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KI und Automatisierung: Was wirklich funktioniert – und worauf es beim Start ankommt

Inhaltsverzeichnis

Veröffentlicht: 12. Juni 2026 · Lesezeit: ca. 13 Minuten

Es ist Montagmorgen. Die Kanzlei öffnet um acht, und auf dem Schreibtisch liegen bereits zwölf E-Mails mit Mandantenanfragen – Fristverlängerungen, Belegnachfragen, Terminwünsche. Die Mitarbeiterin, die normalerweise die Eingangspost sichtet, ist im Urlaub. Die Vertretung weiß nicht, welche Fristen dringend sind. Bis halb zehn ist das Telefon dauerbeschäftigt, drei Rückrufe werden notiert, zwei Mails bleiben unbeantwortet.

Gleichzeitig läuft im Hintergrund eine Softwarelösung, die theoretisch Belege automatisch erfassen und zuordnen könnte. Aber niemand hat sie je richtig eingerichtet – die Einführung wurde damals „auf später“ verschoben.

Diese Situation ist kein Ausnahmefall. Sie beschreibt den Alltag vieler gut geführter Betriebe, die wissen, dass Automatisierung helfen würde – aber noch keinen konkreten ersten Schritt gemacht haben. Genau hier setzt dieser Artikel an.

KI und Automatisierung sind längst kein Thema mehr, das nur Großkonzerne betrifft. Laut Destatis nutzte bereits jedes fünfte Unternehmen in Deutschland KI-Technologien – Tendenz stark steigend. Für viele mittelständische Betriebe stellt sich nicht mehr die Frage, ob sie diesen Schritt gehen, sondern wann und vor allem wie.

Die Herausforderung liegt selten in der Technologie selbst. Sie liegt in der Planung, der Einbettung in gewachsene Abläufe und im realistischen Erwartungsmanagement. Wer ohne Vorbereitung mit KI-Projekten startet, riskiert Frust, verbrannte Budgets – und Mitarbeiter, die das neue Tool nach drei Wochen wieder ignorieren.

In diesem Erfahrungsbericht zeigen wir, was wir in der Beratung von Unternehmen in der Region immer wieder beobachten: welche Fehler sich wiederholen, was nach einem guten Start tatsächlich besser wird – und welche drei Erkenntnisse wir gerne früher gewusst hätten. Der Artikel richtet sich an Inhaber und Geschäftsführer, die konkrete Orientierung suchen – ohne IT-Kauderwelsch.

KennzahlWertQuelle
Anteil deutscher Unternehmen mit KI-Nutzung20 % (+ 8 Prozentpunkte binnen eines Jahres)Destatis 2024
KMU mit KI-Einsatz in Deutschlandca. 25 % (vs. 19 % EU-Durchschnitt)IfM Bonn 2025
Mittelständler ohne konkrete KI-Strategieca. 43 %DMB/Salesforce KI-Index Mittelstand 2025
Unternehmen mit Produktivitätssteigerung durch generative KI82 % (Ø +13 % p. a.)IW Köln 2025

Was wir bei KI und Automatisierung immer wieder sehen

Was wir bei KI und Automatisierung immer wieder sehen – KI und Automatisierung

Seit Jahren begleiten wir Betriebe in der Region bei der Einführung digitaler Lösungen. Rund um Dingelstädt erleben wir dabei ein sehr ähnliches Muster: Unternehmen haben den Bedarf erkannt, haben oft sogar schon ein Angebot eingeholt – und dann passiert monatelang nichts. Nicht aus Desinteresse, sondern weil niemand weiß, wie man konkret anfängt.

Laut einer aktuellen Erhebung von DMB und Salesforce fehlt 43 % der mittelständischen Unternehmen eine konkrete KI-Strategie – obwohl viele die Technologie bereits testen oder einsetzen. Das deckt sich exakt mit dem, was wir in der Beratungspraxis erleben: Insellösungen, keine durchgängige Planung, und Mitarbeiter, die parallel in alten und neuen Prozessen arbeiten.

Ein typisches Bild: Ein Betrieb führt ein KI-gestütztes Dokumentenmanagement ein, aber die Ablagestruktur auf dem Server bleibt unverändert. Ergebnis: Doppelarbeit statt Entlastung. Oder: Ein Automatisierungstool wird angeschafft, aber nie in die bestehende Buchhaltungssoftware integriert – weil die Schnittstelle „zu aufwändig“ erschien.

Unserer Erfahrung nach sind es nicht die großen technischen Hürden, die KI-Projekte scheitern lassen. Es sind die kleinen, vermeidbaren Planungsfehler am Anfang. Deshalb empfehlen wir:

  • Starten Sie mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme Ihrer Kernprozesse – bevor Sie ein Tool auswählen.
  • Benennen Sie intern eine verantwortliche Person für das KI-Projekt, die die Einführung begleitet.
  • Holen Sie Ihre Mitarbeiter früh ins Boot – Akzeptanz entscheidet über Erfolg oder Scheitern.
  • Planen Sie konkrete Pilotprojekte, keine flächendeckende Einführung von Beginn an.
  • Nutzen Sie externe Beratung für die Standortbestimmung: Die Digitalisierungsberatung der TTG GmbH hilft Ihnen, den richtigen Startpunkt zu finden.

KI und Automatisierung entfalten ihren Nutzen nur, wenn sie in funktionierende Strukturen eingebettet werden – nicht als Reparaturlösung für kaputte Prozesse.

Typische Ausgangssituation: So starten die meisten Unternehmen

Die meisten Betriebe kommen nicht mit einem klaren Projektauftrag zu uns. Sie kommen mit einem Gefühl: „Wir müssen da irgendwie ran, aber wir wissen nicht genau wie.“ Das ist kein Zeichen von Rückstand – es ist ein sehr normaler Ausgangspunkt.

Typisch ist folgendes Bild: Es gibt bereits digitale Werkzeuge im Einsatz – eine Branchensoftware, vielleicht ein Cloud-Speicher, ein E-Mail-System. Aber diese Tools sprechen nicht miteinander. Mitarbeiter übertragen Daten manuell von System zu System. Auswertungen werden in Excel erstellt, obwohl die Daten eigentlich schon in einer Datenbank vorliegen.

Laut Destatis nutzen 17 % der kleinen Unternehmen (10–49 Mitarbeiter) bereits KI – bei Großunternehmen sind es 48 %. Diese Lücke zeigt: Nicht die Bereitschaft fehlt, sondern die strukturierte Herangehensweise. Viele KMU unterschätzen dabei, wie viel mit bereits vorhandenen Daten und moderaten Investitionen möglich wäre.

Ein weiterer häufiger Ausgangspunkt: Ein Mitarbeiter hat privat ChatGPT ausprobiert und bringt die Idee ins Unternehmen. Das ist ein guter Impuls – aber ohne Datenschutzrahmen und klare Nutzungsregeln kann daraus schnell ein Compliance-Problem werden. Das BSI gibt konkrete Empfehlungen für den sicheren KI-Einsatz – die wenigsten Betriebe kennen sie.

Was aus dieser Ausgangslage hilft:

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über alle Software-Systeme, die Ihr Unternehmen heute nutzt.
  • Prüfen Sie, welche manuellen Tätigkeiten regelmäßig, wiederkehrend und zeitintensiv sind – das sind Ihre besten Automatisierungskandidaten.
  • Klären Sie frühzeitig, welche Daten das Unternehmen verlassen dürfen und welche nicht – bevor Mitarbeiter eigenständig KI-Tools testen.
  • Definieren Sie ein realistisches Ziel für die nächsten sechs Monate, kein Fünf-Jahres-Programm.

KI und Automatisierung wirken dann am stärksten, wenn Sie mit einem konkreten, messbaren Problem beginnen – nicht mit einer vagen Vision.

Fehler Nr. 1: Der Tool-first-Ansatz – und seine Folgen

Der häufigste Fehler, den wir beobachten, ist das Starten mit dem falschen Ende: Ein Tool wird ausgewählt, bevor der Prozess klar definiert ist. Das klingt banal, passiert aber in der Praxis ständig – und es kostet Zeit, Geld und Vertrauen.

Das läuft meistens so: Eine Softwarelösung wird auf einer Messe oder in einem Newsletter empfohlen. Der Geschäftsführer ist beeindruckt, der Kauf erfolgt zügig. Dann merkt man: Die Software passt nicht zur vorhandenen IT-Infrastruktur, erfordert eine Datenmigration, die niemand geplant hat, und braucht eine Schulung, die niemand time-gebudgeted hat.

Laut DMB/Salesforce nennen 27 % der Mittelständler mangelndes Wissen über konkrete Einsatzbereiche als größtes Hindernis für KI – und genau das führt zu diesen Fehleinkäufen. Wer nicht weiß, was er automatisieren will, kann kein passendes Werkzeug wählen.

Dazu kommt ein Datenschutzaspekt, der in der Aufregung um neue Technologien oft untergeht: Nicht jede Cloud-basierte KI-Lösung ist DSGVO-konform. Wer Mandantendaten, Patientenakten oder vertrauliche Geschäftsdokumente in externe Systeme überträgt, ohne die Verarbeitungsverträge geprüft zu haben, riskiert empfindliche Bußgelder. Informieren Sie sich dazu auch bei der Datensicherheit beim KI-Einsatz – TTG GmbH.

SituationEmpfehlungWarum
Tool wurde angeschafft, passt aber nicht zur InfrastrukturProzessanalyse nachholen, Schnittstellen prüfenTechnische Schulden vermeiden
Mitarbeiter nutzen das Tool nichtSchulung + klare Nutzungsregeln einführenAkzeptanz ist entscheidend für ROI
Datenschutzstatus unklarAuftragsverarbeitungsvertrag prüfenDSGVO-Risiko minimieren
Noch kein Tool im EinsatzErst Prozess definieren, dann Tool wählenPassgenauigkeit sicherstellen

Was stattdessen funktioniert:

  • Beschreiben Sie den Prozess, den Sie automatisieren möchten, schriftlich – bevor Sie sich Angebote einholen.
  • Stellen Sie Anbietern konkrete Fragen zur DSGVO-Konformität und zu Hosting-Standorten.
  • Planen Sie Implementierung, Schulung und Testphase als festen Bestandteil des Projektbudgets.
  • Testen Sie neue Lösungen in einer kontrollierten Umgebung, bevor Sie produktiv gehen.

KI und Automatisierung sind kein Selbstläufer – sie erfordern sorgfältige Vorbereitung, die sich aber mehrfach auszahlt.

Fehler Nr. 2: Förderchancen werden systematisch übersehen

Fehler Nr. 2: Förderchancen werden systematisch übersehen – TTG GmbH Dingelstädt

Der zweithäufigste Fehler ist kein technischer – er ist finanzieller Natur: Viele Betriebe finanzieren Digitalisierungsprojekte vollständig aus eigener Tasche, obwohl erhebliche Fördermittel verfügbar wären. Das führt dazu, dass Projekte kleiner geplant werden als nötig, zu früh abgebrochen werden oder gar nicht erst starten.

Laut DMB/Salesforce nennen 21 % der Mittelständler rechtliche Unsicherheiten als Hemmnis für den KI-Einsatz – ein großer Teil davon betrifft auch die Unsicherheit rund um Förderbedingungen und Nachweispflichten. Die gute Nachricht: Für KMU gibt es aktuell eine Vielzahl an Förderprogrammen, von EU-Ebene bis zu Landesfördermitteln in Thüringen.

Das BAFA-Programm „Digital Jetzt“ beispielsweise unterstützt Investitionen in digitale Technologien und die Qualifizierung von Mitarbeitern. Das BMWK – Digitalisierung im Mittelstand gibt einen strukturierten Überblick über aktuelle Bundesförderprogramme. Hinzu kommen Landesförderungen in Thüringen sowie zinsgünstige KfW-Kredite für Digitalisierungsvorhaben.

Das Problem ist oft nicht das Förderprogramm selbst – es ist der Aufwand für den Antrag. Wer ihn unterschätzt oder zu spät beginnt, verliert den Anspruch. Und: Viele Programme müssen vor Projektbeginn beantragt werden. Wer erst nach dem Kauf eines Systems fragt, bekommt keine Förderung mehr.

So vermeiden Sie diesen Fehler:

  • Informieren Sie sich über Fördermöglichkeiten, bevor Sie ein Angebot akzeptieren – nicht danach.
  • Nutzen Sie die Förderberatung für Digitalisierungsprojekte – TTG GmbH, um passende Programme zu identifizieren.
  • Planen Sie ausreichend Vorlaufzeit für Antragstellung ein – mindestens vier bis sechs Wochen vor geplantem Projektstart.
  • Dokumentieren Sie Ihre Projektplanung sorgfältig, da Nachweise für die Förderabrechnung erforderlich sind.
  • Fragen Sie bei Ihrer IHK oder regionalen Wirtschaftsförderung nach aktuellen Programmen, die speziell für Thüringen oder Südniedersachsen gelten.

Unserer Erfahrung nach lassen sich bei sorgfältiger Planung zwischen 30 und 50 Prozent der Projektkosten durch Förderungen abdecken – das ändert die Investitionsrechnung grundlegend.

Was danach besser wird: Konkrete Verbesserungen aus der Praxis

Nach einem gut geplanten Einstieg in KI und Automatisierung beobachten wir in der Praxis drei Veränderungen, die sich immer wieder zeigen – unabhängig von Branche und Betriebsgröße.

Erstens: Zeitersparnis durch automatisierte Routinetätigkeiten. Laut IW Köln berichten 82 % der Unternehmen, die generative KI einsetzen, von Produktivitätssteigerungen – im Schnitt 13 % pro Jahr. Das klingt bescheiden, entspricht aber bei einem zehnköpfigen Team rechnerisch mehr als einer Vollzeitstelle, die für strategische Aufgaben frei wird.

Zweitens: Weniger Fehler in wiederkehrenden Prozessen. Automatisierte Dateneingabe, Dokumentenerfassung und Fristverwaltung reduzieren menschliche Fehlerquellen erheblich. In Bereichen mit hohem Sorgfaltsbedarf – von der Finanzbuchhaltung bis zur Qualitätssicherung – ist das ein spürbarer Qualitätsgewinn.

Drittens: Mitarbeiter werden entlastet, nicht ersetzt. Unsere Erfahrung widerspricht dem verbreiteten Bild, dass KI Arbeitsplätze vernichtet. Was wir sehen: Mitarbeiter übernehmen nach der Automatisierung von Routineaufgaben mehr Verantwortung für Qualitätsprüfung, Kundenkontakt und komplexe Abläufe. Das steigert Zufriedenheit und Bindung – besonders wichtig angesichts des Fachkräftemangels in der Region.

Damit diese Verbesserungen eintreten, brauchen Sie eine stabile IT-Grundlage. Eine IT-Infrastruktur für den digitalen Wandel – TTG GmbH ist die Voraussetzung dafür, dass KI-Anwendungen zuverlässig und sicher laufen.

Was Sie konkret erwarten können – und wie Sie es vorbereiten:

  • Messen Sie den Status quo vor der Einführung: Wie viele Stunden pro Woche fließen in den Zielprozess?
  • Definieren Sie Erfolgskriterien für die ersten drei Monate – Zeitersparnis, Fehlerrate, Mitarbeiterfeedback.
  • Planen Sie eine Nachschulung nach vier Wochen ein, um Nutzungslücken zu schließen.
  • Kommunizieren Sie Fortschritte transparent im Team – das fördert die Akzeptanz für weitere Schritte.

KI und Automatisierung zahlen sich aus – aber nur, wenn Sie den Erfolg aktiv messen und kommunizieren.

Drei Erkenntnisse, die wir gerne früher gewusst hätten

Nach vielen Projekten in der Region – von produzierenden Betrieben über Dienstleister bis hin zu Kanzleien – haben wir einige Dinge gelernt, die wir Ihnen direkt mitgeben möchten. Nicht als Lehrstunde, sondern als ehrliche Einschätzung aus der Praxis.

Erkenntnis 1: Vertrauen ist wichtiger als Technologie. Das beste KI-Werkzeug nützt nichts, wenn Ihre Mitarbeiter ihm nicht vertrauen. Wir haben erlebt, wie ein Buchhaltungsteam in einer Kanzlei im Eichsfeld wochenlang parallel im alten System weiterarbeitete – nicht aus Trotz, sondern weil die neue Lösung nie erklärt wurde. Die Einführungsphase braucht Kommunikation, nicht nur Konfiguration.

Erkenntnis 2: Sicherheit ist kein optionaler Schritt. KI-Systeme verarbeiten oft hochsensible Daten. Wer diesen Aspekt auf später verschiebt, baut auf einem unsicheren Fundament. Das BSI empfiehlt konkrete Schutzmaßnahmen für den KI-Einsatz in Unternehmen – von der Zugriffssteuerung bis zur Protokollierung. Diese Anforderungen sollten von Anfang an mitgedacht werden, nicht nachträglich ergänzt.

Erkenntnis 3: Ein strukturierter Einstieg spart mehr Zeit als jedes Tool. Wer zwei Stunden in die Prozessanalyse investiert, bevor er kauft, spart im Schnitt Wochen an nachträglicher Anpassung. Das klingt unspektakulär – ist aber die wirkungsvollste Einzelmaßnahme, die wir kennen.

Als ISO/IEC 27001-zertifizierter IT-Partner mit über 25 Jahren Erfahrung in Nordthüringen und den angrenzenden Regionen – unter anderem rund um Dingelstädt – haben wir diese Erkenntnisse in zahlreichen Projekten gesammelt und verfeinert. Sicherheit, Verlässlichkeit und eine realistische Einschätzung von Aufwand und Nutzen stehen dabei immer im Mittelpunkt.

Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Betrieb heute steht und welche konkreten Möglichkeiten sich für Sie ergeben, lassen Sie sich beraten: Digitalisierungs-Potenzial prüfen lassen.

Was wir Ihnen direkt empfehlen: Klarer Rat ohne Umwege

Wenn wir aus allem, was wir bisher beschrieben haben, eine klare Handlungsempfehlung ableiten müssten, wäre es diese: Fangen Sie jetzt an – aber fangen Sie richtig an.

KI und Automatisierung sind kein Luxusprojekt für übermorgen. Laut IfM Bonn setzt bereits jedes vierte KMU in Deutschland KI ein – und die Schere zwischen Vorreitern und Nachzüglern wächst. Wer heute nicht plant, hat in zwei Jahren einen strukturellen Nachteil, der sich nur schwer aufholen lässt.

Gleichzeitig gilt: Kein Unternehmen muss alles auf einmal umstellen. Der wirksamste Einstieg in KI und Automatisierung ist ein klar definierter Pilotbereich, ein messbares Ziel und ein verlässlicher Partner, der den Prozess begleitet.

Unsere konkreten Empfehlungen für Ihren nächsten Schritt:

  • Identifizieren Sie einen Prozess in Ihrem Betrieb, der täglich oder wöchentlich wiederkehrt und viel manuelle Zeit kostet – das ist Ihr Startpunkt.
  • Prüfen Sie, ob Ihre aktuelle IT-Infrastruktur die Anforderungen einer KI-Anwendung erfüllt – Sicherheit, Verfügbarkeit, Schnittstellen.
  • Klären Sie Datenschutz und Compliance, bevor Sie externe KI-Dienste einsetzen – nicht als Formalität, sondern als Fundament.
  • Beantragen Sie Fördermittel, bevor das Projekt startet – nicht danach.
  • Schulen Sie Ihr Team aktiv – nicht einmalig per Handbuch, sondern begleitend in den ersten Wochen.
  • Messen Sie den Fortschritt nach 30, 60 und 90 Tagen – nur so wissen Sie, ob das Projekt die gewünschten Effekte bringt.

Der Bitkom bietet aktuelle Leitfäden und Praxisbeispiele zum KI-Einsatz im Mittelstand – eine gute Ergänzung für die eigene Recherche.

Unserer Erfahrung nach reicht ein einzelner Nachmittag für die erste Standortbestimmung aus. Danach wissen Sie, ob und wie KI und Automatisierung in Ihrem Betrieb sinnvoll sind – ohne Vorabinvestition, ohne Risiko.

Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt

  1. Analysieren Sie Ihre drei zeitintensivsten Routineprozesse und notieren Sie, wie viele Stunden pro Woche diese kosten.
  2. Prüfen Sie, welche dieser Prozesse wiederkehrend, regelbasiert und datengetrieben sind – das sind Ihre besten Automatisierungskandidaten.
  3. Klären Sie intern, welche Daten Ihr Unternehmen nicht verlassen dürfen, und erstellen Sie eine kurze Übersicht.
  4. Informieren Sie sich über aktuelle Förderprogramme (BAFA, KfW, Thüringen-Invest) – idealerweise vor dem ersten Angebotseingang.
  5. Stellen Sie eine verantwortliche Person für das Digitalisierungsprojekt intern bereit, die als Ansprechpartner fungiert.
  6. Sprechen Sie mit einem erfahrenen IT-Partner über Ihre Ausgangssituation – bevor Sie ein Produkt auswählen.
  7. Planen Sie eine Pilotphase von maximal acht Wochen mit klar definierten Erfolgskriterien.
  8. Dokumentieren Sie Ihren Ist-Zustand vor dem Start, damit Sie den Fortschritt nach drei Monaten objektiv messen können.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet der Einstieg in KI und Automatisierung für ein kleines Unternehmen?

Die Spanne ist groß: Einfache Automatisierungen über bereits vorhandene Tools (z. B. in Microsoft 365) lassen sich oft ohne Zusatzkosten einrichten. Neue KI-Lösungen starten bei wenigen hundert Euro im Monat. Wichtiger als der Einstiegspreis ist die Gesamtrechnung: Schulung, Integration und laufender Support sollten eingeplant werden. Mit passenden Förderprogrammen lassen sich 30–50 % der Investitionskosten abdecken – lassen Sie sich dazu frühzeitig beraten.

Sind meine Daten bei KI-Tools sicher – und was gilt für die DSGVO?

Das hängt stark vom jeweiligen Anbieter und der Konfiguration ab. Viele gängige KI-Dienste verarbeiten Daten auf Servern außerhalb der EU – das ist bei sensiblen Geschäfts- oder Mandantendaten problematisch. Entscheidend sind: Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag und Zugriffsrechte. Das BSI bietet konkrete Empfehlungen für den sicheren KI-Einsatz. Prüfen Sie diese Punkte, bevor Sie produktiv starten – nicht erst beim nächsten Datenschutz-Audit.

Müssen meine Mitarbeiter IT-Kenntnisse haben, um mit KI-Tools zu arbeiten?

Nein – moderne KI-Anwendungen sind bewusst für den Alltag ohne IT-Hintergrund gestaltet. Was Ihre Mitarbeiter brauchen, ist eine strukturierte Einführung, klare Nutzungsrichtlinien und Zeit zum Ausprobieren. Erfahrungsgemäß sind die ersten zwei Wochen entscheidend: Wer in dieser Phase aktiv begleitet wird, nutzt das Tool dauerhaft. Wer sich selbst überlassen bleibt, greift nach kurzer Zeit wieder auf alte Gewohnheiten zurück.

Wie lange dauert es, bis man erste Ergebnisse sieht?

Bei gut gewählten Pilotprozessen sind erste messbare Effekte nach vier bis acht Wochen sichtbar – etwa weniger Zeitaufwand für Dateneingabe, weniger Rückfragen oder schnellere Bearbeitungszeiten. Eine flächendeckende Wirkung über das gesamte Unternehmen stellt sich nach drei bis sechs Monaten ein, wenn Einführung und Schulung professionell begleitet werden. Wer zu schnell zu viele Prozesse gleichzeitig automatisieren will, verliert den Überblick.

Wir sind ein kleiner Betrieb mit weniger als zehn Mitarbeitern – lohnt sich das überhaupt?

Ja – gerade für kleine Teams kann Automatisierung einen überproportional großen Unterschied machen, weil jede gesparte Stunde mehr ins Gewicht fällt. Bereits die Automatisierung einer einzigen Aufgabe – etwa der Belegerfassung oder der Terminbestätigung per E-Mail – kann mehrere Stunden pro Woche freisetzen. Entscheidend ist, den richtigen Startpunkt zu wählen: einen Prozess, der wirklich wehtut, und eine Lösung, die ohne komplexe IT-Infrastruktur auskommt.

Über den Autor
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.

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