KI oder Automatisierung: Welche Lösung bringt Ihrem Betrieb wirklich mehr?
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Veröffentlicht: 05. Juni 2026 · Lesezeit: ca. 14 Minuten
Es ist Montagmorgen. Die Verwaltungsmitarbeiterin öffnet ihre E-Mails und findet 34 neue Nachrichten – Terminanfragen, Rückfragen zu Angeboten, Lieferbestätigungen und eine Handvoll Dokumente, die manuell ins System eingetragen werden müssen. Parallel klingelt das Telefon. Drei Aufgaben gleichzeitig, alle gleich dringend.
Genau diese Situation – zu viele Routineaufgaben, zu wenig Zeit für das Wesentliche – kennen die meisten Inhaber kleiner und mittlerer Betriebe aus dem Alltag. Die Frage ist nicht mehr, ob man etwas ändern muss. Die Frage ist: Was genau ändert man? Kauft man eine KI-Lösung, die Texte schreibt, Anfragen beantwortet und Muster erkennt? Oder automatisiert man zuerst die konkreten, wiederholbaren Abläufe, die täglich Kapazität fressen?
Beide Wege haben ihre Berechtigung. Und beide können im falschen Betrieb verpuffen. Entscheidend ist, welcher Ansatz zu Ihren tatsächlichen Engpässen passt – nicht welcher gerade am lautesten beworben wird.
Das Thema KI und Automatisierung Nordthüringen ist längst kein Zukunftsthema mehr – es ist eine operative Entscheidung, die viele Betriebe noch in diesem Jahr treffen werden. Laut Destatis nutzen bereits 20 % der deutschen Unternehmen KI-Technologien, Tendenz stark steigend. Wer jetzt zögert, verliert nicht nur Effizienz – er verliert zunehmend den Anschluss an Wettbewerber, die ihre Prozesse bereits digitalisiert haben.
Für kleine und mittelständische Betriebe stellt sich dabei eine sehr konkrete Frage: Investiere ich in generative KI, die flexibel und lernfähig ist? Oder setze ich auf klassische Prozessautomatisierung, die zuverlässig und planbar läuft? Beides kostet Zeit, Geld und Aufmerksamkeit – beides bringt messbare Vorteile. Aber eben nicht für jeden Betrieb in gleicher Weise.
Dieser Artikel vergleicht beide Ansätze ehrlich und praxisnah. Sie erfahren, was hinter den Begriffen steckt, wann sich welche Lösung rechnet, welche Kosten Sie realistisch einplanen müssen – und wie Sie für Ihren Betrieb die richtige Entscheidung treffen.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| KI-Nutzung in deutschen Unternehmen (ab 10 Beschäftigte) | 20 % – Anstieg um 8 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres | Destatis 2024 |
| KI-Nutzung kleiner Unternehmen (10–49 Beschäftigte) | 17 % – nur jedes sechste kleine Unternehmen setzt KI ein | Destatis 2024 |
| Mittelständler ohne konkrete KI-Strategie | 43 % der befragten Mittelständler haben keine KI-Planung | DMB/Salesforce KI-Index Mittelstand 2025 |
| Produktivitätssteigerung durch generative KI | 82 % der KI-nutzenden Unternehmen berichten von Produktivitätszuwächsen – im Schnitt 13 % p. a. | IW Köln 2025 |
Die Entscheidung, vor der viele Betriebe gerade stehen
„KI“ und „Automatisierung“ werden in Gesprächen und Medien oft als Synonyme verwendet – das sind sie nicht. Und genau diese Verwechslung führt dazu, dass Betriebe entweder zu früh zu viel investieren oder zu lange zu wenig tun. Laut Destatis hat sich die KI-Nutzung in deutschen Unternehmen innerhalb eines Jahres um 8 Prozentpunkte auf 20 % erhöht – ein bemerkenswerter Sprung, der zeigt: Das Thema ist in der Breite angekommen.
Trotzdem fehlt laut dem DMB/Salesforce KI-Index Mittelstand 43 % der mittelständischen Betriebe jede konkrete Strategie. Das ist kein Vorwurf – es ist ein Symptom: Viele Inhaber spüren den Handlungsdruck, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Zwischen „wir haben ChatGPT ausprobiert“ und einem strukturierten Digitalisierungsvorhaben liegen Welten.
Im Eichsfeld und in Nordthüringen zeigt sich das besonders deutlich. Betriebe aus Handwerk, Verwaltung und Gesundheitswesen – etwa eine Praxis in Leinefelde-Worbis oder ein Dienstleister aus Dingelstädt – stehen vor denselben Fragen: Was bringt mir generative KI wirklich? Und wann ist klassische Automatisierung die klügere Wahl?
Die Antwort hängt von drei Faktoren ab: der Art Ihrer Prozesse, Ihrer Datenlage und Ihrem internen Know-how. Bevor Sie investieren, lohnt sich eine strukturierte Analyse Ihrer Abläufe. Konkrete Empfehlungen für den Einstieg:
- Notieren Sie die fünf zeitaufwändigsten Routineaufgaben Ihrer Woche – das sind Ihre Ansatzpunkte.
- Unterscheiden Sie: Sind es immer gleiche Abläufe (→ Automatisierung) oder variable, inhaltlich komplexe Aufgaben (→ KI)?
- Klären Sie, welche Systeme Sie bereits nutzen und ob diese über Schnittstellen verfügen.
- Binden Sie Ihre Mitarbeitenden früh ein – Akzeptanz entscheidet über Erfolg oder Scheitern.
- Holen Sie sich eine neutrale Einschätzung von Fachleuten: Die Digitalisierungsberatung der TTG GmbH begleitet Betriebe in der Region genau bei diesem ersten Schritt.
Der richtige Startpunkt ist nicht die Technologie – er ist die ehrliche Bestandsaufnahme Ihrer Abläufe.
Option A – Generative KI: Stärken, Grenzen und was Sie wirklich erwarten dürfen
Generative KI – also Systeme wie große Sprachmodelle, die Texte, Auswertungen oder Antworten erzeugen – ist derzeit die meistdiskutierte Technologie im Unternehmenskontext. Kein Wunder: Laut DMB/Salesforce KI-Index Mittelstand dominiert generative KI mit rund 73 % unter den eingesetzten KI-Typen. Und 82 % der KI-nutzenden Unternehmen berichten laut IW Köln von Produktivitätssteigerungen – im Schnitt 13 % pro Jahr. Das klingt überzeugend.
Was generative KI wirklich kann: Sie verarbeitet Sprache, erkennt Muster in unstrukturierten Daten, formuliert Texte, beantwortet Anfragen und fasst Informationen zusammen. Für Betriebe, die täglich viele Kommunikationsaufgaben, Dokumentenauswertungen oder Recherchen erledigen müssen, ist das ein echter Hebel.
Was generative KI nicht kann: verlässlich rechnen, strukturierte Datenbanken eigenständig pflegen oder Prozesse ohne menschliche Kontrolle steuern. Wer KI als „Autopilot für alles“ betrachtet, wird enttäuscht. Das BSI – KI sicher einsetzen weist ausdrücklich darauf hin, dass Ausgaben generativer KI immer geprüft werden müssen – auch wenn sie überzeugend klingen.
Wichtig für Ihre Sicherheit: Beim Einsatz von KI-Tools fließen oft Eingabedaten in externe Systeme. Das ist datenschutzrechtlich relevant und muss mit Ihrem Datenschutzbeauftragten sowie Ihrem IT-Partner abgeklärt werden. Informieren Sie sich hierzu auch bei der Datensicherheit beim KI-Einsatz – TTG GmbH.
Konkrete Empfehlungen für den Einsatz generativer KI:
- Starten Sie mit einem klar abgegrenzten Anwendungsfall – z. B. Erstentwürfe für Angebote oder E-Mail-Vorlagen.
- Definieren Sie, welche Daten das System sehen darf – und welche nicht.
- Planen Sie eine Qualitätskontrolle ein: KI-Ausgaben sind Entwürfe, keine Endprodukte.
- Testen Sie zunächst mit anonymisierten oder öffentlichen Daten, bevor Sie sensible Informationen einbinden.
- Schulen Sie Ihr Team im kritischen Umgang mit KI-generierten Inhalten.
Generative KI ist ein mächtiges Werkzeug – aber kein Selbstläufer. Der Nutzen entsteht dort, wo Sie klare Aufgaben definieren und Ergebnisse kontrollieren.
Option B – Klassische Prozessautomatisierung: Stärken, Grenzen und was Sie wirklich erwarten dürfen
Prozessautomatisierung – oft als RPA (Robotic Process Automation) oder Workflow-Automatisierung bezeichnet – arbeitet nach einem anderen Prinzip: Nicht Verstehen, sondern Ausführen. Ein automatisierter Prozess tut exakt das, was man ihm beibringt – zuverlässig, schnell und rund um die Uhr. Keine Kreativität, aber maximale Verlässlichkeit.
Typische Einsatzfelder: Dateneingabe aus Formularen in Systeme übertragen, Rechnungen digital weiterleiten, Terminbestätigungen automatisch versenden, Lagerbestände überwachen und melden. Überall dort, wo ein Prozess immer gleich abläuft und kein Urteilsvermögen erfordert, schlägt klassische Automatisierung generative KI deutlich – in Geschwindigkeit, Kosten und Nachvollziehbarkeit.
Der entscheidende Vorteil: Automatisierte Abläufe sind auditierbar. Sie können jederzeit nachvollziehen, was wann passiert ist. Das ist besonders in regulierten Branchen wichtig – und für alle Betriebe, die DSGVO-konform arbeiten müssen. Die ISO/IEC 27001 zertifiziert – TTG GmbH bietet hierzu eine geprüfte Grundlage, auf der sichere Automatisierungslösungen aufgebaut werden können.
Was Prozessautomatisierung nicht leistet: Ausnahmen erkennen, unstrukturierte Eingaben verarbeiten oder mit veränderten Prozessen flexibel umgehen. Ändert sich ein Formular oder ein Ablauf, muss die Automatisierung neu konfiguriert werden. Das ist kein Fehler des Systems – es ist die Natur dieser Technologie.
Empfehlungen für den sinnvollen Einsatz von Prozessautomatisierung:
- Identifizieren Sie Prozesse, die täglich mindestens dreimal identisch ausgeführt werden.
- Dokumentieren Sie diesen Prozess Schritt für Schritt, bevor Sie ihn automatisieren.
- Prüfen Sie, ob Ihre bestehende Software bereits Automatisierungsfunktionen enthält – viele Systeme bieten diese ungenutzt an.
- Starten Sie mit einem Pilotprozess und messen Sie Zeitersparnis und Fehlerrate vor/nach der Einführung.
- Planen Sie Wartung und Anpassung ein: Automatisierungen müssen bei Prozessänderungen aktualisiert werden.
Unserer Erfahrung nach unterschätzen viele Betriebe, wie viele ihrer Abläufe bereits heute vollständig automatisierbar wären – ohne KI, ohne großes Budget, aber mit spürbarer Entlastung im Alltag.
Direkte Gegenüberstellung: Wann lohnt sich KI und Automatisierung – und wann klassische Prozessautomatisierung?
Die entscheidende Frage ist nicht „KI oder Automatisierung?“ – sondern: „Was ist mein konkretes Problem?“ Beide Ansätze lösen unterschiedliche Probleme. Die folgende Tabelle hilft Ihnen, schnell einzuschätzen, welcher Weg für Ihre aktuelle Situation sinnvoller ist.
| Situation in Ihrem Betrieb | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Immer gleiche Dateneingabe, Formulare, Weiterleitungen | Prozessautomatisierung | Zuverlässig, günstig, sofort messbar |
| Viele eingehende Texte, Anfragen, Dokumente auswerten | Generative KI | Sprachverständnis, Zusammenfassung, Klassifizierung |
| Angebote, Berichte, E-Mails erstellen | Generative KI | Texterstellung und -varianten in Sekunden |
| Rechnungsverarbeitung, Buchungsübergabe | Prozessautomatisierung | Strukturierte Daten, hohe Verlässlichkeit nötig |
| Kundenkommunikation mit Standardanfragen | Kombination sinnvoll | KI erkennt Anliegen, Automatisierung leitet weiter |
| Sensible personenbezogene Daten im Prozess | Prozessautomatisierung (on-premise) | Datenhoheit bleibt im Haus, DSGVO-konform |
Laut DMB/Salesforce KI-Index Mittelstand setzen bereits rund 10 % der mittelständischen Betriebe auf KI-Agenten – also auf Lösungen, die beide Welten verbinden: KI erkennt und entscheidet, Automatisierung führt aus. Das ist die Richtung, in die sich der Markt bewegt.
Für Betriebe, die noch am Anfang stehen, ist eine kombinierte Strategie jedoch oft zu früh. Unsere Empfehlung: Starten Sie dort, wo der Schmerz am größten ist. Wer täglich Stunden in Dateneingabe verliert, braucht zuerst Automatisierung. Wer zu viel Zeit in Kommunikationsaufgaben steckt, profitiert zuerst von KI.
- Fragen Sie sich: Würde ein gut geschulter Mitarbeiter diese Aufgabe immer gleich erledigen? Dann Automatisierung.
- Braucht die Aufgabe Urteilsvermögen, Formulierung oder Interpretation? Dann KI.
- Ist beides gefragt? Planen Sie einen zweistufigen Ansatz.
- Informieren Sie sich über Fördermöglichkeiten für beide Wege: Die Förderberatung für Digitalisierungsprojekte – TTG GmbH zeigt Ihnen, welche Programme aktuell verfügbar sind.
Was die Praxis zeigt: Erfahrungen aus Betrieben, die bereits umgesetzt haben
Theorie ist gut – aber was passiert, wenn Betriebe tatsächlich umsetzen? Die Erfahrungen aus der Praxis sind ernüchternd und ermutigend zugleich. Ernüchternd, weil viele Projekte scheitern, die zu groß und zu schnell angegangen werden. Ermutigend, weil kleine, fokussierte Vorhaben erstaunlich schnell Wirkung zeigen.
Ein Beispiel aus dem Gesundheitswesen: Eine Praxis mit mehreren Standorten hatte täglich einen erheblichen Aufwand für die manuelle Übertragung von Patientendaten zwischen zwei Softwaresystemen. Nach der Einführung einer einfachen Schnittstellenautomatisierung – kein KI-Projekt, keine großen Investitionen – entfiel diese Arbeit vollständig. Zwei Stunden pro Tag, fünf Tage die Woche: Das ist echte Entlastung für das Team, die sofort spürbar wurde.
Ein anderes Beispiel aus dem Dienstleistungsbereich: Ein Betrieb mit umfangreichem Schriftverkehr nutzt seit einigen Monaten ein KI-gestütztes Tool zur Erstvorbereitung von Angeboten und Berichten. Das Ergebnis: Rund 40 % weniger Zeitaufwand für Standarddokumente – bei gleichbleibender Qualität durch manuelle Endkontrolle. Laut IW Köln liegt die durchschnittliche Produktivitätssteigerung durch generative KI bei 13 % pro Jahr; in fokussierten Anwendungsfällen wie diesem sind deutlich höhere Werte realistisch.
Was beide Beispiele gemeinsam haben: Der Erfolg kam nicht durch die Technologie allein, sondern durch die klare Definition des Problems davor. Betriebe, die einfach „eine KI einführen“ wollen, ohne konkrete Ziele zu benennen, erzielen selten messbare Ergebnisse.
- Definieren Sie Ihren Erfolg vor der Einführung: Welche Kennzahl soll sich verbessern?
- Starten Sie mit einem Pilotbereich – nicht mit der gesamten Organisation.
- Messen Sie vor und nach der Einführung: Zeit, Fehlerrate, Mitarbeiterzufriedenheit.
- Planen Sie eine Nachbesserungsphase von mindestens 4–6 Wochen ein.
- Informieren Sie sich über aktuelle BMWK – Digitalisierung im Mittelstand-Programme, die Pilotprojekte unterstützen können.
Die IT-Infrastruktur als Grundlage darf dabei nicht vergessen werden: Automatisierungen und KI-Anwendungen brauchen stabile, sichere und skalierbare Systeme darunter. Die IT-Infrastruktur für den digitalen Wandel – TTG GmbH bildet genau diese Basis für Betriebe, die nachhaltig digitalisieren wollen.
Kosten und Aufwand: Was Sie realistisch einplanen müssen
Wer ehrlich über Digitalisierung reden will, muss über Kosten reden. Und zwar nicht nur über Lizenzgebühren, sondern über den Gesamtaufwand: Einführung, Schulung, Anpassung und laufende Pflege. Beides – KI und Automatisierung – kostet mehr als den monatlichen Abo-Preis eines Tools.
Für klassische Prozessautomatisierung können Sie bei einem mittelständischen Betrieb von einem Einführungsaufwand von 1–4 Wochen ausgehen, abhängig von der Komplexität des Prozesses und der Reife Ihrer IT-Infrastruktur. Laufende Kosten entstehen vor allem dann, wenn sich Prozesse ändern und Anpassungen nötig werden. Günstige Einstiegslösungen gibt es bereits ab wenigen hundert Euro im Jahr – professionelle Lösungen mit Systemintegration kosten entsprechend mehr.
Generative KI-Tools für den Unternehmenseinsatz starten bei rund 20–30 € pro Nutzer und Monat für gängige Anwendungen. Wer eigene Daten sicher einbinden will, benötigt zusätzlich eine datenschutzkonforme Infrastruktur – das ist kein optionales Extra, sondern eine rechtliche Anforderung. Das BSI empfiehlt ausdrücklich, KI-Systeme in ein ganzheitliches Sicherheitskonzept einzubetten.
Zum Thema Förderung: Der Digitalbonus Thüringen – ein Programm der Thüringer Aufbaubank mit bis zu 50 % Zuschuss und maximal 15.000 € für KMU-Digitalisierungsvorhaben – ist aktuell aufgrund hoher Nachfrage ausgeschöpft, eine Neuauflage ist derzeit nicht geplant. Es lohnt sich dennoch, alternative Förderprogramme auf Bundes- und EU-Ebene zu prüfen.
Als ISO/IEC 27001-zertifizierter IT-Partner mit über 25 Jahren Erfahrung in Nordthüringen begleitet die TTG GmbH Betriebe aus Dingelstädt und der gesamten Region bei der wirtschaftlichen Planung solcher Projekte – von der ersten Kosten-Nutzen-Abschätzung bis zur Umsetzung. Wer wissen möchte, was in seinem Betrieb konkret möglich ist, sollte früh das Gespräch suchen: Digitalisierungs-Potenzial prüfen lassen.
- Kalkulieren Sie nicht nur Lizenzkosten, sondern auch Einführungsaufwand und Schulungszeit.
- Fragen Sie Anbieter explizit nach dem Aufwand bei Prozessänderungen – das ist der häufig unterschätzte Folgeposten.
- Prüfen Sie aktuelle Förderprogramme auf Bundes- und EU-Ebene als Alternative zum ausgeschöpften Digitalbonus Thüringen.
- Rechnen Sie mit einer Amortisationszeit von 6–18 Monaten – je nach Umfang und Prozess.
Unsere Einschätzung: Welche Option für welchen Betrieb – und warum
Nach allem, was wir in der täglichen Beratung erleben, lässt sich eine klare Empfehlung formulieren: Die meisten Betriebe in Nordthüringen und dem Eichsfeld sollten mit Prozessautomatisierung beginnen – und generative KI gezielt darauf aufbauen. Nicht weil KI schlechter ist, sondern weil sie auf einer stabilen Grundlage besser wirkt.
Wer noch keine digitalen Workflows, keine saubere Datenbasis und keine klare IT-Struktur hat, wird mit KI-Projekten frustriert sein. KI macht gute Prozesse besser – sie macht schlechte Prozesse nicht automatisch gut. Das ist keine Schwäche der Technologie, sondern eine Realität, die viele Anbieter ungern aussprechen.
Unsere konkrete Einschätzung nach Betriebsgröße und Reifegrad:
- Betriebe unter 20 Mitarbeitenden: Starten Sie mit 1–2 automatisierten Routineprozessen. Das schafft Kapazität und ein Verständnis für digitale Abläufe – beides brauchen Sie für spätere KI-Projekte.
- Betriebe von 20–100 Mitarbeitenden: Kombinieren Sie: Automatisierung für die Rückenoffice-Prozesse, generative KI für Kommunikation und Dokumentenarbeit. Eine klare Governance (wer darf was mit KI tun?) ist dabei unverzichtbar.
- Betriebe mit bereits digitalisierten Prozessen: Hier lohnt sich der Schritt zu KI-Agenten, die eigenständig Aufgaben koordinieren – aber nur mit einem erfahrenen IT-Partner an der Seite.
Das Thema KI und Automatisierung Nordthüringen wird in den nächsten Jahren noch deutlich an Bedeutung gewinnen. Laut Destatis hat sich die KI-Nutzung in deutschen Unternehmen innerhalb eines Jahres auf 20 % gesteigert – dieser Trend wird sich fortsetzen. Wer heute eine fundierte Grundlage legt, ist morgen nicht im Aufholmodus.
Was wir nicht empfehlen: Abwarten. Wer bis alle anderen es machen wartet, zahlt höhere Preise, kämpft mit Fachkräftemangel und hat weniger Zeit für eine sorgfältige Einführung. Der richtige Zeitpunkt für Ihren ersten Schritt ist jetzt – aber der richtige erste Schritt ist einer, der zu Ihrem Betrieb passt.
- Lassen Sie sich nicht von Buzzwords treiben – lassen Sie sich von Ihren eigenen Engpässen leiten.
- Wählen Sie einen IT-Partner, der Ihre Region kennt und langfristig verfügbar ist.
- Planen Sie KI und Automatisierung als Strategie, nicht als Einzelprojekt.
Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt
- Analysieren Sie Ihre fünf zeitaufwändigsten Routineaufgaben der letzten Woche – diese sind Ihr Ausgangspunkt für Automatisierung oder KI-Einsatz.
- Unterscheiden Sie klar: Welche Aufgaben laufen immer gleich ab (→ Automatisierung) und welche erfordern Sprache, Interpretation oder Varianz (→ generative KI)?
- Prüfen Sie Ihre vorhandene Software auf bereits enthaltene Automatisierungsfunktionen – viele Systeme bieten diese ungenutzt an.
- Klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, welche Daten in externe KI-Systeme fließen dürfen – vor dem ersten Test, nicht danach.
- Starten Sie mit einem klar abgegrenzten Pilotprozess und messen Sie Zeitersparnis und Fehlerrate vor und nach der Einführung.
- Informieren Sie Ihr Team frühzeitig über das Vorhaben und binden Sie betroffene Mitarbeitende aktiv in die Auswahl und Einführung ein.
- Sprechen Sie mit einem regionalen IT-Partner über eine strukturierte Kosten-Nutzen-Abschätzung – bevor Sie Lizenzen kaufen oder Verträge unterschreiben.
- Planen Sie eine Nachbesserungsphase von mindestens 4–6 Wochen nach der Einführung ein – kein System läuft von Anfang an perfekt.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet der Einstieg in KI oder Automatisierung für einen kleinen Betrieb?
Das hängt stark vom gewählten Ansatz ab. Einfache Prozessautomatisierungen – etwa automatische E-Mail-Weiterleitungen oder Datensynchronisation – sind oft bereits mit vorhandener Software oder günstigen Tools für einige hundert Euro im Jahr umsetzbar. Generative KI-Tools für Unternehmen starten bei rund 20–30 € pro Nutzer und Monat. Der eigentliche Aufwand liegt häufig in der Einführung und Schulung, weniger in der Lizenz selbst.
Ist der Einsatz von KI-Tools in meinem Betrieb DSGVO-konform?
Das kommt auf das Tool und die Konfiguration an – nicht auf KI als solche. Viele gängige KI-Dienste verarbeiten Eingabedaten auf externen Servern, was bei personenbezogenen Daten datenschutzrechtlich geprüft werden muss. Klären Sie vor dem Einsatz: Welche Daten gebe ich ein, wo werden sie verarbeitet, und was steht im Auftragsverarbeitungsvertrag? Ein IT-Partner und Ihr Datenschutzbeauftragter helfen dabei.
Brauche ich zuerst bessere IT-Infrastruktur, bevor ich mit KI oder Automatisierung starte?
In vielen Fällen: ja. KI-Projekte auf veralteter oder unsicherer IT-Basis funktionieren selten zuverlässig. Das bedeutet nicht, dass Sie alles neu kaufen müssen – aber eine Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Systeme, Netzwerkstruktur und Datensicherung ist ein sinnvoller erster Schritt. Die TTG GmbH prüft in einem Erstgespräch, ob Ihre Infrastruktur für den nächsten Schritt bereit ist.
Wie lange dauert es, bis sich eine Automatisierung oder KI-Lösung amortisiert?
Bei fokussierten, klar definierten Prozessen – etwa der Automatisierung eines täglich wiederkehrenden Verwaltungsschritts – ist eine Amortisation innerhalb von 6–12 Monaten realistisch. Größere KI-Projekte brauchen oft 12–18 Monate. Entscheidend ist: Je klarer das Problem vor der Einführung definiert ist, desto schneller zeigt sich der Nutzen. Vage Ziele führen zu vagen Ergebnissen.
Was passiert, wenn sich meine Prozesse ändern – muss ich dann alles neu aufsetzen?
Nicht zwangsläufig – aber Anpassungen sind einzuplanen. Automatisierungen sind für stabile Prozesse ausgelegt; ändern sich Abläufe, müssen sie entsprechend aktualisiert werden. Das ist kein grundsätzlicher Nachteil, sondern ein bekannter Wartungsaufwand, der in der Jahresplanung berücksichtigt werden sollte. Generative KI-Anwendungen sind in dieser Hinsicht oft flexibler – dafür weniger präzise.
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.
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