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IT-Förderung richtig nutzen: Welches Programm wirklich zu Ihrem Betrieb passt

Inhaltsverzeichnis

Veröffentlicht: 31. Mai 2026 · Lesezeit: ca. 14 Minuten

Es ist Donnerstagvormittag. Ihr Steuerberater hat eben angerufen und erwähnt beiläufig, dass ein befreundeter Unternehmer gerade Fördermittel für seine neue IT-Infrastruktur erhalten hat. Sie überlegen seit Monaten, Ihre veralteten Server zu ersetzen und die Datensicherung endlich professionell aufzustellen – nur fehlte bisher die Entscheidungsgrundlage. Jetzt googeln Sie nach dem Digitalbonus Thüringen, den Sie vor einiger Zeit gelesen haben, und stoßen auf widersprüchliche Informationen: Mal heißt es, das Programm läuft, mal ist von einem Antragsstopp die Rede.

Genau diese Unklarheit kostet Betriebe in der Region viel Zeit – und manchmal echtes Geld, wenn Projekte gestartet werden, bevor der Förderantrag genehmigt ist. Das Vorabantragsprinzip gilt für alle öffentlichen Förderprogramme: Wer erst baut und dann beantragt, geht leer aus.

Die gute Nachricht: Es gibt aktive Programme mit relevantem Fördervolumen. Die entscheidende Frage ist, welches davon zu Ihrer Investitionsgröße und Ihrem Vorhaben wirklich passt.

Die IT-Förderberatung Nordthüringen steht vor einem Wendepunkt: Bekannte Programme wie der Digitalbonus Thüringen und go-digital sind eingestellt, während neue Instrumente wie InnoInvest und die BAFA-KI-Förderung aktiv sind – aber kaum bekannt. Viele Unternehmer beantragen Programme, die nicht mehr existieren, oder verpassen die Antragsfrist, weil sie zu spät mit der Planung beginnen.

Für Inhaber und Geschäftsführer kleiner und mittlerer Betriebe ist die Orientierung im Förderdschungel deshalb zur eigenständigen Aufgabe geworden. Wer die falschen Programme im Blick hat, verschwendet Ressourcen. Wer die richtigen kennt, kann IT-Investitionen von 30.000 € aufwärts mit bis zu 50.000 € Zuschuss bezuschussen lassen – unter realistischen Bedingungen.

Dieser Artikel vergleicht die drei relevantesten aktiven Förderwege für IT-Vorhaben – InnoInvest, ZIM und die BAFA-KI-Beratungsförderung – und zeigt Ihnen, welches Programm zu welcher Betriebsgröße und Investitionsart passt. Dazu erfahren Sie, welche eingestellten Programme Sie aus Ihrer Planung streichen können.

KennzahlWertQuelle
Max. Förderung InnoInvest (Zuschuss pro Vorhaben)50.000 €Thüringer Aufbaubank – Förderprogramme
Mindestinvestition InnoInvest (IT-Vorhaben)30.000 €Thüringer Aufbaubank – Förderprogramme
Max. Förderung ZIM (Förderquote 25–45 %)bis 310.000 €Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)
BAFA KI-Beratungsförderung – Zuschuss für KMUbis zu 80 %BAFA – Bundesförderung Wirtschaft und Mittelstand

Die Entscheidung, vor der viele Betriebe gerade stehen

Seit dem Auslaufen des Bundesprogramms go-digital und dem Antragsstopp beim Digitalbonus Thüringen stehen viele Unternehmer ohne verlässliche Orientierung da. Die Förderlandschaft hat sich in kurzer Zeit grundlegend verändert – und wer sich auf veraltete Informationen verlässt, riskiert, Projekte ohne Förderung zu starten oder sie gar nicht erst anzugehen.

Konkret bedeutet das: Der Digitalbonus Thüringen ist seit März 2025 nicht mehr antragsfähig. Die verfügbaren Mittel sind vollständig ausgeschöpft, eine Neuauflage ist nach aktuellem Stand nicht geplant. Wer jetzt noch einen Antrag dafür vorbereitet, verliert Zeit, die anderswo besser investiert ist. Ähnliches gilt für „Digital Jetzt“ (BMWK), das bereits zum 31.12.2023 eingestellt wurde.

Was bleibt, sind drei aktive Programme mit unterschiedlichen Schwerpunkten: InnoInvest für klassische IT- und Innovationsinvestitionen ab 30.000 €, ZIM für technologiegetriebene Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie die BAFA-KI-Beratungsförderung für Betriebe, die Künstliche Intelligenz einführen möchten. Die IT-Förderberatung der TTG GmbH begleitet Unternehmen in Nordthüringen bei der Einordnung dieser Programme – von der Erstprüfung bis zur Antragstellung.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Handwerksbetrieb aus der Region Leinefelde-Worbis, der seine Netzwerkinfrastruktur erneuern und eine zentrale Datensicherung einrichten möchte, investiert schnell 35.000 bis 50.000 €. Genau in diesem Bereich greift InnoInvest – wenn der Antrag vor Projektbeginn gestellt wird.

  • Prüfen Sie zunächst, ob Ihr geplantes Vorhaben die Mindestinvestition von 30.000 € erreicht.
  • Streichen Sie Digitalbonus Thüringen, go-digital und Digital Jetzt aus Ihrer Planung.
  • Klären Sie, ob Ihr Vorhaben eher Investitionscharakter (InnoInvest) oder Innovationscharakter (ZIM) hat.
  • Beachten Sie das Vorabantragsprinzip: Kein Projekt darf vor Fördergenehmigung beginnen.
  • Holen Sie frühzeitig eine unabhängige Ersteinschätzung ein – idealerweise 3–6 Monate vor geplantem Projektstart.
Die Entscheidung, vor der viele Betriebe gerade stehen – IT-Förderberatung Nordthüringen

Option A: InnoInvest – der direkte Investitionszuschuss für IT

InnoInvest ist das aktuell relevanteste Förderprogramm für IT-Investitionen in Thüringen. Es läuft bis 2029, wird mit 40 Millionen Euro aus EU-EFRE-Mitteln finanziert und richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen, die in materielle oder immaterielle Wirtschaftsgüter investieren – Digitalisierung und Innovation sind ausdrücklich förderfähig.

Die Eckdaten im Überblick: Die Mindestinvestition beträgt für IT-Vorhaben 30.000 €, der maximale Zuschuss liegt bei 50.000 € pro Vorhaben. Die Förderquote beläuft sich auf bis zu 50 % der förderfähigen Ausgaben. Damit lässt sich beispielsweise ein Server-Upgrade inklusive Backup-Lösung und Netzwerkhardware teilfinanzieren – wenn das Gesamtvolumen die Mindestgrenze erreicht.

Anträge werden über das EFRE-Portal direkt bei der Thüringer Aufbaubank (TAB) gestellt. Zwingend erforderlich ist die Antragstellung vor Projektbeginn – wer bereits mit dem Kauf von Hardware beginnt, verliert den Förderanspruch automatisch. Die Managed Services der TTG GmbH können als Teil eines InnoInvest-Vorhabens eingeplant werden, sofern sie zum förderfähigen Gesamtprojekt gehören.

Stärken von InnoInvest:

  • Direkte Investitionsförderung ohne Rückzahlungspflicht (Zuschuss, kein Kredit)
  • Breites Themenspektrum – Hardware, Software, Digitalisierungsprojekte
  • Laufzeit gesichert bis 2029, EU-Mittel bereits gebunden
  • Antragstellung vollständig digital über EFRE-Portal

Grenzen von InnoInvest:

  • Mindestinvestition von 30.000 € – für kleine Einzelmaßnahmen ungeeignet
  • Kein reines Beratungsvorhaben förderfähig – es muss eine Investition im Mittelpunkt stehen
  • Verwaltungsaufwand für Dokumentation und Verwendungsnachweis nicht zu unterschätzen
  • Regionale Beschränkung auf Thüringen – für Betriebe mit Sitz in Südniedersachsen nicht direkt zugänglich

Option B: ZIM und BAFA – Förderung für Innovation und KI-Beratung

Neben InnoInvest gibt es zwei weitere aktive Förderwege, die für Betriebe in der Region relevant sein können – je nach Art des Vorhabens sogar mit höherem Fördervolumen. Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) ist ein Bundesprogramm, das seit der neuen Richtlinie aktiv läuft und technologiegetriebene Innovations- und F&E-Projekte fördert. Die Förderquote liegt zwischen 25 und 45 %, der maximale Förderbetrag bei 310.000 € pro Vorhaben.

ZIM richtet sich an Unternehmen, die neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen auf Basis technologischer Entwicklungen umsetzen möchten. Ein klassisches Beispiel wäre die Entwicklung einer branchenspezifischen Software-Lösung, die bisher nicht am Markt verfügbar ist. ZIM setzt also eine echte Innovationskomponente voraus – eine reine IT-Infrastrukturerneuerung fällt in der Regel nicht darunter. Über die neue Förderzentrale Deutschland (FZD) lassen sich ZIM-Anträge inzwischen vollständig digital und rechtssicher einreichen, was den Prozess erheblich vereinfacht.

Die BAFA-KI-Beratungsförderung ist ein weiteres aktives Instrument – und für viele Betriebe überraschend attraktiv. Wer Künstliche Intelligenz in seinem Unternehmen einführen möchte, kann sich die Beratungskosten zu bis zu 80 % fördern lassen. Lesen Sie dazu auch die Detailinformationen direkt beim BAFA – Bundesförderung Wirtschaft und Mittelstand. Wer also noch vor der eigentlichen KI-Investition klären möchte, welche Lösung zu seinem Betrieb passt, kann genau diese Analysephase fördern lassen.

Die Geförderten IT-Sicherheitslösungen der TTG GmbH lassen sich in vielen Fällen in ein ZIM- oder BAFA-gefördertes Vorhaben integrieren, wenn IT-Sicherheit Teil einer größeren Digitalisierungs- oder Innovationsmaßnahme ist.

  • Prüfen Sie bei ZIM: Hat Ihr Vorhaben eine technologische Neuheit – oder ist es eine Standardinvestition?
  • Nutzen Sie die BAFA-KI-Förderung, bevor Sie in KI-Systeme investieren – die Beratungskosten sind zu 80 % erstattungsfähig.
  • Beachten Sie: Auch bei ZIM und BAFA gilt das Vorabantragsprinzip.
  • Kombinieren Sie ZIM und InnoInvest nur, wenn beide Vorhaben klar voneinander abgrenzbar sind.
  • Lassen Sie durch einen Förderberater prüfen, welches Programm für Ihr konkretes Projekt die bessere Passform hat.

Direkte Gegenüberstellung: Wann lohnt sich welches Programm?

Direkte Gegenüberstellung: Wann lohnt sich welches Programm? – TTG GmbH Dingelstädt

Die Wahl des richtigen Förderprogramms hängt von drei Faktoren ab: Investitionsgröße, Art des Vorhabens und Unternehmensstandort. Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine schnelle Orientierung, welches Programm für welche Situation am besten geeignet ist.

SituationEmpfehlungWarum
IT-Infrastruktur erneuern, 30.000–100.000 € Investitionsvolumen, ThüringenInnoInvestDirektzuschuss bis 50.000 €, Digitalisierung ausdrücklich förderfähig, läuft bis 2029
Neue Software oder Technologielösung entwickeln, innovativer AnsatzZIMHöchstes Fördervolumen (bis 310.000 €), bundesweit verfügbar, F&E-Fokus
KI im Betrieb einführen, erst Orientierung gefragtBAFA-KI-BeratungsförderungBis zu 80 % der Beratungskosten gefördert, ideal vor der eigentlichen Investition
Betrieb in Südniedersachsen, IT-Investition geplantZIM oder BAFAInnoInvest ist auf Thüringen beschränkt; Bundesprogramme gelten bundesweit
Investition unter 30.000 €Individuelle Beratung empfohlenKein aktives Direktzuschuss-Programm für kleinere IT-Vorhaben; KfW-Kredit prüfen

Ein wichtiger Hinweis zur Kombination: Grundsätzlich lassen sich verschiedene Förderprogramme für dasselbe Vorhaben nicht kumulieren. Wer jedoch mehrere klar abgegrenzte Projekte plant – etwa zunächst eine KI-Beratung (BAFA), anschließend eine separate Infrastrukturinvestition (InnoInvest) – kann beide Wege nacheinander nutzen.

Die ISO/IEC 27001 zertifizierte TTG GmbH unterstützt Sie dabei, Ihre IT-Projekte so zu strukturieren, dass sie fördertechnisch optimal aufgestellt sind – ohne dass Sie sich durch Programmbedingungen allein durchkämpfen müssen.

  • Klären Sie vor allem die Frage: Investition oder Innovation – das entscheidet über InnoInvest vs. ZIM.
  • Ermitteln Sie Ihren Unternehmensstandort klar – Thüringen vs. Niedersachsen bestimmt die Programmwahl.
  • Denken Sie an KfW-Förderkredite als ergänzende Finanzierung, wenn keine Zuschüsse greifen.
  • Planen Sie sequenziell: Mehrere Vorhaben in Folge können mehrfach gefördert werden.

Was die Praxis zeigt: Typische Vorhaben und wie Förderung greift

In der täglichen Beratungspraxis begegnen uns bei der IT-Förderberatung Nordthüringen immer wieder ähnliche Vorhaben – und häufig dieselben Fehler. Der häufigste: Unternehmer starten ihr Projekt, bevor der Förderantrag gestellt wurde. Das ist ein K.O.-Kriterium. Das Vorabantragsprinzip gilt ausnahmslos für alle aktiven Programme – kein Auftrag, kein Kauf, keine Beauftragung darf vor der Förderzusage erfolgen.

Ein typisches Szenario aus dem Mittelstand: Ein Fertigungsbetrieb mit 18 Mitarbeitern plant, seine veraltete Windows-Server-Umgebung durch eine moderne, redundante Infrastruktur zu ersetzen, ergänzt um ein professionelles Backup- und Notfallkonzept. Gesamtinvestition: rund 42.000 €. Hier passt InnoInvest gut – die Mindestgrenze wird erreicht, das Vorhaben hat klaren Investitionscharakter, und die Antragstellung über das EFRE-Portal ist digital und vergleichsweise unkompliziert.

Ein anderes Bild zeigt sich bei wissensintensiven Dienstleistern: Eine Arztpraxis mit dem Wunsch, KI-gestützte Dokumentationssysteme einzuführen, hat zunächst keinen klaren Investitionsplan – sie braucht zuerst eine qualifizierte Beratung, welche Lösung überhaupt passt. Genau dafür ist die BAFA-KI-Beratungsförderung gemacht: Die Beratungskosten werden zu bis zu 80 % erstattet, bevor ein Euro in Technologie geflossen ist.

Seit dem 1. Januar 2025 können außerdem Beratungen zur Digitalisierung in die Thüringer Unternehmensberatungsförderung einbezogen werden – ein weiterer Baustein, der sich mit den oben genannten Programmen kombinieren lässt, sofern die Vorhaben klar voneinander abgegrenzt sind.

Nutzen Sie die IT-Infrastruktur mit Förderung realisieren – TTG GmbH als Ausgangspunkt, um Ihr Vorhaben strukturiert zu planen und die passende Förderung von Anfang an einzubeziehen.

  • Starten Sie kein Projekt, bevor der Förderantrag eingereicht und genehmigt ist.
  • Dokumentieren Sie Ihr Vorhaben schriftlich, bevor Sie sich bei einem Förderprogramm bewerben.
  • Prüfen Sie, ob eine vorgelagerte Beratungsförderung (BAFA) sinnvoll ist, bevor Sie in Hardware oder Software investieren.
  • Nutzen Sie die Thüringer Unternehmensberatungsförderung als ergänzenden Baustein für Digitalisierungsberatung.
  • Lassen Sie Ihr Vorhaben von einem IT-Partner vorstrukturieren, der Förderanforderungen kennt.

Kosten und Aufwand: Was Sie wirklich einplanen müssen

Förderung klingt nach kostenlosem Geld – aber der Weg dorthin erfordert Vorbereitung, Dokumentation und Geduld. Wer den Aufwand unterschätzt, riskiert entweder abgelehnte Anträge oder läuft Gefahr, Fördermittel nach der Bewilligung zurückzahlen zu müssen, weil Verwendungsnachweise unvollständig sind.

Rechnen Sie bei einem InnoInvest-Antrag mit einem Vorlauf von mindestens 6–10 Wochen von der ersten Projektskizze bis zur Förderzusage. Hinzu kommt die Dokumentationspflicht während und nach dem Projekt: Rechnungen müssen korrekt zugeordnet, Lieferscheine archiviert und Verwendungsnachweise fristgerecht eingereicht werden. Das ist keine Frage von IT-Kompetenz, sondern von organisiertem Projektmanagement.

Für ZIM-Anträge gilt: Der Aufwand ist höher, die Anforderungen an die Innovationsbeschreibung sind anspruchsvoll. Über die neue Förderzentrale Deutschland (FZD) lassen sich Anträge inzwischen vollständig digital einreichen – das verkürzt den Papierprozess erheblich, ersetzt aber keine inhaltliche Vorbereitung. Externe Unterstützung durch einen erfahrenen IT- oder Förderberater amortisiert sich bei Fördersummen ab 30.000 € in der Regel schnell.

Zu den versteckten Kosten zählen außerdem: Eigenleistung der Geschäftsführung für Abstimmungen, mögliche externe Beraterhonorare sowie der zeitliche Verzug im Projekt, da vor Genehmigung nichts bestellt werden darf. Laut Bitkom-Studien zur Digitalisierung im Mittelstand scheitern viele Digitalisierungsvorhaben nicht an der Technologie, sondern am fehlenden Projektmanagement – Förderanträge sind da keine Ausnahme.

Als ISO/IEC 27001-zertifizierter IT-Partner mit über 25 Jahren Erfahrung in Nordthüringen begleitet die TTG GmbH Unternehmen von der Ersteinschätzung bis zum Verwendungsnachweis. Das spart Ihnen Zeit und minimiert das Risiko formaler Fehler. Wenn Sie wissen möchten, wie das für Ihr konkretes Vorhaben aussieht, können Sie ein Beratungsgespräch unverbindlich anfragen – ob in Leinefelde-Worbis, Dingelstädt oder anderswo in der Region.

  • Planen Sie mindestens 8 Wochen Vorlauf vor Projektstart für Antragstellung und Genehmigung ein.
  • Richten Sie ein einfaches Dokumentationssystem für Rechnungen und Liefernachweise ein.
  • Holen Sie eine schriftliche Förderzusage ab, bevor Sie erste Aufträge vergeben.
  • Kalkulieren Sie externe Beratungskosten in Ihre Gesamtinvestition ein – sie sind oft förderfähig.
  • Klären Sie mit Ihrem Steuerberater die steuerliche Behandlung von Förderzuschüssen.

Unsere Einschätzung: Welches Programm zu welchem Betrieb passt

Nach unserer Erfahrung in der IT-Förderberatung Nordthüringen lässt sich die Programmwahl auf eine klare Grundregel bringen: InnoInvest ist der Standardweg für klassische IT-Investitionen in Thüringen – sofern die Mindestgrenze von 30.000 € erreicht wird. Für die Mehrzahl der Betriebe in Nordthüringen, dem Eichsfeld und angrenzenden Regionen ist das der direkteste Weg zu einem Direktzuschuss ohne Rückzahlungspflicht.

ZIM ist attraktiv, aber kein Allheilmittel. Wer echte technologische Innovation plant – also etwas, das am Markt noch nicht in dieser Form existiert – sollte ZIM ernsthaft prüfen. Wer hingegen eine bewährte IT-Lösung im eigenen Betrieb einführen möchte, wird bei der Innovationsprüfung Schwierigkeiten haben. Hier erleben wir in der Praxis häufig, dass Erwartungen und Förderbedingungen auseinanderklaffen.

Die BAFA-KI-Förderung ist unserer Einschätzung nach die am meisten unterschätzte Option. 80 % Erstattung auf Beratungskosten – das ist ein außergewöhnlich hoher Fördersatz, der speziell für Betriebe interessant ist, die noch am Anfang ihrer KI-Überlegungen stehen. Nutzen Sie diese Förderung, bevor Sie investieren, nicht danach.

Für Betriebe in Südniedersachsen – also im Raum Duderstadt, Herzberg oder Northeim – gilt: Die Thüringer Programme wie InnoInvest sind nicht zugänglich. Hier sind ZIM und BAFA die primären Anlaufstellen. Eine individuelle Ersteinschätzung durch einen Partner, der beide Förderlandschaften kennt, ist hier besonders wertvoll.

Einen letzten Punkt sollten Sie nicht unterschätzen: Förderberatung ist kein einmaliges Ereignis. Die Programme ändern sich, Mittel werden aufgestockt oder eingestellt – wie der Digitalbonus Thüringen eindrücklich zeigt. Wer regelmäßig informiert ist und Vorhaben vorausschauend plant, hat gegenüber Mitbewerbern einen echten Vorteil.

  • Wählen Sie InnoInvest, wenn Sie in Thüringen ansässig sind und mindestens 30.000 € in IT investieren möchten.
  • Wählen Sie ZIM, wenn Ihr Vorhaben eine technologische Neuheit enthält und bundesweite Förderung sinnvoll ist.
  • Nutzen Sie die BAFA-KI-Förderung vor jeder größeren KI-Investition zur Orientierung.
  • Prüfen Sie als Betrieb in Südniedersachsen explizit die Bundesprogramme ZIM und BAFA.
  • Halten Sie Ihre Förderplanung aktuell – und sprechen Sie regelmäßig mit einem Partner, der den Überblick hat.

Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt

  1. Streichen Sie Digitalbonus Thüringen, go-digital und Digital Jetzt aus Ihrer Förderplanung – diese Programme sind eingestellt und nicht mehr antragsfähig.
  2. Prüfen Sie, ob Ihr geplantes IT-Vorhaben eine Investitionssumme von mindestens 30.000 € erreicht – das ist die Eintrittsschwelle für InnoInvest.
  3. Klären Sie, ob Ihr Standort in Thüringen liegt (InnoInvest) oder in Südniedersachsen (ZIM/BAFA) – das bestimmt, welche Programme für Sie zugänglich sind.
  4. Beantragen Sie die BAFA-KI-Beratungsförderung, bevor Sie in KI-Systeme investieren – bis zu 80 % der Beratungskosten werden erstattet.
  5. Stellen Sie sicher, dass kein Auftrag, kein Kauf und keine Beauftragung vor der schriftlichen Förderzusage erfolgt (Vorabantragsprinzip).
  6. Dokumentieren Sie Ihr Vorhaben schriftlich mit Zielbeschreibung, Kostenplan und Zeitplan – das ist Pflicht für jeden Förderantrag.
  7. Planen Sie mindestens 8 Wochen Vorlauf von der Antragstellung bis zum geplanten Projektstart ein.
  8. Sprechen Sie mit einem IT-Partner, der die aktuellen Förderprogramme kennt und Ihr Vorhaben von Anfang an fördertechnisch richtig strukturiert.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich den Digitalbonus Thüringen noch beantragen?

Nein. Die verfügbaren Mittel des Digitalbonus Thüringen sind vollständig ausgeschöpft. Ein Antragsstopp gilt seit März 2025, eine Neuauflage ist nach aktuellem Stand nicht geplant. Als direkter Nachfolger für IT-Investitionen in Thüringen steht InnoInvest zur Verfügung. Wer sein Vorhaben auf den Digitalbonus ausgerichtet hatte, sollte schnellstmöglich prüfen, ob InnoInvest als Alternative passt – und ob die Mindestinvestition von 30.000 € erreicht wird.

Was passiert, wenn ich vor der Förderzusage mit meinem Projekt starte?

In diesem Fall verlieren Sie automatisch Ihren Förderanspruch – ohne Ausnahme. Das Vorabantragsprinzip gilt für alle aktiven Programme: InnoInvest, ZIM und BAFA. Kein Kauf, kein Auftrag, keine Beauftragung darf vor der schriftlichen Genehmigung erfolgen. Selbst eine vorbereitende Bestellung kann als vorzeitiger Maßnahmebeginn gewertet werden. Planen Sie deshalb ausreichend Vorlauf ein und warten Sie auf die offizielle Förderzusage.

Wie lange dauert die Bearbeitung eines InnoInvest-Antrags?

Erfahrungsgemäß sollten Sie mit einem Zeitraum von 6 bis 12 Wochen zwischen vollständiger Antragstellung und Förderzusage rechnen. Die Bearbeitungszeit hängt von der Vollständigkeit Ihrer Unterlagen und der aktuellen Auslastung der Thüringer Aufbaubank ab. Planen Sie diesen Zeitraum fest in Ihre Projektplanung ein, bevor Sie Lieferanten oder Dienstleister beauftragen. Eine professionelle Antragsunterstützung kann die Bearbeitungszeit durch vollständige Unterlagen spürbar verkürzen.

Ich bin in Südniedersachsen ansässig – welche Förderung kommt für mich in Frage?

Als Betrieb in Südniedersachsen können Sie Thüringer Länderprogramme wie InnoInvest nicht nutzen. Für Sie sind primär Bundesprogramme relevant: Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) für innovationsgetriebene IT-Vorhaben sowie die BAFA-KI-Beratungsförderung für den Einstieg in Künstliche Intelligenz. KfW-Förderkredite stehen ebenfalls bundesweit zur Verfügung. Eine individuelle Einschätzung durch einen erfahrenen IT-Partner, der beide Förderlandschaften kennt, ist hier besonders empfehlenswert.

Lohnt sich der Aufwand für einen Förderantrag wirklich?

Bei einem Investitionsvolumen ab 30.000 € und einem möglichen Zuschuss von bis zu 50.000 € lautet die Antwort klar: ja. Der administrative Aufwand für einen InnoInvest-Antrag ist realistisch mit 2–4 Arbeitstagen zu veranschlagen – plus laufende Dokumentation während des Projekts. Wer externen Support nutzt, reduziert seinen eigenen Aufwand deutlich. Die TTG GmbH begleitet diesen Prozess und sorgt dafür, dass Ihr Vorhaben von Anfang an fördertechnisch korrekt aufgestellt ist.

Über den Autor
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.

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