Backup und Recovery: Warum „Wir sichern täglich" oft trügerische Sicherheit ist
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Veröffentlicht: 26. August 2026 · Lesezeit: ca. 13 Minuten
Vor einigen Jahren galt ein nächtliches Backup auf dem Bandlaufwerk oder einer externen Festplatte als ausreichend. Wer „irgendwie sicherte“, war auf der sicheren Seite – zumindest fühlte es sich so an. Die Bedrohungslage war überschaubarer, gesetzliche Anforderungen weniger konkret, und ein Ransomware-Angriff war eher eine Schlagzeile aus der Großindustrie als ein reales Risiko für den Mittelstand.
Das hat sich grundlegend geändert. Angreifer zielen heute gezielt auf kleinere Betriebe – weil die Verteidigung dort schwächer ist. Gleichzeitig verlangen Regulatoren wie das seit Dezember letzten Jahres geltende NIS-2-Umsetzungsgesetz, dass Backup- und Wiederherstellungsprozesse nicht nur existieren, sondern auch dokumentiert und regelmäßig getestet werden. Und erst kürzlich haben Sicherheitsmeldungen zu kritischen Lücken in weit verbreiteter Router-Firmware und Business-Plugins gezeigt, wie schnell ein einzelner ungepatchter Dienst zur Eintrittspforte werden kann.
Wer heute noch denkt, ein laufendes Backup genüge, unterschätzt, was modernes Backup und Recovery tatsächlich bedeutet.
Backup und Recovery ist längst kein rein technisches Thema mehr – es ist eine unternehmerische Grundentscheidung. Wer seine Daten verliert und sie nicht zuverlässig wiederherstellen kann, riskiert nicht nur Betriebsunterbrechungen, sondern auch Vertragsstrafen, den Verlust von Kundenvertrauen und – je nach Branche – empfindliche Bußgelder.
Die Zahlen aus einer aktuellen Studie sind dabei aufschlussreich: 77 % der befragten Unternehmen sichern mindestens wöchentlich. Gleichzeitig testen 72 % ihre Backups nie oder nur selten auf tatsächliche Wiederherstellbarkeit. Das Ergebnis: Ein Backup, das im Ernstfall nicht funktioniert, ist kein Backup – es ist eine Illusion von Sicherheit.
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Fehler sich in der Praxis häufen, wie eine belastbare Strategie aussieht, was sie kostet – und was es kostet, sie nicht zu haben. Sie erhalten konkrete Handlungsempfehlungen, die Sie direkt umsetzen können, auch ohne eigene IT-Abteilung.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| KMU, die Backups nie oder selten auf Wiederherstellbarkeit testen | 72 % | DATA REVERSE – KMU-Backup-Studie Q1/2025 |
| KMU, die innerhalb von 12 Monaten einen Datenverlust erlitten | 14 % | DATA REVERSE – KMU-Backup-Studie Q1/2025 |
| Neue Sicherheitslücken pro Tag (Juli 2024 – Juni 2025, Anstieg ggü. Vorjahr: +24 %) | 119 | BSI Lagebericht 2025 (via speicherguide.de) |
| Anteil der Ransomware-Angriffe, die sich gegen KMU richten | ca. 80 % | BSI Lagebericht 2025 |
Was auf dem Spiel steht, wenn Daten weg sind – und der Restore nicht funktioniert
Stellen Sie sich vor: Ein Mitarbeiter öffnet einen präparierten E-Mail-Anhang, und innerhalb von Minuten sind Ihre Mandantendaten, Vertragsunterlagen oder Buchhaltungsbelege verschlüsselt. Der Angreifer fordert Lösegeld. Ihr IT-Dienstleister erklärt, dass ein Backup vorhanden sei – aber beim Wiederherstellungsversuch stellt sich heraus: Die Sicherungsdaten sind seit Monaten korrupt, weil ein Konfigurationsfehler still übergangen wurde.
Das ist kein unwahrscheinliches Szenario. In der Praxis der IT-Infrastruktur & Datensicherung – TTG GmbH begegnen uns solche Fälle regelmäßig: Unternehmen, die formal sichern, aber nie überprüft haben, ob die Wiederherstellung tatsächlich funktioniert. Die Konsequenzen reichen von tagelangem Stillstand über Datenschutzmeldungen an die Behörden bis hin zu dauerhaftem Reputationsschaden.
Besonders kritisch ist die Lage für Betriebe, die sensible Mandats- oder Patientendaten verwalten. Für diese Unternehmen ist ein Datenverlust nicht nur ein operativer Ausfall – er kann berufsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Doch auch für jeden anderen Betrieb gilt: Ohne funktionierendes Backup und Recovery fehlt die Grundlage, um den Betrieb nach einem Angriff oder Hardwareausfall überhaupt wieder aufnehmen zu können.
- Prüfen Sie, ob Ihre Backups wirklich vollständig sind – ein Statusgrün in der Backup-Software bedeutet nicht automatisch eine funktionierende Wiederherstellung.
- Klären Sie, wie lange Ihr Betrieb ohne Zugriff auf Ihre Kerndaten handlungsfähig bleibt (RTO – Recovery Time Objective).
- Definieren Sie, wie alt die Daten maximal sein dürfen, die Sie im Ernstfall zurückspielen (RPO – Recovery Point Objective).
- Stellen Sie sicher, dass Backup-Medien nicht im selben Netzwerksegment wie Ihre Produktivumgebung liegen – Ransomware verschlüsselt alles, was erreichbar ist.
Konkret: Wer keine schriftlichen RTO- und RPO-Ziele hat, weiß schlicht nicht, ob sein Backup für den eigenen Betrieb taugt. Das ist der erste blinde Fleck, den es zu schließen gilt.
Die häufigsten Fehler und gefährlichen Missverständnisse bei der Datensicherung
Der verbreitetste Irrtum lautet: „Wir haben ein Backup, also sind wir geschützt.“ Tatsächlich ist das Vorhandensein einer Sicherung nur der erste Schritt – und häufig der einzige, der wirklich gemacht wird. Was danach kommt, bleibt in vielen Betrieben ungeklärt.
Mehr Informationen zu typischen Schwachstellen in der Datensicherung finden Sie in den BSI – Empfehlungen zur Datensicherung, die regelmäßig aktualisiert werden. Für eine praktische Umsetzung bietet die Backup & Datensicherung durch die TTG GmbH geprüfte Konzepte, die auf Ihre Unternehmensstruktur abgestimmt sind.
Diese Fehler begegnen uns besonders häufig:
- Backup auf demselben Server: Wer die Sicherung auf dem gleichen Gerät oder im gleichen Netzwerk speichert, verliert im Ernstfall beides gleichzeitig. Ransomware macht keinen Halt vor Backup-Verzeichnissen, die erreichbar sind.
- Keine Versionierung: Ein einziges tagesaktuelles Backup reicht nicht. Wenn Schadsoftware sich über Wochen eingenistet hat, bevor sie zuschlägt, brauchen Sie ältere Wiederherstellungspunkte – idealerweise über 30, besser über 90 Tage zurück.
- Fehlende Restore-Tests: Das ist der häufigste und folgenreichste Fehler. Eine Datei wiederherstellen ist kein vollständiger Test. Einmal im Quartal sollte eine vollständige Systemwiederherstellung auf einer Testumgebung geprobt werden.
- Cloud als einzige Kopie: Cloud-Backup ist wertvoll, aber kein Allheilmittel. Wenn der Anbieter ausfällt, Ihr Zugangsdaten kompromittiert sind oder die Bandbreite für eine Schnellwiederherstellung nicht ausreicht, stehen Sie trotzdem still.
- Kein schriftlicher Notfallplan: Wenn der einzige Mitarbeiter, der das Backup kennt, im Urlaub oder krank ist, muss der Restore auch ohne ihn funktionieren. Ein dokumentierter Plan ist hier keine Bürokratie, sondern operative Notwendigkeit.
Hinzu kommt ein aktuelles Risiko: Im August wurden kritische Sicherheitslücken in TP-Link-Omada-Business-Routern und -Gateways bekannt, die eine Remote-Kompromittierung über VPN-Verbindungen ermöglichen. Wer solche Geräte im Einsatz hat und die Firmware nicht sofort aktualisiert, riskiert, dass Angreifer ins Netzwerk gelangen – und dann auch auf die Backup-Infrastruktur.
Schritt für Schritt zu einer belastbaren Backup-Strategie
Eine gute Strategie für Backup und Recovery lässt sich in einem überschaubaren Prozess aufbauen – vorausgesetzt, man geht strukturiert vor und überlässt nichts dem Zufall. Der Aufwand für die Grundstruktur ist geringer, als viele erwarten: Ein Nachmittag für die Konzeptarbeit ist realistisch, wenn die richtigen Fragen gestellt werden.
Der bewährte Ausgangspunkt ist die 3-2-1-Regel, die das BSI und Hersteller wie Veeam – Backup & Disaster Recovery als Mindeststandard empfehlen: 3 Kopien Ihrer Daten, auf 2 verschiedenen Medientypen, davon 1 Kopie außerhalb Ihres Standorts. Diese Regel allein schützt jedoch nicht vor modernen Angriffen, bei denen Ransomware auch Netzlaufwerke erreicht.
Deshalb empfehlen wir als ISO/IEC-zertifizierter IT-Partner die 3-2-1-1-0-Erweiterung: Eine zusätzliche unveränderliche (immutable) Kopie, die auch bei einem Angriff nicht überschrieben werden kann – zum Beispiel über Object-Lock-Funktionen in der Cloud oder ein WORM-Medium lokal. Die letzte „0″ steht für null ungetestete Wiederherstellungen – also konsequente Restore-Proben. Mehr zur zertifizierten Qualitätsbasis finden Sie bei der ISO/IEC 27001 zertifiziert – TTG GmbH.
Konkret empfehlen wir diesen Aufbau:
- Bestandsaufnahme: Welche Daten sind geschäftskritisch? Wo liegen sie? Wer darf darauf zugreifen?
- RTO und RPO festlegen: Wie lange darf die Wiederherstellung maximal dauern, und wie alt dürfen die zurückgespielten Daten sein?
- Backup-Architektur wählen: Lokale Sicherung für schnelle Wiederherstellung, Cloud für Offsite-Schutz – idealerweise beides kombiniert.
- Immutable Backup einrichten: Mindestens eine unveränderliche Kopie konfigurieren und schriftlich dokumentieren.
- Restore-Test kalendarisch verankern: Quartalsweise ein vollständiger Test mit Protokollierung – das ist die Grundlage für NIS-2-Compliance und Cyber-Versicherungsschutz.
- Notfallplan erstellen: Schriftlich, schrittweise, auch ohne IT-Spezialist vor Ort ausführbar.
Wer diesen Prozess einmal aufgesetzt hat, profitiert langfristig von kürzeren Ausfallzeiten, klaren Verantwortlichkeiten und einem nachweisbaren Sicherheitsniveau.
Technische Bausteine verständlich erklärt – was Sie wirklich brauchen
Backup und Recovery besteht aus mehreren technischen Bausteinen, die ineinandergreifen. Sie müssen kein IT-Experte sein, um die Entscheidungen zu treffen – aber Sie sollten verstehen, was die einzelnen Komponenten leisten und wo die Grenzen liegen.
Die folgende Tabelle hilft Ihnen bei der Einordnung:
| Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Schneller Restore einzelner Dateien nötig | Lokales Backup (NAS/Server) | Keine Wartezeit durch Upload/Download, direkt verfügbar |
| Schutz vor Ransomware oder Feuer/Diebstahl | Cloud-Backup mit Offsite-Kopie | Physisch getrennt, außerhalb des lokalen Netzwerks |
| Regulatorische Nachweispflicht (NIS-2, DSGVO) | Immutable Backup + Restore-Protokoll | Unveränderliche Kopie + dokumentierter Test = Nachweis |
| Kleine IT-Ressourcen, kein eigenes Team | Managed Backup als Service | Überwachung, Alarmierung und Tests durch externen Partner |
Einige Begriffe, die Sie kennen sollten:
- Vollsicherung vs. inkrementelles Backup: Eine tägliche Vollsicherung aller Daten ist ressourcenintensiv. Inkrementelle Sicherungen speichern nur Änderungen seit dem letzten Lauf – spart Speicherplatz, erfordert aber eine vollständige Restore-Kette.
- Snapshot: Ein Momentaufnahme des Systemzustands zu einem bestimmten Zeitpunkt – nützlich für schnelle Wiederherstellungen, kein Ersatz für ein vollständiges Backup.
- Object Lock / WORM: Technologie, die verhindert, dass gespeicherte Daten geändert oder gelöscht werden – auch durch Administratoren. Ransomware kann diese Kopien nicht verschlüsseln.
- RTO (Recovery Time Objective): Maximale Ausfallzeit, die Ihr Betrieb toleriert. Bei einer Kanzlei mit laufenden Fristen kann das wenige Stunden bedeuten.
- RPO (Recovery Point Objective): Maximales Datenalter, das Sie im Ernstfall akzeptieren. Wer täglich neue Verträge anlegt, kann sich keinen RPO von 48 Stunden leisten.
Die Managed Services der TTG GmbH decken genau diesen Bedarf ab: Backup-Überwachung, automatisierte Restore-Tests und lückenlose Dokumentation – ohne dass Sie selbst täglich in die Systeme schauen müssen.
Was eine solide Datensicherung kostet – und was ein Ausfall kostet
Backup und Recovery ist eine Investition – aber eine, deren Kosten sich klar quantifizieren lassen. Und die Alternative hat ihren Preis ebenfalls, nur zu einem unbekannten Zeitpunkt und in unbekannter Höhe.
Für einen Betrieb mit 10 bis 25 Mitarbeitern und einem typischen Datenvolumen im mittleren zweistelligen Terabyte-Bereich liegt eine professionelle Backup-Lösung – lokal plus Cloud, mit Monitoring und quartalsweisen Restore-Tests – erfahrungsgemäß im Bereich von 200 bis 500 Euro pro Monat. Das entspricht dem Tagessatz eines einzigen externen IT-Einsatzes, um Schäden zu beheben.
Was ein echter Datenverlust kostet, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Direkte Wiederherstellungskosten: Forensik, Notfall-IT-Einsatz, Datenneuerfassung – schnell mehrere tausend Euro.
- Betriebsausfall: Jeder Tag, an dem Ihre Mitarbeiter nicht arbeiten können oder Mandanten nicht betreut werden, ist verlorener Umsatz. Bei spezialisierten Kanzleien mit laufenden Fristen können auch kurze Ausfälle existenzbedrohend werden.
- Regulatorische Folgen: Unter DSGVO kann ein meldepflichtiger Datenverlust zu Bußgeldern führen. Das NIS-2-Umsetzungsgesetz, das seit Dezember letzten Jahres gilt, erhöht die Dokumentationspflichten und damit auch das Haftungsrisiko.
- Cyber-Versicherung: Immer mehr Versicherer fordern nachweisbare Restore-Tests und Offsite-Kopien als Bedingung für Versicherungsschutz oder günstige Prämien. Fehlt dieser Nachweis, kann im Schadensfall die Leistung verweigert werden.
Unsere Einschätzung: Wer die Kosten einer professionellen Datensicherung scheut, sollte sich einmal konkret ausrechnen, wie viele Tage sein Betrieb ohne Zugriff auf seine Kerndaten überlebt – und was das in Euro bedeutet. Die Antwort fällt fast immer zugunsten der Investition aus.
Mehr Orientierung zu Fördermöglichkeiten für IT-Sicherheit im Mittelstand bietet Ihr IT-Systemhaus in Nordthüringen – TTG GmbH im persönlichen Gespräch. Zusätzlich gibt das BSI mit seinen Empfehlungen zur Datensicherung eine kostenlose, praxistaugliche Orientierung.
Was in der Praxis wirklich funktioniert – Erfahrungen aus der Region
Ein Steuerberatungsbüro aus unserer Region – mit rund 15 Mitarbeitern und mehreren hundert aktiven Mandaten – hatte bis vor einigen Jahren ein klassisches lokales Backup auf einem NAS-Gerät. Gesichert wurde täglich, ein Test fand nie statt. Als ein Hardwareschaden das NAS unbrauchbar machte, stellte sich heraus: Das Backup war seit Monaten fehlerhaft. Die Daten der letzten vier Monate waren nicht rekonstruierbar.
Die Lösung, die danach implementiert wurde, folgte konsequent der 3-2-1-1-0-Strategie: Lokales Backup auf einem dedizierten Backup-Server, tägliche verschlüsselte Spiegelung in die Cloud, eine unveränderliche Kopie per Object Lock, quartalsweise vollständige Restore-Tests mit schriftlichem Protokoll. Das Ergebnis: Beim nächsten Vorfall – einem Ransomware-Versuch, der dank Monitoring frühzeitig erkannt wurde – konnte der Betrieb innerhalb von zwei Stunden vollständig wiederhergestellt werden.
Als ISO/IEC 27001-zertifizierter IT-Partner mit über 25 Jahren Erfahrung in der Region rund um Heilbad Heiligenstadt begleitet die TTG GmbH Betriebe genau durch diesen Prozess: von der Bestandsaufnahme über die Konzeption bis zur laufenden Überwachung und Dokumentation. Die ISO/IEC-Zertifizierung ist dabei kein Selbstzweck – sie stellt sicher, dass die eingesetzten Prozesse einem geprüften Standard entsprechen, den Regulatoren und Versicherer zunehmend einfordern.
Orientierung für eigene Schritte bietet auch das BSI mit seinen Empfehlungen zur Datensicherung für Unternehmen – eine kostenlose, gut verständliche Grundlage, die wir regelmäßig als Ausgangspunkt für Beratungsgespräche nutzen.
- Lassen Sie Ihre aktuelle Backup-Konfiguration von einem unabhängigen Partner prüfen – oft liegen Fehler im Detail der Einstellungen, nicht in der grundsätzlichen Strategie.
- Vereinbaren Sie feste Restore-Test-Termine im Kalender – quartalsweise, mit Protokoll.
- Sprechen Sie Ihre Cyber-Versicherung aktiv an, welche Nachweise sie für den Leistungsfall erwartet.
Wenn Sie Ihre Backup-Strategie auf ein solides Fundament stellen möchten, sprechen Sie uns direkt an: Backup-Strategie von TTG GmbH planen lassen.
Drei konkrete erste Schritte, die Sie noch diese Woche gehen können
Backup und Recovery muss keine monatelange Mammutaufgabe sein. Die wirksamsten Verbesserungen lassen sich oft mit drei gezielten Schritten anstoßen – ohne großes Budget und ohne tiefes IT-Fachwissen auf Ihrer Seite.
Schritt 1: Führen Sie noch heute einen einfachen Restore-Test durch.
Wählen Sie eine beliebige Datei aus Ihrem Backup – ein Dokument, das Sie sicher identifizieren können – und stellen Sie sie auf einem anderen Speicherort wieder her. Öffnen Sie die Datei und prüfen Sie, ob sie vollständig und lesbar ist. Das dauert 15 Minuten und zeigt Ihnen sofort, ob Ihre Sicherung grundsätzlich funktioniert. Wenn nicht, wissen Sie jetzt, dass Handlungsbedarf besteht.
Schritt 2: Legen Sie RTO und RPO schriftlich fest.
Beantworten Sie zwei Fragen auf einem Blatt Papier: Wie lange kann Ihr Betrieb ohne Zugriff auf seine Daten funktionieren? Wie alt dürfen die wiederhergestellten Daten maximal sein? Diese zwei Zahlen bestimmen, welche Backup-Architektur Sie brauchen. Ohne diese Zielwerte können Sie nicht beurteilen, ob Ihr aktuelles System taugt.
Schritt 3: Prüfen Sie, ob Ihre Backup-Kopie wirklich offline ist.
Öffnen Sie den Windows-Explorer oder Ihr Dateimanagement-Tool und schauen Sie nach, ob Ihr Backup als Netzwerklaufwerk erreichbar ist. Wenn ja, kann Ransomware es ebenfalls verschlüsseln. Eine Kopie auf einem Medium, das nicht permanent verbunden ist – oder in einer Cloud mit Object Lock –, gehört zur Mindestanforderung einer modernen Datensicherung.
Diese drei Schritte kosten Sie keine Investition, sondern nur etwas Zeit. Sie zeigen Ihnen innerhalb eines Tages, wo Ihre größten Lücken liegen – und auf welcher Basis Sie das Gespräch mit einem IT-Partner führen sollten.
- Dokumentieren Sie die Ergebnisse aller drei Schritte schriftlich – das ist der Anfang Ihres Restore-Protokolls.
- Setzen Sie einen Kalendertermin in 13 Wochen für den nächsten Restore-Test.
- Sprechen Sie intern ab, wer im Notfall für die Wiederherstellung verantwortlich ist – und wer diese Person im Urlaubs- oder Krankheitsfall vertritt.
Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt
- Prüfen Sie, ob Ihre aktuelle Backup-Software einen Fehler meldet – oder still fehlerhaft sichert.
- Führen Sie einen einfachen Datei-Restore durch und dokumentieren Sie das Ergebnis schriftlich.
- Stellen Sie sicher, dass mindestens eine Backup-Kopie physisch oder logisch vom Produktivnetz getrennt ist (Offsite oder Object Lock).
- Legen Sie RTO und RPO schriftlich fest – wie lange darf der Betrieb stillstehen, wie alt dürfen die Daten sein?
- Vereinbaren Sie quartalsweise Restore-Tests im Kalender und benennen Sie eine verantwortliche Person.
- Aktivieren Sie Versionierung in Ihrer Backup-Lösung, sodass Sie auf Wiederherstellungspunkte der letzten 30–90 Tage zugreifen können.
- Dokumentieren Sie Ihren Notfallplan schriftlich – Schritt für Schritt, auch für Personen ohne IT-Kenntnisse nutzbar.
- Sprechen Sie Ihre Cyber-Versicherung an, welche Nachweise sie für den Versicherungsfall verlangt, und gleichen Sie das mit Ihrem Backup-Konzept ab.
Häufig gestellte Fragen
Reicht ein Cloud-Backup allein als Datensicherung?
Cloud-Backup ist ein wichtiger Baustein – aber kein vollständiger Schutz für sich allein. Wenn Ihr Cloud-Anbieter ausfällt, Ihre Zugangsdaten kompromittiert werden oder die Wiederherstellung großer Datenmengen über eine langsame Leitung zu lange dauert, kann ein reines Cloud-Backup Sie im Ernstfall im Stich lassen. Empfehlenswert ist eine hybride Lösung: lokale Sicherung für schnelle Wiederherstellung, Cloud als Offsite-Kopie für den Katastrophenfall.
Was kostet eine professionelle Backup-Lösung für einen Betrieb mit 10–20 Mitarbeitern?
Für einen Betrieb dieser Größe mit einem typischen Datenvolumen liegt eine professionelle Lösung – lokal plus Cloud, mit Monitoring und regelmäßigen Restore-Tests – erfahrungsgemäß zwischen 200 und 500 Euro monatlich. Das klingt nach einer Ausgabe, ist aber gegen den Hintergrund eines möglichen Ausfalls von mehreren Tagen und den damit verbundenen Wiederherstellungskosten in aller Regel klar wirtschaftlich.
Bin ich als kleiner Betrieb von NIS-2 betroffen?
Das NIS-2-Umsetzungsgesetz richtet sich primär an Unternehmen bestimmter Branchen und Größen. Viele KMU fallen nicht direkt unter die Pflichten – aber als Zulieferer oder Dienstleister für betroffene Unternehmen können Sie indirekt in den Geltungsbereich geraten. Unabhängig davon verlangen DSGVO, Cyber-Versicherungen und zunehmend auch Auftraggeber nachweisbare Backup- und Wiederherstellungsprozesse. Eine Überprüfung lohnt sich in jedem Fall.
Wie oft sollte ich mein Backup wirklich testen?
Mindestens einmal pro Quartal sollte ein vollständiger Wiederherstellungstest auf einer Testumgebung durchgeführt und schriftlich protokolliert werden. Zusätzlich empfehlen wir monatliche Stichproben: einzelne Dateien oder Ordner wiederherstellen und auf Vollständigkeit prüfen. Wer das noch nie gemacht hat, sollte sofort starten – unabhängig davon, wann der nächste Quartalstermin ist.
Was ist der Unterschied zwischen Backup und Archivierung?
Ein Backup sichert den aktuellen Betriebszustand und dient der schnellen Wiederherstellung nach einem Datenverlust. Eine Archivierung speichert Daten langfristig für Aufbewahrungspflichten – steuerliche Belege etwa 10 Jahre lang. Beides erfüllt unterschiedliche Zwecke und sollte nicht vermischt werden. Ein Backup ersetzt keine rechtskonform geführte Archivlösung, und ein Archiv ist kein Backup. Die TTG GmbH hilft Ihnen, beides sauber zu trennen und einzurichten.
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.
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Wissen Sie heute mit Sicherheit, dass Ihre Daten im Ernstfall innerhalb weniger Stunden vollständig wiederhergestellt werden können – oder verlassen Sie sich auf ein Backup, das zuletzt vor Monaten wirklich getestet wurde?
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Ein Ransomware-Angriff oder Festplattenausfall kann Ihr Unternehmen lahmlegen. Die TTG GmbH entwickelt eine passende Backup-Strategie für KMU in Nordthüringen.