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KI und Automatisierung im Handwerk: Die 5 wichtigsten Fragen – ehrlich beantwortet

Inhaltsverzeichnis

Veröffentlicht: 29. Mai 2026 · Lesezeit: ca. 13 Minuten

Es ist Dienstagvormittag. Ihr Meister sitzt zwischen zwei Baustellen, das Telefon klingelt ununterbrochen, die Angebotserstellung vom Vortag liegt noch unfertig im System – und die Materialbestellung für Freitag muss heute raus. Drei Mitarbeiter fragen gleichzeitig nach dem aktuellen Auftragsstand, weil die Tabelle auf dem Bürorechner mal wieder nicht synchronisiert hat.

Genau in diesem Moment haben Sie schon einmal gedacht: „Das müsste doch irgendwie automatisch gehen.“ Dieser Gedanke ist berechtigt. Und er ist der erste Schritt in Richtung KI und Automatisierung – nicht als große Digitalisierungsoffensive, sondern als ganz pragmatische Antwort auf den Stress des Alltags.

Das Gute: Sie müssen nicht alles auf einmal verändern. Viele Betriebe starten mit einem einzigen Prozess – und merken nach wenigen Wochen, wie viel Luft sie dadurch gewinnen.

KI und Automatisierung Handwerk – kaum ein Thema wird gerade so viel diskutiert und gleichzeitig so wenig konkret angegangen. Dabei ist der Druck spürbar: Fachkräftemangel, steigende Kosten, wachsende Bürokratie. Wer heute effizient arbeiten will, kommt an digitalen Hilfsmitteln kaum noch vorbei.

Das Problem: Viele Inhaber und Geschäftsführer wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Die Angebote am Markt sind unübersichtlich, die Versprechen der Anbieter oft unrealistisch – und die Zeit für eine intensive Auseinandersetzung fehlt schlicht. Laut KI-Index Mittelstand fehlt 43 % der mittelständischen Unternehmen noch eine konkrete KI-Strategie.

Dieser Artikel räumt mit den häufigsten Unsicherheiten auf. Sie erhalten Antworten auf die fünf Fragen, die uns in der Praxis am häufigsten begegnen – zu Einstieg, Technik, Kosten, Datenschutz und sinnvollen Alternativen. Klar, ehrlich und ohne Werbejargon.

KennzahlWertQuelle
KI-Nutzung in deutschen HandwerksbetriebenNur 4 % nutzen KI aktivBitkom Research 2025
Fehlende KI-Strategie im Mittelstand43 % der KMU haben keine konkrete KI-StrategieKI-Index Mittelstand 2025 (DMB / Salesforce)
Produktivitätssteigerung durch generative KI82 % der Unternehmen berichten von Steigerungen, im Schnitt +13 % p. a.IW-Report 2025 (Institut der deutschen Wirtschaft)
KI-Nutzung kleine Unternehmen (10–49 Beschäftigte)17 % nutzen KI-TechnologienDestatis 2024

Warum KI und Automatisierung im Handwerk so viele Fragen aufwirft

Warum KI und Automatisierung im Handwerk so viele Fragen aufwirft – KI und Automatisierung Handwerk

Laut Bitkom Research nutzen gerade einmal 4 % aller deutschen Handwerksbetriebe Künstliche Intelligenz aktiv. Gleichzeitig sagen 33 % der Betriebe, KI habe das Potenzial, Geschäftsmodelle grundlegend zu verändern. Diese Lücke zwischen Erkenntnis und Handlung ist kein Zufall – sie hat konkrete Ursachen.

Der häufigste Grund, warum Betriebe noch nicht gestartet sind: Sie wissen nicht, welche Prozesse überhaupt automatisiert werden könnten. Laut KI-Index Mittelstand nennen 27 % der befragten Unternehmen mangelndes Wissen über Einsatzbereiche als größtes Hindernis. Dahinter folgen rechtliche Unsicherheiten (21 %) und fehlendes Fachpersonal (14 %).

Ein Elektromeisterbetrieb aus Dingelstädt schilderte uns genau dieses Dilemma: Man wisse, dass „irgendwas mit KI“ sinnvoll wäre – aber niemand im Team habe die Zeit, sich einzulesen, und der nächste Ansprechpartner schien weit weg. Dabei muss der erste Schritt gar nicht groß sein. Oft reicht ein einziges digitalisiertes Formular oder eine automatisierte Terminbestätigung, um spürbar Zeit zu gewinnen.

Folgende Unsicherheiten begegnen uns bei der Digitalisierungsberatung der TTG GmbH immer wieder:

  • „Wir sind zu klein für KI“ – stimmt nicht: KI-Tools starten heute ab wenigen Euro pro Monat.
  • „Unsere Daten sind nicht sicher“ – lösbar mit der richtigen Infrastruktur und DSGVO-konformen Anbietern.
  • „Unsere Mitarbeiter machen das nicht mit“ – in der Praxis erleben wir das selten, wenn der Nutzen erklärt wird.
  • „Wir brauchen erst eine Strategie“ – ein pragmatischer Pilot-Prozess ist oft besser als monatelange Planung.
  • „Das ist zu teuer“ – viele Förderungen machen den Einstieg erschwinglich (mehr dazu in Abschnitt 4).

Die gute Nachricht: Sie müssen diese Fragen nicht alleine beantworten. Die folgenden Abschnitte geben Ihnen konkrete Antworten – damit aus der Unsicherheit ein klarer Plan wird.

Frage 1: Wo fange ich überhaupt an?

Das ist mit Abstand die häufigste Frage, die uns Handwerksbetriebe stellen – und sie ist absolut berechtigt. Der Markt ist überwältigend: KI-Tools für Angebote, für Kommunikation, für Aufmaß, für Buchhaltung, für Personalplanung. Wo soll man da einsteigen?

Unsere klare Empfehlung: Starten Sie nicht mit dem Tool, das gerade am meisten beworben wird – sondern mit dem Prozess, der Sie am meisten Zeit kostet. Laut IW-Report berichten 82 % der Unternehmen, die generative KI einsetzen, von messbaren Produktivitätssteigerungen von durchschnittlich 13 % pro Jahr. Das klingt abstrakt – aber 13 % von 40 Arbeitsstunden pro Woche sind mehr als fünf Stunden, die Sie und Ihr Team pro Woche zurückgewinnen.

Die drei häufigsten Einstiegspunkte in Handwerksbetrieben:

  • Angebots- und Rechnungserstellung: KI-gestützte Tools wie DATEV oder spezialisierte Handwerkersoftware (z. B. Tarifold, Streit) erstellen auf Basis von Aufmaßdaten automatisch Angebote.
  • Kundenkommunikation: Automatische Terminbestätigungen, Erinnerungen und Rückfragen per E-Mail oder SMS lassen sich mit einfachen Tools ohne Programmierkenntnisse einrichten.
  • Dokumentation und Berichte: Spracherkennungstools wandeln gesprochene Aufmaßnotizen direkt in Text um – auf der Baustelle, ohne Tipparbeit hinterher.

Konkret empfehlen wir folgendes Vorgehen für den Einstieg:

  1. Notieren Sie eine Woche lang, welche Büroaufgaben täglich wiederkehren und wie viel Zeit sie kosten.
  2. Wählen Sie den einen Prozess mit dem höchsten Zeitaufwand aus.
  3. Suchen Sie gezielt nach einem Tool, das genau diesen Prozess adressiert – nicht nach einer Komplettsuite.
  4. Testen Sie das Tool vier Wochen lang mit einem oder zwei Mitarbeitern, bevor Sie es betriebsweit einführen.

Zur Datensicherheit beim KI-Einsatz – TTG GmbH gehört auch, dass Sie von Anfang an wissen, wo Ihre Daten bei einem neuen Tool gespeichert werden. Mehr dazu in Frage 5. Einen guten Überblick zu sinnvollen Digitalisierungsschritten im Mittelstand liefert auch das BMWK – Digitalisierung im Mittelstand.

Frage 2: Wie funktioniert das – und brauche ich eine eigene IT-Abteilung?

Kurze Antwort: Nein. Moderne KI-Werkzeuge für Handwerksbetriebe sind in der Regel so gestaltet, dass sie ohne Programmierkenntnisse und ohne eigene IT-Abteilung nutzbar sind. Das war vor fünf Jahren noch anders – heute ist der Einstieg so niedrigschwellig wie die Einrichtung eines neuen Smartphones.

Trotzdem lohnt es sich, das Grundprinzip zu verstehen. KI und Automatisierung im Handwerk funktionieren meist auf eine von drei Arten:

  • Regelbasierte Automatisierung: Wenn X passiert, dann tue Y. Beispiel: Wenn ein Kunde ein Kontaktformular ausfüllt, erhält er automatisch eine Bestätigungsmail und ein Termin wird im Kalender eingetragen. Kein KI-Modell nötig – aber schon enorm zeitsparend.
  • KI-gestützte Texterstellung: Tools wie Microsoft Copilot oder Google Workspace analysieren Ihre Eingaben und erstellen daraus strukturierte Texte – Angebote, Berichte, E-Mails. Sie geben Stichworte vor, das Modell formuliert.
  • Bilderkennungs- und Mustererkennung: Für Handwerker interessant bei der Schadensdiagnose, Aufmaßerfassung oder der automatischen Sortierung von Lieferscheinen und Rechnungen.

Laut Destatis nutzen bereits 17 % der kleinen Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten KI-Technologien – Tendenz steigend. Die meisten davon haben keine eigene IT-Abteilung. Was sie haben: einen verlässlichen externen IT-Partner.

Konkrete Empfehlungen, damit KI in Ihrem Betrieb wirklich funktioniert:

  • Wählen Sie cloudbasierte Tools mit deutschen Rechenzentren – das vereinfacht DSGVO-Compliance erheblich.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Tool ein deutschsprachiges Support-Angebot hat.
  • Testen Sie Integrationen mit Ihrer bestehenden Software (Warenwirtschaft, DATEV, CRM), bevor Sie kaufen.
  • Planen Sie eine halbe Stunde Einweisung pro Mitarbeiter ein – mehr braucht es selten.

Die technische Einbettung in Ihre bestehende IT-Landschaft ist der Punkt, wo viele Betriebe Unterstützung brauchen – nicht weil es schwierig ist, sondern weil es Erfahrung mit verschiedenen Systemkonstellationen erfordert. Die TTG GmbH arbeitet ISO/IEC 27001 zertifiziert – TTG GmbH, was bedeutet: Sicherheitsanforderungen sind von Anfang an eingebaut, nicht nachträglich aufgesetzt. Ergänzend empfiehlt das BSI – KI sicher einsetzen, vor dem Einsatz jedes KI-Tools eine kurze Risikoeinschätzung vorzunehmen.

Frage 3: Was kostet das für einen Handwerksbetrieb wirklich?

Frage 3: Was kostet KI und Automatisierung für einen Handwerksbetrieb wirklich? – TTG GmbH Dingelstädt

Pauschalpreise nennen wir hier bewusst nicht – die gibt es schlicht nicht. Aber wir können Ihnen eine realistische Orientierung geben, damit Sie einschätzen können, was auf Sie zukommt.

Grundsätzlich gilt: Der Einstieg in KI und Automatisierung im Handwerk ist günstiger, als die meisten Betriebe erwarten. Viele Tools starten bei 10 bis 50 Euro pro Monat pro Nutzer. Komplexere Automatisierungslösungen, die mehrere Systeme verbinden, kosten in der Einrichtung mehr – aber oft einmalig, nicht dauerhaft.

Eine realistische Kostenstruktur für einen Handwerksbetrieb mit 10 bis 20 Mitarbeitern könnte so aussehen:

LeistungTypischer KostenrahmenEinmalig oder laufend?
KI-Textassistent (z. B. Microsoft Copilot)ca. 25–30 € / Nutzer / MonatLaufend (Abo)
Automatisierter E-Mail- / Terminworkflow500–2.000 € EinrichtungEinmalig + ggf. Wartung
Systemintegration (z. B. Handwerkersoftware + CRM)1.500–5.000 € je nach KomplexitätEinmalig
Schulung Ihrer Mitarbeiter250–800 € pauschalEinmalig (empfohlen)

Laut KI-Index Mittelstand nennen 12 % der befragten Unternehmen unzureichende Weiterbildung als Hemmnis – dabei ist Schulung oft der günstigste Hebel für einen erfolgreichen Start.

Was viele nicht wissen: Ein erheblicher Teil dieser Kosten ist förderfähig. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie Thüringer Förderprogramme unterstützen Digitalisierungsvorhaben im Mittelstand gezielt. Sprechen Sie mit der Förderberatung für Digitalisierungsprojekte – TTG GmbH, bevor Sie investieren – wir prüfen gemeinsam, welche Programme für Ihren Betrieb in Frage kommen.

Unsere Einschätzung: Wer mit einem klar definierten Pilotprojekt startet und Förderungen nutzt, amortisiert die Investition in den meisten Fällen innerhalb von sechs bis zwölf Monaten. Voraussetzung ist, dass der ausgewählte Prozess wirklich regelmäßig Zeit kostet. Schauen Sie sich dazu auch die Übersicht des BAFA zur Unternehmensförderung an.

Frage 4: Datenschutz beim KI-Einsatz – Mythos vs. Pflicht

Datenschutz beim KI-Einsatz im Handwerk – TTG GmbH

Datenschutz ist das am häufigsten genannte rechtliche Bedenken beim Thema KI – und gleichzeitig das am meisten missverstandene. Laut KI-Index Mittelstand nennen 21 % der befragten Unternehmen rechtliche Unsicherheiten als zentrales Hemmnis. Das ist verständlich, aber in vielen Fällen lösbar.

Zunächst zum Mythos: KI und DSGVO schließen sich nicht gegenseitig aus. Es gibt zahlreiche DSGVO-konforme KI-Lösungen – vorausgesetzt, Sie wählen Anbieter, die personenbezogene Daten ausschließlich auf europäischen Servern verarbeiten und einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) anbieten.

Was wirklich gilt – die wichtigsten Pflichten im Überblick:

  • Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV): Wenn ein KI-Tool Kundendaten verarbeitet, brauchen Sie einen AVV mit dem Anbieter. Ohne AVV ist der Einsatz nicht DSGVO-konform.
  • Transparenzpflicht: Wenn Sie KI-generierte Inhalte in der Kundenkommunikation nutzen, sollte das – je nach Kontext – transparent sein.
  • Datensparsamkeit: Geben Sie KI-Tools nur die Daten, die für die jeweilige Aufgabe wirklich nötig sind. Keine vollständigen Kundendatenbanken in ein öffentliches Chat-Interface eingeben.
  • EU AI Act: Die neue EU-Verordnung zur Künstlichen Intelligenz tritt schrittweise in Kraft. Für die meisten Handwerksbetriebe sind die Anforderungen überschaubar – relevant wird es, wenn Sie KI zur Mitarbeiterüberwachung oder automatisierten Entscheidungen über Personen einsetzen.

Unser konkreter Rat: Nutzen Sie für den Anfang ausschließlich Tools, die in der EU gehostet sind und nachweislich einen AVV bereitstellen. Das reduziert das rechtliche Risiko drastisch – ohne auf die Vorteile von KI verzichten zu müssen.

Eine solide IT-Infrastruktur ist die technische Grundlage für sicheres Arbeiten mit KI. Die IT-Infrastruktur für den digitalen Wandel – TTG GmbH sorgt dafür, dass Ihre Systeme von Anfang an datenschutzkonform aufgestellt sind. Weiterführende Orientierung bietet auch die offizielle BSI-Empfehlung zum sicheren KI-Einsatz für Unternehmen.

Frage 5: Was tun, wenn KI noch nicht das Richtige ist?

KI-Einstieg im Handwerksbetrieb – TTG GmbH Nordthüringen

Eine faire Frage – und unsere ehrliche Antwort: Für manche Betriebe ist der Zeitpunkt für KI noch nicht ideal. Das bedeutet aber nicht, dass Sie stehen bleiben müssen. Zwischen „alles manuell“ und „vollständig KI-gestützt“ gibt es eine breite Zwischenstufe: strukturierte Digitalisierung ohne KI.

Konkret: Wenn Ihre Grundprozesse noch nicht digital abgebildet sind – wenn Aufträge auf Papier erfasst werden, wenn es keine einheitliche Kundendatenbank gibt, wenn E-Mails und Termine in verschiedenen Systemen verwaltet werden – dann ist KI der zweite Schritt vor dem ersten. Zuerst kommt die digitale Grundordnung.

Ein direkter Vergleich hilft bei der Einschätzung:

Situation in Ihrem BetriebEmpfehlungWarum
Grundprozesse bereits digital (Software, CRM, Cloud)KI-Pilotprojekt startenBasis vorhanden, Automatisierung bringt sofort Mehrwert
Teils digital, teils analog – uneinheitlichErst Digitalisierung konsolidieren, dann KIKI auf chaotischer Datenbasis liefert schlechte Ergebnisse
Noch weitgehend analogDigitalisierungsberatung als ersten SchrittOhne digitale Grundlage entsteht kein KI-Nutzen

Auch ohne KI lassen sich durch einfache Automatisierung (Workflows, Vorlagen, strukturierte Ablage) erhebliche Zeitgewinne erzielen. Viele Betriebe in Nordthüringen und dem Eichsfeld starten genau dort – und bauen dann schrittweise aus. Ein Schreinerbetrieb aus der Region Dingelstädt etwa hat mit der Einführung einer einheitlichen Projektverwaltungssoftware begonnen und spart heute pro Mitarbeiter rund zwei Stunden Verwaltungszeit pro Woche – ohne eine einzige KI-Funktion.

Als ISO/IEC 27001-zertifizierter IT-Partner mit über 25 Jahren Erfahrung in Nordthüringen begleitet die TTG GmbH Betriebe auf genau diesem Weg – von der ersten Bestandsaufnahme bis zur schrittweisen Automatisierung. Wir verkaufen keine fertige Lösung, sondern helfen Ihnen, den richtigen nächsten Schritt zu finden. Einen guten Überblick zu Einstiegsmöglichkeiten bietet auch der Bitkom-Leitfaden zur digitalen Transformation im Mittelstand. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Betrieb steht, können Sie Ihr Digitalisierungs-Potenzial prüfen lassen – unverbindlich und ohne Verpflichtung.

Das Wichtigste auf einen Blick: 5 Erkenntnisse

Sie haben jetzt einen umfassenden Überblick erhalten. Damit die wichtigsten Erkenntnisse griffig bleiben, fassen wir die fünf zentralen Punkte zusammen.

  1. Der Einstieg ist einfacher als gedacht: KI und Automatisierung im Handwerk müssen nicht mit einem großen Projekt starten. Ein einziger wiederkehrender Prozess – etwa die Angebotserstellung oder Terminbestätigung – reicht als Pilotprojekt völlig aus. Laut IW-Report erzielen Unternehmen damit im Schnitt 13 % Produktivitätssteigerung pro Jahr.
  2. Keine eigene IT-Abteilung nötig: Moderne KI-Tools sind benutzerfreundlich gestaltet. Was Sie brauchen, ist ein verlässlicher externer IT-Partner, der die Integration in Ihre bestehenden Systeme übernimmt und sicherstellt, dass Sicherheitsanforderungen von Anfang an erfüllt sind.
  3. Kosten sind überschaubar und oft förderfähig: Viele Digitalisierungs- und KI-Projekte im Mittelstand können über Bundes- oder Landesprogramme gefördert werden. Sprechen Sie vor dem ersten Schritt mit einer Förderberatung – es lohnt sich fast immer.
  4. DSGVO ist kein KI-Killer: Mit der richtigen Auswahl von Anbietern (EU-Hosting, AVV, Datensparsamkeit) lässt sich KI datenschutzkonform einsetzen. Die rechtliche Hürde ist real, aber handhabbar – wenn man weiß, worauf man achten muss.
  5. Wer noch nicht bereit für KI ist, hat trotzdem Optionen: Digitale Grundordnung – strukturierte Ablage, einheitliche Software, Cloud-Nutzung – ist die Voraussetzung für sinnvolle Automatisierung. Auch ohne KI lassen sich durch Digitalisierung bereits erhebliche Zeitgewinne erzielen.

Der entscheidende Schritt ist nicht der perfekte Plan – sondern der erste. Wer jetzt anfängt, hat in zwölf Monaten einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den 96 % der Handwerksbetriebe, die KI noch gar nicht einsetzen. Das Zeitfenster für Early Adopter ist noch offen – aber es schließt sich.

Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt

  1. Notieren Sie eine Woche lang alle wiederkehrenden Bürotätigkeiten und schätzen Sie den Zeitaufwand pro Aufgabe.
  2. Wählen Sie den einen Prozess aus, der am häufigsten vorkommt und am meisten Zeit kostet – das ist Ihr Pilotprojekt.
  3. Prüfen Sie, ob Ihr Wunsch-Tool auf europäischen Servern hostet und einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) anbietet.
  4. Stellen Sie sicher, dass Ihre digitale Grundlage stimmt: einheitliche Software, strukturierte Dateiablage, Cloud-Nutzung.
  5. Sprechen Sie mit Ihrer Förderberatung, bevor Sie investieren – viele Maßnahmen sind durch Bundes- oder Landesprogramme bezuschussbar.
  6. Planen Sie eine kurze Einweisung für Ihre Mitarbeiter ein – eine halbe Stunde pro Person reicht in den meisten Fällen aus.
  7. Testen Sie das gewählte Tool vier Wochen lang mit zwei bis drei Mitarbeitern, bevor Sie es betriebsweit einführen.
  8. Lassen Sie Ihr Digitalisierungs-Potenzial von einem erfahrenen IT-Partner einschätzen – unverbindlich als ersten Orientierungsschritt.

Häufig gestellte Fragen

Ist KI und Automatisierung nur etwas für größere Handwerksbetriebe?

Nein – im Gegenteil. Gerade kleinere Betriebe profitieren überproportional, weil jede eingesparte Stunde direkt spürbar ist. Viele KI-Tools sind explizit für Kleinstunternehmen entwickelt und starten bei unter 30 Euro pro Monat. Der Aufwand für die Einrichtung ist überschaubar, wenn man mit einem einzigen Prozess beginnt. Die Frage ist nicht, ob Ihr Betrieb zu klein ist – sondern welcher Prozess den größten Hebel bietet.

Wie lange dauert es, bis KI-Automatisierung im Betrieb wirklich funktioniert?

Bei einem klar definierten Pilotprozess – etwa automatische Terminbestätigung oder KI-gestützte Angebotserstellung – rechnen Sie mit zwei bis vier Wochen bis zur produktiven Nutzung. Dazu kommt eine kurze Eingewöhnungszeit für Ihr Team. Komplexere Systemintegrationen können vier bis acht Wochen in Anspruch nehmen. Wichtig: Planen Sie realistische Zeitfenster ein und starten Sie nicht mitten in der Hochsaison.

Was passiert mit meinen Kundendaten, wenn ich KI-Tools einsetze?

Das hängt vom Anbieter ab – und genau da müssen Sie genau hinschauen. Wählen Sie ausschließlich Anbieter, die personenbezogene Daten auf Servern innerhalb der EU verarbeiten und einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach DSGVO anbieten. Geben Sie niemals vollständige Kundendatenbanken in öffentliche KI-Systeme ein. Mit der richtigen Toolauswahl ist datenschutzkonformer KI-Einsatz im Handwerk gut umsetzbar.

Muss ich meine Mitarbeiter für KI-Tools aufwendig schulen?

In der Regel nicht. Moderne KI-Werkzeuge sind so gestaltet, dass sie intuitiv bedienbar sind – oft ähnlich wie Apps, die Ihre Mitarbeiter privat kennen. Eine halbe Stunde Einweisung pro Person reicht für einfache Tools meist aus. Wichtiger als die technische Schulung ist das Verständnis dafür, warum das Tool eingesetzt wird und welchen Nutzen es für den einzelnen Mitarbeiter hat. Wer den Mehrwert sieht, lernt schnell.

Kann die TTG GmbH auch übernehmen, wenn ich keine Zeit für das Thema habe?

Ja. Viele Betriebe haben weder die Zeit noch das Personal, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die TTG GmbH übernimmt in diesem Fall die Analyse Ihrer bestehenden Prozesse, die Auswahl geeigneter Tools, die technische Einrichtung und Integration sowie die Mitarbeiterschulung. Sie definieren, wo der Schuh drückt – wir kümmern uns um die Umsetzung.

Über den Autor
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.

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