfolge, damit Sie Risiken zielgerichtet reduzieren, ohne sich in Details zu verlieren.
Sofort handeln (Risiko: hoch): Wenn Sie kein automatisiertes Backup haben oder Ihr letztes Backup älter als eine Woche ist, ist das dringlich. Ebenso, wenn Ihr Backup dauerhaft mit dem Produktivsystem verbunden ist – dann ist es bei einem Ransomware-Angriff genausowenig sicher wie die Originaldaten. In diesen Fällen empfehlen wir, innerhalb von 48 Stunden eine Übergangslösung einzurichten.
In den nächsten 30 Tagen angehen (Risiko: mittel): Fehlen Ihnen Verschlüsselung, ein AVV mit dem Cloud-Anbieter oder ein dokumentierter Notfallplan, sind das Lücken, die Sie innerhalb eines Monats schließen können – ohne großen Aufwand, aber mit klarer Wirkung. Das Bitkom – Informationsportal IT-Sicherheit bietet dazu praxisnahe Orientierungshilfen für mittelständische Betriebe.
Langfristig strukturieren (Risiko: strategisch): Recovery-Tests, Schulungen der Mitarbeiter und die Weiterentwicklung zur hybriden Backup-Architektur sind keine Projekte für eine Woche – aber sie sind planbar und umsetzbar.
Ein weiterer Handwerksbetrieb aus der Region um Dingelstädt hat nach einem unangekündigten Recovery-Test festgestellt, dass seine Cloud-Backups seit Monaten still liefen – ohne Fehlermeldung. Die Daten waren weg. Mit einer strukturierten Lösung war das Problem innerhalb einer Woche behoben.
Als ISO/IEC 27001 zertifizierter IT-Partner mit über 25 Jahren Erfahrung in Nordthüringen und Südniedersachsen begleitet die TTG GmbH Handwerksbetriebe von der ersten Bestandsaufnahme bis zur laufenden Überwachung. Sprechen Sie uns an – eine Backup-Strategie von TTG GmbH planen lassen ist einfacher, als die meisten erwarten.
- Beheben Sie fehlende Automatisierung und offene Backup-Verbindungen sofort.
- Schließen Sie DSGVO-Lücken (AVV, EU-Serverstandort) innerhalb von 30 Tagen.
- Erstellen Sie einen schriftlichen Notfallplan – ein Nachmittag reicht dafür aus.
- Planen Sie Recovery-Tests als festen Termin im Kalender.
Zusammenfassung: Backup und Recovery im Handwerk – sofort, in 30 Tagen, langfristig
Backup und Recovery im Handwerk ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Die gute Nachricht: Die größten Risiken lassen sich mit überschaubarem Aufwand adressieren – wenn man weiß, wo man anfängt. Hier ist die strukturierte Übersicht für Ihren Betrieb.
| Zeitrahmen | Maßnahme | Warum jetzt? |
|---|---|---|
| Sofort | Automatisiertes Backup einrichten oder prüfen | Jeder Tag ohne Sicherung ist ein offenes Risiko |
| Sofort | Backup-Verbindung zum Produktivsystem trennen | Schutz vor Ransomware, die Backups mitlöscht |
| 30 Tage | 3-2-1-Regel umsetzen (Cloud + lokal + offline) | Redundanz ist der einzige echte Schutz |
| 30 Tage | DSGVO-konformen AVV mit Cloud-Anbieter abschließen | Pflicht bei Verarbeitung personenbezogener Daten |
| 30 Tage | Notfallplan schriftlich dokumentieren | Im Ernstfall zählt jede Minute |
| Langfristig | Quartalsweise Recovery-Tests einplanen | 72 % testen nie – seien Sie die Ausnahme |
| Langfristig | Mitarbeiter für Datensicherung sensibilisieren | Menschliches Versagen ist häufigste Fehlerquelle |
Die Daten sprechen eine klare Sprache: Über 60 % der Unternehmen glauben, sich nach einem Ausfall schnell erholen zu können – tatsächlich schaffen das nur 35 %. Diese Lücke entsteht nicht durch fehlende Technik, sondern durch fehlende Vorbereitung. Wer die acht Prüfpunkte dieser Checkliste konsequent abarbeitet, schließt genau diese Lücke.
Backup und Recovery im Handwerk muss kein IT-Großprojekt sein. Mit der richtigen Struktur, klaren Verantwortlichkeiten und einem zuverlässigen IT-Partner an Ihrer Seite ist Ihr Betrieb innerhalb weniger Wochen deutlich besser aufgestellt – ohne dass der Tagesablauf leidet.
- Starten Sie mit der Sofort-Maßnahme: Prüfen Sie noch heute, wann Ihr letztes Backup erstellt wurde.
- Setzen Sie in den nächsten 30 Tagen die organisatorischen und datenschutzrechtlichen Grundlagen.
- Bauen Sie langfristig eine Routine auf – regelmäßige Tests und klare Zuständigkeiten.
- Holen Sie sich Unterstützung, wenn Sie sich bei einem Punkt unsicher sind.
Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt
- Prüfen Sie, wann Ihr letztes Backup erstellt wurde und ob es automatisch oder manuell ausgelöst wurde.
- Stellen Sie sicher, dass mindestens eine Backup-Kopie außerhalb Ihres Betriebsgebäudes oder in der Cloud liegt (3-2-1-Regel).
- Trennen Sie mindestens eine Backup-Kopie dauerhaft vom Produktivsystem, um sie vor Ransomware zu schützen.
- Aktivieren Sie die Verschlüsselung für alle Backup-Medien und Cloud-Speicher – und hinterlegen Sie den Schlüssel sicher und separat.
- Fordern Sie von Ihrem Cloud-Anbieter den Nachweis eines EU-Serverstandorts und einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) an.
- Dokumentieren Sie einen einseitigen Notfallplan mit Schritten, Zuständigkeiten und Kontaktdaten – und legen Sie ihn ausgedruckt im Büro ab.
- Testen Sie die Wiederherstellung: Stellen Sie eine einzelne Datei aus dem Backup wieder her und prüfen Sie, ob sie vollständig und lesbar ist.
- Sprechen Sie mit einem IT-Fachmann, wenn einer der obigen Punkte nicht eindeutig erfüllt ist – idealerweise noch in dieser Woche.
Häufig gestellte Fragen
Wie teuer ist eine professionelle Backup-Lösung für einen kleinen Handwerksbetrieb?
Die Kosten hängen vom Datenvolumen und der gewünschten Wiederherstellungszeit ab. Für viele kleine Handwerksbetriebe mit unter zehn Mitarbeitern sind professionelle Backup-Lösungen bereits ab wenigen Euro pro Monat und Gerät verfügbar. Die entscheidende Frage ist nicht, was eine Backup-Lösung kostet – sondern was ein Datenverlust kostet: Produktionsausfall, verlorene Aufträge, DSGVO-Bußgelder. Im Vergleich dazu ist professionelle Datensicherung immer günstiger.
Reicht eine externe Festplatte als Backup nicht aus?
Als alleinige Lösung reicht eine externe Festplatte nicht aus. Sie schützt weder vor Ransomware (wenn sie am PC hängt) noch vor Brand oder Diebstahl. Festplatten können außerdem ohne Vorwarnung ausfallen. Als eine Komponente innerhalb einer 3-2-1-Strategie – kombiniert mit einer Cloud- oder Off-Site-Kopie – kann sie jedoch sinnvoll eingesetzt werden. Entscheidend ist, dass die Festplatte nach dem Backup vom PC getrennt und an einem sicheren Ort aufbewahrt wird.
Muss ich bei Cloud-Backups die DSGVO beachten?
Ja, unbedingt. Sobald in Ihren Backups personenbezogene Daten enthalten sind – und das ist in jedem Handwerksbetrieb der Fall (Kundendaten, Mitarbeiterdaten) –, gelten die Anforderungen der DSGVO. Dazu gehören: EU-Serverstandort des Anbieters, ein Auftragsverarbeitungsvertrag sowie technische Schutzmaßnahmen wie Verschlüsselung. Viele günstige internationale Cloud-Anbieter erfüllen diese Anforderungen nicht. Lassen Sie das im Zweifelsfall von einem Fachmann prüfen.
Wie oft sollte ich mein Backup testen?
Mindestens einmal pro Quartal sollten Sie eine vollständige oder teilweise Wiederherstellung testen. Ein einfacher Test reicht: Stellen Sie einzelne Dateien oder einen Datenbankstand aus dem Backup wieder her und prüfen Sie, ob alles vollständig und korrekt ist. Das dauert in der Regel nicht länger als 30–60 Minuten und gibt Ihnen Sicherheit, dass im Ernstfall alles funktioniert. Halten Sie das Ergebnis schriftlich fest.
Was ist der Unterschied zwischen Backup und Disaster Recovery?
Ein Backup ist die gesicherte Kopie Ihrer Daten. Disaster Recovery beschreibt den gesamten Prozess, mit dem Sie Ihren Betrieb nach einem schwerwiegenden Ausfall wieder in Gang bringen – inklusive Systeme, Software und Abläufe, nicht nur Daten. Ein gutes Backup ist die Grundlage jedes Recovery-Plans, aber kein Ersatz dafür. Handwerksbetriebe sollten daher beides haben: eine verlässliche Datensicherung und einen dokumentierten Plan, wie im Ernstfall vorgegangen wird.
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.
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