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Microsoft 365 einführen – der sichere Weg in die Cloud ohne böse Überraschungen

Inhaltsverzeichnis

Veröffentlicht: 25. August 2026 · Lesezeit: ca. 14 Minuten

Dienstagnachmittag, kurz vor Feierabend: Die Büroleitung möchte eine Datei aus dem Freigegebenen Netzwerklaufwerk an einen externen Dienstleister schicken – und stellt fest, dass der Ordner gerade nicht erreichbar ist. Der Server hat sich aufgehängt, der zuständige Mitarbeiter ist im Urlaub, und die Datei liegt nur lokal auf Office 2016. Kein Cloud-Zugriff, kein Backup in greifbarer Nähe, keine einfache Lösung für die nächsten zwei Stunden.

Solche Situationen sind kein Einzelfall. Wer noch auf einer älteren Office-Installation ohne Cloud-Anbindung arbeitet, kennt das Muster: Es läuft – bis es nicht mehr läuft. Die Migration zu Microsoft 365 ist dann keine Modernisierungsmaßnahme, sondern Schadensminimierung unter Zeitdruck.

Dabei lässt sich die Umstellung gut planen – wenn man weiß, worauf es ankommt. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess.

Microsoft 365 hat sich in deutschen Unternehmen als Standard etabliert – und steht aktuell stärker im Fokus denn je. Zum einen läuft der Support für ältere Office-Versionen aus, zum anderen hat Microsoft zum 1. Juli die Preise für mehrere Business-Tarife angehoben. Wer jetzt nicht handelt, zahlt morgen mehr – oder arbeitet mit Software, die keine Sicherheitsupdates mehr erhält.

Die Herausforderung für viele Unternehmen liegt nicht im Prinzip, sondern in der Umsetzung: Welchen Tarif wählen? Wie wandern Daten und E-Mails sicher um? Was passiert mit den bestehenden Lizenzen? Und vor allem: Wie stellt man sicher, dass nach der Umstellung kein Sicherheitsloch offen bleibt? Diese Fragen sind berechtigt – und beantwortbar.

Dieser Leitfaden führt Sie durch die wesentlichen Schritte einer soliden Microsoft-365-Einführung: von der Lizenzwahl über die technische Migration bis zur Absicherung Ihrer Nutzerkonten. Sie erhalten konkrete Empfehlungen, eine ehrliche Kosten-Einschätzung und erfahren, wo erfahrene IT-Betriebe typischerweise stolpern – damit Sie es nicht müssen.

KennzahlWertQuelle
Marktanteil Microsoft Office in deutschen Unternehmen85 %Statista 2020
Kleine Unternehmen (10–49 MA) mit Microsoft-Office-Paketen, die aktualisiert werden müssenmehr als 80 %Intra2net 2024
KMU, die noch Office 2016 oder 2019 ohne Cloud-Anbindung nutzen70 %Intra2net 2024
Marktanteil Office 2021 bei On-Premises-KMU-Installationen14 %IT-Administrator 2024

Das Ziel: Was Sie nach der Umstellung wirklich haben

Das Ziel: Was Sie nach der Umstellung wirklich haben – Microsoft 365 Einführung

Bevor Sie eine einzige Lizenz buchen, lohnt sich ein klarer Blick auf das Ergebnis: Was soll Microsoft 365 in Ihrem Betrieb konkret leisten? Die Antwort beeinflusst jede Folgeentscheidung – von der Tarifwahl bis zur Einführungsreihenfolge.

Typische Ziele, die Unternehmen nennen: zentrale E-Mail-Verwaltung, gemeinsame Dateiablage über SharePoint oder OneDrive, mobiler Zugriff für Außendienstmitarbeiter und ein nachvollziehbares Berechtigungskonzept. Hinzu kommt ein Aspekt, der oft unterschätzt wird: aktuelle Sicherheitsupdates. Office 2016 und 2019 erhalten keine Sicherheits-Patches mehr für neue Angriffsmuster – ein Risiko, das mit jedem Monat wächst.

Ein Handwerksbetrieb aus unserer Region hat diesen Schritt kürzlich vollzogen: Vier Mitarbeiter im Büro, drei im Außendienst. Vorher: Daten auf einem lokalen Server, E-Mails über einen veralteten Exchange, Kalender nicht synchronisiert. Nach der Umstellung auf Microsoft 365 Business Standard: gemeinsamer Kalender, freigegebene Dokumentenbibliothek, mobile App auf dem Tablet des Meisters. Der Aufwand war überschaubar – der Gewinn im Alltag deutlich spürbar.

Folgende Ziele sollten Sie vor der Einführung schriftlich festhalten:

  • Welche Anwendungen werden täglich gebraucht (E-Mail, Office-Apps, Teams, Videotelefonie)?
  • Wie viele Nutzer brauchen welchen Funktionsumfang – und gibt es Unterschiede zwischen Büro und Außendienst?
  • Welche Daten liegen heute wo – und wohin sollen sie?
  • Gibt es Compliance-Anforderungen (z. B. Datenschutz, Aufbewahrungsfristen), die den Tarif beeinflussen?
  • Sollen bestehende On-Premises-Dienste parallel weiter laufen oder vollständig abgelöst werden?

Diese Bestandsaufnahme braucht keinen IT-Spezialisten – sie dauert erfahrungsgemäß einen halben Vormittag. Unterstützung bei Lizenzwahl und Einführungsplanung bietet die Microsoft 365 Einführung & Betreuung – TTG GmbH.

Voraussetzungen: Was Sie klären sollten, bevor es losgeht

Eine Microsoft-365-Einführung scheitert selten an der Technik – sondern an ungeklärten Fragen im Vorfeld. Nehmen Sie sich für diese Phase ausreichend Zeit; sie ist kürzer als befürchtet, aber wichtiger als oft angenommen.

Lizenzen und Tarife: Microsoft bietet für Unternehmen unter 300 Mitarbeitenden drei Business-Tarife an: Basic, Standard und Premium. Nach der Preisanpassung vom 1. Juli ist der relative Aufpreis von Standard auf Premium so gering wie seit Jahren nicht – wer ohnehin upgraden will, sollte die Differenz jetzt durchrechnen. Business Premium enthält Entra ID P1, Microsoft Defender for Business und Intune, also deutlich mehr Sicherheitsfunktionen als die günstigeren Varianten.

Ihr SzenarioEmpfehlungWarum
Reiner E-Mail- und Office-Bedarf, wenig mobiler ZugriffBusiness BasicGünstigster Einstieg; nur Browser-Apps enthalten
Vollständige Office-Apps + Teams + SharePointBusiness StandardMeistgebuchter Tarif für gemischte Teams
Erweiterte Sicherheit, MDM, Conditional AccessBusiness PremiumEnthält Defender, Intune, Entra ID P1 – aktuell bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Domäne und DNS: Stellen Sie sicher, dass Sie Zugriff auf Ihren Domainregistrar haben – Sie benötigen ihn, um MX-Einträge für E-Mail-Routing umzustellen. Ohne diese Zugangsdaten kann die Migration nicht abgeschlossen werden.

Vertragslaufzeit prüfen: Wenn Sie bereits über einen CSP-Partner (Cloud Solution Provider) lizenziert sind, prüfen Sie Ihre Verlängerungstermine. Wer seinen Vertrag vor der nächsten Verlängerung analysiert, kann ggf. noch Preisvorteile sichern oder rechtzeitig auf den günstigeren Upgrade-Pfad wechseln.

  • Holen Sie Ihre aktuellen Lizenz- und Vertragsunterlagen zusammen.
  • Klären Sie, wer im Unternehmen zum globalen Administrator ernannt wird (idealerweise zwei Personen).
  • Notieren Sie alle genutzten Drittanbieter-Tools, die mit Office oder E-Mail verknüpft sind.
  • Prüfen Sie, ob Ihr Internetanschluss für cloudbasierte Arbeit ausreicht (Faustregel: mind. 10 Mbit/s symmetrisch pro 5 gleichzeitige Nutzer).

Detaillierte technische Empfehlungen für eine sichere Konfiguration finden Sie in der Microsoft 365 – offiziellen Dokumentation. Für eine unabhängige Einschätzung Ihrer Sicherheitsanforderungen empfiehlt sich zudem ein Blick auf die IT-Sicherheit für Microsoft 365 – TTG GmbH.

Schritt 1: Tenant anlegen, Domäne verknüpfen und Nutzer erstellen

Mit dem ersten konkreten Schritt legen Sie das Fundament Ihrer gesamten Microsoft-365-Umgebung. Fehler hier – ein falsch konfigurierter Tenant, eine fehlende Domänenverifizierung – ziehen sich durch alle späteren Phasen. Investieren Sie hier etwas mehr Zeit, es lohnt sich.

Tenant erstellen: Melden Sie sich unter admin.microsoft.com an und legen Sie Ihren Unternehmens-Tenant an. Wählen Sie den Mandantennamen mit Bedacht – er ist dauerhaft und bestimmt Ihre initiale Adresse (z. B. ihrunternehmen.onmicrosoft.com). Nutzen Sie für diesen Schritt ausschließlich eine dedizierte Admin-E-Mail-Adresse, nicht Ihre persönliche Arbeitsadresse.

Eigene Domäne hinzufügen: Gehen Sie im Admin Center zu „Einstellungen → Domänen“ und fügen Sie Ihre Unternehmensdomäne hinzu. Microsoft führt Sie durch die DNS-Verifizierung – dazu müssen Sie beim Registrar einen TXT-Eintrag setzen. Das dauert in der Regel 15 bis 60 Minuten, bis die Änderung wirksam ist.

Nutzer anlegen: Erstellen Sie Nutzerkonten entweder einzeln im Admin Center oder per CSV-Import für größere Teams. Weisen Sie dabei direkt die passenden Lizenzen zu – und widersetzen Sie sich dem Impuls, allen Nutzern Administratorrechte zu geben. Global-Admin-Rechte gehören maximal zwei Personen; alle anderen erhalten nur die Berechtigungen, die sie tatsächlich brauchen.

  • Legen Sie eine Namenskonvention für Benutzerkonten fest (z. B. vorname.nachname@ihredomaene.de) und dokumentieren Sie sie.
  • Erstellen Sie zunächst nur 2–3 Testkonten und validieren Sie die Konfiguration, bevor Sie alle Nutzer anlegen.
  • Aktivieren Sie sofort nach der Tenant-Erstellung die Security Defaults – sie erzwingen MFA für alle Konten ohne Aufpreis.
  • Setzen Sie ein separates Break-Glass-Konto (Notfall-Admin) mit einem komplexen Passwort in einem Offline-Safe.
  • Prüfen Sie die Audit-Log-Einstellungen – standardmäßig ist die Protokollierung aktiviert, aber die Aufbewahrungsdauer variiert je nach Tarif.

Die ISO/IEC 27001-zertifizierte Beratung der TTG GmbH hilft Ihnen dabei, das Berechtigungskonzept von Anfang an DSGVO-konform aufzusetzen – weitere Informationen finden Sie unter ISO/IEC 27001 zertifiziert – TTG GmbH.

Schritt 2: E-Mails und Daten sicher migrieren

Schritt 2: E-Mails und Daten sicher migrieren – TTG GmbH Dingelstädt

Die Migration bestehender E-Mails und Dateien ist der technisch anspruchsvollste Teil der Einführung – und gleichzeitig der, bei dem die meisten Fehler passieren. Wer hier sorgfältig vorgeht, vermeidet Datenverluste und stellt sicher, dass der Betrieb während der Umstellung nicht stillsteht.

E-Mail-Migration: Microsoft bietet im Admin Center mehrere Migrationspfade an. Für kleine Unternehmen mit einem lokalen Exchange-Server empfiehlt sich die Staged Migration oder – bei aktuellen Exchange-Versionen – eine hybride Konfiguration. Wer bisher POP3- oder IMAP-Konten beim Webhosting hatte, nutzt den IMAP-Migrationsassistenten. Wichtig: Stellen Sie den MX-Eintrag erst um, wenn alle Postfächer vollständig migriert sind. Andernfalls landen eingehende E-Mails im falschen System.

Dateien und SharePoint: Lokale Netzlaufwerke lassen sich über das SharePoint-Migrationstool (SPMT) oder den SharePoint Migration Manager ins neue System übertragen. Klären Sie vorher die Ordnerstruktur – eine 1:1-Kopie des alten Servers ist selten sinnvoll. Nutzen Sie die Migration als Gelegenheit, veraltete Ordner auszumisten und die Ablage neu zu strukturieren.

Parallel-Betrieb begrenzen: Halten Sie die Phase, in der alte und neue Systeme parallel laufen, so kurz wie möglich – maximal zwei bis drei Wochen. Längerer Parallelbetrieb führt erfahrungsgemäß dazu, dass Mitarbeiter weiter im alten System arbeiten und die Migration de facto scheitert.

  • Erstellen Sie vor der Migration ein vollständiges Backup aller E-Mails und Dateien – unabhängig vom Cloud-Ziel.
  • Testen Sie den Migrationsprozess zunächst mit einem einzelnen Postfach und einer Pilotgruppe.
  • Kommunizieren Sie den Migrationsplan an alle Mitarbeiter – wann ändert sich was, was müssen sie selbst tun?
  • Legen Sie einen konkreten Cut-over-Termin fest und kommunizieren Sie ihn verbindlich.
  • Prüfen Sie nach der Migration, ob alle Kalendertermine und Kontakte vollständig übernommen wurden.

Unterstützung bei der technischen Umsetzung – vom Backup über die Migration bis zur Netzwerkkonfiguration – bietet die IT-Infrastruktur & Cloud-Migration – TTG GmbH. Das BSI – Sicheres Cloud Computing stellt darüber hinaus praxisnahe Checklisten für die Migration in die Cloud bereit.

Schritt 3: Sicherheit konfigurieren und Nutzer schulen

Eine vollständig migrierte Microsoft-365-Umgebung ohne durchdachte Sicherheitskonfiguration ist wie ein neues Schloss mit offenstehendem Fenster. Dieser Schritt kostet erfahrungsgemäß einen Nachmittag – und verhindert Probleme, die wochenlang aufgeräumt werden müssten.

Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Erzwingen Sie MFA für alle Konten. Wer Business Standard oder Basic nutzt, aktiviert die Security Defaults im Azure-Portal – das erledigt die Basisabsicherung ohne zusätzliche Kosten. Wer Business Premium einsetzt, konfiguriert präzisere Conditional-Access-Richtlinien. Bevorzugen Sie den Microsoft Authenticator oder einen FIDO2-Schlüssel; SMS-basierte MFA gilt als weniger sicher und sollte nur als Fallback dienen.

Legacy-Authentifizierung blockieren: Ältere Protokolle wie POP3, IMAP und SMTP AUTH ohne Modern Authentication ermöglichen es, MFA zu umgehen. Eine entsprechende Conditional-Access-Richtlinie schließt diesen Angriffspfad in rund 30 Minuten – erfordert allerdings Entra ID P1, das in Business Premium enthalten ist.

Mitarbeiter mitnehmen: Technische Sicherheit nützt wenig, wenn Mitarbeiter auf Phishing-Mails hereinfallen oder Passwörter teilen. Eine kurze Einführungsschulung von 60 bis 90 Minuten – am besten aufgeteilt in Gruppen – reicht für die wichtigsten Verhaltensregeln aus. Themen: MFA-Einrichtung, sichere Dateifreigabe, Umgang mit verdächtigen E-Mails.

  • Aktivieren Sie Security Defaults unmittelbar nach Tenant-Erstellung (nicht erst nach der Migration).
  • Richten Sie für jeden Nutzer die MFA-Methode ein – idealerweise in einer gemeinsamen Sitzung oder per Anleitung.
  • Deaktivieren Sie ungenutzte Postfächer und Konten sofort – jedes inaktive Konto ist ein potenzieller Angriffspunkt.
  • Konfigurieren Sie Anti-Phishing-Richtlinien im Microsoft Defender for Office 365 (enthalten ab Business Premium).
  • Planen Sie nach drei Monaten eine Überprüfung der Anmeldeprotokolle – auffällige Anmeldeversuche zeigen sich oft erst nach einiger Zeit.

Mit über 25 Jahren Erfahrung in der IT-Betreuung mittelständischer Unternehmen weiß die TTG GmbH: Die häufigste Ursache für kompromittierte Microsoft-365-Konten ist kein technisches Versagen, sondern ein fehlendes MFA. Mehr zur langfristigen Betreuung erfahren Sie unter Über 25 Jahre IT-Erfahrung – TTG GmbH. Hinweise zu aktuellen Angriffsvektoren und Schutzmaßnahmen liefert die BSI-Empfehlung zu sicherem Cloud Computing.

Typische Stolperfallen – und wie erfahrene IT-Betriebe sie vermeiden

Auch gut geplante Einführungen laufen nicht immer reibungslos. Die folgenden Fehler begegnen uns in der Praxis am häufigsten – und alle wären vermeidbar gewesen.

Stolperfalle 1 – Lizenz-Wildwuchs: Nach der Einführung weisen viele Unternehmen jedem Mitarbeiter die gleiche Lizenz zu, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Ein Lagerarbeiter ohne PC braucht keine vollwertige Business-Standard-Lizenz; ein Frontline-Worker-Tarif reicht – und spart bares Geld.

Stolperfalle 2 – Fehlende Exit-Strategie: Was passiert mit Ihren Daten, wenn Sie Microsoft 365 eines Tages kündigen? Alle E-Mails, SharePoint-Dateien und Teams-Chats liegen bei Microsoft – nach Ablauf der Kulanzfrist (in der Regel 30 Tage nach Kündigung) sind sie unwiderruflich gelöscht. Ein regelmäßiges Backup in eine herstellerunabhängige Lösung – z. B. Veeam Backup for Microsoft 365 – gehört zur vollständigen Einführung dazu.

Stolperfalle 3 – Druckprobleme nach Windows-Updates: Aktuell sorgt ein fehlerhaftes Windows-Update für Schlagzeilen: Laut Golem (August 2026) blockiert das Update das Drucken und den PDF/XPS-Export in Windows-Anwendungen. Prüfen Sie den Status Ihrer Drucker und PDF-Workflows, bevor Sie die Umstellung auf Microsoft 365 abschließen – damit kein bestehendes Problem fälschlicherweise dem neuen System zugeschrieben wird.

Stolperfalle 4 – Governance vergessen: Ohne klare Regeln entstehen in SharePoint und Teams innerhalb weniger Wochen Dutzende ungepflegter Teamräume. Legen Sie von Anfang an fest, wer neue Teams anlegen darf, wie Ablagestrukturen aussehen sollen und wer für die Pflege zuständig ist.

Als ISO/IEC 27001-zertifizierter IT-Partner mit über 25 Jahren Erfahrung begleitet die TTG GmbH Unternehmen in der Region – von Heilbad Heiligenstadt bis ins südliche Niedersachsen – durch genau diese Fallstricke. Unsere Einschätzung: Wer die Governance-Fragen vor der Einführung klärt, spart im ersten Jahr mindestens die Hälfte des Administrationsaufwands. Für eine erste Orientierung empfiehlt sich der Bitkom-Leitfaden Cloud Computing als kostenloser Einstieg.

Sprechen Sie uns an – direkt über unsere Microsoft 365 Beratung anfragen-Seite.

Ergebnis prüfen: Woran Sie erkennen, dass alles richtig läuft

Nach Abschluss der Einführung folgt die Phase, die oft vergessen wird: die Verifikation. Eine Microsoft-365-Umgebung gilt nicht als „fertig“, wenn die letzte Lizenz zugewiesen ist – sondern wenn definierte Qualitätskriterien erfüllt sind.

Technische Prüfpunkte:

  • Alle Nutzerkonten haben MFA aktiv – überprüfbar im Entra-Admin-Center unter „Nutzer → MFA-Status“.
  • Keine Legacy-Anmeldungen mehr aktiv – sichtbar im Entra-Anmeldeprotokoll unter „Client-App“-Filter.
  • Alle MX-, SPF-, DKIM- und DMARC-Einträge sind korrekt gesetzt – überprüfbar mit Tools wie MXToolbox.
  • Das Backup-System läuft und wurde testweise wiederhergestellt – einmal pro Quartal empfohlen.
  • Ungenutzte Lizenzen und deaktivierte Konten sind aus der Abrechnung entfernt.

Nutzerseitige Prüfpunkte:

  • Alle Mitarbeiter können sich eigenständig mit MFA anmelden – auch nach einem Gerätewechsel.
  • Die Dateiablage in SharePoint wird aktiv genutzt – lokale Netzlaufwerke sind abgeschaltet oder nur noch als Übergangs-Backup aktiv.
  • Teams-Kanäle sind sinnvoll strukturiert und werden für interne Kommunikation genutzt.

Kostenprüfung nach 90 Tagen: Ziehen Sie nach drei Monaten eine erste Bilanz. Wie viele Lizenzen werden tatsächlich genutzt? Gibt es Tarif-Upgrades oder -Downgrades, die sinnvoll wären? Ab dem 1. August bietet Microsoft über CSP-Partner das „Copilot in 30″-Programm an – ein kostenloser 30-Tage-Test mit 25 Lizenzen für Unternehmen unter 300 Mitarbeitenden. Das ist eine sinnvolle Gelegenheit, reale Anwendungsfälle für KI-Assistenz im eigenen Betrieb zu identifizieren, bevor Lizenzkosten entstehen.

Wer Microsoft 365 strukturiert eingeführt hat, merkt den Unterschied schnell: weniger Tickets für Passwortrücksetzungen, weniger Dateisuche, mehr Transparenz darüber, wer wann auf was zugreift. Das ist kein Versprechen – das ist die Erfahrung aus der täglichen Praxis.

Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt

  1. Bestandsaufnahme durchführen: Erfassen Sie alle aktuell genutzten Office-Versionen, Lizenzen und Vertragslaufzeiten – idealerweise in einer einfachen Tabelle.
  2. Lizenzbedarf ermitteln: Entscheiden Sie für jede Nutzergruppe, welcher Microsoft-365-Tarif passt (Basic, Standard oder Premium) – und rechnen Sie den Aufpreis auf Premium nach der Juli-Preisanpassung durch.
  3. Domänen-Zugang sicherstellen: Stellen Sie sicher, dass Sie Zugriff auf Ihren Domainregistrar haben und DNS-Einträge ändern können.
  4. Tenant anlegen und Security Defaults aktivieren: Richten Sie Ihren Microsoft-365-Tenant ein und schalten Sie Security Defaults sofort nach der Erstellung ein.
  5. Migration planen und testen: Starten Sie E-Mail- und Datei-Migration mit einer Pilotgruppe und legen Sie einen verbindlichen Cut-over-Termin fest.
  6. MFA für alle Konten erzwingen: Richten Sie den Microsoft Authenticator für alle Mitarbeiter ein – planen Sie dafür eine gemeinsame Einführungssitzung.
  7. Backup-Lösung einrichten: Sichern Sie Ihre Microsoft-365-Daten mit einer herstellerunabhängigen Backup-Lösung, bevor Sie das alte System abschalten.
  8. Nach 90 Tagen Bilanz ziehen: Prüfen Sie Lizenznutzung, Sicherheitsprotokolle und offene Governance-Fragen – und fragen Sie Ihren CSP-Partner nach dem Copilot-Testprogramm.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet Microsoft 365 für ein Unternehmen mit 15 Mitarbeitenden wirklich?

Für einen realistischen Vergleich zählen nicht nur die Listenpreise. Business Standard kostet nach der Juli-Preisanpassung rund 13,50 EUR/Nutzer/Monat, Business Premium liegt bei ca. 22 EUR. Hinzu kommen Backup-Lösung, ggf. Migrationsaufwand und erste Schulungen. Über drei Jahre gerechnet liegt der Unterschied zwischen beiden Tarifen bei einem 15-köpfigen Team bei rund 3.000 EUR – wofür Sie bei Premium deutlich mehr Sicherheitsfunktionen erhalten.

Muss ich meine alten Daten wirklich migrieren – oder kann ich neu anfangen?

Das hängt von Ihrer Branche und Ihren Aufbewahrungspflichten ab. Steuerlich relevante Dokumente müssen in der Regel zehn Jahre verfügbar bleiben – ob in der Cloud oder lokal, ist sekundär, solange der Zugriff gesichert ist. In vielen Fällen empfiehlt sich ein hybrider Ansatz: Altdaten bleiben auf einem lokalen Archiv, neue Dokumente wandern in SharePoint. Eine pauschale „Alles neu“-Strategie ist selten sinnvoll.

Wie sicher ist Microsoft 365 aus DSGVO-Sicht?

Microsoft hat für seine europäischen Rechenzentren umfangreiche Datenschutzzusagen gemacht und bietet seit dem EU Data Boundary-Programm die Möglichkeit, europäische Kundendaten ausschließlich in der EU zu verarbeiten. Das ersetzt jedoch keine eigene Datenschutzprüfung: Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, Auftragsverarbeitungsvertrag mit Microsoft und Einweisung der Mitarbeiter bleiben Ihre Pflicht.

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich Microsoft 365 kündige?

Nach Ablauf des Abonnements haben Sie standardmäßig 30 Tage, um Ihre Daten zu exportieren. Danach werden Postfächer, SharePoint-Inhalte und Teams-Daten unwiderruflich gelöscht. Ohne eine herstellerunabhängige Backup-Lösung ist das ein ernstes Risiko – besonders wenn eine Kündigung im Streit oder unter Zeitdruck erfolgt. Planen Sie den Datenexport als festen Bestandteil Ihrer Cloud-Strategie ein.

Wie lange dauert eine vollständige Einführung bei 20 Mitarbeitenden?

Mit einer guten Vorbereitung – Bestandsaufnahme, Lizenzentscheidung, DNS-Zugang – ist die technische Einführung in zwei bis drei Wochen realistisch. Hinzu kommt die Eingewöhnungszeit der Mitarbeiter: Erfahrungsgemäß vergehen vier bis sechs Wochen, bis Teams und SharePoint wirklich aktiv genutzt werden. Mit begleitender Schulung und klarer Kommunikation verkürzt sich dieser Zeitraum deutlich.

Über den Autor
Martin Trappe ist Geschäftsführer der TTG Daten- und Bürosysteme GmbH in Dingelstädt. Mit über 25 Jahren Erfahrung im IT-Mittelstand betreut er kleine und mittelständische Unternehmen in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen. Die TTG GmbH ist ISO/IEC 27001 zertifiziert – dem höchsten Standard für Informationssicherheit.

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