Microsoft 365 im Handwerk: Abo-Lizenz oder Kaufsoftware – was ist die richtige Wahl für Ihren Betrieb?
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Es ist Montagmorgen. Der Polier schickt die Aufmaßfotos vom Wochenende über sein Handy – doch im Büro lässt sich die Datei nicht öffnen, weil das verwendete Office-Format neuer ist als die installierte Software. Die Bürohilfe ruft an, der Chef ist auf der Baustelle, und bis das Problem geklärt ist, wartet die Angebotserstellung. Zwanzig Minuten für ein Format-Problem.
Gleichzeitig hat die Steuerberaterin eine neue Excel-Vorlage für die Lohnabrechnung geschickt – kompatibel nur mit Office 2021 oder neuer. Im Betrieb läuft noch Office 2016. Ein Update wurde bisher aufgeschoben, weil „das ja noch funktioniert“.
Solche Reibungsverluste kennen viele Betriebe. Sie sind kein Zeichen von Unwissenheit, sondern schlicht das Ergebnis einer Entscheidung, die vor Jahren getroffen wurde und heute nicht mehr passt. Die Frage, ob Microsoft 365 im Abo oder eine Kauflizenz die bessere Wahl ist, ist deshalb keine rein technische – sie betrifft den Arbeitsalltag Ihres gesamten Teams.
Microsoft 365 Handwerk – dieses Schlagwort taucht in immer mehr Beratungsgesprächen auf, und das nicht ohne Grund: Microsoft hat angekündigt, den Support für Office 2016 und Office 2019 nach Oktober 2025 einzustellen. Wer weiterhin auf veraltete Software setzt, erhält keine Sicherheitsupdates mehr – ein ernstes Risiko für jeden Betrieb, der mit Kundendaten, Angeboten und Rechnungen arbeitet.
Gleichzeitig stehen viele Handwerker vor einer echten Entscheidung: Umstieg auf das Microsoft-365-Abo mit monatlichen Kosten – oder Investition in eine neue Kauflizenz (Office 2021/2024), die einmalig bezahlt wird, aber langfristig hinter dem Abo zurückbleibt? Beide Wege sind legitim, aber sie passen nicht für jeden Betrieb gleich gut.
Dieser Artikel vergleicht beide Optionen sachlich und direkt: Was steckt jeweils dahinter, wo liegen die echten Unterschiede, und – am wichtigsten – welche Wahl passt zu Ihrem Betrieb? Sie erhalten eine strukturierte Entscheidungshilfe, konkrete Kostenübersichten und eine klare Einschätzung aus der Praxis.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Anteil kleiner Unternehmen in Deutschland mit Office-Versionen, die aktualisiert werden mussten | Über 80 % | Intra2net KMU-Studie 2024 |
| Handwerksbetriebe, die bereits Cloud-Programme nutzen | 56 % | Bitkom-Studie 2025 |
| Durchschnittliche Selbstbewertung der Digitalisierung im Handwerk (Schulnote) | 3,0 | Bitkom-Studie 2025 |
| Anteil deutscher KMU, die KI einsetzen | 19 % | IfM Bonn / Eurostat-Auswertung 2024 |
Die Ausgangslage: Vor welcher Entscheidung stehen Handwerksbetriebe mit Microsoft 365 gerade?
Laut der Intra2net KMU-Studie 2024 setzen über 80 % der kleinen Unternehmen in Deutschland Microsoft Office-Pakete ein, die dringend aktualisiert werden müssten. Besonders verbreitet: Office 2016 und Office 2019 – beide verlieren nach Oktober 2025 ihren Sicherheitssupport. Auf weiteren 16 % der Arbeitsplätze läuft sogar noch Office 2013 oder Office 2010 – Software, die seit über einem Jahrzehnt keine Patches mehr erhält.
Das ist keine abstrakte IT-Warnung. Wer ohne Sicherheitsupdates arbeitet, öffnet Angreifern Tür und Tor – gerade in Branchen, in denen Kundendaten, Angebote und Lieferscheine digital verwaltet werden. Für Handwerksbetriebe bedeutet das: Handlungsbedarf ist da, die Frage ist nur, welchen Weg Sie jetzt einschlagen.
Die Entscheidung lautet vereinfacht: Microsoft 365 im Abo (monatliche oder jährliche Kosten, immer aktuell) oder Office als Kauflizenz (einmalige Zahlung, feste Version, keine automatischen Feature-Updates). Beide Optionen sind von Microsoft erhältlich – sie unterscheiden sich aber erheblich im Leistungsumfang, im Kostenmodell und in der Alltagstauglichkeit.
Ein konkretes Beispiel aus der Region: Ein Sanitär- und Heizungsbetrieb aus Dingelstädt, der vier Büroarbeitsplätze betreibt, stand vor genau dieser Frage. Drei Mitarbeiter arbeiteten noch mit Office 2016, der Chef nutzte sein privates Microsoft-365-Konto parallel – ein typisches Flickwerk, das mit einer klaren Entscheidung enden musste.
- Prüfen Sie jetzt, welche Office-Version auf Ihren Arbeitsplätzen installiert ist (Datei → Konto → Produktinformationen).
- Notieren Sie, wie viele Nutzer in Ihrem Betrieb Office täglich einsetzen.
- Klären Sie, ob Ihre Mitarbeiter mobil (Smartphone, Tablet) auf Dokumente zugreifen müssen.
- Fragen Sie Ihren IT-Betreuer, wann Ihre aktuelle Lizenz den Support verliert.
Option A – Microsoft 365 im Abo: Was steckt dahinter, was leistet es wirklich?
Microsoft 365 ist deutlich mehr als Word, Excel und Outlook in einer neueren Version. Das Abo-Modell bündelt eine Vielzahl von Diensten unter einem Dach – und genau das ist sowohl seine Stärke als auch der Punkt, an dem viele Betriebe zunächst zögern.
Was ist enthalten? Je nach Lizenzplan (Business Basic, Business Standard oder Business Premium) erhalten Sie unter anderem: die aktuellen Office-Anwendungen für bis zu fünf Geräte pro Nutzer, 1 TB Cloud-Speicher über OneDrive, Microsoft Teams für Kommunikation und Videokonferenzen, Exchange Online für professionelle E-Mail sowie – in höheren Plänen – Sicherheitsfunktionen wie Microsoft Defender und Intune für die Geräteverwaltung.
Ein entscheidender Vorteil: Die Software wird automatisch aktualisiert. Sie müssen sich um Versionswechsel nicht kümmern – und arbeiten immer mit der aktuellsten, sichersten Version. Gerade im Hinblick auf das Support-Ende für Office 2016 und 2019 ist das ein gewichtiges Argument.
Laut Bitkom-Studie 2025 nutzen bereits 56 % aller Handwerksbetriebe Cloud-Programme – das Fundament für Microsoft 365 ist also in vielen Betrieben bereits gelegt. Die Microsoft 365 Betreuung durch die TTG GmbH umfasst dabei nicht nur die Einrichtung, sondern auch die laufende Verwaltung von Nutzern, Berechtigungen und Sicherheitseinstellungen.
Grenzen von Microsoft 365: Das Abo kostet dauerhaft – wer es kündigt, verliert den Zugriff auf die Software. Für Betriebe mit sehr stabilen, einfachen Anforderungen kann das auf lange Sicht teurer wirken als ein Einmalkauf. Zudem setzt die volle Nutzung eine stabile Internetverbindung voraus.
- Vergleichen Sie die drei Business-Pläne (Basic, Standard, Premium) anhand Ihrer konkreten Anforderungen.
- Prüfen Sie, ob Teams als Kommunikationskanal Ihren E-Mail-Verkehr intern ersetzen kann.
- Nutzen Sie die kostenlose Testphase (30 Tage), bevor Sie ein Jahresabo abschließen.
- Klären Sie, ob Ihre Branchensoftware mit Microsoft 365 und OneDrive kompatibel ist.
- Fragen Sie nach einem Sammelrabatt, wenn Sie mehrere Lizenzen gleichzeitig buchen.
Option B – Office als Kauflizenz: Einmal zahlen, dauerhaft nutzen – aber zu welchem Preis?
Die klassische Office-Kauflizenz – zuletzt als Office 2021 und mittlerweile als Office 2024 erhältlich – ist das Modell, das viele Unternehmer aus Gewohnheit bevorzugen: einmal kaufen, dauerhaft nutzen, keine laufenden Kosten. Das klingt solide, hat aber einige handfeste Einschränkungen, die im Betriebsalltag schnell spürbar werden.
Was ist enthalten? Office 2024 in der Home & Business-Variante enthält Word, Excel, PowerPoint und OneNote – für einen PC oder Mac, ohne Übertragbarkeit auf weitere Geräte. Teams, Exchange Online, OneDrive (über 5 GB) oder Sicherheitsdienste wie Defender sind nicht enthalten. Die Software erhält für die Laufzeit des Mainstream-Supports Sicherheitsupdates, jedoch keine neuen Funktionen.
Wann ist das sinnvoll? Wenn Ihr Betrieb tatsächlich nur klassische Desktop-Anwendungen braucht – keine Cloud-Ablage, keine mobile Nutzung, keine gemeinsame Kalenderfreigabe – kann die Kauflizenz kurzfristig günstiger sein. Für einen einzelnen Arbeitsplatz mit stabilen Anforderungen ist das ein valides Modell.
Die Realität in vielen Handwerksbetrieben sieht aber anders aus: Aufträge werden unterwegs dokumentiert, Fotos von der Baustelle landen im Büro, Angebote werden auch abends vom Heimrechner aus bearbeitet. Genau für diese Szenarien ist die Kauflizenz konstruktiv begrenzt – sie ist gerätegebunden und bietet keine synchronisierte Cloud-Umgebung.
Laut Bitkom geben 72 % der Handwerksbetriebe an, zu beschäftigt zu sein, um sich mit Digitalisierung zu befassen. Eine Kauflizenz mag kurzfristig den Aufwand reduzieren – langfristig erzeugt sie aber genau die Reibungspunkte, die Zeit kosten.
- Stellen Sie fest, ob Ihre Mitarbeiter ausschließlich stationär an einem festen PC arbeiten.
- Prüfen Sie, ob Sie bereits externe Dienste für Cloud-Speicher oder Kommunikation bezahlen – diese Kosten kommen zur Kauflizenz hinzu.
- Fragen Sie den Hersteller, bis wann Office 2024 Sicherheitsupdates erhält.
- Kalkulieren Sie den Wechselaufwand in vier bis fünf Jahren, wenn eine neue Version erscheint.
- Überlegen Sie, ob fehlende Team-Funktionen durch andere kostenpflichtige Tools kompensiert werden müssten.
Direkte Gegenüberstellung: Wann lohnt sich Microsoft 365 Handwerk – und wann reicht die Kauflizenz?
Nach dem Blick auf beide Optionen stellt sich die entscheidende Frage: Was passt zu Ihrem Betrieb? Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zusammen – ehrlich, ohne Werbung für ein Modell.
| Kriterium | Microsoft 365 (Abo) | Office Kauflizenz (z. B. 2024) |
|---|---|---|
| Kosten | Monatlich / jährlich pro Nutzer (ca. 10–22 € netto/Monat je nach Plan) | Einmalig ca. 300–500 € pro Arbeitsplatz |
| Anzahl Geräte | Bis zu 5 Geräte pro Nutzer (PC, Mac, Tablet, Smartphone) | 1 Gerät, nicht übertragbar |
| Cloud-Speicher | 1 TB OneDrive pro Nutzer inklusive | Nur 5 GB OneDrive (kostenfrei) |
| Sicherheitsupdates | Automatisch, dauerhaft aktuell | Bis zum Support-Ende (Office 2024: bis 2029) |
| Neue Funktionen / KI | Kontinuierlich, inkl. Copilot-Integration | Keine, Version bleibt eingefroren |
| Teams / Exchange | Inklusive (je nach Plan) | Nicht enthalten |
| Geeignet für | Betriebe mit mobilen Anforderungen, mehreren Mitarbeitern, Wachstumsplänen | Einzelarbeitsplätze mit rein stationärem, einfachem Bedarf |
Der IT-Sicherheit für Microsoft 365 – TTG GmbH-Ansatz zeigt: Gerade in puncto Sicherheit macht das Abo den entscheidenden Unterschied. Laut BSI-Empfehlungen für Unternehmen ist das zeitnahe Einspielen von Sicherheitspatches eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen – und genau das übernimmt Microsoft 365 automatisch.
Unsere Einschätzung: Für Handwerksbetriebe ab zwei Mitarbeitern mit aktiver Bürokommunikation ist das Abo in der Regel die wirtschaftlichere Wahl – auch wenn die monatlichen Kosten auf den ersten Blick höher wirken.
- Zählen Sie alle aktuellen Software-Abonnements Ihres Betriebs – oft sind Teams, Speicher und E-Mail bereits separat bezahlt.
- Rechnen Sie: Kauflizenz plus externe Cloud plus Kommunikationstool oft teurer als Microsoft 365 Business Standard.
- Beachten Sie das Support-Ende Ihrer aktuellen Office-Version als konkreten Handlungsanlass.
- Klären Sie, ob Ihr Betrieb in den nächsten Jahren wächst – das Abo skaliert flexibel mit.
Was die Praxis zeigt: Erfahrungen aus dem Microsoft-365-Handwerksalltag
Theorie und Praxis klaffen bei diesem Thema manchmal auseinander. Deshalb lohnt ein Blick darauf, wie Betriebe die Entscheidung im echten Alltag erleben – jenseits von Marketingversprechen und Technikjargon.
Ein typisches Bild: Ein Malermeister mit fünf Mitarbeitern und zwei Bürokräften nutzte über Jahre Office 2019. Die Bürokräfte arbeiteten zuverlässig damit – bis der Polier anfing, Aufmaße direkt auf dem Tablet zu erfassen. Die Daten mussten anschließend manuell übertragen werden, weil keine Cloud-Synchronisation vorhanden war. Der eigentliche Digitalisierungseffekt blieb aus, weil das Fundament fehlte.
Nach dem Wechsel zu Microsoft 365 Business Standard wurden die Arbeitsschritte neu organisiert: Fotos, Aufmaße und Angebotsdaten landen direkt in einer gemeinsamen OneDrive-Struktur, auf die Büro und Baustelle gleichermaßen zugreifen. Die interne Kommunikation über Teams ersetzte einen Großteil der internen E-Mails. Das klingt nach viel Aufwand – in der Praxis war die Umstellung innerhalb weniger Tage abgeschlossen.
Dass solche Szenarien keine Ausnahme sind, zeigt die Bitkom-Studie 2025: Handwerksbetriebe bewerten ihre eigene Digitalisierung im Schnitt mit der Schulnote 3,0. Das ist kein schlechtes Zeugnis – aber es zeigt, dass viele Betriebe wissen, dass Luft nach oben ist. Und häufig ist die Softwareinfrastruktur der erste Hebel.
Entscheidend ist auch die Begleitunterstützung: Betriebe, die den Wechsel mit einem erfahrenen IT-Partner vollzogen haben, berichten von deutlich weniger Reibung beim Übergang als jene, die es allein versucht haben.
- Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern: Wo verlieren sie täglich Zeit durch fehlende digitale Verbindung zwischen Büro und Baustelle?
- Testen Sie OneDrive für Business eine Woche lang mit einer realen Aufgabe aus dem Alltag.
- Bitten Sie Ihren IT-Betreuer um eine Demo von Teams für die tägliche Einsatzplanung.
- Fragen Sie Kollegen in Ihrem Netzwerk oder Ihrer Innung, welche Software sie nutzen und was gut funktioniert.
- Dokumentieren Sie den Ist-Zustand: Welche Tools nutzen Sie gerade, und was kostet das insgesamt?
Kosten und Aufwand: Was Sie bei Microsoft 365 im Handwerk wirklich einplanen müssen
Beim Thema Kosten lohnt es sich, genau hinzuschauen – denn der direkte Vergleich „Abo vs. Einmalkauf“ greift zu kurz. Entscheidend ist die Gesamtkostenbetrachtung über mehrere Jahre.
Microsoft 365 Business Standard kostet aktuell rund 12,50 € pro Nutzer und Monat (netto, jährliche Zahlung). Bei fünf Nutzern sind das ca. 750 € pro Jahr. Dafür sind Office-Anwendungen, Teams, Exchange, 1 TB OneDrive und laufende Sicherheitsupdates inklusive. Wer diese Dienste einzeln einkauft – Cloud-Speicher, E-Mail-Hosting, Videokonferenztool – kommt schnell auf ähnliche oder höhere Summen.
Office 2024 als Kauflizenz kostet einmalig ca. 300–500 € pro Arbeitsplatz (Home & Business). Bei fünf Arbeitsplätzen sind das 1.500–2.500 € auf einen Schlag. In vier bis fünf Jahren, wenn die nächste Version fällig wird, fällt erneut der gleiche Betrag an. Ohne Cloud, ohne Teams, ohne mobile Nutzung.
Rechnen Sie über fünf Jahre: Das Microsoft-365-Abo kommt bei fünf Nutzern auf rund 3.750 € – inklusive aller enthaltenen Dienste. Die Kauflizenz liegt im gleichen Zeitraum (inklusive Folgeversion) bei vergleichbaren Kosten, bietet aber einen deutlich geringeren Funktionsumfang.
Hinzu kommt der Einrichtungsaufwand: Ein IT-Partner aus der Region – etwa für Handwerksbetriebe im Eichsfeld und Südniedersachsen rund um Dingelstädt – kann die Migration von bestehenden Daten, E-Mails und Nutzerkonten übernehmen. Erfahrungsgemäß dauert eine Standardmigration für einen Fünf-Personen-Betrieb einen halben bis ganzen Arbeitstag. Das ist überschaubar.
Der Bitkom-Leitfaden zur Digitalisierung im Mittelstand empfiehlt zudem, bei der Kostenkalkulation auch den Faktor Ausfallzeit zu berücksichtigen: Software ohne Sicherheitspatches erhöht das Risiko von Cyberangriffen – und ein erfolgreicher Angriff kostet ein Vielfaches der gesparten Lizenzkosten.
Starten Sie jetzt mit einer Microsoft 365 Beratung anfragen – wir analysieren Ihre aktuelle Infrastruktur und zeigen Ihnen, welcher Plan für Ihren Betrieb rechnerisch Sinn ergibt.
- Listen Sie alle aktuell genutzten und bezahlten Software-Dienste mit ihren monatlichen Kosten auf.
- Kalkulieren Sie nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Folgeversionen, Support und Migrationsaufwand.
- Fragen Sie Ihren Steuerberater, ob Abo-Kosten für Software vollständig als Betriebsausgaben absetzbar sind (in der Regel ja).
- Planen Sie Migrationszeit ein – reservieren Sie einen ruhigen Tag, an dem keine Großaufträge laufen.
Unsere Einschätzung: Welche Microsoft-365-Option für welchen Handwerksbetrieb – und warum
Nach diesem Vergleich möchten wir klar Position beziehen – denn das ist es, was Ihnen als Unternehmer wirklich nützt.
Für die überwiegende Mehrheit der Handwerksbetriebe empfehlen wir Microsoft 365 im Abo. Nicht weil es das Neueste ist, sondern weil es die Anforderungen moderner Handwerksbetriebe abdeckt: mobile Nutzung, zentrale Dateiablage, sichere Kommunikation und automatische Updates. Das entspricht der Realität in Betrieben mit mehreren Mitarbeitern, Außendienst und wechselnden Baustellen.
Die Kauflizenz ist keine schlechte Option – aber sie ist eine Option für sehr spezifische Situationen: Ein Einzelunternehmer, der ausschließlich am stationären Bürorechner arbeitet, keinerlei Bedarf an Cloud-Synchronisation hat und bereits alle anderen Kommunikationsdienste separat organisiert hat, kann mit Office 2024 gut fahren. Das ist aber nicht die Realität der meisten Betriebe.
Ein weiterer Blick in die Zukunft: KI-Funktionen wie Microsoft Copilot – der direkt in Word, Excel und Outlook integriert arbeitet – sind ausschließlich über das Abo verfügbar. Laut IfM Bonn / Eurostat-Auswertung 2024 nutzen bislang nur 19 % der deutschen KMU KI-Werkzeuge. Wer jetzt auf Microsoft 365 wechselt, positioniert sich für diesen nächsten Schritt – ohne erneuten Migrationsdruck.
Unserer Erfahrung nach ist die größte Hürde nicht die Technologie, sondern die Entscheidung selbst. Viele Betriebe schieben das Update auf, weil es „gerade nicht der richtige Moment“ ist. Doch der richtige Moment kommt selten von selbst – und das Support-Ende für Office 2016 und 2019 ist diesmal ein konkretes, fixes Datum.
- Entscheiden Sie jetzt, welches Modell zu Ihrem Betrieb passt – und setzen Sie einen festen Umsetzungstermin.
- Holen Sie sich ein schriftliches Angebot von Ihrem IT-Partner – mit klarer Aufschlüsselung der Kosten über drei Jahre.
- Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter frühzeitig ein: Kurze Schulungen erhöhen die Akzeptanz erheblich.
- Prüfen Sie, ob Ihr Betrieb für Digitalisierungsförderung infrage kommt – etwa über das BAFA-Programm zur Unternehmensberatung.
- Starten Sie den Wechsel nicht allein – eine begleitete Migration spart Zeit und vermeidet Datenverluste.
Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt
- Prüfen Sie die aktuell installierte Office-Version auf allen Arbeitsplätzen (Datei → Konto → Produktinformationen) und notieren Sie, wann der Support endet.
- Ermitteln Sie, wie viele Mitarbeiter Office täglich nutzen – und ob sie auch mobil oder von zuhause aus arbeiten.
- Addieren Sie alle aktuell bezahlten Dienste (Cloud-Speicher, E-Mail-Hosting, Videokonferenz-Tool), um die echten Gesamtkosten Ihrer aktuellen Lösung zu kennen.
- Vergleichen Sie die drei Microsoft-365-Business-Pläne (Basic, Standard, Premium) anhand Ihrer konkreten Anforderungen – oder lassen Sie diese Auswahl von einem IT-Partner vornehmen.
- Klären Sie die Kompatibilität Ihrer Branchensoftware (z. B. Handwerkersoftware, Zeiterfassung) mit Microsoft 365 und OneDrive.
- Planen Sie einen konkreten Migrationstermin – idealerweise in einer ruhigeren Geschäftswoche, und kündigen Sie ihn Ihrem Team frühzeitig an.
- Aktivieren Sie nach der Migration die mehrstufige Anmeldung (Multi-Faktor-Authentifizierung) für alle Nutzerkonten – das ist der wichtigste Einzelschritt für die Kontosicherheit.
- Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über die steuerliche Behandlung der Abo-Kosten und prüfen Sie verfügbare Fördermittel für Digitalisierungsmaßnahmen.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich wirklich wechseln, wenn mein Office noch funktioniert?
Technisch gesehen funktioniert veraltete Software weiterhin – aber ohne Sicherheitsupdates. Nach dem Support-Ende für Office 2016 und 2019 im Oktober 2025 erhalten diese Versionen keine Patches mehr für neu entdeckte Sicherheitslücken. Das bedeutet: Jede Schwachstelle, die danach bekannt wird, bleibt dauerhaft offen. Für Betriebe, die mit Kundendaten arbeiten, ist das ein reales Risiko – und im Fall eines Datenschutzvorfalls auch ein rechtliches.
Sind meine Daten in der Microsoft-Cloud DSGVO-konform gespeichert?
Microsoft speichert Daten europäischer Geschäftskunden in Rechenzentren innerhalb der EU – aktuell unter anderem in Deutschland und den Niederlanden. Microsoft 365 bietet einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), der den DSGVO-Anforderungen entspricht. Dennoch sollten Sie Ihre Datenschutzrichtlinien aktualisieren und intern dokumentieren, welche Daten in der Cloud liegen. Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine kurze Abstimmung mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.
Was passiert mit meinen Daten, wenn ich das Abo kündige?
Nach einer Kündigung haben Sie in der Regel 30 Tage Zeit, Ihre Daten aus OneDrive und Exchange zu exportieren. Microsoft stellt dafür Exportwerkzeuge bereit. Wichtig: Planen Sie den Wechsel aktiv und sichern Sie Ihre Daten rechtzeitig lokal oder auf einem neuen System. Wer mit einem IT-Partner arbeitet, lässt diesen Schritt begleiten – das vermeidet Datenverluste beim Übergang.
Wie lange dauert die Umstellung auf Microsoft 365 im Betrieb?
Für einen typischen Handwerksbetrieb mit drei bis acht Arbeitsplätzen dauert eine professionell begleitete Migration erfahrungsgemäß einen halben bis ganzen Arbeitstag – inklusive Einrichtung der Nutzerkonten, Dateiübertragung und E-Mail-Konfiguration. Die eigentliche Nutzung ist danach sofort möglich. Eine kurze Einweisung der Mitarbeiter in Teams und OneDrive empfiehlt sich, ist aber in ein bis zwei Stunden erledigt.
Gibt es günstigere Alternativen zu Microsoft 365?
Ja – Google Workspace oder LibreOffice sind technisch nutzbare Alternativen. In der Praxis zeigt sich aber: Wer bereits auf Microsoft-Produkten arbeitet, profitiert beim Verbleib im Ökosystem von maximaler Kompatibilität und minimalem Schulungsaufwand. Die TTG GmbH berät Sie gerne zu Alternativen – unsere ehrliche Einschätzung ist jedoch, dass Microsoft 365 für die meisten Handwerksbetriebe die ausgewogenste Kombination aus Funktionsumfang, Sicherheit und Bekanntheit bietet.
Läuft in Ihrem Betrieb noch Office 2016 oder 2019 – und haben Sie sich bisher nicht die Zeit genommen, das zu ändern?
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