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Backup und Recovery: Wie schnell sind Sie nach einem Angriff wieder arbeitsfähig?

Inhaltsverzeichnis

Veröffentlicht: 29. Juli 2026 · Lesezeit: ca. 13 Minuten

72 Prozent der deutschen KMU testen nie oder selten, ob ihre gesicherten Daten tatsächlich wiederhergestellt werden können – obwohl 77 Prozent mindestens wöchentlich sichern (DATA REVERSE Backup-Studie Q1/2025, n=285). Das klingt zunächst nach einer technischen Randnotiz. Konkret bedeutet es: Die meisten Betriebe zahlen für ein Backup-System, dessen Verlässlichkeit im Ernstfall schlicht unbekannt ist.

Gerade wenn man bedenkt, dass 14 Prozent der befragten Unternehmen in den zurückliegenden zwölf Monaten einen tatsächlichen Datenverlust erlitten haben, wird aus der Statistik schnell eine persönliche Frage: Wären Sie im Fall eines Angriffs oder technischen Ausfalls in der Lage, Ihren Betrieb innerhalb von Stunden – nicht Tagen – wieder hochzufahren?

Backup und Recovery werden in den meisten Betrieben als zwei getrennte Themen behandelt: Das Backup läuft automatisch im Hintergrund, die Recovery ist für den Notfall gedacht – und der Notfall tritt hoffentlich nie ein. Diese Denkweise hat einen Haken: Sie setzt voraus, dass das Backup im Ernstfall funktioniert. Ob das stimmt, wissen die wenigsten.

Angreifer wissen das. Ransomware-Gruppen zielen gezielt auf Backup-Infrastruktur, bevor sie die Produktivdaten verschlüsseln. Wer kein getestetes, segmentiertes Backup-System hat, verliert im Zweifel beides. Die Frage ist also nicht mehr, ob ein Vorfall eintreten kann – sondern wie lange Ihr Unternehmen ausgefallen wäre, wenn er heute Nacht passiert.

Dieser Ratgeber zeigt, was bei Backup und Recovery in der Praxis schiefgeht, wie eine belastbare Strategie aussieht, was sie kostet – und was es kostet, sie nicht zu haben. Außerdem erfahren Sie, welche Anforderungen das NIS-2-Umsetzungsgesetz für betroffene Unternehmen mit sich bringt und wie Sie Ihre Datensicherung in drei konkreten Schritten auf ein belastbares Fundament stellen.

KennzahlWertQuelle
KMU, die Restore-Tests nie oder selten durchführen72 %DATA REVERSE Backup-Studie Q1/2025
KMU mit erlebtem Datenverlust in den letzten 12 Monaten14 %DATA REVERSE Backup-Studie Q1/2025
Neue Sicherheitslücken pro Tag (Juli 2024–Juni 2025)Ø 119 (+24 % ggü. Vorjahr)BSI Lagebericht 2025
Unternehmen mit messbarem Ransomware-Schaden innerhalb eines Jahres34 %Bitkom Wirtschaftsschutz-Studie 2025

Was auf dem Spiel steht, wenn der Ernstfall eintritt

Was auf dem Spiel steht, wenn der Ernstfall eintritt – Backup und Recovery

Ein Betrieb fällt aus – nicht theoretisch, sondern real. Mitarbeiter können nicht auf Kundendaten zugreifen, laufende Aufträge stehen still, Kommunikation bricht weg. In Bereichen, wo sensible Dokumentation täglich fortgeschrieben wird – etwa Pflegedokumentationen, Leistungsnachweise oder Bewohnerdaten –, ist ein Ausfall nicht nur ein operatives Problem, sondern potenziell auch ein haftungsrelevantes.

Das eigentliche Risiko liegt dabei selten im Ausfall selbst, sondern in der Wiederherstellungszeit. Wer nicht weiß, wie lange sein Betrieb im Ernstfall tatsächlich offline wäre, kann seinen Schutzgrad nicht realistisch einschätzen. Genau hier beginnt das Thema Backup und Recovery – nicht beim Sichern, sondern beim Wiederherstellen.

Hinzu kommt eine wachsende Angriffsfläche: Im Zeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 wurden im Schnitt 119 neue Sicherheitslücken täglich registriert – ein Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (BSI Lagebericht 2025). Aktuell kursiert beispielsweise bereits ein öffentlicher Proof-of-Concept-Exploit für die Active-Directory-Lücke „Certighost“, vor der Microsoft im Juli gewarnt hat – wie heise Security berichtete. Für Betriebe mit Windows-Netzwerken bedeutet das: Patch sofort einspielen, Backup-Status prüfen.

Folgende Fragen sollten Sie sich konkret stellen können:

  • Wie viele Stunden darf Ihr Betrieb maximal ausfallen, ohne dass Kunden, Verträge oder gesetzliche Pflichten gefährdet werden?
  • Welche Systeme müssen zuerst wiederhergestellt werden – und in welcher Reihenfolge?
  • Wer in Ihrem Unternehmen ist im Notfall handlungsfähig – auch wenn Ihr IT-Verantwortlicher nicht erreichbar ist?
  • Wurde Ihr Backup in den letzten drei Monaten einmal testweise wiederhergestellt?

Wenn Sie auch nur eine dieser Fragen nicht sicher beantworten können, lohnt ein genauerer Blick auf Ihre aktuelle Lösung. Einen strukturierten Einstieg bieten die Informationen zur IT-Infrastruktur & Datensicherung – TTG GmbH.

Die häufigsten Irrtümer bei der Datensicherung

„Wir haben ein Backup“ – dieser Satz klingt beruhigend, sagt aber wenig aus. In der Praxis verbergen sich dahinter oft Konstruktionen, die im Ernstfall nicht das leisten, was man von ihnen erwartet. Drei Irrtümer begegnen uns besonders häufig.

Irrtum 1: Backup und Recovery sind dasselbe. Das Backup ist das gespeicherte Abbild Ihrer Daten. Recovery ist der Prozess, dieses Abbild tatsächlich nutzbar zu machen – auf funktionierender Hardware, in akzeptabler Zeit, im richtigen Zustand. Beides muss zusammenpassen. Ein Backup, das technisch existiert, aber nicht innerhalb Ihrer Toleranzzeit wiederhergestellt werden kann, schützt Sie nicht.

Irrtum 2: Cloud-Sync ist ein Backup. Dienste wie OneDrive oder Google Drive synchronisieren Dateien – sie sind kein vollwertiges Backup und Recovery-System. Wenn eine Ransomware Ihre Daten verschlüsselt, synchronisiert der Cloud-Dienst im Zweifel die verschlüsselte Version. Ohne Versionierung und Wiederherstellungsfenster nützt Ihnen das wenig.

Irrtum 3: Das Backup läuft – also ist alles gut. Automatisierung schützt vor dem Vergessen, nicht vor Fehlern. Backup-Jobs können fehlschlagen, Speicherplatz kann volllaufen, Daten können unvollständig gesichert werden – und niemand bemerkt es, weil niemand hinschaut. Nur wer regelmäßig testet, weiß, was er wirklich hat.

Empfehlungen, um diese Lücken zu schließen:

  • Unterscheiden Sie in Ihrer Dokumentation klar zwischen Backup-System und Recovery-Prozess – beide brauchen eigene Verantwortlichkeiten.
  • Ersetzen Sie Cloud-Sync nicht durch ein vollwertiges Backup; nutzen Sie es allenfalls als ergänzende Kopie.
  • Richten Sie automatische Benachrichtigungen ein, wenn ein Backup-Job fehlschlägt – und benennen Sie eine Person, die diese Meldungen auswertet.
  • Prüfen Sie, ob Ihr Backup-System Versionierung bietet und wie weit zurück Sie im Ernstfall gehen können.
  • Schauen Sie sich die BSI – Empfehlungen zur Datensicherung an: Sie bieten eine gut strukturierte Grundlage, die auch ohne tiefes IT-Vorwissen verständlich ist.

Mehr zu einer vollständigen Backup-Strategie und ihrer technischen Umsetzung finden Sie bei Backup & Datensicherung durch die TTG GmbH.

Schritt für Schritt zur belastbaren Backup-Strategie

Eine funktionierende Strategie für Backup und Recovery entsteht nicht durch die Installation einer Software, sondern durch das Zusammenspiel aus Technik, Prozess und Verantwortung. Der folgende Aufbau hat sich in der Praxis bewährt.

Schritt 1: RTO und RPO definieren. Recovery Time Objective (RTO) beschreibt, wie lange Ihr Betrieb maximal ausfallen darf. Recovery Point Objective (RPO) beschreibt, wie viele Stunden Datenverlust tolerierbar sind. Wer diese beiden Kennzahlen nicht kennt, kann keine sinnvolle Backup-Architektur aufbauen – er investiert entweder zu viel oder zu wenig.

Schritt 2: Die 3-2-1-1-0-Regel umsetzen. Drei Datenkopien, auf zwei verschiedenen Medientypen, davon eine außerhalb des Betriebs – und eine davon unveränderlich (immutable) oder physisch getrennt. Die letzte Null steht für null ungetestete Restores. NAS lokal, ergänzt durch Cloud-Backup und eine Lösung wie Veeam – Backup & Disaster Recovery, deckt diese Anforderung für die meisten Betriebe ab.

Schritt 3: Backup-Infrastruktur segmentieren. Ein Backup-System, das im selben Netzwerksegment wie die Produktivsysteme liegt, ist für Angreifer genauso erreichbar wie die Originaldaten. Ransomware löscht Backups gezielt vor der Verschlüsselung – ein nicht segmentiertes System bietet faktisch keinen Schutz.

Schritt 4: Restore-Tests terminieren und dokumentieren. Mindestens einmal pro Quartal sollte eine vollständige Wiederherstellung geprobt werden – mit Protokoll. Das dauert je nach Systemgröße einen halben bis ganzen Arbeitstag und ist die einzige Möglichkeit, die tatsächliche Recovery-Zeit zu kennen.

  • Legen Sie RTO und RPO schriftlich fest – idealerweise pro Systemkategorie.
  • Implementieren Sie die 3-2-1-1-0-Regel als verbindlichen Standard.
  • Segmentieren Sie Ihre Backup-Infrastruktur vom Produktionsnetz.
  • Planen Sie Restore-Tests als feste Termine im Jahreskalender.
  • Erstellen Sie nach jedem Test ein kurzes Protokoll mit Zeitangabe und Ergebnis.

Für Betriebe, die Backup und Recovery im Rahmen eines Managementsystems strukturieren möchten, ist die ISO/IEC 27001 zertifiziert – TTG GmbH ein sinnvoller Bezugspunkt für Anforderungen und Dokumentationspflichten.

Technische Bausteine verständlich erklärt

Technische Bausteine verständlich erklärt – TTG GmbH Dingelstädt

Wer mit einem externen IT-Dienstleister spricht, begegnet schnell einer Reihe von Begriffen, die unterschiedliche Konzepte beschreiben. Ein grundlegendes Verständnis hilft, die richtigen Fragen zu stellen und Angebote zu bewerten.

Vollsicherung, inkrementell, differenziell. Eine Vollsicherung kopiert alle Daten – zuverlässig, aber speicherintensiv. Inkrementelle Sicherungen speichern nur die Änderungen seit dem letzten Backup (egal welchem), differenzielle nur die Änderungen seit der letzten Vollsicherung. Für die meisten Betriebe empfiehlt sich eine Kombination: wöchentliche Vollsicherung, tägliche inkrementelle Sicherung.

Immutable Backups. Unveränderliche Backups können nach dem Schreiben nicht mehr verändert oder gelöscht werden – auch nicht durch Ransomware oder versehentliche Überschreibung. Sie gelten heute nicht mehr als Enterprise-Nische, sondern als erwarteter Standard ernsthafter Datensicherung.

Offsite und Cloud. Eine Kopie außerhalb des Betriebs schützt vor physischen Ereignissen wie Brand oder Einbruch. Cloud-Backup-Dienste erfüllen diese Anforderung – wichtig ist dabei die Verschlüsselung der übertragenen und gespeicherten Daten sowie ein klares Verständnis, wo die Daten physisch liegen (relevant für DSGVO).

Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung, welche Lösung für welche Situation sinnvoll ist:

SituationEmpfehlungWarum
Kleiner Betrieb, wenig IT-RessourcenNAS lokal + Cloud-Backup (managed)Geringe Einstiegshürde, automatisierbar
Mittlerer Betrieb, eigene Server3-2-1-1-0 mit Veeam/Acronis + OffsiteKontrolle über RTO/RPO, testbar
Betrieb mit NIS-2-PflichtImmutable Backup + DokumentationNachweispflicht erfordert protokollierte Restores
Kein eigenes IT-PersonalManaged Backup ServiceMonitoring, Tests und Dokumentation ausgelagert
  • Fragen Sie Ihren Anbieter konkret: Sind unsere Backups immutable? Wo liegen die Daten physisch?
  • Klären Sie, ob Ihr Backup-System Versionierung bietet und wie lange Versionen aufbewahrt werden.
  • Stellen Sie sicher, dass Backup-Zugangsdaten separat und sicher hinterlegt sind – nicht im selben System.
  • Lassen Sie sich zeigen, wie eine Wiederherstellung konkret abläuft – nicht nur erklären.

Die Managed Services der TTG GmbH umfassen Monitoring, regelmäßige Restore-Tests und Dokumentation – als Komplettlösung für Betriebe ohne eigenes IT-Team.

Was eine gute Lösung kostet – und was eine schlechte wirklich kostet

Backup und Recovery haben einen Preis – aber der Vergleich lohnt sich erst, wenn man beide Seiten betrachtet. Was kostet eine professionelle Lösung, und was kostet ein Ausfall, den sie verhindert hätte?

Auf der Kostenseite einer belastbaren Lösung stehen: Hardware für lokales NAS (je nach Kapazität ab ca. 500 bis 2.000 Euro), eine Backup-Software-Lizenz (z. B. Veeam Essentials ab ca. 300 Euro/Jahr für kleine Umgebungen), Cloud-Speicher (je nach Volumen ab ca. 30 bis 150 Euro/Monat) und gegebenenfalls ein Managed-Service-Anteil für Monitoring und Tests. Für einen Betrieb mit zehn Arbeitsplätzen bewegen wir uns realistisch in einer Größenordnung von 1.500 bis 4.000 Euro im ersten Jahr – inklusive Einrichtung und erstem Restore-Test.

Auf der anderen Seite: In 34 Prozent der befragten Unternehmen verursachte Ransomware innerhalb eines Jahres messbaren wirtschaftlichen Schaden (Bitkom Wirtschaftsschutz-Studie 2025). Typische Kosten eines Ausfalls umfassen Produktionsausfall, IT-Forensik, Datenwiederbeschaffung, Kommunikation mit Kunden und Behörden sowie mögliche Bußgelder – und das summiert sich schnell auf fünfstellige Beträge, bevor überhaupt ein Lösegeld gezahlt wird.

Ein weiterer Faktor, der oft übersehen wird: Fehlende oder nicht dokumentierte Backup- und Recovery-Prozesse können dazu führen, dass Versicherungsleistungen im Schadensfall ganz oder teilweise verweigert werden. Cyber-Versicherungen prüfen zunehmend, ob Basishygiene eingehalten wurde – und ein undokumentierter Restore-Prozess gilt dabei nicht als ausreichend.

  • Kalkulieren Sie Ihren täglichen Umsatz-/Produktionsausfall bei einem kompletten IT-Stillstand – das ist Ihre Risikoreferenz.
  • Prüfen Sie Ihre Cyber-Versicherungspolice auf Klauseln zu Backup- und Recovery-Anforderungen.
  • Berücksichtigen Sie bei der Kostenkalkulation auch den Aufwand für Dokumentation und Tests – der ist bei einem Managed Service oft bereits enthalten.
  • Vergleichen Sie Angebote nicht nur nach Lizenzpreis, sondern nach enthaltenem Service-Umfang (Monitoring, Test, Reporting).

Unserer Erfahrung nach entscheiden sich Betriebe, die einmal konkret ausgerechnet haben, was ein Ausfall kosten würde, fast immer für eine professionelle Lösung – nicht weil sie müssen, sondern weil die Zahlen für sich sprechen. Mehr zum Leistungsumfang finden Sie unter Ihr IT-Systemhaus in Nordthüringen – TTG GmbH.

Was in der Praxis wirklich funktioniert – Erfahrungen aus der Region

Ein Pflegedienst aus unserer Region – mit rund 40 Mitarbeitern und mehreren dezentralen Standorten – stellte bei einem gemeinsamen IT-Check fest, dass sein bestehendes Backup-System zwar täglich sicherte, aber seit über einem Jahr keine vollständige Wiederherstellung getestet worden war. Die Backup-Zugangsdaten lagen ausschließlich bei einem Mitarbeiter, der das Unternehmen zwischenzeitlich verlassen hatte. Ein Restore wäre im Ernstfall schlicht nicht möglich gewesen.

Das ist kein Einzelfall. In Dingelstädt und der gesamten Region begleiten wir Betriebe unterschiedlichster Größe – und das Muster wiederholt sich: Das Backup läuft, die Recovery ist ungeklärt.

Die Lösung für den Pflegedienst war nicht komplex: NAS lokal mit täglicher inkrementeller Sicherung, ergänzt durch ein verschlüsseltes Cloud-Backup und vierteljährliche Restore-Tests mit Protokoll. Zugangsdaten wurden in einem Passwort-Manager hinterlegt, auf den zwei Personen im Betrieb Zugriff haben. Der gesamte Aufbau dauerte zwei Tage – inklusive erstem Test.

Was den Unterschied macht, ist nicht die Technologie allein, sondern die Verbindung aus funktionierender Technik, dokumentierten Prozessen und klaren Verantwortlichkeiten. Genau das ist es, was das Bitkom in seinen Empfehlungen zum Wirtschaftsschutz als Grundlage beschreibt – und was NIS-2 für betroffene Betriebe nun als Nachweispflicht verankert.

Als ISO/IEC 27001-zertifizierter IT-Partner mit über 25 Jahren Erfahrung in der Region begleiten wir Unternehmen nicht nur beim Einrichten von Backup-Systemen, sondern beim Aufbau belastbarer Recovery-Fähigkeit – von der ersten Bestandsaufnahme bis zur regelmäßigen Dokumentation. Sprechen Sie uns an, wenn Sie wissen möchten, wo Ihre aktuelle Lösung steht.

Wenn Sie Backup und Recovery strukturiert angehen möchten, ist der erste Schritt ein ehrlicher Blick auf den Ist-Zustand. Wir helfen dabei: Backup-Strategie von TTG GmbH planen lassen.

Drei konkrete erste Schritte – heute umsetzbar

Backup und Recovery zu verbessern muss nicht als Großprojekt starten. Drei Maßnahmen lassen sich sofort anstoßen – ohne tiefes IT-Wissen und ohne großen Vorlauf.

Erster Schritt: Restore-Test ansetzen. Vereinbaren Sie noch diese Woche einen Termin für einen vollständigen Wiederherstellungstest – intern oder mit Ihrem IT-Dienstleister. Ziel ist nicht Perfektion, sondern Erkenntnis: Was funktioniert, was nicht, wie lange dauert es wirklich? Halten Sie das Ergebnis schriftlich fest. Dieser eine Test gibt Ihnen mehr Sicherheit als jede theoretische Diskussion über Backup-Architekturen.

Zweiter Schritt: Verantwortlichkeiten klären. Beantworten Sie schriftlich: Wer löst im Notfall den Recovery-Prozess aus? Wer hat Zugriff auf Backup-Zugangsdaten – und ist das auch sicher hinterlegt? Was passiert, wenn diese Person im Urlaub oder krank ist? Diese Governance-Fragen sind in den meisten Betrieben ungeklärt und werden bei NIS-2-Prüfungen direkt adressiert.

Dritter Schritt: NIS-2-Betroffenheit prüfen. Das NIS-2-Umsetzungsgesetz macht Backup-, Wiederherstellungs- und Notfallprozesse für betroffene Unternehmen zur nachweispflichtigen Compliance-Anforderung. Auch mittelbar betroffene Betriebe – Zulieferer oder Dienstleister kritischer Sektoren – können in den Geltungsbereich fallen. Prüfen Sie Ihre Situation und starten Sie mit einer einfachen Dokumentation Ihrer Recovery-Prozesse. Fehlende Nachweise können im Schadensfall Versicherungsleistungen gefährden.

  • Setzen Sie einen Restore-Test-Termin für die nächsten zwei Wochen.
  • Legen Sie Backup-Zugangsdaten sicher und für mindestens zwei Personen zugänglich ab.
  • Definieren Sie RTO und RPO für Ihre wichtigsten Systeme – eine Seite reicht.
  • Klären Sie Ihre NIS-2-Betroffenheit und beginnen Sie mit einer einfachen Prozessdokumentation.
  • Sprechen Sie Ihren IT-Dienstleister auf Immutable Backups und Netzwerksegmentierung an.

Wer diese drei Schritte geht, gehört zu den 28 Prozent der Betriebe, die ihre Recovery tatsächlich kennen. Das ist kein hoher Standard – aber er ist selten. Und im Ernstfall ist er alles, was zählt.

Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt

  1. Prüfen Sie, wann Ihr letzter dokumentierter Restore-Test stattgefunden hat – und setzen Sie den nächsten Termin.
  2. Stellen Sie sicher, dass Backup-Zugangsdaten sicher hinterlegt und für mindestens zwei Personen zugänglich sind.
  3. Definieren Sie RTO und RPO schriftlich – maximal tolerierbarer Ausfall und Datenverlust pro Systemkategorie.
  4. Überprüfen Sie, ob Ihre Backup-Infrastruktur vom Produktionsnetz segmentiert ist.
  5. Klären Sie, ob Ihre Backups Versionierung bieten und wie weit zurück Sie im Ernstfall gehen können.
  6. Prüfen Sie Ihre NIS-2-Betroffenheit und beginnen Sie mit einer schriftlichen Dokumentation Ihrer Recovery-Prozesse.
  7. Sprechen Sie Ihren IT-Dienstleister auf Immutable Backups und offsite-Kopien an, falls diese fehlen.
  8. Kontrollieren Sie aktuelle Sicherheitsupdates – insbesondere für Windows-Systeme und eingesetzte Browser-Erweiterungen.

Häufig gestellte Fragen

Reicht ein automatisches Cloud-Backup für meinen Betrieb aus?

Ein automatisches Cloud-Backup ist ein wichtiger Baustein, aber selten ausreichend als alleinige Lösung. Entscheidend ist, ob das System Versionierung bietet, wie schnell Daten wiederhergestellt werden können und ob die Recovery regelmäßig getestet wird. Für die meisten Betriebe empfehlen wir eine Kombination aus lokalem Backup für schnelle Wiederherstellung und Cloud-Backup als Offsite-Kopie – idealerweise nach der 3-2-1-1-0-Regel.

Bin ich als kleiner Betrieb wirklich von NIS-2 betroffen?

Nicht jeder Betrieb fällt direkt unter NIS-2. Relevant wird es, wenn Sie in einem regulierten Sektor tätig sind oder als Zulieferer für größere Unternehmen in kritischen Bereichen arbeiten. Auch ohne direkte Betroffenheit lohnt es sich, Backup- und Recovery-Prozesse zu dokumentieren – denn Versicherungen und Geschäftspartner prüfen zunehmend, ob Basishygiene eingehalten wird. Eine kurze Ersteinschätzung Ihrer Situation kostet wenig Zeit und schafft Klarheit.

Wie teuer ist eine professionelle Backup-Lösung für einen kleinen Betrieb?

Für einen Betrieb mit rund zehn Arbeitsplätzen ist eine solide Lösung mit lokalem NAS, Cloud-Backup und Backup-Software realistisch für 1.500 bis 4.000 Euro im ersten Jahr umsetzbar – inklusive Einrichtung und erstem Restore-Test. Managed-Service-Modelle verteilen die Kosten auf monatliche Pauschalen. Dem gegenüber steht das Risiko eines Ausfalls, dessen Kosten schnell ein Vielfaches davon erreichen können.

Wie oft muss ich mein Backup testen?

Mindestens einmal pro Quartal sollte ein vollständiger Restore-Test stattfinden – mit schriftlichem Protokoll. Das klingt aufwändig, ist es in der Praxis aber nicht: Ein Test dauert je nach Systemgröße einen halben bis ganzen Arbeitstag. Wer den Test an einen IT-Dienstleister auslagert, muss lediglich sicherstellen, dass er das Protokoll erhält und ablegt. 72 Prozent der deutschen KMU tun das nicht – wer es tut, kennt seinen tatsächlichen Schutzgrad.

Was passiert, wenn mein einziger IT-verantwortlicher Mitarbeiter ausfällt?

Genau das ist eines der häufigsten und gefährlichsten ungeklärten Szenarien in kleinen Betrieben. Backup-Zugangsdaten, die nur einer Person bekannt sind, sind im Ernstfall wertlos. Stellen Sie sicher, dass Zugangsdaten sicher in einem Passwort-Manager hinterlegt sind, auf den mindestens zwei Personen Zugriff haben – und dass ein externer IT-Dienstleister im Notfall handlungsfähig ist, ohne auf diese eine Person angewiesen zu sein.

Über den Autor
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.

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