IT-Sicherheit in Thüringen: Der umfassende Ratgeber für KMU in Nordthüringen, Eichsfeld und Südniedersachsen
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Stellen Sie sich vor: Es ist ein ganz normaler Dienstagmorgen in einem mittelständischen Metallbaubetrieb im Eichsfeld. Die Mitarbeiter kommen zur Frühschicht, fahren ihre Rechner hoch – und sehen nur noch einen roten Sperrbildschirm. Eine Nachricht erscheint: Alle Daten sind verschlüsselt, eine Lösegeldforderung über 35.000 Euro wartet auf Zahlung in Bitcoin. Angebote, Konstruktionspläne, Kundendaten, Lieferscheine – alles weg. Die Produktion steht still, Liefertermine können nicht eingehalten werden, und das Telefon klingelt ununterbrochen.
Der Geschäftsführer versucht, die IT-Abteilung zu erreichen – doch die besteht aus einem einzigen Mitarbeiter, der gerade im Urlaub ist. Ein externer Dienstleister wird kontaktiert, doch bis Hilfe eintrifft, vergehen Stunden. Der Schaden wächst mit jeder Minute. Am Ende kostet dieser eine Angriff das Unternehmen nicht nur das Lösegeld – sondern Wochen des Wiederaufbaus, verlorene Kundenverträge und einen massiven Vertrauensverlust.
Dieses Szenario ist keine Ausnahme. Es passiert täglich in Betrieben wie Ihrem – in Handwerksbetrieben in Dingelstädt, Arztpraxen in Leinefelde-Worbis, Steuerberatungen in Mühlhausen oder produzierenden Unternehmen in Nordhausen. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen und konkreten Schutzmaßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.
Das Thema IT-Sicherheit Thüringen ist längst keine abstrakte Angelegenheit für Großkonzerne mehr – es betrifft jeden Handwerksbetrieb, jede Arztpraxis und jedes Produktionsunternehmen in unserer Region. Die Bedrohungslage hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschärft: Kriminelle nutzen automatisierte Werkzeuge und künstliche Intelligenz, um gezielt schwach geschützte Unternehmen anzugreifen. Und kleine und mittlere Unternehmen sind dabei besonders im Visier.
Viele Geschäftsführer in Nordthüringen und im Eichsfeld glauben noch immer, dass ihr Unternehmen zu klein oder zu unbekannt sei, um für Cyberkriminelle interessant zu sein. Doch das Gegenteil ist wahr: Gerade weil KMU oft weniger in Sicherheit investieren, sind sie leichtere Ziele. Laut BSI erfüllen KMU im Durchschnitt nur rund 56 Prozent der grundlegenden IT-Sicherheitsanforderungen – eine Lücke, die Angreifer systematisch ausnutzen.
Dieser Ratgeber der TTG GmbH zeigt Ihnen, warum Cybersicherheit für Ihr Unternehmen existenziell wichtig ist, welche konkreten Bedrohungen Sie kennen sollten, wie Sie systematisch vorgehen und welche Investitionen sich wirklich lohnen. Sie erhalten eine praxisnahe Schritt-für-Schritt-Anleitung – verständlich, ohne Fachjargon, direkt umsetzbar für Ihren Betrieb in der Region.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Anteil der KMU an allen gemeldeten Sicherheitsvorfällen | ca. 80 % | BSI-Lagebericht 2025 |
| Jährlicher Gesamtschaden durch Cyberangriffe in Deutschland | 289,2 Milliarden Euro | Bitkom Wirtschaftsschutzstudie 2025 |
| Anteil KI-generierter Phishing-E-Mails | 82,6 % | Bitkom / Branchenanalyse 2025 |
| Ransomware-Angriffe mit Double-Extortion-Verfahren | 72 % aller Ransomware-Attacken | BSI-Lagebericht 2025 |
1. Das Kernproblem: Warum IT-Sicherheit für KMU jetzt existenziell ist
Die Realität ist ernst: Laut dem BSI-Lagebericht 2025 entfallen rund 80 Prozent aller gemeldeten IT-Sicherheitsvorfälle auf kleine und mittlere Unternehmen. Das Thema IT-Sicherheit Thüringen ist damit kein theoretisches Risiko, sondern eine täglich drohende Gefahr für Betriebe in Nordthüringen, im Eichsfeld und in Südniedersachsen.
Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Ein Pflegedienstleister aus dem Raum Heiligenstadt mit rund 40 Mitarbeitern wurde Opfer eines Ransomware-Angriffs. Patientendaten, Dienstpläne und Abrechnungsinformationen waren über Tage nicht zugänglich. Der Betrieb musste zeitweise auf analoge Zettelwirtschaft zurückgreifen – mit enormen Folgekosten und einem erheblichen Reputationsschaden gegenüber Pflegekassen und Angehörigen.
Was macht KMU so anfällig? Veraltete Software, fehlende Sicherheitskonzepte, unzureichende Mitarbeiterschulungen und zu selten durchgeführte Backups bilden eine gefährliche Kombination. Viele Unternehmen überschätzen ihr eigenes Schutzniveau erheblich – und unterschätzen gleichzeitig die Professionalität moderner Angreifer, die mit KI-gestützten Werkzeugen automatisiert nach Schwachstellen suchen.
Der finanzielle Schaden ist dabei nur ein Teil des Problems. Betriebsunterbrechungen, Vertragsstrafen wegen Lieferverzögerungen, Bußgelder nach Datenschutzverstößen und dauerhafter Vertrauensverlust bei Kunden können ein Unternehmen in die Insolvenz treiben. Das BSI warnt ausdrücklich: Ohne professionelles Notfallmanagement droht nach einem schwerwiegenden Cyberangriff häufig das Ende des Betriebs.
- Führen Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme Ihrer IT-Systeme durch – welche sind veraltet?
- Prüfen Sie, wann zuletzt ein vollständiges Backup erstellt und erfolgreich getestet wurde.
- Fragen Sie Ihren IT-Dienstleister nach einer formalen Risikoeinschätzung für Ihr Unternehmen.
- Informieren Sie sich über aktuelle Angriffsmethoden, die auf Betriebe Ihrer Branche abzielen.
- Machen Sie IT-Sicherheit zur Chefsache – nicht zur Aufgabe eines einzelnen Mitarbeiters.
2. Die häufigsten Fehler und gefährlichen Missverständnisse rund um IT-Sicherheit Thüringen
„Wir sind zu klein, um interessant zu sein.“ Diesen Satz hören IT-Experten im Bereich IT-Sicherheit Thüringen immer wieder – und er ist einer der gefährlichsten Irrtümer überhaupt. Cyberkriminelle greifen nicht gezielt bekannte Marken an. Sie scannen automatisiert das gesamte Internet nach offenen Sicherheitslücken und schlagen zu, wo der Widerstand am geringsten ist. Ein Tischlereibetrieb in Worbis ist genauso attraktiv wie ein Konzern in Frankfurt – wenn die Systeme ungeschützt sind.
Ein weiteres verbreitetes Missverständnis: „Unser Antivirusprogramm schützt uns.“ Klassische Antivirenlösungen erkennen bekannte Schadsoftware – aber moderne Angriffe nutzen Zero-Day-Exploits, Social Engineering und KI-generierte Phishing-Mails, die von keinem Virenschutz der alten Generation erkannt werden. Laut aktuellen Branchenanalysen werden bereits mehr als 80 Prozent aller Phishing-E-Mails mit KI erstellt und sind kaum noch von echten Nachrichten zu unterscheiden.
Auch der Glaube, „Die Cloud ist unsicher“ führt viele KMU zu schlechteren Entscheidungen. In Wirklichkeit sind professionelle Cloud-Lösungen etablierter Anbieter oft sicherer als selbst betriebene Server in schlecht gesicherten Büroräumen. Ein Steuerberater aus Mühlhausen berichtete uns, dass sein lokaler Server jahrelang ohne Sicherheitsupdates lief – weil niemand wusste, wer dafür zuständig war.
- Hinterfragen Sie die Aussage „Uns passiert das nicht“ aktiv und kritisch.
- Ersetzen Sie veralteten Virenschutz durch moderne Endpoint-Detection-and-Response-Lösungen (EDR).
- Klären Sie intern klar, wer für welche IT-Sicherheitsaufgaben verantwortlich ist.
- Testen Sie regelmäßig, ob Phishing-Mails von Ihren Mitarbeitern erkannt werden – z. B. durch simulierte Angriffe.
- Lassen Sie die Sicherheit Ihrer Cloud- und lokalen Systeme von einem unabhängigen Experten bewerten.
3. Schritt für Schritt: So gehen Sie bei IT-Sicherheit Thüringen systematisch vor
Ein ganzheitliches Sicherheitskonzept entsteht nicht über Nacht – aber es muss auch nicht kompliziert sein. Wer beim Thema IT-Sicherheit Thüringen systematisch vorgeht, kann mit überschaubarem Aufwand ein hohes Schutzniveau erreichen. Der Schlüssel liegt in einer strukturierten Vorgehensweise, die auf den drei Säulen Prävention, Detektion und Reaktion basiert.
Ein Maschinenbauunternehmen aus dem Raum Nordhausen hat diesen Weg erfolgreich beschritten: Zunächst wurde eine vollständige Inventarisierung aller IT-Assets durchgeführt – also sämtlicher Rechner, Server, Netzwerkkomponenten und eingesetzten Softwarelösungen. Dann folgte eine Gap-Analyse, die zeigte, wo die größten Schwachstellen lagen. Auf dieser Basis wurde ein priorisierter Maßnahmenplan erstellt, der innerhalb von sechs Monaten schrittweise umgesetzt wurde.
Das IT-Grundschutz-Kompendium des BSI bietet hierfür eine hervorragende, kostenlose Grundlage. Es definiert Mindestanforderungen für verschiedene Unternehmensbereiche und ist speziell für den Mittelstand verständlich aufbereitet. Viele Förderberatungen der IHK Erfurt empfehlen diesen Einstiegspunkt ausdrücklich.
- Erstellen Sie eine vollständige Liste aller IT-Systeme, Software und Zugänge in Ihrem Unternehmen.
- Führen Sie eine Risikoanalyse durch – welche Systeme sind für den Betrieb kritisch?
- Definieren Sie klare Verantwortlichkeiten: Wer ist für Updates, Backups und Notfälle zuständig?
- Erstellen Sie einen Notfallplan, der beschreibt, wie im Fall eines Angriffs vorzugehen ist.
- Planen Sie regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen ein – mindestens einmal pro Jahr.
4. Technische Grundlagen verständlich erklärt – ohne Fachjargon
IT-Sicherheit klingt für viele Unternehmer technisch und abschreckend. Dabei lassen sich die wichtigsten Konzepte mit einfachen Worten erklären. Wer die Grundprinzipien versteht, kann fundierte Entscheidungen treffen – auch ohne selbst IT-Experte zu sein. Für die IT-Sicherheit Thüringen gilt dabei dasselbe wie überall: Guter Schutz beginnt mit dem Verstehen der Bedrohungen.
Phishing ist der häufigste Einstiegspunkt für Angriffe. Dabei werden gefälschte E-Mails verschickt, die Mitarbeiter dazu bringen, Passwörter preiszugeben oder schädliche Anhänge zu öffnen. Moderne KI-Tools erstellen diese Nachrichten so überzeugend, dass selbst erfahrene Nutzer getäuscht werden. Eine Arztpraxis in Leinefelde-Worbis verlor so den Zugang zu ihrer gesamten Patientenverwaltung – weil eine Mitarbeiterin auf einen täuschend echten Link in einer vermeintlichen E-Mail ihrer Krankenkasse geklickt hatte.
Ransomware verschlüsselt anschließend alle erreichbaren Dateien. Ohne Backup gibt es keine Möglichkeit, diese Daten wiederherzustellen – außer Lösegeld zu zahlen, was jedoch keine Garantie auf Datenrückgabe bietet. Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ist eine der effektivsten Gegenmittel: Sie stellt sicher, dass selbst ein gestohlenes Passwort allein nicht ausreicht, um in Ihre Systeme einzudringen. Netzwerksegmentierung verhindert, dass sich Schadsoftware im gesamten Betrieb ausbreiten kann.
- Aktivieren Sie Multi-Faktor-Authentifizierung für alle geschäftskritischen Zugänge (E-Mail, VPN, Cloud).
- Halten Sie alle Betriebssysteme und Programme konsequent aktuell – aktivieren Sie automatische Updates.
- Richten Sie regelmäßige, automatische Backups ein, die auch offline oder in der Cloud gespeichert werden.
- Segmentieren Sie Ihr Netzwerk – trennen Sie z. B. Produktions-PCs vom Büronetz und vom WLAN für Gäste.
- Nutzen Sie einen professionellen Spamfilter und E-Mail-Gateway, der KI-generierte Phishing-Mails erkennt.
5. Kosten, Aufwand und ROI: Was Unternehmen wirklich investieren sollten
„IT-Sicherheit ist zu teuer für uns“ – das ist ein verständlicher, aber trügerischer Gedanke. Die eigentliche Frage lautet: Was kostet ein erfolgreicher Cyberangriff? Laut der Bitkom Wirtschaftsschutzstudie 2025 verursachen Cyberangriffe in Deutschland jährlich einen Gesamtschaden von 289,2 Milliarden Euro. Für ein einzelnes KMU bedeutet ein schwerwiegender Vorfall oft Kosten zwischen 50.000 und 500.000 Euro – durch Ausfallzeiten, Wiederherstellung, Bußgelder und Reputationsschäden.
Ein Elektrounternehmen aus dem Eichsfeld kalkulierte nach einem Beratungsgespräch, dass ein professionelles Sicherheitspaket – bestehend aus Endpoint-Schutz, Backup-Lösung, Mitarbeiterschulung und einem monatlichen Monitoring-Service – rund 400 Euro pro Monat kostet. Dem gegenüber stand das Risiko eines Ausfalls, der die Firma nach eigener Schätzung mindestens 80.000 Euro kosten würde. Der ROI war eindeutig: Prävention lohnt sich.
Für KMU in Nordthüringen und Südniedersachsen lohnt sich außerdem ein Blick auf Förderprogramme: Das BAFA-Förderprogramm für Unternehmensberatung kann auch IT-Sicherheitsberatungen bezuschussen. Viele Unternehmen wissen nicht, dass bis zu 80 Prozent der Beratungskosten gefördert werden können.
- Berechnen Sie Ihren potenziellen Schaden im Angriffsfall – als Grundlage für Investitionsentscheidungen.
- Fragen Sie Ihren IT-Dienstleister nach einem gestaffelten Sicherheitspaket, das zu Ihrer Betriebsgröße passt.
- Informieren Sie sich über aktuelle Fördermöglichkeiten beim BAFA oder der IHK Erfurt.
- Prüfen Sie, ob Ihre bestehende Betriebshaftpflicht Cyberschäden abdeckt – oder ob eine Cyber-Versicherung sinnvoll ist.
- Setzen Sie Prioritäten: Backups, MFA und Mitarbeiterschulungen bieten den größten Schutz pro investiertem Euro.
6. Best Practices und Erfolgsbeispiele aus der Region
In der Praxis zeigt sich: Unternehmen in Nordthüringen und im Eichsfeld, die das Thema IT-Sicherheit Thüringen frühzeitig angegangen sind, stehen heute deutlich besser da. Ihre Erfahrungen liefern wertvolle Blaupausen für Betriebe, die jetzt mit der Umsetzung beginnen wollen.
Ein Sanitär- und Heizungsbetrieb aus Dingelstädt mit rund 25 Mitarbeitern hat gemeinsam mit der IT-Sicherheit bei der TTG GmbH ein umfassendes Schutzkonzept entwickelt: Angefangen mit einer Bestandsaufnahme aller Geräte über die Einführung einer zentralen Backup-Lösung bis hin zu einer Mitarbeiterschulung, die auch die Bürokraft und die Auszubildenden einschloss. Seitdem wurde kein einziger erfolgreicher Angriff verzeichnet – obwohl mehrere Phishing-Versuche registriert wurden, die allesamt abgewehrt werden konnten.
Ein weiteres Best-Practice-Beispiel: Ein Steuerberatungsbüro aus Mühlhausen nutzte die Allianz für Cyber-Sicherheit des BSI, um zunächst kostenlos ein Selbstbewertungs-Tool zu nutzen und daraus einen Maßnahmenplan abzuleiten. Innerhalb von drei Monaten wurden die kritischsten Lücken geschlossen – ohne IT-Abteilung, nur mit einem externen Dienstleister als Partner.
Der gemeinsame Nenner erfolgreicher Unternehmen: Sie betrachten IT-Sicherheit nicht als einmalige Investition, sondern als kontinuierlichen Prozess. Regelmäßige Überprüfungen, Updates und Schulungen sind fester Bestandteil des Betriebsalltags.
- Suchen Sie sich einen regionalen IT-Partner, der Ihre Branche und Ihre Betriebsstruktur kennt.
- Nutzen Sie kostenlose Selbstbewertungstools der Allianz für Cyber-Sicherheit als Einstieg.
- Tauschen Sie sich mit anderen Unternehmern in der Region aus – etwa über IHK-Netzwerke oder Verbände.
- Dokumentieren Sie alle umgesetzten Sicherheitsmaßnahmen schriftlich – auch für Versicherungen und Behörden.
- Überprüfen Sie Ihr Sicherheitskonzept mindestens einmal jährlich auf Aktualität und Vollständigkeit.
7. Ihr Handlungsplan: Konkrete nächste Schritte für Ihr Unternehmen
Wissen allein schützt nicht – erst konkretes Handeln macht den Unterschied. Wenn Sie jetzt mit dem Aufbau einer soliden IT-Sicherheit Thüringen für Ihr Unternehmen beginnen wollen, empfehlen wir einen klar strukturierten Einstieg: nicht alles auf einmal, aber konsequent und mit den richtigen Prioritäten.
Der erste Schritt ist immer eine Bestandsaufnahme. Ein Handwerksbetrieb aus Südniedersachsen, der diesen Weg gegangen ist, beschreibt es so: „Wir dachten, wir wissen, was wir haben. Aber erst als wir wirklich alles aufgeschrieben haben, wurde uns klar, wie viele alte Geräte und vergessene Zugänge es noch gab.“ Genau diese blinden Flecken sind es, die Angreifer ausnutzen.
Im zweiten Schritt geht es um die Priorisierung: Welche Systeme sind für Ihren Betrieb absolut kritisch? Wo würde ein Ausfall sofort zu Umsatzverlust oder Vertragsbruch führen? Diese Systeme brauchen den höchsten Schutz zuerst. Backups, Zugriffsschutz und Notfallpläne sind dabei keine Kür – sie sind Pflicht.
Der dritte Schritt ist die Umsetzung – idealerweise mit einem erfahrenen Partner an Ihrer Seite, der Ihre Region und Ihre Branche kennt. Planen Sie außerdem regelmäßige Schulungen für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein: Der Mensch bleibt das größte Einfallstor für Angreifer – und gleichzeitig Ihre stärkste Verteidigungslinie, wenn er gut geschult ist.
- Starten Sie heute mit einer IT-Bestandsaufnahme – notieren Sie alle Geräte, Programme und Zugänge.
- Priorisieren Sie die drei wichtigsten Systeme und sichern Sie diese zuerst ab.
- Vereinbaren Sie innerhalb der nächsten zwei Wochen ein Beratungsgespräch mit einem regionalen IT-Dienstleister.
- Informieren Sie Ihre Mitarbeiter noch in diesem Monat über die häufigsten Angriffsmethoden (Phishing, Passwörter).
- Testen Sie Ihr Backup: Stellen Sie eine einzelne Datei zur Probe wieder her – funktioniert es wirklich?
Ihre Checkliste: So starten Sie jetzt
- Prüfen Sie alle eingesetzten Geräte, Betriebssysteme und Programme auf veraltete oder nicht mehr unterstützte Versionen – und planen Sie deren Ablösung konkret ein.
- Aktivieren Sie die Multi-Faktor-Authentifizierung für alle kritischen Zugänge: E-Mail, VPN, Cloud-Dienste und Buchhaltungssoftware.
- Testen Sie Ihr Backup-System, indem Sie eine konkrete Datei aus dem letzten Backup wiederherstellen – nicht nur prüfen, ob ein Backup erstellt wurde.
- Stellen Sie sicher, dass klare Verantwortlichkeiten für IT-Sicherheit in Ihrem Unternehmen schriftlich festgehalten sind – inklusive Urlaubsvertretung.
- Schulen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mindestens einmal pro Jahr zum Thema Phishing und sichere Passwörter – auch neue Auszubildende und Teilzeitkräfte.
- Dokumentieren Sie einen einfachen Notfallplan: Wer wird im Angriffsfall angerufen? Welche Systeme werden zuerst getrennt? Wo sind die Backup-Medien?
- Sprechen Sie mit Ihrem Versicherungsberater über den aktuellen Stand Ihrer Cyberversicherung – oder erkundigen Sie sich, ob eine solche Police für Sie sinnvoll ist.
- Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch mit einem regionalen IT-Dienstleister, um eine unabhängige Einschätzung Ihres aktuellen Schutzlevels zu erhalten.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet ein professionelles IT-Sicherheitskonzept für ein kleines Unternehmen?
Die Kosten hängen stark von der Unternehmensgröße und den eingesetzten Systemen ab. Für viele KMU mit 10 bis 50 Mitarbeitern beginnen solide Basispakete – bestehend aus Endpoint-Schutz, Backup-Lösung und grundlegendem Monitoring – bei etwa 200 bis 600 Euro monatlich. Das klingt zunächst viel, ist aber im Vergleich zu den potenziellen Kosten eines Angriffs (oft fünf- bis sechsstellige Beträge) eine sehr wirtschaftliche Investition. Viele Förderprogramme, etwa über das BAFA, können zudem einen Teil der Beratungskosten abdecken.
Sind wir als kleines Unternehmen wirklich ein attraktives Ziel für Cyberkriminelle?
Ja – und das ist leider keine Übertreibung. Cyberkriminelle greifen nicht manuell einzelne Unternehmen aus, sondern nutzen automatisierte Werkzeuge, die das Internet rund um die Uhr nach Schwachstellen scannen. Gerade KMU sind oft leichtere Ziele als Großunternehmen, weil sie weniger in Sicherheit investieren. Laut BSI entfallen rund 80 Prozent aller Sicherheitsvorfälle auf kleine und mittlere Unternehmen. Die Größe Ihres Betriebs schützt Sie leider nicht.
Was hat die NIS2-Richtlinie mit meinem Unternehmen zu tun?
Die NIS2-Richtlinie ist eine europäische Cybersicherheitsvorschrift, die seit ihrer Umsetzung in deutsches Recht den Kreis der betroffenen Unternehmen erheblich ausgeweitet hat. Auch Teile des verarbeitenden Gewerbes, digitale Dienstleister und die Lebensmittelbranche können nun betroffen sein. Betroffene Unternehmen müssen Mindeststandards einhalten, Vorfälle melden und Verantwortlichkeiten benennen. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder. Eine frühzeitige Prüfung, ob Ihr Unternehmen unter NIS2 fällt, ist daher dringend empfehlenswert.
Reicht es nicht, wenn wir ein gutes Antivirusprogramm haben?
Leider nein. Klassische Antivirenprogramme erkennen bekannte Schadsoftware zuverlässig – aber moderne Angriffe nutzen neue, noch unbekannte Methoden, sogenannte Zero-Day-Exploits, oder setzen auf Social Engineering, bei dem Menschen statt Systeme manipuliert werden. Über 80 Prozent aller Phishing-Mails werden heute mit KI generiert und sind kaum von echten Nachrichten zu unterscheiden. Zeitgemäßer Schutz umfasst Endpoint-Detection, Netzwerkmonitoring, regelmäßige Updates und vor allem gut geschulte Mitarbeiter.
Wie lange dauert es, ein grundlegendes IT-Sicherheitskonzept umzusetzen?
Die wichtigsten Basismaßnahmen – Multi-Faktor-Authentifizierung, automatische Updates, funktionierendes Backup und eine erste Mitarbeiterschulung – lassen sich in vielen KMU innerhalb von vier bis acht Wochen einführen. Ein umfassendes Sicherheitskonzept, das auch Notfallpläne, Risikoanalysen und regelmäßige Überprüfungen umfasst, benötigt erfahrungsgemäß drei bis sechs Monate. Wichtig ist: Starten Sie jetzt mit den einfachsten Maßnahmen – jede Verbesserung reduziert Ihr Risiko sofort und spürbar.
Wissen Sie wirklich, ob Ihre Unternehmensdaten heute Nacht sicher sind – oder würden Sie es erst nach einem Angriff herausfinden?
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