Backup und Recovery: Cloud oder lokale Datensicherung – was schützt Ihr Unternehmen wirklich?
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Veröffentlicht: 10. Juni 2026 · Lesezeit: ca. 13 Minuten
Es ist Montagmorgen. Die Buchhaltung öffnet das Mandantenverwaltungsprogramm – und die Software meldet einen Fehler. Die Datenbank ist nicht erreichbar. Erste Reaktion: Neustart. Zweite Reaktion: IT anrufen. Dritte Reaktion, wenn kein Backup vorhanden ist: stille Panik.
Solche Situationen entstehen nicht nur durch Cyberangriffe. Ein defektes Speichermedium, ein versehentlich überschriebenes Verzeichnis oder ein fehlgeschlagenes Software-Update reichen aus, um einen ganzen Arbeitstag – oder mehr – lahm zu legen. Wer in diesem Moment kein funktionsfähiges Backup hat, das auch tatsächlich wiederhergestellt werden kann, steht vor einem ernsthaften Problem.
Genau hier setzt die Frage an, die viele Unternehmer erst dann stellen, wenn es zu spät ist: Ist unsere Datensicherung wirklich auf dem Stand, den wir brauchen? Und: Haben wir überhaupt schon einmal getestet, ob sie im Ernstfall funktioniert?
Backup und Recovery gehören zu den grundlegenden Säulen jeder unternehmerischen IT – und werden dennoch in vielen Betrieben unterschätzt oder nur halbherzig umgesetzt. Die entscheidende Frage lautet heute nicht mehr „Sichern wir unsere Daten?“, sondern: „Wie sichern wir – und kommen wir im Ernstfall wirklich schnell wieder an sie heran?“
Laut BSI-Lagebericht 2024 richten sich 80 % aller Cyberangriffe in Deutschland gezielt gegen kleine und mittlere Unternehmen. Gleichzeitig zeigt die DATA REVERSE KMU Backup-Studie 2025, dass 72 % der befragten Betriebe ihre Backups kaum oder gar nicht auf Wiederherstellbarkeit prüfen. Die Lücke zwischen Schein und Wirklichkeit ist erschreckend groß.
Dieser Artikel vergleicht die zwei zentralen Ansätze – Cloud-Backup und On-Premises-Sicherung – sachlich und mit klaren Empfehlungen. Sie erfahren, welche Lösung zu welchem Betrieb passt, was hybride Konzepte leisten und worauf Sie bei der Planung Ihrer Backup-Strategie unbedingt achten sollten.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| KMU, die Backups selten oder nie auf Wiederherstellbarkeit prüfen | 72 % | DATA REVERSE KMU Backup-Studie 2025 |
| KMU, die Backups mindestens quartalsweise testen | 28 % | DATA REVERSE KMU Backup-Studie 2025 |
| KMU mit hybrider Backup-Lösung (Cloud + On-Premises) | 59 % | DATA REVERSE KMU Backup-Studie 2025 |
| Anteil der Cyberangriffe in Deutschland, die KMU treffen | 80 % | BSI Lagebericht 2024 |
Die Entscheidung, vor der viele Unternehmen stehen
Wer heute eine neue Backup-Strategie plant oder seine bestehende Lösung überdenkt, steht schnell vor einer grundsätzlichen Weichenstellung: Soll die Datensicherung in der Cloud stattfinden, auf lokaler Hardware – oder beides? Diese Entscheidung ist keine rein technische, sondern hat direkte Auswirkungen auf Kosten, Wiederherstellungszeiten und die Sicherheitslage Ihres Unternehmens.
Die Ausgangssituation in der Praxis ist ernüchternd: Laut DATA REVERSE KMU Backup-Studie 2025 prüfen 72 % der befragten deutschen Betriebe ihre gesicherten Daten nur selten oder gar nicht auf Wiederherstellbarkeit. Ein Backup, das im Ernstfall nicht funktioniert, ist jedoch kein Backup – es ist eine trügerische Sicherheit.
Ein konkretes Beispiel aus der Region: Ein Dienstleistungsbetrieb aus Dingelstädt hatte über Jahre hinweg eine automatisierte Sicherungslösung im Einsatz. Erst beim Wechsel des IT-Partners stellte sich heraus, dass die Backup-Jobs seit Monaten wegen eines Konfigurationsfehlers still liefen – ohne je eine vollständige Sicherung zu erzeugen. Solche Fälle sind keine Ausnahme.
Für Inhaber und Geschäftsführer stellen sich dabei typischerweise folgende Fragen:
- Wie schnell kann ich meine Daten nach einem Ausfall wiederherstellen?
- Wer überwacht, ob die Sicherungen tatsächlich vollständig und fehlerfrei sind?
- Welche Lösung passt zu meiner Unternehmensgröße und meinem Budget?
- Erfülle ich damit auch meine datenschutzrechtlichen Pflichten?
Die gute Nachricht: Es gibt keine universelle Antwort – aber sehr klare Kriterien, anhand derer Sie die richtige Entscheidung für Ihren Betrieb treffen können. Mehr zu den Grundlagen einer soliden IT-Infrastruktur & Datensicherung – TTG GmbH finden Sie auf unserer Website. In den folgenden Abschnitten stellen wir Ihnen beide Hauptoptionen vor – mit ihren Stärken, ihren Grenzen und den Situationen, in denen sie wirklich Sinn ergeben.
Cloud-Backup: Stärken, Grenzen und worauf es wirklich ankommt
Beim Cloud-Backup werden Ihre Daten automatisch über das Internet auf externe Server eines Anbieters übertragen und dort gespeichert. Sie brauchen keine eigene Hardware, keine lokale Infrastruktur – und im Idealfall keine tägliche manuelle Kontrolle. Klingt praktisch. Ist es auch – unter bestimmten Voraussetzungen.
Die größten Stärken des Cloud-Backups liegen in der Verfügbarkeit und der geografischen Trennung: Selbst wenn Ihre Geschäftsräume durch Brand, Überschwemmung oder Einbruch unzugänglich werden, sind Ihre Daten an einem anderen Ort gesichert. Viele Anbieter bieten zudem automatische Versionierung an, sodass Sie nicht nur die aktuellste, sondern auch ältere Versionen einer Datei wiederherstellen können – wichtig bei Ransomware-Angriffen, bei denen Verschlüsselungen mitunter erst Wochen nach der Infektion bemerkt werden.
Doch Cloud-Backup hat auch echte Grenzen, die in der Praxis oft unterschätzt werden:
- Wiederherstellungsgeschwindigkeit: Bei großen Datenmengen kann die Rücksicherung aus der Cloud Stunden bis Tage dauern – je nach Internetbandbreite. Für Betriebe mit zeitkritischen Abläufen ist das ein erhebliches Risiko.
- Datenschutz und Speicherort: Achten Sie darauf, dass Ihre Daten auf Servern innerhalb der EU gespeichert werden und der Anbieter DSGVO-konform arbeitet. Nicht jeder günstige Cloudanbieter erfüllt diese Anforderungen.
- Laufende Kosten: Cloud-Backup-Tarife sind monatliche Betriebskosten, die mit wachsendem Datenvolumen steigen. Kalkulieren Sie realistisch, was in drei bis fünf Jahren auf Sie zukommt.
- Internetabhängigkeit: Ohne stabile Verbindung kein Backup und keine Wiederherstellung. Gerade in Gebieten mit schwankender Breitbandversorgung ist das relevant.
Die BSI – Empfehlungen zur Datensicherung betonen ausdrücklich, dass Backups regelmäßig auf Vollständigkeit und Wiederherstellbarkeit geprüft werden müssen – unabhängig davon, ob sie lokal oder in der Cloud liegen. Wer das vernachlässigt, hat im Ernstfall nichts gewonnen. Einen fundierten Überblick über professionelle Lösungen für Backup und Recovery bietet auch die Seite zur Backup & Datensicherung durch die TTG GmbH.
On-Premises-Backup: Was lokale Datensicherung leistet – und wo sie an Grenzen stößt
Bei der On-Premises-Lösung findet die Datensicherung auf Hardware statt, die sich in Ihren eigenen Geschäftsräumen befindet – zum Beispiel auf einem lokalen Backup-Server, einem NAS-System oder externen Festplatten. Die Daten bleiben physisch in Ihrem Haus, unter Ihrer Kontrolle.
Der entscheidende Vorteil: Geschwindigkeit. Die Wiederherstellung großer Datenmengen dauert bei einer lokalen Lösung in der Regel Minuten statt Stunden. Gerade wenn Sie auf eine schnelle Rückkehr in den Betrieb angewiesen sind – etwa weil Termine, Fristen oder laufende Aufträge davon abhängen – ist das ein echter Wettbewerbsvorteil gegenüber einer reinen Cloud-Lösung.
Weitere Pluspunkte der lokalen Sicherung:
- Keine Internetabhängigkeit: Backup und Recovery funktionieren auch bei Leitungsausfall oder schwacher Verbindung.
- Volle Datenkontrolle: Für Branchen mit besonders sensiblen Daten – etwa Mandantendaten oder Patienteninformationen – bietet das lokale Speichern ein hohes Maß an Transparenz und Kontrolle.
- Einmalige Investition statt laufender Abonnements: Die Hardware verursacht einmalige Anschaffungskosten, danach lässt sich der Betrieb oft kostengünstig skalieren.
Gleichzeitig hat On-Premises klare strukturelle Schwächen, die Sie kennen müssen:
- Kein Schutz vor Ort: Brand, Wasserschaden oder Diebstahl vernichten Daten und Backup gleichzeitig – wenn beides im selben Gebäude lagert.
- Wartungsaufwand: Hardware altert, Festplatten fallen aus, Software muss aktualisiert werden. Ohne aktives Monitoring merken Sie davon oft zu spät etwas.
- Ransomware-Risiko: Ist Ihr Backup-System direkt mit dem Unternehmensnetzwerk verbunden, kann Schadsoftware auch die gesicherten Daten verschlüsseln.
Laut Veeam – Backup & Disaster Recovery ist die konsequente Netzwerktrennung des Backup-Systems eine der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen überhaupt. Als ISO/IEC 27001 zertifiziertes IT-Systemhaus – TTG GmbH empfehlen wir grundsätzlich, lokale Backup-Systeme in ein separates, gesichertes Netzwerksegment einzubinden und regelmäßige Wiederherstellungstests einzuplanen.
Direkte Gegenüberstellung: Wann lohnt sich welche Lösung?
Die Entscheidung zwischen Cloud-Backup und On-Premises-Sicherung ist keine Frage von „besser“ oder „schlechter“ – sondern von Passung. Welche Lösung Ihrem Betrieb wirklich nutzt, hängt von Ihrer Unternehmensgröße, Ihrer IT-Infrastruktur, Ihrem Budget und Ihrer Risikobereitschaft ab. Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine erste Orientierung:
| Situation im Betrieb | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Kleine Datenmenge, kein eigener Server | Cloud-Backup | Geringer Einrichtungsaufwand, keine Hardware nötig, automatische Sicherung |
| Zeitkritische Wiederherstellung erforderlich | On-Premises oder hybrid | Lokale Rücksicherung ist deutlich schneller als Download aus der Cloud |
| Sensible Daten, strenge Datenschutzanforderungen | On-Premises oder zertifizierter EU-Cloud-Anbieter | Maximale Kontrolle über Speicherort und Zugriff |
| Schutz vor lokalem Totalschaden (Brand, Diebstahl) | Cloud-Backup zwingend zusätzlich | Geografische Trennung schützt vor physischen Ereignissen am Standort |
| Wachsendes Datenvolumen, begrenzte IT-Ressourcen | Hybrid (Cloud + lokal) | Skalierbarkeit ohne ständige Hardware-Investitionen |
| Regulierungsanforderungen (NIS2, DSGVO, DORA) | Hybrid mit Dokumentation | Nachweis von Datenverfügbarkeit, Wiederherstellungszeiten und Zugriffskontrolle erforderlich |
Ein zentrales Ergebnis der DATA REVERSE KMU Backup-Studie 2025: Bereits 59 % der befragten deutschen Betriebe setzen auf hybride Lösungen – also eine Kombination aus Cloud und lokalem Backup. Das ist kein Zufall: Die hybride Strategie vereint die Stärken beider Ansätze und kompensiert deren jeweilige Schwächen.
Für Ihre konkrete Entscheidung empfehlen wir folgende Schritte:
- Ermitteln Sie, wie viel Datenverlust Ihr Betrieb maximal tolerieren kann (Recovery Point Objective, RPO)
- Klären Sie, wie lange Ihr Betrieb ohne IT-Zugriff arbeiten kann (Recovery Time Objective, RTO)
- Prüfen Sie, welche Compliance-Anforderungen für Ihre Branche gelten
- Vergleichen Sie Gesamtkosten über drei bis fünf Jahre – nicht nur die Anschaffungskosten
Die Managed Services der TTG GmbH helfen Ihnen, diese Kriterien strukturiert zu bewerten und eine Lösung zu entwickeln, die wirklich zu Ihrem Betrieb passt – ohne Overselling, ohne unnötige Komplexität.
Was die Praxis zeigt: Erkenntnisse aus der täglichen IT-Betreuung
Wer regelmäßig Betriebe bei ihrer IT-Betreuung begleitet, kennt ein wiederkehrendes Muster: Die meisten Unternehmen haben irgendeine Form von Backup – aber nur wenige haben ein Backup-Konzept, das im Ernstfall wirklich trägt. Der Unterschied ist entscheidend.
Laut einer aktuellen Microsoft-Studie war jedes dritte kleine und mittlere Unternehmen im vergangenen Jahr von einem Cyberangriff betroffen. Gleichzeitig zeigt die DATA REVERSE KMU Backup-Studie 2025, dass nur 28 % der Betriebe ihre Sicherungen mindestens einmal pro Quartal testen. Das bedeutet: Die meisten Geschäftsführer wissen im Ernstfall nicht, ob ihr Backup funktioniert – bis es zu spät ist.
In der Praxis begegnen uns typischerweise drei Szenarien:
- Szenario 1 – Der vergessene Test: Ein Betrieb sichert täglich automatisch auf ein NAS. Nach einem Serverausfall stellt sich heraus: Der Backup-Job schlägt seit Wochen still fehl, weil eine Lizenz abgelaufen ist. Wiederherstellung nicht möglich.
- Szenario 2 – Das nicht isolierte Backup: Ein Ransomware-Angriff verschlüsselt nicht nur die Arbeitsdaten, sondern auch das direkt angebundene Backup-Laufwerk. Beide Datensätze sind unbrauchbar.
- Szenario 3 – Die gute Lösung: Ein Betrieb arbeitet mit einem hybriden Ansatz – schnelle lokale Sicherung für die tägliche Arbeit, verschlüsseltes Cloud-Backup als zweite Sicherheitslinie. Bei einem Hardwareausfall war die vollständige Wiederherstellung in weniger als zwei Stunden abgeschlossen.
Was die Praxis außerdem zeigt: Der Wiederherstellungstest ist keine einmalige Aufgabe. Systeme ändern sich, Datenmengen wachsen, Software wird aktualisiert. Ein Backup-Konzept, das heute funktioniert, kann in sechs Monaten überholt sein – wenn niemand es aktiv überwacht.
Über Ihr IT-Systemhaus in Nordthüringen – TTG GmbH können Sie mehr darüber erfahren, wie ein professionell betreutes Backup-Monitoring aussieht und welche Vorteile aktives Management gegenüber einer reinen „Set-and-forget“-Lösung hat.
Kosten und Aufwand: Was Sie wirklich einplanen müssen
Backup und Recovery kosten Geld – aber kein Backup zu haben, kostet deutlich mehr. Wer die Kostenrechnung nur auf die Anschaffung einer Lösung beschränkt, unterschätzt den tatsächlichen Gesamtaufwand erheblich. Planen Sie realistisch, dann vermeiden Sie böse Überraschungen.
Bei Cloud-Backup-Lösungen fallen typischerweise monatliche Lizenz- oder Speicherkosten an, die mit dem Datenvolumen skalieren. Für einen mittelgroßen Betrieb mit 500 GB bis 2 TB Nutzdaten bewegen sich die Kosten professioneller, DSGVO-konformer Lösungen häufig zwischen 50 und 200 Euro pro Monat – je nach Anbieter, Aufbewahrungsdauer und Verschlüsselungsstandard. Günstigere Consumer-Angebote sind für Unternehmensdaten in der Regel nicht geeignet.
Bei lokalen On-Premises-Lösungen fallen einmalige Hardwarekosten von typischerweise 800 bis 3.000 Euro für ein NAS-System an – plus Einrichtung, Lizenzen für Backup-Software und regelmäßiger Wartungsaufwand. Rechnen Sie zusätzlich mit einem Austausch der Hardware nach fünf bis sieben Jahren. Wer die Gesamtkosten über fünf Jahre betrachtet, stellt oft fest, dass Cloud und On-Premises sich weniger stark unterscheiden als zunächst gedacht.
Wichtige Kostenpositionen, die häufig vergessen werden:
- Einrichtung und initiale Konfiguration (einmalig)
- Regelmäßige Wiederherstellungstests (Zeit und ggf. Technikerstunden)
- Monitoring und Benachrichtigungen bei fehlgeschlagenen Jobs
- Dokumentation für Datenschutz und Compliance
- Schulung der verantwortlichen Mitarbeiter
Ein Betrieb aus der Region Eichsfeld, den wir seit Jahren begleiten, hat durch den Wechsel auf ein hybrid verwaltetes Backup-Konzept nicht nur seine Datensicherheit deutlich verbessert, sondern auch seine IT-Personalkosten für manuelle Kontrollen reduziert – weil das Monitoring nun automatisiert läuft und proaktiv Alarm schlägt.
Das BSI empfiehlt zur Datensicherung ausdrücklich, Backup-Konzepte schriftlich zu dokumentieren, Verantwortlichkeiten klar zu benennen und regelmäßige Tests verbindlich einzuplanen – unabhängig von der gewählten Technologie. Als Backup-Strategie von TTG GmbH planen lassen – wir sind seit über 25 Jahren als ISO/IEC 27001-zertifizierter IT-Partner in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen aktiv und kennen die konkreten Anforderungen mittelständischer Betriebe in der Region aus täglicher Praxis.
Unsere Einschätzung: Welche Lösung für welchen Betrieb – und warum
Nach allem, was wir in der täglichen Praxis erleben, lautet unsere klare Einschätzung: Eine reine Cloud-Lösung reicht für die meisten Betriebe nicht aus. Und eine reine On-Premises-Lösung auch nicht. Die Antwort, die wirklich schützt, ist in fast allen Fällen ein sauber geplanter hybrider Ansatz – mit klaren Regeln, aktiver Überwachung und regelmäßigen Tests.
Das klingt aufwändiger als es ist. In der Praxis lässt sich ein solches Konzept für einen Betrieb mit 10 bis 50 Arbeitsplätzen innerhalb weniger Tage aufsetzen – wenn die Anforderungen vorher klar definiert sind. Die eigentliche Arbeit liegt nicht in der Technik, sondern in der Planung: Was muss wann wiederhergestellt sein? Wer ist verantwortlich? Wie wird getestet?
Unsere konkreten Empfehlungen nach Betriebsgröße:
- Bis 5 Mitarbeiter: Professionelle Cloud-Backup-Lösung mit automatisierter Sicherung und monatlichem Wiederherstellungstest. Kein eigener Server notwendig.
- 5–20 Mitarbeiter: Hybrides Konzept – lokales NAS für schnelle Wiederherstellung, Cloud als zweite Sicherheitslinie. Monitoring durch externen IT-Partner empfohlen.
- Über 20 Mitarbeiter: Strukturiertes Backup-Konzept mit definierten RTO- und RPO-Werten, automatischem Monitoring, dokumentierten Prozessen und regelmäßigen Wiederherstellungstests. Compliance-Anforderungen (DSGVO, ggf. NIS2) verbindlich einplanen.
Was wir in unserer Erfahrung aus der Region immer wieder bestätigt sehen: Die Betriebe, die im Ernstfall schnell wieder arbeiten konnten, hatten eines gemeinsam – sie hatten ihr Backup und Recovery nicht als einmaliges Projekt, sondern als kontinuierlichen Prozess verstanden. Sie wussten, wer verantwortlich ist, was wann gesichert wird und wie lange eine Wiederherstellung dauert.
Wer das noch nicht hat, muss nicht bei null anfangen. Ein strukturiertes Erstgespräch reicht häufig aus, um die wichtigsten Lücken zu identifizieren – und dann Schritt für Schritt zu schließen. Die Bitkom-Initiative zur IT-Sicherheit für den Mittelstand bietet dazu hilfreiche Orientierung und kostenfreie Ressourcen.
Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt
- Prüfen Sie, welche Daten in Ihrem Betrieb geschäftskritisch sind und wie lange Sie ohne diese Daten arbeiten könnten.
- Dokumentieren Sie, welche Backup-Lösung aktuell im Einsatz ist – und wann der letzte Backup-Job erfolgreich abgeschlossen wurde.
- Testen Sie die Wiederherstellung mindestens einer Datei oder eines Ordners aus Ihrem Backup – jetzt, nicht beim nächsten Ausfall.
- Stellen Sie sicher, dass Ihr Backup physisch oder logisch vom restlichen Netzwerk getrennt ist, sodass Ransomware es nicht miterfassen kann.
- Prüfen Sie, ob Ihr Cloud-Anbieter DSGVO-konform arbeitet und Daten ausschließlich auf Servern in der EU speichert.
- Legen Sie fest, wer in Ihrem Betrieb für die Datensicherung verantwortlich ist – und wer im Notfall die Wiederherstellung einleitet.
- Planen Sie einen festen Termin im Quartal ein, um den Status Ihrer Backup-Lösung aktiv zu überprüfen.
- Sprechen Sie mit Ihrem IT-Dienstleister über ein hybrides Konzept, das schnelle lokale Wiederherstellung mit geografisch getrennter Cloud-Sicherung verbindet.
Häufig gestellte Fragen
Reicht es nicht, wenn wir täglich automatisch auf eine externe Festplatte sichern?
Eine externe Festplatte ist besser als gar nichts – aber in den meisten Fällen nicht ausreichend. Wenn die Festplatte am selben Standort lagert, schützt sie nicht vor Brand oder Diebstahl. Ist sie dauerhaft angeschlossen, kann Ransomware sie miterfassen. Und ohne regelmäßigen Test wissen Sie nicht, ob die Sicherung im Ernstfall tatsächlich nutzbar ist. Für Betriebe mit mehr als fünf Mitarbeitern empfehlen wir mindestens eine ergänzende Cloud-Sicherung.
Wie viel kostet eine professionelle Backup-Lösung für einen kleinen Betrieb?
Das hängt vom Datenvolumen, der gewählten Technologie und dem Betreuungsaufwand ab. Für einen Betrieb mit fünf bis fünfzehn Mitarbeitern sind professionelle hybride Lösungen oft bereits ab 80 bis 150 Euro pro Monat realisierbar – inklusive Monitoring und regelmäßiger Tests. Diese Kosten relativieren sich schnell, wenn man bedenkt, dass ein Datenverlust im Ernstfall Ausfallkosten, Wiederherstellungsaufwand und mögliche DSGVO-Bußgelder verursachen kann.
Müssen wir als kleines Unternehmen überhaupt auf Compliance-Anforderungen achten?
Ja – die DSGVO gilt für jedes Unternehmen, das personenbezogene Daten verarbeitet, unabhängig von der Größe. Das betrifft Kunden-, Mitarbeiter- und Lieferantendaten. Ein nicht wiederherstellbarer Datenverlust kann als Datenschutzverletzung meldepflichtig sein. Neue Regulierungen wie NIS2 betreffen zwar primär kritische Infrastrukturen, können aber auch Zulieferer und Dienstleister über Vertragsklauseln indirekt erfassen.
Wie oft sollten wir unser Backup testen?
Laut DATA REVERSE KMU Backup-Studie 2025 testen nur 28 % der Betriebe ihre Backups mindestens quartalsweise. Das sollte die Mindestfrequenz sein – nicht die Ausnahme. Besser sind monatliche Tests zumindest für kritische Datenbereiche. Dabei muss nicht immer eine vollständige Systemwiederherstellung simuliert werden: Schon das Wiederherstellen einzelner Dateien oder Ordner gibt wichtige Hinweise darauf, ob das Gesamtkonzept funktioniert.
Kann ich Backup und Recovery auch komplett auslagern?
Ja, und das ist für viele kleine Betriebe die pragmatischste Lösung. Ein IT-Dienstleister übernimmt Einrichtung, Überwachung, regelmäßige Tests und Dokumentation – und meldet sich proaktiv, wenn etwas nicht stimmt. Sie behalten volle Transparenz über Ihre Daten, ohne sich selbst täglich darum kümmern zu müssen. TTG GmbH bietet solche Managed Backup Services für Betriebe in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen an.
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.
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Wissen Sie heute mit Sicherheit, dass Ihre Daten morgen früh in weniger als zwei Stunden vollständig wiederhergestellt wären – oder verlassen Sie sich auf eine Annahme, die Sie noch nie getestet haben?
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Ein Ransomware-Angriff oder Festplattenausfall kann Ihr Unternehmen lahmlegen. Die TTG GmbH entwickelt eine passende Backup-Strategie für KMU in Nordthüringen.