Microsoft 365 in der Praxis: Was funktioniert – und was die meisten Unternehmen unterschätzen
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Veröffentlicht: 02. Juni 2026 · Lesezeit: ca. 14 Minuten
Es ist Montagmorgen. Die Buchhaltung öffnet eine E-Mail mit einem Anhang – ein Angebot, scheinbar vom langjährigen Steuerberater. Der Anhang wird geöffnet, ein Makro startet. Zwei Stunden später sind Netzlaufwerke verschlüsselt. Das Büro steht still. Die Frage, die dann folgt, ist keine technische: „Warum hat das niemand verhindert?“
Dieses Szenario ist kein Worst-Case-Gedankenspiel. Es ist eine Situation, die Unternehmen in der Region regelmäßig trifft – und die in vielen Fällen mit einem einzigen aktivierten Sicherheitsfeature in Microsoft 365 hätte abgewendet werden können. Nicht durch teure Zusatzsoftware, sondern durch die korrekte Nutzung einer Lizenz, die ohnehin schon bezahlt wird.
Genau das ist der Kern dieses Artikels: nicht was Microsoft 365 alles kann, sondern was in der Praxis wirklich den Unterschied macht – und wo die häufigsten Fehler passieren.
Microsoft 365 Nordthüringen – das ist für uns kein Marketingbegriff, sondern Alltag. Seit Jahren begleiten wir Unternehmen aus der Region bei der Einführung und dem Betrieb von Microsoft 365: von der ersten Lizenz bis zur vollständigen Migration aller Daten und Prozesse in die Cloud. Dabei begegnen uns immer wieder dieselben Fragen, dieselben Unsicherheiten und leider auch dieselben Fehler.
Die gute Nachricht: Die meisten Probleme sind bekannt – und lösbar. Wer die typischen Stolpersteine kennt, kann sie umgehen und von Anfang an einen stabilen, sicheren Betrieb aufsetzen. Das spart nicht nur Zeit und Geld, sondern schützt auch vor Risiken, die in der aktuellen Bedrohungslage real und greifbar sind.
In diesem Artikel teilen wir unsere Erfahrungen aus der Praxis: Was wir bei Projekten immer wieder sehen, welche zwei Fehler am häufigsten vorkommen, was danach besser wird – und was wir Ihnen direkt empfehlen, wenn Sie jetzt mit Microsoft 365 starten oder Ihre bestehende Umgebung optimieren wollen.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Anteil KMU bei registrierten Ransomware-Angriffen | 80 % der gemeldeten Vorfälle | BSI-Lagebericht 2025 |
| Neue Malware-Varianten täglich in Deutschland | 309.000 (+26 % ggü. Vorjahr) | BSI-Lagebericht 2024 |
| Kleine Unternehmen mit veralteten Office-Paketen | Über 80 % setzen nicht-zukunftsfähige Versionen ein | Intra2net KMU-Studie 2024 |
| Deutsche Unternehmen mit Cloud-Nutzung | 89 % | Bitkom Cloud-Report 2023 |
Was wir bei Microsoft 365-Projekten in Nordthüringen immer wieder sehen
Wenn wir zu einem neuen Unternehmen kommen, das Microsoft 365 bereits nutzt oder gerade einführen möchte, beginnen wir immer mit einer einfachen Frage: „Welche Lizenzen haben Sie, und wissen Sie, was darin enthalten ist?“ Die Antwort ist fast immer dieselbe: ein Schulterzucken.
Das ist kein Vorwurf – es ist eine nachvollziehbare Realität. Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom nutzen bereits 89 % der deutschen Unternehmen Cloud-Dienste – aber ein Großteil davon schöpft das Potenzial nicht aus. Lizenzen werden gekauft, Outlook wird geöffnet, Teams vielleicht für Videokonferenzen genutzt – und dabei bleibt es.
Ein konkretes Beispiel aus unserem Arbeitsalltag: Eine Kanzlei aus Dingelstädt hatte Microsoft 365 Business Premium im Einsatz – mit vollem Zugang zu Intune, Defender for Business und Entra ID P1. Keines dieser Sicherheitsfeatures war aktiviert. Die Kollegen arbeiteten mit ungesicherten Privatgeräten im Homeoffice, ohne Multi-Faktor-Authentifizierung, ohne Geräterichtlinien. Das Risiko war real, der Aufwand zur Behebung war minimal.
Was wir daraus lernen: Die Einführung von Microsoft 365 ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein Prozess. Wer die Plattform wirklich nutzen will, braucht eine strukturierte Microsoft 365 Einführung & Betreuung – TTG GmbH, die über die reine Lizenzbereitstellung hinausgeht.
- Verschaffen Sie sich einen vollständigen Überblick über Ihre vorhandenen Lizenzen und deren Funktionsumfang.
- Prüfen Sie, welche Sicherheitsfeatures bereits in Ihrer Lizenz enthalten, aber noch nicht aktiviert sind.
- Legen Sie fest, wer in Ihrem Unternehmen für die Administration von Microsoft 365 zuständig ist.
- Planen Sie eine strukturierte Einführungsphase – auch wenn Sie bereits migriert haben.
- Holen Sie sich für die initiale Konfiguration professionelle Unterstützung, um Grundfehler von Anfang an zu vermeiden.
Typische Ausgangssituation in Nordthüringen: So starten die meisten Unternehmen mit Microsoft 365
Die Ausgangssituation ist in den meisten Projekten verblüffend ähnlich: Ein lokaler Server, darauf Exchange und eine alte Office-Version – häufig Office 2016 oder Office 2019. Laut einer Studie von Intra2net setzen über 80 % der kleinen Unternehmen in Deutschland Office-Versionen ein, die keinen langfristigen Support mehr erhalten. Office 2016 ist mit 37 % noch immer die am weitesten verbreitete Version.
Das Problem dahinter ist nicht die Software an sich, sondern was daraus folgt: Fehlende Sicherheitsupdates, keine modernen Kollaborationsfunktionen, hoher Wartungsaufwand für die interne IT – und ein wachsendes Risiko, das sich schleichend aufbaut. Laut BSI – Sicheres Cloud Computing sind veraltete Software und fehlende Zugangssicherung zwei der häufigsten Einfallstore für Cyberangriffe.
Gleichzeitig erkennen viele Unternehmer, dass die bestehende Infrastruktur an ihre Grenzen stößt: Homeoffice funktioniert nur umständlich, Dateiablage ist uneinheitlich, Kommunikation läuft über verschiedene Kanäle, die nicht miteinander verbunden sind. Der Wunsch nach Veränderung ist da – aber der Schritt zur Cloud fühlt sich groß an.
Unserer Erfahrung nach ist dieser Schritt in den meisten Fällen deutlich überschaubarer, als befürchtet. Mit der richtigen Planung und einer priorisierten Vorgehensweise lässt sich eine funktionierende Microsoft 365-Umgebung in wenigen Wochen aufsetzen. Die passende IT-Sicherheit für Microsoft 365 – TTG GmbH ist dabei kein Anhängsel, sondern von Beginn an integriert.
- Inventarisieren Sie alle eingesetzten Office-Versionen und prüfen Sie deren Support-Status.
- Identifizieren Sie die größten Schmerzpunkte Ihrer aktuellen IT-Infrastruktur: Homeoffice, Dateiablage, E-Mail.
- Erstellen Sie eine Prioritätenliste – was muss zuerst migriert werden, was kann warten?
- Klären Sie DSGVO-Anforderungen für Ihre Branche, bevor Sie mit der Migration beginnen.
- Planen Sie ausreichend Zeit für Mitarbeiterschulungen ein – Technik allein reicht nicht.
Fehler Nr. 1: Sicherheit als Nachgedanke behandeln
Der häufigste und folgenreichste Fehler, den wir beobachten: Microsoft 365 wird eingerichtet, die Mitarbeiter arbeiten damit – und Sicherheitseinstellungen werden „später“ konfiguriert. Dieses „später“ kommt in vielen Fällen nie.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut BSI-Lagebericht richteten sich 80 % der registrierten Ransomware-Angriffe gegen kleine und mittlere Unternehmen. Täglich werden in Deutschland rund 309.000 neue Malware-Varianten entdeckt – ein Anstieg von 26 % gegenüber dem Vorjahr. Kein Unternehmen ist zu klein, um ins Visier zu geraten.
In Microsoft 365 Business Premium sind umfangreiche Sicherheitswerkzeuge bereits enthalten: Defender for Business schützt Endgeräte, Intune verwaltet Geräterichtlinien, Entra ID P1 ermöglicht bedingten Zugriff. Doch diese Features müssen aktiv konfiguriert werden – sie sind nicht automatisch aktiviert. Wer nur eine Lizenz kauft und nichts weiter tut, hat technisch gesehen mehr Möglichkeiten – aber keine bessere Sicherheit.
Besonders kritisch: Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Sie ist der wirksamste Einzelschutz gegen kompromittierte Anmeldedaten – und laut Microsoft verhindert sie über 99 % der automatisierten Angriffe auf Konten. Dennoch ist sie in vielen Umgebungen, die wir vorfinden, nicht aktiviert. Die Einrichtung dauert keine Stunde. Das Risiko ohne MFA ist dauerhaft. Alle Details zu ISO-konformen Sicherheitsstandards finden Sie bei ISO/IEC 27001 zertifiziert – TTG GmbH.
- Aktivieren Sie Multi-Faktor-Authentifizierung für alle Nutzerkonten – ohne Ausnahme, auch für die Geschäftsführung.
- Konfigurieren Sie Microsoft Defender for Business als ersten Schutzwall für alle Endgeräte.
- Richten Sie bedingten Zugriff ein: Wer darf von wo und mit welchem Gerät auf Ihre Daten zugreifen?
- Deaktivieren Sie veraltete Authentifizierungsprotokolle (Basic Auth) – sie sind ein bekanntes Einfallstor.
- Führen Sie regelmäßige Sicherheitsberichte im Microsoft 365 Admin Center durch – mindestens einmal im Monat.
Fehler Nr. 2: Migration ohne Struktur – Datenchaos in der Cloud

Der zweithäufigste Fehler ist subtiler, aber langfristig genauso schmerzhaft: Daten werden in die Cloud verschoben, ohne dass vorher eine klare Struktur definiert wird. Was bisher auf dem lokalen Server als gewachsenes Chaos existierte, landet dann 1:1 in SharePoint oder OneDrive – und damit wird das Chaos zementiert, anstatt es zu beseitigen.
Das Ergebnis: Mitarbeiter finden Dateien nicht, arbeiten an falschen Versionen, legen Duplikate an. Die Frustration wächst, die Akzeptanz für die neue Plattform sinkt. In unserer Praxis erleben wir regelmäßig, dass die eigentliche Herausforderung bei einer Migration nicht die Technik ist, sondern die Datenorganisation.
Laut Bitkom verursachen Cyberangriffe und IT-Ausfälle in Deutschland jährlich 202 Milliarden Euro Schaden – ein erheblicher Teil davon entsteht nicht durch Angriffe, sondern durch interne Ineffizienz und mangelnde Datenhygiene. 39 % der Unternehmen verfügen zudem über kein Notfallmanagement: Wenn der Datei-Chaos-Zustand auch die Wiederherstellung nach einem Vorfall erschwert, wird aus einem Problem schnell ein ernsthafter Ausfall.
Einen strukturierten Migrationsplan zu erstellen ist kein Hexenwerk, aber es braucht Zeit und eine klare Methodik. Wer diesen Schritt überspringt, zahlt die Rechnung später – in Form von Supportaufwand, Produktivitätsverlust und Nacharbeiten. Eine professionell geplante IT-Infrastruktur & Cloud-Migration – TTG GmbH verhindert genau das.
| Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Bestehende Ordnerstruktur ist logisch und wird gelebt | 1:1 migrieren, dann schrittweise optimieren | Weniger Widerstand, Vertrautheit bleibt erhalten |
| Bestehende Struktur ist gewachsen und unübersichtlich | Vor der Migration neu strukturieren | Einmalige Chance zur Bereinigung nutzen |
| Verschiedene Abteilungen haben unterschiedliche Anforderungen | Separate SharePoint-Sites je Bereich einrichten | Berechtigungen sauber trennbar, Übersicht gewährleistet |
- Definieren Sie vor der Migration eine verbindliche Ordner- und Ablagestruktur – gemeinsam mit den betroffenen Teams.
- Bereinigen Sie Altdaten: Was älter als fünf Jahre und nicht mehr relevant ist, muss nicht migriert werden.
- Legen Sie Berechtigungskonzepte fest: Wer darf was sehen, bearbeiten und löschen?
- Schulen Sie Mitarbeiter aktiv im Umgang mit SharePoint und OneDrive – nicht nur technisch, sondern auch in der Ablagesystematik.
Was danach besser wird: Konkrete Verbesserungen aus der Praxis
Nach einer sauber durchgeführten Microsoft 365-Einführung erleben wir bei unseren Kunden regelmäßig drei Bereiche, in denen sich spürbare Verbesserungen zeigen: Zusammenarbeit, Sicherheit und Verfügbarkeit. Das klingt abstrakt – ist es aber nicht.
Zusammenarbeit: Wenn Teams nicht mehr per E-Mail Dateien hin- und herschicken, sondern gemeinsam in Echtzeit an Dokumenten arbeiten, sinkt der Abstimmungsaufwand deutlich. Mehrere Versionen einer Datei? Kein Thema mehr. „Wer hat das zuletzt geändert?“ – eine Frage, die SharePoint sekundengenau beantwortet. In Projekten, in denen vorher drei E-Mails pro Abstimmungsrunde nötig waren, reicht oft ein gemeinsamer Teams-Kanal.
Sicherheit: Unternehmen, die nach der Einführung MFA, Defender for Business und Conditional Access korrekt konfiguriert haben, berichten über deutlich weniger Phishing-Vorfälle – nicht weil Phishing-E-Mails ausbleiben, sondern weil der Schaden ausbleibt. Ein kompromittiertes Passwort allein reicht nicht mehr aus, um Zugang zu erhalten. Das ist ein fundamentaler Unterschied zur Vorher-Situation.
Verfügbarkeit: Lokale Server fallen aus. Microsoft-Rechenzentren laufen mit einer garantierten Verfügbarkeit von 99,9 % – das entspricht weniger als neun Stunden Ausfall pro Jahr. Laut Microsoft 365 – offizielle Dokumentation ist diese Verfügbarkeit vertraglich zugesichert. Für Unternehmen, die bisher mit einem einzigen lokalen Server gearbeitet haben, ist das ein spürbarer Qualitätssprung. Unsere Über 25 Jahre IT-Erfahrung – TTG GmbH zeigt: Kein anderer Schritt bringt in kurzer Zeit so viel Stabilität wie dieser.
- Messen Sie nach der Einführung konkret: Wie viele IT-bezogene Supportanfragen gab es vorher, wie viele danach?
- Aktivieren Sie Microsoft Teams vollständig als Kommunikationszentrale – und reduzieren Sie interne E-Mails systematisch.
- Nutzen Sie den Microsoft Secure Score im Admin Center als laufendes Sicherheitsbarometer.
- Richten Sie automatisierte Backups über Microsoft 365 Backup oder einen Drittanbieter ein – die integrierte Versionierung ersetzt kein vollständiges Backup.
- Planen Sie nach drei Monaten eine Nachbesprechung mit Ihren Mitarbeitern: Was funktioniert, was nicht?
Drei Erkenntnisse aus Microsoft 365-Projekten in Nordthüringen, die wir gerne früher gewusst hätten
Nach zahlreichen Microsoft 365-Projekten in der Region Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen haben wir drei Erkenntnisse gesammelt, die wir unseren Kunden heute von Anfang an mitgeben – weil sie uns selbst Zeit und Nerven gekostet hätten, wenn wir sie früher gewusst hätten.
Erkenntnis 1: Der Lizenzpreis ist nicht der wahre Kostenblock. Microsoft 365 Business Premium kostet aktuell 19,10 € pro Nutzer und Monat. Das klingt überschaubar – und ist es auch. Was unterschätzt wird: der Aufwand für Konfiguration, Schulung und laufende Administration. Wer das intern stemmen will, ohne IT-Kompetenz aufgebaut zu haben, zahlt drauf. Nicht in Lizenzgebühren, sondern in Zeit und Fehlern.
Erkenntnis 2: Mitarbeiterakzeptanz entscheidet über den Erfolg. Wir haben erlebt, wie technisch einwandfreie Migrationen an der Nutzung scheitern. Ein Büro in Dingelstädt hatte nach der Einführung noch monatelang eine Schattenablage auf einem alten USB-Stick – weil niemand erklärt hatte, warum sich die neue Ablage lohnt. Technische Einführung und menschliche Einführung müssen parallel laufen.
Erkenntnis 3: Compliance ist kein Hemmschuh, sondern ein Rückenwind. Wer Microsoft 365 nach BSI-Empfehlungen konfiguriert, ist bei einer DSGVO-Prüfung deutlich besser aufgestellt als mit einem ungepatchten lokalen Server. Das BSI empfiehlt Cloud-Dienste für KMU ausdrücklich – sofern sie korrekt konfiguriert sind. Als ISO/IEC 27001-zertifizierter IT-Partner mit über 25 Jahren Erfahrung in Nordthüringen wissen wir: Wer die Plattform ordentlich aufsetzt, gewinnt nicht nur Sicherheit, sondern auch Planungssicherheit für die nächsten Jahre. Eine persönliche Microsoft 365 Beratung anfragen lohnt sich – bevor der erste Fehler passiert, nicht danach.
- Kalkulieren Sie von Anfang an Einführungs- und Schulungskosten in Ihr Budget ein – nicht nur Lizenzkosten.
- Benennen Sie interne „Champions“ in Ihrem Team, die andere Kollegen bei der Nutzung unterstützen.
- Nutzen Sie Microsoft 365 als Grundlage für Ihre DSGVO-Dokumentation – die Plattform liefert viele Nachweise automatisch.
- Holen Sie frühzeitig eine Einschätzung zur Compliance-Situation ein – nicht erst wenn die Anfrage kommt.
Was wir Ihnen direkt empfehlen: Klarer Rat ohne Umwege
Wenn wir alle Erfahrungen aus Microsoft 365-Projekten in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen auf einen klaren Rat verdichten müssten, wäre er dieser: Fangen Sie an – aber fangen Sie richtig an.
„Richtig anfangen“ bedeutet nicht perfekt. Es bedeutet: mit einem klaren Ziel, einem priorisierten Plan und den wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen von Tag eins. Nicht alles muss sofort eingerichtet sein. Aber MFA, Defender-Grundkonfiguration und eine saubere Benutzerstruktur sollten vor der ersten produktiven Nutzung stehen – nicht danach.
Für Unternehmen, die bereits mit Microsoft 365 arbeiten, gilt: Eine strukturierte Bestandsaufnahme ist der wertvollste erste Schritt. Was ist aktiviert, was nicht? Welche Lizenzen werden genutzt, welche nicht? Welche Risiken bestehen aktuell? Diese Fragen lassen sich in einem halben Tag beantworten – und die Erkenntnisse daraus sind in fast jedem Fall überraschend.
Konkret empfehlen wir folgende Reihenfolge für einen soliden Einstieg:
- Sicherheitsbasis legen: MFA für alle Konten, Defender for Business aktivieren, Legacy-Authentifizierung deaktivieren.
- Dateiablage strukturieren: SharePoint-Struktur definieren, Berechtigungskonzept festlegen, Altdaten bereinigen.
- Kommunikation konsolidieren: Teams als primären Kanal einführen, E-Mail-Flut reduzieren.
- Backup sicherstellen: Zusätzliches Backup außerhalb von Microsoft 365 einrichten.
- Schulung durchführen: Mitarbeiter abholen, nicht nur technisch – sondern in der täglichen Nutzung.
Bitkom empfiehlt, mindestens 20 % des IT-Budgets für Sicherheit aufzuwenden. Aktuell liegt der Durchschnittswert in deutschen Unternehmen bei 18 %. Die Lücke ist klein – aber sie entscheidet im Ernstfall. Mit dem richtigen Einsatz von Microsoft 365 Business Premium schließen Sie diese Lücke, ohne zusätzliche Sicherheitssoftware kaufen zu müssen. Bitkom stellt dazu regelmäßig aktuelle Leitfäden und Studien bereit, die für die Budgetplanung hilfreich sind.
- Starten Sie mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Microsoft 365-Nutzung.
- Setzen Sie Prioritäten: Sicherheit vor Features, Struktur vor Migration.
- Planen Sie Microsoft 365 nicht als einmaliges Projekt, sondern als laufenden Betrieb mit regelmäßigen Reviews.
- Holen Sie sich bei Unsicherheiten professionelle Unterstützung – für den initialen Setup und für laufende Optimierungen.
Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt
- Prüfen Sie Ihre aktuellen Microsoft 365-Lizenzen und notieren Sie, welche Sicherheitsfeatures darin enthalten, aber noch nicht aktiviert sind.
- Aktivieren Sie Multi-Faktor-Authentifizierung für alle Benutzerkonten in Ihrem Microsoft 365 Admin Center – das dauert weniger als eine Stunde.
- Schalten Sie Microsoft Defender for Business ein und führen Sie einen ersten Gerätescan durch.
- Definieren Sie eine verbindliche Ablagestruktur in SharePoint oder OneDrive, bevor weitere Daten migriert werden.
- Deaktivieren Sie veraltete Authentifizierungsprotokolle (Basic Authentication) in den Einstellungen Ihres Tenants.
- Stellen Sie sicher, dass ein Backup Ihrer Microsoft 365-Daten außerhalb der Plattform vorhanden ist – entweder über Microsoft 365 Backup oder einen zertifizierten Drittanbieter.
- Sprechen Sie Ihre Mitarbeiter aktiv auf die neuen Abläufe an und planen Sie eine kurze Schulungseinheit ein.
- Dokumentieren Sie Ihre Konfigurationsentscheidungen schriftlich – für spätere Prüfungen, Audits oder Personalwechsel.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet Microsoft 365 Business Premium für ein Unternehmen mit 15 Mitarbeitern?
Aktuell kostet Microsoft 365 Business Premium 19,10 € pro Nutzer und Monat im Jahresabonnement. Für 15 Mitarbeiter sind das rund 286 € monatlich. Darin enthalten sind alle Office-Apps, Exchange, SharePoint, Teams, Intune, Defender for Business und Entra ID P1 – also eine vollständige Arbeits- und Sicherheitsplattform. Hinzu kommen Einrichtungs- und Schulungskosten, die je nach Ausgangssituation variieren. Insgesamt ist das Preis-Leistungs-Verhältnis für die meisten KMU sehr gut.
Ist Microsoft 365 DSGVO-konform einsetzbar?
Ja – mit der richtigen Konfiguration. Microsoft stellt EU-Datenschutz-Zusatzvereinbarungen bereit, Daten können in europäischen Rechenzentren gespeichert werden, und die Plattform bietet umfangreiche Protokollierungs- und Datenschutzfunktionen. Kritisch ist weniger die Plattform selbst als deren Konfiguration: Wer Daten unstrukturiert ablegt oder Berechtigungen nicht korrekt setzt, hat auch mit Microsoft 365 ein DSGVO-Problem. Eine sorgfältige Einrichtung schafft die Grundlage für rechtssicheren Betrieb.
Wir nutzen Microsoft 365 bereits – lohnt sich trotzdem eine Überprüfung?
Fast immer ja. In unserer Praxis finden wir bei bestehenden Umgebungen regelmäßig nicht aktivierte Sicherheitsfeatures, fehlende Backup-Konzepte oder veraltete Berechtigungsstrukturen. Da Microsoft 365 kontinuierlich weiterentwickelt wird, gibt es regelmäßig neue Funktionen, die Ihren Betrieb verbessern oder absichern können. Eine Bestandsaufnahme dauert wenige Stunden und bringt in fast allen Fällen konkrete Handlungsempfehlungen hervor.
Wie lange dauert eine Migration zu Microsoft 365 typischerweise?
Das hängt stark von der Ausgangssituation ab. Für ein Unternehmen mit 10–20 Mitarbeitern, einem lokalen Exchange-Server und einer vorhandenen Ordnerstruktur sind vier bis acht Wochen realistisch – wenn die Datenvorbereitung strukturiert angegangen wird. Die technische Migration selbst geht schneller; der entscheidende Zeitfaktor ist die Vorbereitung der Daten und die Einbindung der Mitarbeiter.
Was passiert, wenn Microsoft 365 einmal nicht verfügbar ist?
Microsoft garantiert vertraglich eine Verfügbarkeit von 99,9 % – das entspricht weniger als neun Stunden Ausfall pro Jahr. Im Vergleich zu lokalen Servern, bei denen ein Hardwareausfall schnell mehrere Tage Ausfall bedeuten kann, ist das ein deutlicher Vorteil. Wichtig ist dennoch ein Notfallplan: Wissen Ihre Mitarbeiter, was zu tun ist, wenn kein Zugriff möglich ist? 39 % der deutschen Unternehmen haben laut Bitkom kein Notfallmanagement – das sollte nicht auf Sie zutreffen.
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.
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